Ausgabe 
(22.10.1931) Nr. 135
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Verlagsort Bremen Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Nationaljozialislische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re­daktion: Papenstrasze 15 Sprechstunden der Redaktion: Montag

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Wir fragen den Senat

Wie lange nolH darf die «reiner «olkSzeilung «nseftrafi »Nütz «Itrgerkrßcg Setze»

Nach dem sachlich objektiven Bericht des Stand­ortältesten der Reichswehrgarnison Braunschweig liegt jetzt auch der amtliche Bericht der Regierung über den Verlauf des großen SA.-Treffens am letzten Sonntag vor. Wir halten es für richtig, nur auf Grund dieser amtlichen Darstellungen auf die unerhörten Schmutze- reien der „Bremer Volkszeitung" einzugehen, die be- j sonders gestern einen noch nie dagewesenen Höhepunkt erreichten. Einen Tag nach der amtlichen Berich­tigung aller Schwindelmeldungen wagt es dieses Bre­mer „Regierungsblatt" die gemeinsten Lügen und Verleumdungen wieder aufzuwärmen und noch zu über treib,»ein. Eine Unwahrheit reiht sich an ^die §

andere. Es beginnt damit wieder, daß unsere SA. > das Straßenpflaster aufgerissen. habe, um friedliche! Bewohner zu bedrängen Oberst Geyer berichtet ein-! deutig, daß nicht die SA- sondern ihre politischen Gegner das Pflaster aufgerissen hätten Dann sei der bekannte Berliner Sturm 33 morddrohend in der Samstagsnacht durch Braunschweigs Straßen ge­zogen, um Bürger niederzuschlagen SA- Berlin und somit auch Sturm 33 traf erst am Sonntag früh in Braunschweig ein-

Keinem Bürger und Arbeiter wurde in Braun­schweig auch nur ein Haar gekrümmt. Wenn aber das rote Banditentum, das zu Revolver und Messer griff, unsere SA.-Männer niederschlug, dann in ge­rechter und sittlich erlaubter Notwehr von zu Hilfe kommenden SA -Männern in ihre Löcher und Schlupf­winkel zurückgetrieben wurde, so können nur Skandal­blätter übelster Art hieraus eine Hetze gegen uns kon­struieren.

Wie niederträchtig die „Bremer Volkszeitung" das Regierungsblatt des noch amtierenden Senates den größten und anständigsten Teil der bremischen Be­völkerung beleidigt und provoziert, beweist ganz ein­deutig die erste Seite der gestrigen Ausgabe. Inner­halb nur zweier Spalten wird so gemein gelogen, daß es jeden Menschen und darum auch die amtlichen Stellen in Bremen auf das höchste empören muß. In der ersten Spalte und besonders in der Schlagzeile wird in vollem Bewußtsein der groben Fälschung be­hauptet, daß ein Arbeiter Fischer von dem SA.-Mann Heymann ermordet worden sei. Auf der gleichen Seite muß dieses amtliche Blatt wenn auch im kleinsten Druck zugeben, daß Heymann nicht Mitglied der NSDAP. sei. Darüber steht noch keineswegs fest, ob dieser Heymann überhaupt mit dem Mord etwas zu tun hat. Er stellte sich sofort der Polizei, als ihni der Verdacht bekannt wurde, und bestreiket die Tat auf das entschiedenste.

Mit derartigen „Beweisen", „Tatsachen" und „Argumenten" arbeitet das Regierungsblatt der freien Hansestadt Bremen spaltenlang. Eine Schlammflut von feiger Gemeinheit ergießt sich wieder auf SA und Partei. Man geifert über 60 Verletzte. Wir fragen nur, wo denn die weißleuchtcnden Verbände, die schweren Wunden, zu sehen waren, wenn nicht in Reihen der SA. Wir fragen, und wer beweist uns, wer kann behaupten, die berüchtigten zwei Zentner Schlagwaffen seien im Besitz unserer SA -Männer gewesen? Niemand wagt das zu sagen, nur die Volkszeitung, frech und gemein, saugt sich das alles aus den Fingern und stellt die tollsten Behauptun­gen auf.

Jetzt sind wir es endgültig leid! Noch einmal sagen wir, daß sich durch die schmutzigen Manöver der marxistischen Hetze, der beste und auch größte Teil der bremischen Bevölkerung auss Aergste beleidigt sieht

Wir fragen mit allem Nachdruck die' Staatsanwalt­schaft und die Polizeidirektion, wie sie es dulden kaun, wie lange sie es noch dulden will. daß die Bremer

Neuer Kommune Nwrd

is Nationalsozialisten zusammengeschossen

Lsrsch. 22. Oktober. In der Nacht zum Donnerstag wurden auf der Landstraße Lorsch—tzeppenheim 13 S0- Leute von rv Kommunisten in der niederträchtigsten weise überfallen. Es wurden insgesamt 40 Schüsse aus die SO. Leute abgegeben, die völlig waffenlos dem Mordgesindel preisgegeben waren. Die meisten wurden schwer verletzt. So erhielt der Bruder des auf dem Parteitag in Nürnberg erstochenen Erich Iust, der Drogist w. Just, einen Schuh in den Rücken. Sein Zustand ist sehr bedenklich.

Veik-rM v. «rarrnswwersLswen

MesSeNtsns

Berlin, 21. Oktober. Der vom Reichsiuuenminister angeforderte Bericht der Braunschweigischen Regie­rung über die Vorgänge während der Braunschweiger SA -Tagung liegt nunmehr vor. Der schriftliche Be­richt deckt sich im wesentlichen mit dem bereits fern- ! mündlich erstatteten Bericht des Gesandten sowie mit ! den am Dienstag gemeldeten Ausführungen des ! Standortältesten.

! In Abwehr von Kombinationen über die sich aus ! den Berichten ergebenden Schritte des Rcichsinnen- > Ministers wird an zuständiger Stelle darauf hinge­wiesen, daß Minister Groener im Rahmen und im j Geist der Erklärungen handeln werde, die er kürzlich ^ der Öffentlichkeit über seine Ausgaben abgegeben habe.

Braunschweig, 21. Oktober. Wie verlautet hat der Minister für Volksbildung den Braunschwriger sozialdemokratischen „Volksfreund" einschließlich seiner Kopfblätter im Lande für acht Wochen verboten. Be­gründet wird das Verbot u. a. mit schweren Vor­würfen des Blattes gegen Minister Klagges im Zu­sammenhang mit dem Hitler-SonUtag-

WSedee ÄusammenftStze in Lünevurg

Lüneburg, 21. Oktober. Im Anschluß an eine nationalsozialistische Versammlung wurden am Diens­tag abend mehrere SA -Leute von Kommunisten in der Beckerstraße beschossen. Zwei Kommunisten wurden verhaftet. Im Anschluß an diese Vorgänge nahm die Polizei im kommunistischen Parteibüro eine Durch­suchung vor, beschlagnahmte Waffen und verhaftete zehn Personen. Um 1 Uhr nachts wurde ein Poli­zeibeamter von dem aus dem Lüneburger Scheuen- Prozeß bekannten Fürsorgezögling Aßmann mit einem

Revolver bedroht. Bevor Aßmann schießen konnte, wurde er^mit dem Gummiknüppel kampfunfähig ge­macht. csein Begleiter, der ehemals Scheuener Für­sorgezögling Zeucke wurde ebenfalls verhaftet, hatte jedoch seine Waffe vorher in einem Aschkübel ver­steckt. Da weitere Zusammenstöße befürchtet wurden, wurde ein Schupokommando aus Harburg-Wilhelms- burg nach Lüneburg beordert.

Ses HUetihÄlStrsIKers

Berlin, 21. Oktober. Der Führer des Reichs­banners Hörsing hat, wie verlautet, zum Sonntag, den 23. Oktober, alle Gauführer des ganzen Reiches zu einer vertraulichen Besprechung nach Magdeburg be­rufen. Ob die Burschen da wohl wieder Ueberfälle auf „Nazihorden" inszenieren werden?

Gte werden nnverV«yün«t

Berlin, 21. Oktober. Der Vorstand der Deutschen Staatspartei erläßt folgenden Aufruf:

„Der Abstimmungserfolg des Kabinetts Brüning- Dietrich kann den erhofften Erfolg nationalen und wirtschaftlichen Aufstiegs nicht haben, solange die Re­gierung es duldet, daß die radikalen Parteien der Rechten und der Linken Auszüge uniformierter Kampf­organisationen im Lande veranstalten und politische Kämpfe mit tödlichen Waffen austragen- Unter dem beschämenden Eindruck der Vorgänge in tzarzburg und Braunschweig fordert der Vorstand der Deutschen Staatspartei die Regierung dringend auf, rücksichtslos alle Machtmittel dafür einzusetzen, daß Staat und Volk endlich von dem Drucke des radikalen Terrors befreit werden und hiermit zugleich das Ansehen der Regierung nach innen und außen wieder hergestellt und gefestigt wird."

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Moskau, 21. Oktober. Nach einer russischen Meldung aus Peking hat Marschall Tschang- sueliang erklärt, die chinesische Regierung lehne die fünf Punkte Japans ab und verlange, daß die japa­nischen Truppen in einer Frist von zwei Wochen aus chinesischem Gebiete zurückgezogen werden- Erst nach der Räumung des besetzten Gebietes durch die Ja­paner werde die Nankingregierung Verhandlungen mit Japan einleiten.

Volkszeitung, bewußt und offensichtlich, im Besitz der amtlichen Berichtigungen eine derartige Provokation sich leisten darf.

Wozu sind die Notverordnungen zur Befriedigung des öffentlichen Lebens erlassen worden? Sind die volksparteilichen Senatoren, ist Bürgermeister Dr- Donandt mit dem Vorgehen seines Regierungs­blattes einverstanden? Sind diese Herren sich der Verantwortung bewußt, die sie hiermit übernehmen?

Wir fordern sofortiges Einschreiten, andernfalls müssen wir und die Bewegung ganz ausdrücklich die Verantwortung dafür ablehnen, wenn deutschen Ar­beiter, wenn ausgesteuerte, ausgehungerte SA.- Männer, aus menschlich-verständlichen Gründen ein­mal die Selbstbeherrschung verlieren, wenn sie sich durch die dauernden unerhörten Gemeinheiten und

Beleidigungen der Bremer Volkszeitung zu irgend­welchen unüberlegten Handlungen hinreißen lassen. Die Verantwortung hierfür müßten wir der Polizeidirek­tion überlassen, wenn sie nicht mit einschneidenden Maß­nahmen dieser ständigen Verhetzung eine Ende bereitet.

Ist sich die Polizeidirektion nicht darüber klar, daß auf der anderen Seite durch solche infernalische Entstellungen ! Reichsbanner und Rotfront einen Freibrief für neue Ueber- ^ fälle bekommen, daß allein dadurch die Vergiftung der öffentlichen Meinung weiter um sich greift?

kvir unterstreichen noch einmal die volle Verantwort­lichkeit des Bremer Senates und der ihm Nachgeordneten Behörden für alle Folgen, die sich aus dieser bislang un­gestraften Verhetzung ergeben und rechnen bestimmt damit, daß der Gerechtigkeit und damit der Staatssicherheit Genüge getan wird. -grt.