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Verlagsort Bremen Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Nationaljozialislilche Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Redaktion: Papenstratze 15 Sprechstunden der Redaktion: Montag
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Reue Mutwelle
Wo vletv« Herr Gröner? / VonzentvirtseHafl tn
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Braunschweig, 20- Oktober- Im hiesigen Polizeipräsidium haben sich wahre Berge von Akten über Vernehmungen Festgenommener angesammelt. In einem besonderen Raum hat man eine nahezu zwei Zentner schwere Sammlung von Totschlägern, Keulen und anderen gefährlichen Kampfwaffen aufgestapelt Aus Tisch- und Stuhlbeinen sind regelrechte Keulen und Schlaggegenstände angefertigt worden. Vereinzelt sind diese Mordwerkzeuge sogar mit langen spitzen Nägeln versehen. Am Montag wurden bereits zwei Personen, die mit Waffen von der Polizei angetroffen wurden, vor dem Schnellrichter zu einem Monat bzw. zwei Wochen Gefängnis verurteilt.
Die Sozialdemokratische Fraktion des Landtages hielt am Montag eine Sitzung ab, in der zu den Vorgängen beim SÄ.-Treffen Stellung genommen wurde. Es wurde die sofortige Einberufung des Landtages gefordert. Der Abgeordnete Thielemann hat nochmals ein Telegramm an den Reichsinnenminister gesandt, in dem er gegen die Darstellung der Braunschweigischen Regierung über die Vorgänge Stellung nimmt.
Ein Mitglied der NSDAP-, der SA -Mann Rebbe aus Oker, wurde auf dem Nachhausewege in der Nähe des Bollerich bei Goslar am Montag abend aus dem Hinterhalt angeschossen.
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Bützow, 20- Oktober. Beim Vorbeimarsch am kommunistischen Gewerkschaftshause wurden hier Nationalsozialisten mit Bier- und Weinflaschen, Holzscheiten, Eisen- und Zinkrohren, bombardiert, während andere Kommunisten mit Knüppeln und Spazier-
stöcken auf sie einschlugen. Dabei wurden sechs Nationalsozialisten schwer verletzt.
HKg. VNautz-DuNAtS
SeHeussefSHrtteH verletzt
Mit Axthieben überfallen
Braunschweig, 19- Oktober. Unter den zahlreichen überfallenen und verletzten Nationalsozialisten in Braunschweig befindet sich der Danziger Volkstagsabgeordnete der NSDAP., Pg. Maaß. Pg. Maaß wurde in der Nacht zum Sonntag in d!er Schloßstraße durch einen Axthieb niedergeschlagen, als er sich allein auf dem Heimweg befand. Sein Zustand läßt das Schlimmste erwarten. Die Täter sind bisher nicht ermittelt. Pg. Maaß ist in das Marienstift überführt worden
WM E-E SüekEriArseHoMu
Berlin, 20- Oktober. Am Montag spät abends kam es wiederum zu einem kommunistischen Uebcr- fall auf ein nationalsozialistisches Verkehrslokal. Die kommunistischen Mordbuben gaben auf das Schaufenster des Lokals von Bergmann in der Schillingstraße zahllose Schüsse ab, durch die ein Gast, der 23jährige Verkäufer Emil Tommäzk, der der NSDAP. nahe steht, schwer verletzt wurde. Tommäzk erhielt einen Schuß in den Arm und einen in den Oberschenkel und mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Das Ueberfallkommando nahm in der Menge auf der Straße, die sich vor dem Lokal angesammelt hatte, zwei junge Burschen fest. die von Augenzeugen als Mittäter erkannt wurden.
Das GovtzetparadieS
„Warum sind die Russen das besternährte Volk der Welt?" lautet H ute eine in INoikau beliebte ironi che Scherzfaze. Die Antwort lautet: „Weil sie ihre Lßvorräte für einen ganzen Monat an einem einzigen Tage verzehren." Oder man stellt die Frage: „Warum sind die Russen das reichste Volk der Welt?" — „Weil sie nicht wissen, was sie mit ihrem Gelde anfangen sollen." Tatsächlich liegt diesem Frage- und Antwortspiel eine tiefere Bedeutung zugrunde. Geld- und INagen- fragen beherrschen heute wieder die russische Veffentlichkeit in einem Maße wie während der grausamsten Hungerjahre. Die an sich schon hohen preise für Lebensmittel und Bekleidung, insbesondere die für solche Artikel, die nicht auf Ra- tionierungskarten in den staatlichen oder „kooperativen" Geschäften zu kaufen find, klettern unausgesetzt. Die allgemeinen Ernährungsverhältnisse sind auf dem Lande keineswegs besser als in den Städten, da die Regierung rücksichtsloser als zuvor die kärglichen Vorräte der Bauern requiriert, um sie den notleidenden Städter zuzuführen, ohne daß diese Zuschüsse auch nur annähernd ausreichen, um dem größten Elend zu steuern. Auf der anderen Seite wandern zahllose Erzeugnisse des Landes zu Dumpingpreisen ins Ausland, und dieser Mangel macht sich im Innern immer deutlicher fühlbar.
Besonders ungünstig hat sich die Verwirklichung des sogenannten Kreditreformplans der Sowjets im russischen Wirtschaftsleben ausgewirkt, hofft man doch dadurch dem Staate die Kontrolle über sämtliche Deviseneingänge zu erleichtern. Und die Folgen? Zahlreiche Unternehmen bekommen nicht mehr rechtzeitig die ihnen zustehenden staatlichen Unterstützungsgelder. Die Belegschaften dieser Werke erhalten deshalb größtenteils ihre Löhne nicht mehr pünktlich ausbezahlt, sondern müssen sich noch wachen-, ja selbst monatelang mit geringfügigen Abschlagszahlungen begnügen. Eine allgemeine Mißstimmung greift in der russischen Industriearbeiterschaft um sich. Es scheinen auch schon stellenweise ernstliche Unruhen ausgebrochen zu sein, denn der Staatskontrolleur Roisen- mann, einer der nicht in Rußland geborenen Vertrauten Stalins, wurde in seiner Eigenschaft als Tschekistenführer kürzlich von Moskau aus mit dem Sonderauftrag auf Inspektionsreise geschickt, die aufsässigen Arbeiter zu besänftigen, aber sie auch zu striktem Gehorsam gegenüber den Gesetzen anzuhalten. Erbittert sind die Arbeiter besonders darüber, daß man ihre Löhne einbehält und Pe trotzdem ihre Sozialabgaben für Staat, Kommune und - soweit sie organisiert sind — die Partei abzuführen gezwungen werden.
Abschreckend sind überhaupt die währungspolitischen Folgen des in Wirklichkeit gar nicht bestehenden Zwangskurses in Sowjetrußland. Es gibt heute nicht einen Rubel sondern etwa zwölf nebeneinander bestehende Arten der russischen Währung. Rubelnoten dürfen weder ein- noch ausgeführt werden. Für „gewöhnliche" verbrechen kennt die sowjetische Gesetzgebung keine Todesstrafe, wer aber beim Rubelschmuggelgeschäft ertappt wird, muß dieses „verbrechen" mit dem Tode büßen. Dabei werden in den meisten Hotels, Gaststätten und den sogenannten Torgsin-Geschäften ausländische Devisen stillschweigend als normales Zahlungsmittel umgesetzt. Es gibt in Rußland ferner zahlreiche Geschäfte, die ausschließlich an valutastarke fremde Geschäftsleute und Touristen verkaufen, also Geschäfte, in denen der Russe für seine Rubel keine Ware bekommt. Ein Kuriosum, das in keinem kapitalistischen Lande möglich wäre! Und der Schmuggel mit dem Rubel blüht nicht nur in den Grenzgebieten, sondern überall im Lande. Beamte, Händler, Angestellte, Arbeiter, die irgendwelche Beziehungen zu Ausländern unterhalten, schmuggeln, was das Zeug hält. Wozu gibt es denn bevor) zugte Bevölkerungsklassen im proletarischen Sowjetparadies, wenn nicht, um sich nach Möglichkeit auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern? An dieser inneren Unwahrhaftigkeit und Verlogenheit, die gerade bei den Vertretern des herrschenden Systems am deutlichsten und widerlichsten in Erscheinung treten, muß schließlich das kommunistische Staatsregime der Sowjets zugrunde gehen.
Fühlt dies ein Mann wie Stalin, dessen hochgradiger Verfolgungswahn immer seltsamere Formen annimmt? Dieser finstere, zum Tyrannen geborene Grusier mißtraut der Psyche des russischen Volkes so sehr, daß er in seiner näheren Umgebung grundsätzlich keine Männer duldet, die auf russischem
Die „vesie Organisation Europas
London, 20- Oktober. Die Londoner Presse widmet der nationalsozialistischen Riesendemonstration in Braunschweig lange Berichte, die durchweg ziemlich neutral gehalten sind und unseren Aufmarsch bis ins einzelne schildern.
Der .„Daily Telegraph" gibt zu, daß Braunschweig „sehr imposant gewesen" ist, Er schreibt des langen über die nationalsozialistischen Flugzeuge, die über Braunschweig kreisen und meint, die SA- wäre wirklich eine bis ins kleinste organisierte Armee ohne Waffen gewesen. Er schildert die geradezu religiöse Begeisterung, mit der die Massen das Deutschlandlied sangen und der Ruf „Deutschland erwache!" erscholl.
Den besten Bericht hat der „Daily Expreß" geliefert: „Keine Seele in Braunschweig zweifelt daran, daß der Morgen für Hitler angebrochen ist Man sah die eindrucksvollste Demonstration seiner Macht, die es je gegeben hat. Mussolini glaubt auch daran und sandte als Verbindungsoffizier Major Renzetti nach Braunschweig. Wie ich die vielen Gäste der Hitlerleute und den Vorbeimarsch mit der Präzision eines Garderegiments auf dem Paradeplatz sah, da wurde mir klar, daß die jungen Amakeurssldatsn, fast alle wunderbar kräftig und gesund, voll fanatischem Glauben, geführt von früheren Offizieren, im Augenblick die beste Organisation Europas sind-
Napoleon, als er von der Insel Elba zu seiner Armee zurückkehrte, wird nicht begeisterter empfangen ! worden sein wie Hitler.
KonLSTHtiMstssühe 2<usfthre»tungen »n
Essen
Essen, 20. Oktober. Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums mitteilt, hatte die kommunistische Partei am Dienstag nachmittag zu Demonstrationen auf dem Burgplah und im Stadtteil Essen-Borbeck aufgerufen. Äls sich trotz ausdrücklichen Verbotes dieser Demonstrationen mit Anbru chder Dunkelheit in der Innenstadt zahlreiche Anhänger der KPD. ansammelten. schritten die Streifen der Schutzpolizei ein und nahmen insgesamt 213 Personen fest. Gegen 18.25 Uhr wurde im Stadtteil Essen-Borbeck eine Schutzpolizeistreife, bestehend aus acht Beamten, von etwa 200 bis 250 Personen mit Steinen beworferu Außerdem wurden etwa 15 Schüsse auf sie abgegeben. Die Beamten erwiderten nun das Feuer. Als etwa 25 Beamte zur Verstärkung eintrafen, konnte die Menge zerstreut und die Ordnung wieder hergestellt werden. Verletzt wurden drei junge Männer und zwar durch Schulter-, Bauch- .und Oberschenkelschuß, tige Kunststücke nachprüft.
Minden i. W-, 20. Oktober. Wie nachträglich bekannt wird, war von Kommunisten ein Attentat auf die Aeberführunq des Mittellandkanals bei Minden geplant Die Brücke ist deshalb jetzt nachts, durch besonders grelle Scheinwerfer beleuchtet worden und wird überdies die ganze Nacht von der Polizei be - ! wacht-