Ausgabe 
(20.10.1931) Nr. 133
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HSrozetz gegen Vrerner KonTinune

stveuwrUatrsaMziMMeMtung

parteiamlückes Organ öer bremer IlakonaisosiaiMu

Vcriogsort Bremen Herausgeber: Kur! Thiele Verlag: Brenier L-- Nationaljozialistische Zettung, Huri Thiele. Geschäftsstelle und Re­daktion: Papenstrajze 16 Sprechstunden der Redaktion: Montag

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Wie sie Visen!

Ein snmfterveifptel jtibjfüjer Verleumdung

«Sie Meli au» Montag veruyiei

Wie plump, frech und gemein gelogen wird, beweist olgender Bericht, den das jüdische Schmutzblatt „Die Welt am llontag" über unseren S.R.-Rufmarsch in Braunfchweig ver- ffentlichte:

Die Stadt Braunfchweig stand gestern und heute im '»eichen einer furchtbaren Terrorherrschaft, die die National- ozialisten aus Rnlaß der großen Parade vor Hitler über die ,anze Stadt verhängt hatten.

Schon während der Nacht zum Sonntag schwirrten Ge- üchte durch die Stadt, daß die an mehreren Stellen der »ladt provozierten Zusammenstöße viele Tste und Nerwun- -ete gefordert hätten. Tatsächlich waren während der Nacht nehrfach nationalsozialistische Terrorgruppen in die Rrbei- erviertel vorgestoßen, um unter den klugen der Polizei die Zevölkerung zu drangsalieren. In vielen Häusern wurden Fen- terscheiben eingeworfen und die Bewohner angegriffen. Bei iesen Zusammenstößen gab es insgesamt einen Toten und reizehn verwundete, darunter einige Schwerverletzte.

klm Sonntagabend steigerte sich der Terror in einem in Ieutschland noch nie dagewesenen IRaße. Stoßtrupps der S.kl. Regelten ganze Stratzenzüge ab und schössen blindlings in die Mser. Um das Vordringen der Polizei zu verhindern, wurde >a§ Stratzenpflaster aufgerissen und aus dir Häuser der schütz« md wehrlosen Bürger ein regelrechter Feuerkamps eröffnet. Vie Polizei lieh schließlich Tanks auffahren, war aber gegen- iber den Banden vollkommen machtlos.

vie Kämpfe am Sonntag haben allein mindestens 61 schwerverletzte gekostet. Es ist auch mit mehreren Toten zu rechnen.

Den Mittelpunkt der Veranstaltung bildete die große Parade am Sonntagnachmittag auf dem Schloßplatz. Mehrere lausend uniformierter Braunhemden defilierten mit „heil Hitler"- und „Deutschland erwache"-Rufen an Hitler vorbei. ^Umgeben von einem großen Gefolge nahm der „Führer" den Vorbeimarsch ab. Prinz kluwi, der herzog von Toburg und viele andere hochgestellt Herrschaften waren erschienen, um seine Suite zu krönen. Trotz eines äußerlichen Erfolges merkte man es Hitler an, daß ihm innerlich nicht sehr wohl zumute war. vie harzburger Tagung lag ihm noch in den Gliedern.

Es kriselt wieder einmal in der Partei, die Unzufrieden­heit unter den S.R.-Leuten ist seit der verunglückten harz- «burger klktion stark gestiegen, vie SR.- Leute wollen endlich Nch Taten sehen. Sie lechzen nach Feindesblut. Hitler aber hremst und macht Kompromisse. Stennes ist tzwar gescheitert «und ungefährlich geworden und Goebbels darf nicht öffentlich Hreden, nicht im Reichstag und nicht auf Versammlungen. Goebbels aber ist ehrgeizig. Wenn sein körperlicher Zustand ihn nicht hindern würde, die Uniform zu tragen, wer weiß, ob nicht eines Tages der Schüler den Meister meistern würde.

Hilferuf an Groener!

kln den Reichsinnenminister ist folgendes Telegramm ? abgegangen:

s Reichsinnenminister-Lerlin.

- In Braunschweig toben Straßenkämpfe. viele verletzte hegen in den Krankenhäusern, Straßenpflaster von kämpfen- sden Nationalsozialisten aufgerissen, Fensterscheiben ganzer l Straßenzüge zertrümmert. Braunschweigische Regierung kann strotz klnstrengungen der Polizei nicht Sicherheit uizd Grimmig j aufrechterhalten.

Grtsverein Braunschweig der sozialdemokratischen Partei, Thielmann.

«rar»n§OwetNer Innen ^ nnnksterrnsn AU G2».-21lusrnnrs«S

Braunfchweig, 19. Oktober. Gas Braunschweigische Ministerium des Innern teilt mit: „Die von anderer Seite aufgestellte Behauptung, in Brannschweig hätten aus Anlaß des SA.-Aufmarsches der Nationalsozia­listischen Deutschen Arbeiterpartei Straßenkämpfe ge­

tobt, entspricht in keiner Weise den Tatsachen- Es ist lediglich hier und dort zu Ansammlungen sowie zu Zusammenstößen von Personen gekommen, besonders in den Nachtstunden, die durch politisch linksgerich­tete Elemente verursacht waren- Die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung ist in keiner Weise ge­fährdet, vielmehr ist die Polizei in jeder Beziehung Herr der Lage gewesen."

Komnssrme Lovl »n «raunsOwers

Die daitsche Presse überschlägt sich beinahe vor Schrecken über den gewaltigen Kraftbeweis, den un­sere herrliche Bewegung den Herrschaften aus Berlin recht deutlich in Braunschweig unter die Nase rieb- And wenn man ihre Excremente lesen müßte, dann staunte man doch bei aller Gewohnheit, über ein derartiges Maß von Lüge, Geifer und Betrug.

Bürgerkrieg in rBaunschweig, das ist und war die Parole, mit der man die Feigheit und Angst in Deutschland mobil machen wollte gegen das erwachende Volk.

Die Wahrheit verschweigen sie, hüllen sich in ab­grundtiefes Schweigen, wenn sie Grund haben, wirklich von Unruhen und Fensterstürmen zu berichten, und statt: ..Nazis morden Arbeiter", wie die schleimig- verlogene ..Bremer Volkszeitung" schreibt, einmal deutlich das tolle Treiben der roten Horden nach dem Abzug der SA. aus Braunschweig zu beleuchten.

Wie wir telegraphisch auf unsere Anfrage zu dem ganzen Presseschmus, heute nacht aus Braunschweig er­fahren, zogen.gestern mehrere Trupps Bananen und überall die Häuser und Geschäfte, die aus Anlaß des SA -Aufmarsckes am Sonntag geflaggt hatten. Aus den Polizeiberichten geht einwandfrei hervor, daß die Kommunen von auswärts einige saubere Gesellen hat kommen lassen, und beim „harmlosen" Reichsjammer wird es wohl genau so gewesen sein- Kurz vor 7 Uhr kam es dann gestern abend zu einem größeren Umzug, bei dem die roten Horden 30 40 Schaufensterscheiben einschlugen, aus sozialistischen Erwägungen natürlich. Dabei ist es auch passiert, daß die fremden „Helden" in Nebenstraßen den eigenen Genossen ihren Mut mit zerkrachten Scheiben bewiesen.

Jetzt wo die SA. wieder abgezogen ist, da fallen die „mutigen Halunken" in großen Massen über ein­zelne SA-Männer her, so fand man gestern auch auf der Höhe einen Schwerverletzten Kameraden. Die Polizei ist zu den Haupt-Krawallen zu spät gekommen, später gelang es ihr, den Umzug aufzulösen In den, späten Nachtstunden wurde in einigen Stadtteilen von unbekannten Tätern die Gaslaternen abgedreht. Die Polizei liegt in Bereitschaft und man erwartet noch größere Zusammenstöße.

Crn LLnOeteißrgler getötet

Braunfchweig, ty. Dkt. Bei dem nationalsozialistischen Treffen, das, wie jetzt parteiamtlich gemeldet wird, 104 000 S.R.-Leute in Braunfchweig zusammenführte, kam es ver­schiedentlich zu Zusammenstößen, die insgesamt 2 Todesopfer forderten. Unter dem verdacht, den Rrbeiter Heinrich Fischer erstochen zu haben, wurde ein Mann aus planen verhaftet. Ruf dem Klint wurde der Rrbeiter Engelke durch einen Bauch­schuß tödlich getroffen. Nach dem Polizeibericht sind insgesamt 60 Personen bei Zusammenstößen teils schwer, teils leicht verletzt worden. Der Behörde war bekannt geworden, -atz etwa 4» Jungkommunisten von außerhalb nach Brannschweig gekommen waren, offenbar in der Kbsicht, Unruhe zu stiften. Sie wurden festgenommen und über die Stadtgrenze abgescho­ben. Rn einer Stelle wurden zwei Kraftwagen von Komm» nisten mit Steinen beworfen. Bei einem weiteren Zusammen­stoß wurden zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert.

Anzeigenberechnung: hiesige die >0 geig. Nonp.-Zelle NM 0,26. aus- wärls RM 0.30, im Tertteil die 3 gespaltene Tertzeiie RM 1.— auswärts RM 1.25. Stellengesuche u. Familien-Anzeigen RM 0.10 Kleine Anzeigen RM 0,16. Platzvorschristen ohne Verbindlichkeit

Herr Groener vefßeHtt

Mit der Umwandlung des Kabinetts Brüning haben wir auch einen neuen Reichsinnenminister er­halten, der uns als Reichswehrminister schon länger bekannt war- An diesen Reichsinnenminister hat die hunderttausend straff disziplinierten SA-Leute ein Angsttelegramm gerichtet, das wir an anderer Stelle wiedergeben. Herr Groener hat daraufhin nicht nur eine Untersuchung angeordnet, sondern obendrein die Vertreter der Presse zu sich gebeten, um ihnen klar zu machen, wie er die Autorität des Staates zu wahren gedenkt. Wir haben gegen den Wortlaut seiner Er­klärung nichts einzuwenden, aber wir befürchten, daß der Geist, der da hinter steht, nichts von den „aufbau- willigen Kräften, die man zur possitiven Mitarbeit heranzuziehen beabsichtigt", wissen will. Herr Groener sagt in seinem Erlaß u. a.:

Unsere Ehre erfordert die Bekämpfung von Versuchen, durch Denunziationen und böswillige Diffamierung das Ansehen des Deutschen Reiches herabzusetzen und die Bekämpfung einer politischen Kampfweise, die sich in gemeinsamer Hetze und Verunglimpfung der Einrichtungen des Staates und seiner führenden Persönlichkeiten erschöpft. Das An­sehen des Deutschen Reiches erfordert, daß Terror­akte gegen politische Gegner und blutige Ausein­andersetzungen von Volksgenossen untereinander un­möglich gemacht werden. Ich werde mich nicht scheuen, zur Erfüllung dieser Aufgabe im Notfall drakonische Ausnahmebestimmungen vom Herrn Reichspräsidenten zu erbitten.

Wir bezweifeln, Herr Minister Groener, daß Sie mit wirklich drakonischen Maßnahmen gegen alle die Elemente vorgehen wollen, die die Ehre und das An­sehen des deutschen Reiches gefährden. Oder sollten sie wirklich beabsichtigen, das Berliner Tageblatt, die Vossische Zeitung, die gesamte marxistische und kom­munistische Presse wegen allgemeiner Niedertracht und Gemeingefährlichkeit, wegen Aufhetzung zu Mord und Totschlag, bis auf weiteres zu verbieten? Sollte wirk­lich beabsichtigt sein, alle die Redner, vom Staats- minister bis zum letzten kleinsten Bonzen festzusetzen, die es wagen, die Ehre der Nation anzutasten? Will Herr Groener alle die Theater und Kinos schließen, die in Sudelstücken die Kultur unseres Volkes be­schmutzen? Will der Minister aus allen Schulen die Lehrer entfernen, die die Jugend verseuchen?

Hier, Herr Minister Groener, ist ein weites Feld für drakonische Maßnahmen und sollten Sie sich wirk­lich bereitfinden, diese Säuberungsaktion in Deutsch­land vorzunehmen, dann ständen zweihundertzwanzig- tausend SA -Leute im Braunhemd hinter Ihnen, be­reit, die Ehre und Würde der Nation mit ihrem letzten Blutstropfen zu verteidigen.

Man wird uns nicht übelnehmen, wenn wir Nationalsozialisten an diese oben ausgesprochenen Er­wartungen nicht glauben, wenn wir vermuten, daß sich die drakonischen Maßnahmen in erster Linie gegen die wenden, die heute Träger der Ehre der Nation sind-

Herr Groener sagt am Schluß seines Erlasses, daß die Jugend Ideale brauche, die sich aber nicht gegen den Staat wenden dürften. Herr Groener verwechselt genau wie Herr Brüning Staat und System und will nicht einsehen, daß die braune Armee Adolf Hitlers heute schon längst den Staat gegen des System ver­teidigt. Solange die Reichsregierung sich über diese grundsätzlichen Fragen nicht klar wird oder nicht klar werden will, müssen alle ihre Bemühungen scheitern. Was für Herrn Brüning gilt, trifft auch für Herrn Groener zu. Das beste Programm in seinen Händen wird zum Unheil, weil es sich zwangsläufig gegen das junge Deutschland richtet. Wir glauben Herrn Groener gern. daß er sich nicht von den gleichen Haß- gefühlen leiten läßt wie Herr Wirth oder Herr Seve- ring, aber wir müssen ihm heute schon sagen, daß er