Ausgabe 
(19.10.1931) Nr. 132
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Montag, 19. Oktober 19)1 I^r. 1)2

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Berlagsort Bremen Herausgeber: Kurt Thiele Nerlag: Bremer Nationaljoziaiislische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re­daktion: Papenstrahe 15 Sprechstunden der Redaktion: Montag

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1 VV VVV in Vraunsttzweig

Das junge DeutfGland unter Hitlers Faynem

Der AlufmarsG vor Sem Küyrer

von unserem nach Lraunschweig entsandten Lo.-Sonderberichterstatter.

vraunschweig, <8. Oktober. Der ZA.-Aufmarsch in Braunfchweig am Sonntag nahm einen glänzenden ver­laus. Insgesamt beteiligten sich an diesem Ausmarsch MONO Mann §A., SS. und Hitlerjugend. In aller Hrühr begann der Ausmarsch der verbände in ü grshen Zügen zmnHranz- schen Heide. Gegen 10 Uhr war hier schon eine unüber­sehbare Menge §A.-Männer versammelt.

Uurz nach 10 Uhr ssrmierten sich auf der höchsten Stelle die Hahnen und Standarten. Der Hiihrer, welcher schon vorher das Uraftfahrerkorps besichtigt hatte, welches in Stärke von über 5000 Hahrzeugen in vraunschweig zur Stelle war, erschien kurz nach 10 Uhr und begab sich dann aus die Anhöhe, von dem brausenden Jubel seiner SA. be­grüßt. Er schritt sofort zur weihe der Standarten und sprach dann kurz zur ZA., erinnerte an die Opfer der letzten 12 Jahre, ermähnte seine SA.-Leute zur Ruhe und Besonnen­heit, ermähnte sie, die Nerven zu behalten. Die 21 Stand arten, die heute geweiht seien, würden die letzten sein. die vor der wende der Zeit geweiht würden. Dann schloß der Hührer mit einem dreifachen heil aus unser geliebtes Vater­land, in das die hunderttausend mit leuchtender Begeisterung einstimmten.

pünktlich 11,15 Uhr meldete der Ausmarschleiter aus dem Schloßplatz die ZA. zur Stelle. Unter den Ulängen großer SA.-Uapellen marschierte die §A. an ihrem Hührer vorbei, hinter ihm hatten sämtliche Oberführer Ausstellung genommen. Line begeisterte Menge betrachtete dieses im­posante Schauspiel, Standarte an Standarte rückten vorbei. Es wurde 12 Uhr, es wurde 1 Uhr und immer neue Ko­lonnen kamen heran, die ZA. aus dem Kuhrgebiet, deren tadellose Haltung lebhafte Beifallskundgebungen der Menge auslöste. Eben vor 2 Uhr hatte die Hitler-Jugend, ebenfalls stürmisch begrüßt, den Hiihrer passiert. Um 1,15 Uhr kam die Standarte Oldenburg. In einem der Gldenburger Stürme marschierte ein Y2jährigrr SA.-Mann. Großen Jubel löste der schneidige Bremer Zpielmannszug aus, es kamen die Bremer SA. und SUN. Es wurde 5 Uhr, noch immer mar- schi'rten die dran um Heers hären an ihrem Hührer vorbei. Lebhaft mit einem dreifachen „Heil" begrüßt wurde der Hamburger Marinrsturm. Der Sturm Horst Nessel zog heran unter den Ulängen des Hsrst-Wessel-Liedes, dar die Menge begeistert mit erhobener Hand mitsang. Ueber 6 Stunden j dauerte der Vorbeimarsch der 100 000, die gewaltigste Kund­gebung, die jemals eine politische Partei in Deutschland ! unternommen hat.

Vrttunsrtzwets unter SsmT Hakenkreuz

Schon im Zug nach Hannover konnte ich eine auffällige Menge von Schreibmaschinen und Photo­graphischen Apparaten jeden Kalibers beobachten und konnte mich freuen, daß dieses SA.-Treffen ein reges Interesse bei einem ganzen Heer von Journalisten und Photographen erweckt hat- 2n Hannover steigen schon eine Reihe vermummter Gestalten in den Zug, Polizei ist auf dem Bahnsteig und hält scharf nach verbotenen Uniformstücken Umschau. Die Hannoveraner haben! sich ganz famos getarnt, erkenntlich fast nur an dem hoch aufgeschlagenen Kragen und an den leuchtenden Augen, im übrigen ganz auf Harmlosigkeit im Sinne der letzten Notverordnungen zugeschnitten. - Hinter Hildesheim ändert sich das Bild, da hebt auf einmal ein allgemeines Umziehen an. Man ist überrascht und verblüfft, wer da nicht alles plötzlich nach Abwerfen einiger Hüllen als SA. und SS. vor einem steht.

In Braunschweig auf dem Bahnsteig ein paar liebenswürdige ortskundige SA-Leute, die bereit­willigst jede Aufklärung geben. Jeder, der durch die Sperre gegangen war mit der Absicht, sofort nach seinem Ziel zu gehen, blieb stehen und betrachtete mit höchstem Erstaunen das eigenartige Bild, das sich ihm in Braunschweig an diesem 17. Oktober bot. Jeder war sofort gepackt von dem Rhythmus, der hier schlug. Ueberall in der Umgebung des Bahnhofs standen und gingen Abteilungen SA. und SS., die mit den Zügen angekommen waren. Auf allen Stra­ßen, die nur nach der Stadt Braunschweig herein­führen, SA.-Leute auf Fahrrädern, auf Lastkraft­wagen und in Autos, zu Fuß oft nach wochenlangem Marsch in Braunschweig eintreffend. Die Haupt­straßen zeigen festlichen Flaggenschmnck und keine Straße, der nicht die braunen Hemden ein eigenarti­ges Gepräge geben. Ueberall ziehen kleinere Abtei­lungen mit klingendem Spiel, mit Trommel und Pfeife

oder singend in ihre Quartiere. Wo man geht und ste^t. stößt man auf Parteigenossen.

Langsam gelange ich bis in das Herz des Stabs­quartiers und habe da nur wenige Minute zu warten. Da beginnt schon Pg. Dr. Dietrich von der Pressestelle der Reichsleitung die angesetzte Pressebesprechung.

Ger Gruppenführer Nord erklärt den Zweck und das Ziel des SA.-Treffens. In den zwei Jahren, die verflossen seien nach dem letzten Nürnberger Par­teitage habe sich die SA. außerodentlich entwickelt, heute seien mehr als 220 000 SA-Leute im ganzen Reich unter ihren Fahnen. Die Bestimmung des morgigen Tages sei, eine Reihe neuer Standarten ein­zuweihen- Allerdings kämen nur 21 Standarten hier zu dieser Feier zusammen und weitere 30 Standarten seien für einen späteren Termin wegen technischer Schwierigkeiten zuriiätzestellt. Alle fernen Gaue haben Abordnungen entsandt, während die näher gelegenen in voller Stärke in Braunschweig eintrafen. Braun­schweig sei als Tagungsort gewählt worden, weil es in Braunschweig nicht möglich sei, so wie im übrigen Deutschland, mit Schikanen, Verboten und Gehässig­keiten gegen den Nationalsozialismus zu arbeiten. In Braunschweig wehe der Geist der Ordnung und der Gerechtigkeit. Hier dürfen wir auch unseren Dienst­anzug in aller Öffentlichkeit tragen und wir sind auch gewiß, daß die Braunschweigische Polizei ihren Dienst mit mehr Objektivität versehen wird als z. B- in Preußen.

Dann ergreift noch Hauptmann Röhm, der Chef des Stabes, das Wort und sagte uns jede nur mögliche Erleichterung zu. Zum Schluß sagte Hauptmann Röhm, er hoffe, daß alle den Eindruck mit nach Hause nehmen würden, daß es

in Deutschland außer Pazifisten und Jammer­lappen auch noch Kerle gäbe, die Kraft und Schneid besäßen und bereit wären, alles in den Dienst ihres Vaterlandes zu stellen

Lrauersaü unseres Vg. Gseetns

Berlin, 17. Oktober. Wie wir soeben erfahren, ist gestern Frau Hauptmann Goering, die Gattin unseres Abgeordneten Goering, eine geborene Schwe­din. in Stockholm ganz plötzlich verschieden- Wir sprechen unserem Pg. zu dem schmerzlichen Verlust, von dem er überraschend während der gegenwärtigen Reichstagssitzungen betroffen wurde, unser aufrich­tigstes Beileid aus

HSg. GMürede erster Bürgermeister

Koburg, 17- Okt. Freitag nachmittag 6 llhr wurde in öffentlicher Stadtratssitzung der ehrenamtliche zweite Bürgermeister Pg. Schede, M. d. L., mit abso­luter Mehrheit zum ersten ehrenamtlichen Bürger­meister der Stadt Koburg gewählt. Von 25 stimm­berechtigten Stadträten waren 16 Stadträte anwesend l7 Sozialdemokraten und 2 Stahlhelmer waren der Wahl ferngeblieben). 11 Stimmen fielen auf Pg. Franz Schwede, 1 Stimme auf den deutschnationalen Reckstsrat Gehler, 1 Stimme war ungültig. Pg. Bür­germeister Schwede hat die Wahl angenommen. Zum 2. amtlichen Bürgermeister ohne Pensionsansprüche wurde von 16 abgegebenen Stimmen Pg. Rechts - anwalt Faber mit 11 Stimmen Mehrheit auf zwei Jahre gewählt. 2 Stimmen entfielen auf den deutsch- nationalen Rechtsrat Gehler. Zum 3- ehrenamtlichen Bürgermeister wurde wiederum mit 11 Stimmen Mehrheit das Stahlhelmmitglied Stadtrat Rehlein gewählt. Die übrigen 2 Stimmen waren ungültig.

Pg. Dr. Dietrich erzählte dann noch zwanglos von den Ergebnissen des Tages und erwähnte den blutigen Zusammenstoß in der Langenstraße. Die SA.-Leute hätten mit bewundernswerter Beherrschung die kommunistischen Pöbeleien über sich ergehen lassen. Als dann schließlich ein Hagel, von allen möglichen Wurfgeschossen, auf die SA. niederging und kochendes Wasser aus den Fenstern gegossen wurde, ging die SA- vor. In der Stiftstraße wurden von kommu­nistischer Seite Schüsse aus den Fenstern abgegeben. Ein SA-Mann wurde durch Bauchschuß sehr schwer verletzt und ein anderer erhielt einen Streifschuß am Kopf. Das Ueberfallkommando schaffte wieder Ord­nung auf der Straße. Eine Reihe unserer Leute wurden bis zum Abend hin in die Krankenhäuser eingeliefert, teilweise mit recht schweren Verletzungen-

Inzwischen formierte sich der Fackelzug, ausge­führt von den 6500 schlesischen SA -Leuten, ein Fackel- zug, der fast kein Ende nehmen wollte und ein Fackel­zug. wie ihn Braunschweig sicherlich noch niemals gesehen hat.

Der Fackelzug begann in Holzgarten- Dreiviertel Stunde dauerte es, bis die letzten Fackelträger den Ausgangspunkt verlassen hatten. Dreiviertel Stunde dauerte der Vorbeizug der lodernden Flammen. Einen unbeschreiblich schönen Anblick gewährten BraUN- schweigs Bauten im Lichte der Fackeln. Eine große ! Anzahl schneidiger SA - und SS.-Kapellen waren im ! Zuge und auch diese wurden von der Bevölkerung mit ! großem Jubel begrüßt. Der Zug bewegte sich durch ! die Straßen der Stadt zum Löwenwall. einem riesigen .ovalen grünen Platz, der von Bäumen umstanden ist. Das herrliche Laub, erhellt von den taufenden Fackeln.

I leuchtete golden und dieser feurige Kranz und die dar­unter sich fortbewegenden Flammen waren ein Anblick, den gewiß keiner vergessen wird. Die Zuschauer, die