Ausgabe 
(13.10.1931) Nr. 127
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„Hitler der größte Aiiyrer^^ GMatHt ««tivortet DietriM Steuer Äderfall auf GA Heute

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Berlin, 12. Okt. Wie die Tel.-Union erfährt, hat der preußische Finanzminister Hoepker-Aschoff in einem Schreiben an den Innenminister Severing, der zurzeit den erkrankten preußischen Ministerpräsidenten vertritt, am späten Abend des Montag seinen Rücktritt nachgesucht. Der Rücktrittsbeschluß des preußischen Finanzministers dürfte auf den Beschluß der preu­ßischen Regierung zurückgehen, die Aufrückn ngssperre für die Beamten wieder aufzuheben, wobei der Finanz­minister keinen finanziellen Gegenwert sieht, ferner aber auch darauf, daß am Montag der Minister in» Landtagsausschuß überstimmt worden ist- Der Aus- schuß hatte beschlossen, daß der preußische Staat den Sparkassen und Giroverbänden weitere Summen im Zusammenhang mit den durch die Reichsnotverord- l nung für diese geschaffenen Lage zur Verfügung stellen solle und diesem Beschluß war das preußische Ka­binett als solches beigetreten. Der Finanzminister hat allem Anschein nach geglaubt, die Verantwortung hierfür nicht tragen zu können.

Wie wir erfahren, hat Herr Severing als Stell­vertreter von Herrn Braun, den HandelsminUer Schreiber mit der Führung der Finanzgeschäfte interimistisch beauftragt. Herr Braun weilt zur Zeit zur Erholung im Süden (!)

GöhaeH» NnHvorte» MetrieH

Berlin, 12. Oktober. Dr. Schacht, der Montag abend in Berlin wieder eingetroffen ist, gab einem Ver­treter der Telegraphen-Union auf Anfrage folgende Er­klärung:

-„Zu einigen von mir auf der Harzburger Tagung erwähnten Tatsachen haben sowohl das Reichsbank­direktorium wie auch der Herr Reichsfinanzminister Stellung genommen. Während das Reichsbankdirk- torium die Tatsachen bestätigt, sucht die Erklärung des Herrn Reichsfinanzministers sie zu bagatellisieren. Ich kann nur annehmen, daß dem Herrn Reichsfinanz- minister die Beträge,- mit denen die verschiedenen -'Finanzinstitute der öffentlichen Hand und die Akzept- und Garantiebank in den Büchern der Reichsbank fegurieren, völlig unbekannt sind, andernfalls müßte eine Veröffentlichung dieser Ziffern die Bezeichnung > «„geringfügig", merkwürdig beleuchten. Wenn aber der Herr Reichsfinanzminister auf mich das Wort „verantwortungslos" anwendet, weil ich aus dieser ^Inanspruchnahme der Reichsbank die mangelnde zu­sätzliche Kreditmöglichkeit der Reichsbank für die Wirtschaft erklärt habe, wenn der Herr Minister von

- mir verlangt, ich hätte schon während meiner Amts­zeit die Höhe der Auslandsschulden untersuchen sollen,

- obwohl er weiß, daß dies nur durch Gesetz möglich

- war und er die Gegnerschaft der früheren Regierungen l gegen mich in dieser Frage kennt; wenn er endlich

- meint, da ich kein Amt mehr hatte, dürfte ich auch keine Meinung mehr äußern, so überlasse ich das

' kkr'teil über diese persönlichen Dinge gern einer spä- , teren Zeit. Meine Auffassung von den Pflichten eines Staatsbürgers in einem demokratischen Staat weicht « auch hier offensichtlich ab. Gerade weil ich der festen

Ueberzeugung bin, daß keine Reichsbankleitung jemals die Währung im Stich lassen kann oder wird, warne ich rechtzeitig vor diesen die Wirtschaft einengenden Folgen und weiß, daß weite Kreise des deutschen Volkes d'ies von mir erwarten."

Hilkee der srSHle AUYeer

London, 12. Oktober.

Die Unterredung Adolf Hitlers mit dem Reichs­präsidenten und die Konferenz der nationalen Oppo- siton in Bad Harzburg bilden, abgesehen von den Wahlen im Inselreich selbst, die Hauptüberschriften der englischen Presse.

Die „Sunday Expreß" und der „Daily Expreß schildern in größter Aufmachung, wie die Berliner Volksgenossen den Wagen umstellten, der unseren, Führer in das Reichspräsidentenpalais .Brachte und dort wieder abholte, ferner wie die Polizei versuchte, die spontanen Kundgebungen der Massen zu verhindern und rücksichtslos mit dem Gummiknüppel dreinschlug.

„Hitler ist, so sagt die „Sunday Expreß", die größte Führerpersönlichkeit Deutschlands seit Bis- marcks Zeiten "

Der „Sunday Reserve" glaubt nicht, daß Brüning sich noch lange halten kann-

Das halbjüdische Reuterbüro dagegen legt den Besuch Adolf Hitlers bei Hindenburg allem Anschein nach auf Einflüsterungen der Herren Meißner und Zechlin so aus, als ob der greise Feldmarschall dem wahren Führer Deutschlands eine Belehrung gege­ben habe, was er tun und lassen dürfe und was nicht. 2m gleichen Stil schreibt die reaktionäre „Daily Tele­graph", der im kindlichen Unverstand sogar meint, der Feldmarschall Hindenburg habe dem „früheren Unteroffizier Hitler" eine Lektion erteilt.

Die „Ral»onulvost" veevolen

Berlin, 12. Oktober. Auf Grund des § 4 des 7- Teiles der Presseverordnung des Reichspräsidenten vom 6. Oktober 1931 hat der Polizeipräsident die in Berlin erscheinende Tageszeitung „Nationalpost" mit sofortiger Wirkung bis zum 20- Oktober 1931 ein­schließlich verboten, da die .„Nationalpost" als Ersatz des „Angriff" den Beziehern zugestellt worden ist.

, /Nee ITGKueree veevolen

Stuttgart, 11. Okt. Das Innenministerium hat den „NS.-Kurier", der in letzter Zeit wiederholt be­schlagnahmt worden ist, auf Grund der Notverord­nungen des Reichspräsidenten zur Bekämpfung poli­tischer Ausschreitungen vom 28- März 1931 und 10- August bis 22. Oktober 1931 einschließlich ver­boten

Gluen» ous ZellungvMialen

Duisburg, 11. Oktober. In der Nacht zum Sams­tag wurden von unbekannten Tätern an vier Zeitungs­geschäftsstellen und zwar von drei bürgerlichen Zei­tungen und der sozialdemokratischen Zeitung je eine Schaufensterscheibe teils mit Steinen, teils mit einem Hammer eingeschlagen. Die Wurfgeschosse waren in -Papier eingewickelt, auf dem ein Vrotest gegen das «Verbot der kommunistischen Zeitungen enthalten war.

Neutfrye WeHehoyett

von Oberstleutnant Duesterberg,

2. Bundesführer des Stahlhelms

12 lange, schwere, an Demütigungen reich« Jahre leidet das unschuldig verurteilte deutsche Volke an den Folgen des Diktates von Versailles. Neben dem Verlust deutscher Gebiete, der Handelsflotte, der Auslandswerte, der deutschen Kolonien wurde der neue deutsche Staat seiner wichtigsten Hoheitsrechte, darunter der Wehrhoheit beraubt. Der Artikel 187 der Ver­fassung des Deutschen Reiches vom 11. 8. 1919 stellte den Vor­rang des versailler Diktates ausdrücklich fest.

Rücksichtslos und brutal wurden seine Bestimmungen unter Vernichtung ungeheurer werte durchgeführt. Die kleine deutsche Reichswehr ohne neuzeitliche Bewaffnung, ohne Re­serven, ohne leistungsfähige Kriegsindustrie, ohne nennens­werte Befestigungen ist kaum in der Lage, die deutschen Län­dergrenzen notdürftig zu schützen, viel weniger einen Krieg zu führen. 12 Jahrgänge deutscher äugend sind militärisch unausgebildet in's Leben getreten.

Entgegen dem klaren Wortlaut des Völkerbundstatutes wie der versailler Diktatsbestimmungen, die alle beteiligten Staaten vertragsmäßig binden, haben die ehemaligen Feind­mächte nicht ab- sondern aufgerüstet.

heute weist die Welt 10 Millionen mehr ausgebildeter Soldaten als 1914 auf, die werden nicht von Deutschland, son­dern von den anderen gestellt.

Deutschland liegt schütz- und wehrlos in einem Ring von bis an die Zähne gerüsteter Staaten. Die soeben beendeten gewaltigen französischen Herbstübungen haben erneut gezeigt, wie angriffsfertig Frankreich ist. Polens Absichten auf wei­tere kernpreußische Gebiete zur Verbreiterung des untrag­baren Korridors werden immer offenkundiger.

Deutschlands Sicherheit beruht auf Paragraphen des Völ­kerbundsstatutes, des Locarnoabkommens und Kellogpaktes.

Die Ohnmacht des Völkerbundes hat sich soeben beim Einmarsch der Japaner in die chinesische Mandschurei erneut erwiesen. Japaner wie Lhinesen sind gleichberechtigte Völker­bundsmitglieder.

Deutschlands Schuh steht demnach auf dem Papier, Deutschlands Sicherheit ist vom guten willen anderer Staaten abhängig.

Für eine Großmacht ein unwürdiger Zustand!

12 Iahre hat sich die nationale Bewegung, insbesondere der Stahlhelm bemüht, im deutschen Volke die Erinnerung an die unvergeßliche kaiserliche Wehrmacht wach zu halten und einen entschlossenen Wehrwillen, besonders in der heranwach­senden Jugend, zu entfachen. Weder durch den Druck von oben, durch verbot und Verfolgung, noch durch den hart­näckigen Widerstand marxistisch-pazifistischer Kräfte wurde unsere vom Verantwortungsgefühl für die deutsche Zukunft getragene Aufklärungsarbeit aufgehalten.

12 Iahre steigender Not haben Millionen unserer Volks­genossen endlich überzeugt, daß wir Deutsche auf uns allein angewiesen sind.

Nunmehr naht die Entscheidungsstunde!

Gemäß der Völkerbundssatzungen soll alle 10 Jahre ein« allgemeine Uebervrüfung der Rüstungslage sämtlicher Völker­bundsmitglieder erfolgen. Diese so ungeheuer wichtige Konfe­renz ist für den Februar 1932 festgesetzt. Vertagungsverfuche sind gescheitert. Alle Staaten bereiten sich seit Monaten auf die Tagung vor.

Auch für die Einberufung des preußischen Volksbegeh­rens und Volksentscheides war der Zeitpunkt der Genfer Februar-Konferenz ausschlaggebend, vordatierung der fälligen Preußenwahlen um etwa 3 Monate und Bildung einer na­tionalen Preußenregierung für die großen Entscheidungen war das pdlitische Ziel! Es wurde nicht erreicht! Seine Bedeutung bleibt jedoch die gleiche.

Nur 4 Monate Vorbereitungszeit stehen uns noch für rastlose Aufklärungsarbeit zur Verfügung. Die Zeit für diplo-

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