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Lrerner NationalsozialistMe Zeitung
Verlagsort Bremen Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Nationaliozialislische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Redaktion: Papenstrasze 18 Sprechstunden der Redaktion: Montag
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Die nationale Opposition fordert:
Sofortigen RUtttrttt ver Ret«y«ires»ernng / Ruflosung veo Re»«H0tases «nv Mentvayliem an» s. Novermver / cWnftzevnns aller Rotverorvnnnge«
cnufvrniH ver Ratton
Bad Harzburg, 11. Oktober.
Graue Oktober-Wolken decken die Stadt und reichen hinunter bis zu den bewaldeten Berghöhen und Wipfeln. In den Straßen aber steigt und wächst der Verkehr schon in den Abendstunden des Sonnabends und am Sonntag vormittag weiß man nicht mehr, wo alle diese Massen bleiben sollen. Das deutsche Volk, vertreten durch seine Führerschaft ist in Harzburg zusammengekommen, um dem herrschenden, alles zerstörenden System die Macht aus den Händen zu reißen und mit dem Neubau des dritten Reiches zu beginnen. Eine historische Stunde, eine Schicksalswende, in der wir Nationalsozialisten, unsere braunen Kolonnen mit Wehenden Hakenkreuzfahnen zum letzten Sturmappell antreten. Aufbruch der Nation!
Harzburg gleicht einem Heerlager, der SA -Mann und der Stahlhelmer beherrscht das Straßenbild. Im .„Fürstenhof" ist die Zentrale der Nationalsozialisten. Hier wohnt auch Adolf Hitler, Dr. Goebbels, Dr. Frick, Göhring und andere Führer Ueberall in den Straßen trifft man bekannte Persönlichkeiten, die mit „Heil-Ruf" begrüßt werden. Man sieht die Führer unserer Bundesgenossen Dr. Hugenberg, Dr. Ever- ling, Dr. Bang, den alten Oldenburg-Ianuschau, man grüßt den einst kaiserlichen Kriegsminister von Eynenft. General der Infanterie Freiherrn von Lüttwitz und viele Generäle. Seldte, Duesterberg und Bundeskanzler Major Wagner, vertreten den Stahlhelm und an Wirtschaftsführern erkennt man Dr. Schacht, den Grafen Kalckreuth, Generaldirektor Poensgen u. a. Auch General von Seeckt ist erschienen und mit ihm einige volksparteiliche Abgerdnete.
Jetzt gilt es! SA- marschiert durch die nächtlichen Straßen und sorgt für die Sicherheit der Gäste- SS- marschiert am nächsten Morgen und übernimmt die schwere Aufgabe unter den vielen Tausenden, die an den Kundgebungen teilnehmen wollen, die wenigen herauszufinden, für die Platz geschaffen werden konnte. Ein Wille geht »durch die Straßen und Massen, ein Gedanke belebt alle, ein Ziel steht allen vor Augen. Wir wollen so schnell wie möglich die Regierung Brüning stürzen und selbst das Heft in die Hand nehmen. Wir wollen den Reichstag auflösen und schon am 8. November Neuwahlen durchführen. Wir wollen alle die ungesetzlichen Notverordnungen aufheben, um dann von uns aus die erforderlichen Maßnahmen treffen zu können. Wir wollen und werden eine Regierung bilden, die uns dem dritten Reich in nationalsozialistischer Weltanschauung um vieles näher bringt. . Unseren Gegnern ist bereits der Widerstandswille entglitten, nachdem die Volkspartei Brüning den Fehdehandschuh hingeworfen hat und auch die Wirtschaftspartei in Opposition geht. Wir haben sie alle mitgerissen und an unserer inneren, revolutionären Kraft wird es liegen, jetzt eine Einheit zusammenzuschweißen, die jeden Gegner zu Boden schmettert. Severing kündigt bereits an, daß er mit allen Mitteln die Regierungsumbildung verhindern möchte und die internationale Presse wirft sich bereits die Hetzparolen zu,, mit denen das erwachte Deutschland überschüttet werden soll.
Als aber die Massen am Sonntag vormittag auf der Bergwiese sich zum Feldgottesdienst versammelten, als unsere SA -Kapells den Choral: „Wir treten zum Beten" intonierte, als die Wolkenwand zerriß und strahlender Sonnenschein mit dem Gold
des Herbstlaubes sich vermählte und die mahnende Stimme der beiden Feldprediger hinaus hallte, da gab es kein Bangen und Zweifeln mehr, da wußten wir, mit uns ist Gott, mit uns sind die stärksten Bataillone.
Was am Vormittag in den Herzen aller aufgeklungen war, fand am Nachmittag bei der großen Kundgebung seine charakterliche und geistige Vertiefung. Wir find stolz darauf, daß Adolf Hitler im Kreisei der nationalen Opposition auch seine geistige Führerschaft erwies, die an den politischen Fragen nicht halt macht, sondern auch aufreißt die rassischen und geschichtlichen Elemente der Nation, die im Nationalsozialismus zum ersten Mal in der deutschen Geschichte eine politische Willensbildung erfahren haben. Dr. Hugenberg läßt in seinen Ausführungen die Empörung durchklingen, die wir alle im Herzen tragen. Seldte gibt noch einmal das Frouterlebnis, Duesterberg zeigt die Notwendigkeit der Wehrhaft- machung unseres Volkes. Graf Kalckreuth bekennt sich mit dem Landbund zur nationalen Opposition und als besonderes Ereignis entwickelt Dr. Schacht entscheidende wirtschaftliche Gedankengänge und Forderungen, die in der Parole ausklingen, daß kein gutes Programm uns allein helfen könne, daß das Ausland nicht uns unterstützen will, .sondern von uns die Ueberwindung der Wirtschaftskrise und die hierzu notwendigen Maßnahmen lernen will, daß das entscheidende der Charakter bleibt, Charakter und Wahrhaftigkeit. die das ganze deutsche Wirtschaftsleben durchdringen müssen. Seine Rede hat wie ein Blitz
in Berlin eingeschlagen, denn noch am gleichen Abend verbreitete man eine amtliche Erklärung, die in beschönigenden Worten die von Dr- Schacht gebrachten Behauptungen zegeben muß und die ankündigt, daß das Reichskabinett sich in seiner heutigen Sitzung mit dieser Rede befassen wird.
Zum Schluß spricht Graf v .d. Goltz, der noch einmal als alter Soldat den Gingen den rechten Namen gibt. Dann verklingt das Deutschlandlied und die Tagung ist zu Ende.
Draußen schüttelt man sich noch einmal die Hand. Wir sind getrennt marschiert und werden vereint jetzt schlagen und siegen. Wir Nationalsozialisten wissen genau, worum es geht. wir sind uns der hohen Verantwortung bewußt, die wir vor den andern als deutsche Freiheitsbewegung tragen. Wir werden dem kommenden Kampf sein Gepräge aufdrücken müssend abe rwir werden auch ehrliche Bundesgenossen sein, die mit roten Sturmfahnen, dem schwarzen Hakenkreuz im Weißen Feld allen andern voran Zwing-Uri aufbrechen werden.
Die Sturmriemen herunter und eingereiht in die Front!
Noch einmal mag der Terror aufleben, wie es gestern wieder in Bremen geschah, bei dem mehrere SA.-Leute von Reichsbannerbestien viehisch mißhandelt und schwerverletzt wurden, aber nun ist der Tag nicht mehr fern, an dem wir mit all diesem Gesinde! aufräumen können. Bald wehen tzitlerfahnen über allen Straßen, der Tag für Freiheit und für Brot bricht an. - art.
Der Tagungsverlouf
Bad Harzburg, 11. Oktober. Zum 11. Oktober, dem Tage, an dem zum ersten Male Nationalsozialisten, Geutschnationale, Stahlhelm und nationale Vereinigungen sich zu einer gemeinsamen Kundgebung versammelt haben, sind wohl an 1000 Vertreter zusammengekommen. Bad Harzburg, der Ort der Tagung, ist mit Hakenkreuzfahnen und schwarz-weiß-roten geschmückt, und die lebhafte Anteilnahme der Bevölkerung zeigt, daß sie sich des Tages bewußt ist.
Der Tag beginnt mit einer gemeinsamen Kundgebung der Nationalsozialisten und des Stahlhelm um 8 Uhr vor dem Bahnhof. Die Standarten 92 von Braunschweig und 10 von Goslar formieren sich und werden durch den SA--Oberführer Korsemann besichtigt- Um 10 Uhr nimmt dann die Wachkompagnie der SA. und Stahlhelmer vor dem Kurhaus Aufstellung. Als sich Hitler morgens auf dem Balkon des Hotels zeigt, wird er stürmisch von der Bevölkerung begrüßt.
Der Tag beginnt mit der
Fraktionssitzung der Nationalsozialisten
Die Nationalsozialisten hielten vor der gemeinsamen Sitzung der nationalen Parteien eine eigene Sitzung im Kurhaussaal ab. Der Vorsitzende Dr. Frick gab eine kurze Darstellung, wie es zu dieser gemeinsamen Tagung in Harzburg gekommen sei. In weiten Kreisen der NSDAP- hätten anfangs Bedenken geherrscht Demgegenüber sei darauf hinzuweisen, daß auch Mussolini zunächst den Weg der Koalition habe gehen müssen- Notwendig sei, daß die nationale Opposition in geschlossenem Vorgehen die Macht erreiche.
Dabei gehe aber die NSDAP keinen Deut von ihren Zielen ab-
Die Nationalsozialisten würden in den Reichstag
zurückkehren, nicht um dort sogenannte positive Arbeit zu leisten, sondern um die Regierung Brüning und das System zu erledigen.
Frick verlas hierauf die Anträge, die von den Parteien der nationalen Opposition im Reichstage bei seinem Wiederzusammentritt am Dienstag eingebracht werden sollen.
Die gemeinsamen Anträge der nationalen Opposition
lauten:
1. Der Reichstag entzieht der Reichsregierung das Vertrauen!,
2. Ger Reichspräsident wird ersucht, den Reichstag aufzulösen und Neuwahlen auf Sonntag, den 8. November 1931, auszuschreiben.
3 Die von dem Reichspräsidenten auf Grund des Artikels 48 Abs. 2 d!er Reichsverfassung seit dem 10. Februar 1931 erlassenen Verordnungen sind außer Kraft zu setzen.
4- Die Zahlung der Polizeikostenzuschüsse an Preußen ist mit dem 31 Oktober 1931 einzustellen,
Frick kündigte hierauf an, daß eine Interpellation auf landwirtschaftlichem Gebiete dem Reichstage später vorgelegt werden solle und bat hierauf AdolfAitler das Wort zu nehmen, der mit lauten Heilrufen begrüßt wurde.
^Manifest Hitlers
Adolf Hitler sprach zunächst den Angehörigen der NSDAP. seinen Dank aus für die Arbeit und die Opfer, die sie in zwölf Jahren nationalsozialister Bewegung gebracht hätten und verlas dann ein Manifest;, in dem es u. a. heißt:
Im harten Kampf um das Dasein der Völker ! bleibt Deutschland mehr und mehr zurück- Vor der ganzen Welt erheben wir gegen die bisherigen deut«