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Deutschland erwacht?
Gefanitkavinett brüning zurückgetreten / Neue Neltnins Nesteeuns geplant
Am nächsten Sonntag findet in Bad Harzburg, einberufjen von dem Arbeitsausschuh der National:» Opposition, der durch den deutschnationalen Reichstagsabgeordneten Schmidt-Hannover, Dr. Frick als Vertreter der Nationalsozialisten und den Bundeskanzler des Stahlhelm, Wagner, gebildet tvird, eine große Kundgebung statt, auf der Dr- Augenberg, Hitler, Seldte und Duesterberg, Graf Kalck - reuth als Vertrseter des Reichslandbundes, Vertreter anderer nationaler Verbände, Justizrat Clah, Graf v- d. G 0 lh, eine Reihe von Führern der Wirtschaft, darunter der frühere Reichsbankpräsident Dr. Schacht, sprechen und eine politische Gemeinschaft gründen werden, die in unverbrüchlichem 'Zusammenhalt dafür sorgen wird, dah die Grundlagen für eine verantwortungsbewußte Regierung der nationalen Front gebildet werden
Harzburg, 7- Okt- Am Vormittag des 11. Oktober findet eine gemeinsame Sitzung der deutschnationalen und nationalsozialistischen Fraktionen des Reichstages und des Preußischen Landtages, des Reichs- und Staatsrates statt- Die deutschnationalen und nationalsozialistischen Minister der Länder sowie Vertreter der Landtagsfraktionen der übrigen Länder sind ebenfalls geladen. An der Fraktionssitzung nehmen ferner die drei aus der Landvolkpartei zur nationalen Opposition übergetretenen Reichstagsabgeordneten teil- Zu gleicher Zeit findet eine große Bundesvorstandssitzung des Stahlhelms unter Leitung der Bundesführer statt.
Schon jetzt ist zu übersehen, so heißt es weiter in
der Mitteilung, daß der Besuch außerordentlich stark sein wird-
Die Tagung ist durch die drei großen politischen Organisationen der nationalen Opposition vorbereitet worden. Die Arbeit liegt in den Händen eines Arbeitsausschusses der nationalen Opposition. Ihm gehören an: der Reichstagsabgeordnete Schmidt-Hannover für die Deutschnationalen, Minister Dr. Frick für die NSDAP-, Bundeskanzler Wagner für den Stahlhelm Den Vorsitz in der Tagung der Fraktionen führt Minister Dr- Frick, in der großen Nachmittagstagung der nationalen Opposition führt den Vorsitz Dr. Hugenberg.
Vor Ser GMlaiyt
Die politische Entwicklung in Berlin beginnt sich zu überstürzen. Der schon seit langer Zeit vorbereitete Zusammenschluß der nationalen Opposition, an dem sich zahlreiche führende Persönlichkeiten beteiligen werden, die dieser Opposition bislang nicht angehört haben, wird nun am kommenden Sonntag Tatsache werden. Ger Schritt genügt, um das offizielle Berlin und die Wilhelmstraße in hellen Aufruhr zu versetzen. Ger seit Tagen hinausgeschobene Rücktritt des restlos gescheiterten Außenministers Dr. Curtius wird als erstes der Öffentlichkeit bekanntgegeben. Aber man weiß, daß dieses Opfer noch nicht genügt. Brü- ning will alles auf eine Karte setzen und mit dem! Gesamtkabinett zurücktreten, um sofort ein neues zu bilden, daß der nationalen Opposition „den Wind aus den Segeln nimmt".
Die Volkspartei ist wieder einmal in der deutschen Geschichte zu einem ausschlaggebenden Faktor geworden und sie allein wird in den kommenden Tagen die Verantwortung dafür übernahmen müssen, ob in dem kommenden Winter der Not, wie bisher gegen die staatserhaltenden, nationalen und gesunden Kräfte der Nation regiert werden sollen. Neben der Volkspartei aber richten sich abermals die Blicke der Nation auf dem Reichspräsidenten, der auch in diesen kritischen Tagen entscheidend eingreifen könnte. Wir haben das Vertrauen zu ihm verloren, aber wir könnten uns vorstellen, daß Hindenburg sich noch in letzter Stunde darauf besinnt, welche Kreise des deutschen Volkes ihn gewählt haben und in welche Front er als Ehrenmitglied des Stahlhelms gehört.
Ganz gleich, wie die Ginge sich in den nächsten 48 Stunden entwickeln werden, die Soldaten der nationalen Opposition im brauen und feldgrauen Kleid, sammeln sich zur entscheidenden Schlacht, nachdem die Führung ihren gemeinsamen Einsah beschlossen hatten. Und wenn wir Nationalsozialisten auch von unserer eigenen Weltanschauung nicht lassen werden, so wird es doch notwendig sein, nunmehr
vereint zu marschieren, um den noch immer
starken Gegner niederringen zu können. Es mag Herrn Brüning gelingen, durch ein geschicktes taktisches Manöver, die sich sträubende Volkspartei wieder mit der SPD- zu vereinen, aber es wird Herrn Brüning nicht gelingen, den Willen der nationalen Opposition zu brechen, so rasch wie möglich in Deutschland die Macht zu übernehmen. Das Ausland bereitet sich bereits darauf vor und in Paris werden die ersten Presse- stimmen laut, die Hitlers Weg mit Erfolg gekrönt sehen. Ger „Figaro" schreibt zum Beispiel, daß die neue Regierung Brüning noch weniger vertrauenerweckend sein würde, aks die alte, der die Unfähigkeit, den Ereignissen zu steuern, zum Verhängnis geworden sei- -
So stehen wir vor wichtigen politischen Entscheidungen, die schicksalsbestimmend, für das deutsche Volk werden können. Die nationale Opposition ist bereit, die Verantwortung zu übernehmen und wir warnen die Männer und Parteien, die sich dieser Entwicklung hemmend in den Weg stellen wollen, vor den Folgen, die uns dann unausbleiblich erscheinen. -art.
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Berlin, 7- Oktober. Das Reichskabinett ist heute vormittag 10 Uhr zu einer Besprechung der politischen Lage -zusammengetreten- Es wurde beschlossen, dem Reichspräsidenten die Gesamtdemission anzubieten. Reichskanzler Brüning hat sich daraufhin zu Hindenburg begeben.
Berlin, 7- Oktober. Der Reichspräsident «von Hindenburg hat gestern mittag den Außenminister Dr. Curtius empfangen. Vorher wurde amtlich ein Schreiben des Außenministers an den Reichskanzler bekanntgegeben, das schon vom 3- Oktober stammt und folgenden Wortlaut hat:
„Sehr geehrter Herr Reichskanzler! In der
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Gestern Nacht ereignete sich in Essen wiederum ein abscheuliches Mordverbrechen der mos- kowitischen Söldlinge, dem der 30jährige SS -Mann und kaufmännische Angestellte Erich Gathe, vom 1. SS.-Sturm 25 zum Opfer fiel.
Als sich der SS -Kamerad in der Gegend der Eorlisstraße in Essen-West von zwei anderen SS- Männern, mit denen er gemeinsam vom Truppenabend heimkehrte, getrennt hatte, wurde er plötzlich von 30 bis 40 Rot-Mord-Gesellen angefallen und nach heftiger Gegenwehr in den Vorgarten des Hauses Corlis- straße 54 gedrängt. Hier zog einer der Banditen eine Pistole und streckte den Kameraden Gathe durch fünf Schüsse nieder. Der erste Schuß wurde von vorne abgegeben. Die weiteren vier Schüsse trafen den nun am Boden Liegenden, in den Rücken. Daraufhin liefen die Mörder, unter Zurücklassung von zwei Pistolen davon. Fünf Patronenhülsen wurden am Tatort gesunden.
Auf die Schüsse eilten Anwohner der Corlis- straße, darunter der SS -Truppenführer Ferlings herbei. In den Armen des Pg. Ferlings verschied Pg. Gathe nach etwa zehn Minuten.
Vier des Überfalles verdächtige Kommunisten wurden noch in der Nacht festgenommen.
SStterZrinse fivttrer verletzt
Essen, 7- Oktober. Nicht nur der grausige Mord ereignete sich am gestrigen Abend »n Essenr-Westt Vielmehr kam es schon vorher zu Ueberfällen der Kommune, die darauf hindeuteten, daß die bolschewistischen Mörder für diesen Abend „Großes" vorhatten.
Vor feiner Wohnung in d!er Mülheimer Straße wurde der Hitterjunqe Stens von etwa 10 bis 15 Kommunisten. die dien Pg. schon seit langer Zeit verfolgten, niedergeschlagen und so zugerichtet, daß er mit einer schweren Gehirnerschütterung in seine elterliche Wohnung gebracht werden mußte.
Unterredung, die wir am Tage nach meiner Rückkehr aus Genf hatten, habe ich Ihnen erklärt, daß ich ohne Rücksicht auf die parlamentarische Lage aus der Reichsregierung ausscheiden wollte. In unserer Besprechung blieb die Frage des Zeitpunktes und der Form offen. Ich halte es nunmehr allseits für erforderlich, über mein Ausscheiden alsbald Klarheit zu schaffen Deshalb bitte ich Sie, bei dem Herrn Reichspräsidenten meine Entlassung zu beantragen."
Das VeKrstzlSetze Gyinvlorn
Berlin, 7- Oktober. Brüning hat gestern einen letzten Versuch unternommen, der nationalen Opposition den Wind aus den Segeln zu nehmen. Mit Sorgen weisen die Anhänger Brünings darauf hin, daß auf der bevorstehenden Tagung der nationalen Opposition in Bad Harzburg am kommenden Sonntag nicht nur die nationalsozialistische Reichstagsfraktion und die drei aus der Landvolkpartei ausgeschiedenen Abgeordneten teilnahmen werden, sondern daß außerdem eine ganze Anzahl wichtiger Persönlichkeiten, die ihren Standpunkt bisher weiter links von der nationalen Opposition hatten, an dieser Tagung sich beteili-