Ausgabe 
(3.10.1931) Nr. 119
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Lonnsbenä, Oktober 19Z1 Xr. 119

Kuhhandel tu «erltn

Neuer NlarxistenVehwindel

Der Senat verbietet!

Wellrnann sehreivt «riefe

Vattenhaufen Zr. in Neiv-cyorE gefaßt!

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parteiamtliches Organ öer Bremer Uatioaalsozialilteu

Verlagsort Bremen Herausgebern Kurt Thiele Verlagi Bremer Nationallozialislische Zeitung, Kurt Thiele. Geschästsstelle und Re­daktion: Bahnhosstrahe 26. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878

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Der Kampf im Ituyrgeviet

Crne neue nrnexrftisMe Vnelei

Gin neuer GeHNnndeV

Breslau, 2. Oktober. Am Friertag abend fand in Breslau im Bergkleller eine von dem durch Partei­beschluß ausgeschlossenen Vorsitzenden des Breslauer Ortsvereins der SPD., des Juden Rechtsantvalt Dr- Eckstein, einberufene Versammlung statt, die von etwa 3000 Personen besucht war und in der die sozialdemo­kratischen Reichstagsabgeordneten Ziegler und Sehde- witz sprachen. Am Schluß der Kundgebung, auf der sich Sehdewitz und Ziegler scharf gegen die Toleric- rungspolitik der deutschen Sozialdemvkratie aus- sprachen, die einer Ohnmachtspolitik gleiche und den Forderungen der Arbeiterschaft nicht entspreche, wurde eine Entschließung angenommen, in der es u. a- heißt: die Parteiorganisation Brseslau erkläre sich mit ihrem Führer Eckstein solidarisch und betrachte sich als aus der SPD- ausgeschlossen. Die bisherigen Parteige­nossen und das ganze deutsche Proletariat werden zur Bildung der „Sozialistische Arbeiterpartei Deutsch­lands" aufgerufen. Die Entschließung wurde gegen vier Stimmen angenommen. Mit einem Hoch auf die neugegründete Partei wurde die Versammlung ge­schlossen-

Spaltung -er SÄ), dreien.

die „dresdener Volkszeitung" veröffentlicht unter Par teinachrichtcn" folgende Meldung:

„Die Sozialistische Arbeiter-Iugend hat sich gespalten, wir bitten die Grtsgruppenvorsitzenden, das Material zu beschlagnahmen." . .

die dresdener SSI. und die Zungsozialisten stehen be­reits feit längerer Zeit in offenem Konflikt mit dem Bezirks­vorstand der SPD. Dr. Walter Fabian, Hellmuth Wagner und Vlazeizack-Dresdrn wurden wegen ihres Einflusses auf die SKI. bereits vor einigen Tagen ausgeschlossen. Ietzt er­folgt der Ausschluß ganzer SSI.-Gruppen. Die Spaltung er­streckt sich nicht nur aus Dresden, sondern auch aus die Orts­gruppen Gittersee und Dölzschrn. Sehnlich wie im Dresdener vezirk befindet sich die SSI. auch in einer Reihe anderer Vezirke in offener Rebellion gegen den Parteivorstand.

Und Sreslau!

Die Spaltungskrise in der SPD. erschüttert vor allen Dingen jene sozialdemokratischen Parteibezirke, in denen die oppositionellen Reichstagsabgeordneten gewählt wurden. In Sreslau wird die Spaltung mit all ihren Nebenerscheinungen organisatiorischer und persönlicher Art von der Parteibüro­kratie rücksichtslos durchgeführt. Zu den von uns bereits mitgeteilten Tatsachen über die Absetzung des Grtrvorstandes und des örtlichen Parteisekretärs treten neue hinzu. Die Volksmacht", das Organ der Sreslauer, befindet sich völ­lig in der Hand des Parteivorstandes. Die ZAI. hat ihre Heime besetzt und in den vom parteivorstand gewaltsam be­setzten Heimen die Möbel ausgeräumt. Am Freitag soll die bereits angekündigte Seydewitz-Versammlung stattfinden.

Und das nennt die „Sremer-Lügen-Volkszeitung" Par­teieinheit! Vrje würde sagen: „Iestattense, dett ick schrill lechle!"-

KornrnunSsten-KratvaKe

Dortmund, 3. Okt. In der vergangenen Rächt kam es zn einer Ansammlung von 200 Personen vor der Zeche „Minister Stein" in Dortmund, die gegen die fristlose Entlassung eines kommunistischen Berg­arbeiters protestierten, der zuvor in der Waschkaue auf­hetzende Reden gehalten hatte. Die Kommunisten be­drängten den Pförtner und wollten in das Zechenge- lände eindringen. Das herbeigerufene Ucberfallkom- mando zerstreute die Demonstranten._An der Straken-

Anzeigenbercchnung: hiesige die 10 gcsp. Nonp.-Zeile RM 0,25, nus- wärls RM 0.30, im Terlteil die 3 gespaltene Tertzeile RM I — auswärts RM 1.25. Stellengesuche u. Familien Anzeigen RM 0.10 Kleine Anzeigen RM 0,15. Platzverschristen ohne Verbindlichkeit

kreuzung im Spähenfelde wurden Hindernisse aus Pflastersteinen aufgerichtet, sodaß ein Durchführen un­möglich war. Die Kommunisten hatten offenbar damit beabsichtigt, die Durchfahrt von Bergarbeiter-Trans­portautomobilen zu verhindern. Auch im Laufe des Freitags kam es in der Innenstadt, wie an den Vor­tagen, wiederholt zu Ansammlungen, die die Polizei beschimpften. Das herbeigerufene Ueberfallkommando konnte die Ansammlungen mit Hilfe des Gummi­knüppels zerstreuen. Mehrere Hauptschreier wurden verhaftet.

kommunistische Demonstration in Llberseld.

Wuppertal-Elberfelö, 2. Gkt. Am Donnerstagabend fand auf dem Schusterplatz in Elberfeld eine Demonstration der Roten Hilfe statt. Anschließend bildeten sich Ansammlungen im Stadtinnern von Llberseld. Die Menge zertrümmerte die Fensterscheiben eines Restaurants und einer Tanzdiele. Am Rommelspütt wurden die Beamten, die die Menge auseinan- dertreiben wollten, mit Steinen beworsen. Schreckschüsse mutz­ten abgegeben werden, um die Demonstranten auseinander zu treiben. Zwei Personen wurden verhaftet.

RecklingkMsrn, 2. Okt. wie die Pressestelle beim Polizei­präsidium Recklmgtzausrn mitteilt, haben am Freitag früh gegen 4,45 Uhr »nb kannte Täter die Zechenbahn der Schach- gegen 4.45 Uhr bekannte Täter die Zechenbahn des Schach­tes Srastert zwischen Srrg und Zickingmühle an zwei Stellen mit Dynamit gesprengt. Die Gleise sind aus einer «länge von 85 bizw. 25 cm. zerstört worden. Die Explosion war weithin hörbar. Die Polizei hat sofort die Ermittlungen ausgenom men. Nennenswerter Sachschaden ist nicht entstanden. Inner halb einer halben Stunde waren die Gleise wieder ausgebest sert. Für die Ermittlung der Täter ist eine Belohnung von 306 Mk. ausgesetzt worden.

Kamspf urn die SeuL?«He Aomkirrhe in Niga

Deutsche Zeitungen werden beschlagnahmt- Riga, 2. Oktober. Am Donnerstag hat die staat­liche Zensur die hier eingetroffenen Exemplare des „Tag" und des „Lokalanzeiger" wegen scharfer Kom­mentare in der Frage der Enteignung der deutschen Domkirche durch die lettländische Regierung beschlag­nahmt- Weitere Beschlagnahmungen von reichsdeut- schen Zeitungen sollen bevorstehen.

Der Kampf um die deutsche Domkirche nimmt immer schärfere Formen an. So verlangt das demo­kratische „Zentrum" in ihrem Wahlaufruf von der Regierung die vollständige Verdrängung der Deutschen aus der Domkirche und bezeichnet diese Maßnahme als notwendig zur „Ehrenrettung des «lettischen Volkes".

Der cArveilee korninl zu Hitler r

Vetriebsratssieg im roten Wien-

Hier fanden gestern die Betriebsratswahlen bei Siemens-Schucbert Telephon statt. Gas Ergebnis war ein gewaltiger nationalistischer Sieg. Aus Angst vor dem Nationalsozialismus hatten sich alle verbündet, die Roten, Schwarzen und Gelben. Es half ihnen nichts. «

Die nationalsozialistische Liste erhielt 220 Stimmen! nnd 3 Mandate. Bisher keines. Die Sammelliste I l der vereinigten Roten, Schwarzen und Gelben 296 § ! Stimmen und 4 Mandate.

I Ebenfalls Betriebsratswahlen fanden statt in der i Zentrale Wien der Bohler Stahlwerke. Hier das ^ gleiche Bild. Die vereinigten Roten und Schwarzen ' erhielten 168 Stimmen und 4 Mandate, die National­sozialisten 73 Stimmen und 2 Mandate. Früher kein

Kutturkrissö uns LeyrersiHaft

Zur Schemm-Versammlung am Montag

von Reinhard Isengrimm.

Die Totalität, durch welche sich die gegenwärtige Krise von allen ihren Vorgängern in der Geschichte unterscheidet, bringt es ohne weiteres mit sich, datz auch ein Nlassenstand, wie ihn die deutsche volksschullehrerschaft darstellt, sich ihr nicht entziehen kann. Lei näherem hinsehen Zeigt sich sogar, daß gerade das Erziehungswesen mit zu denjenigen Gebieten unseres kulturellen Lebens gehört, auf denen sich die Zeiten­wende zuerst ankündigte,- denn was ist die etwa um 1890 einsetzende, in unseren Tagen zum Erliegen kommende Schul­reformbewegung in ihrem oft wunderlichen, verschlungenen Lauf anderes, als das letzte krampfhafte Ringen einer zu Ende gehenden Geisteshaltung, soweit es sich auf dem beson­deren Gebiete des Lrziehungswesens abspielt? Seitdem nun die Pädagogik von 1918 ab immer mehr in das Fahrwasser des plattesten Materialismus geraten ist, hat sie vollends einen Sturz getan, dem nur jener von Karl Marx vollzogene „Titanensturz der deutschen Philosophie" an die Seite zu stel­len ist. Inzwischen erleben wir, wie diese ursprünglich im engen pädagogischen Raum auftretende Teilkrisis sich zu einer Berufs- und Standeskrisis auswächst; mit Erschütterung sehen wir, wie sie in ihrer Totalität nicht nur den Stand als sol­chen wie auch den Einzelnen gleichermaßen ergreift, sondern auch in ihrer Auswirkung auf die praktische Berufsarbeit das gesamte heranwachsende Geschlecht in ihren Bann zieht.

Ieder versuch, die Urgründe solchen Geschehens aufzu­decken, wird zunächst die Frage nach der geistigen Einstel­lung der volsschullehrerschaft auszuwerfen haben. Da ergibt sich denn eine Tatsache von grundlegender Bedeutung: Die deutsche Lehrerschaft segelt im marxistischen Fahrwasser! Man kann verstehen, daß ein Stand, der die Auswirkungen des liberalistisch-individualistischen Zeitalters auf den Volkskörper von Berufs wegen tagtäglich vor Augen sah, einer Lehre zufiel, die nichts weniger versprach als die Liquidation eben dieses Zeitalters und die Herbeiführung eines neuen, besseren; man kann ferner verstehen, daß dieser mit starken Minder­wertigkeitskomplexen behaftete Stand durch den Anschluß an eine Massenpartei Hilfe und Förderung in Verfolg seiner ideellen und materiellen Bestrebungen erwartete; schier un­begreiflich ist es aber, datz jene längst als falsch und ver­derblich erkannte Lehre, die zudem zu ihrer" praktischen Auswirkung auf der ganzen Linie Schiffbruch gelitten hat, bis auf den heutigen Tag beibehalten wird, daß ein gebilde­ter Massenstand angesichts des heutigen Chaos immer noch auf alten, abgestandenen Prinzipien herumreitet, während rings­umher das geistige Leben einen gewaltigen Schritt vorwärts getan hat.

Das deutsche Volk steht seit Iahren in einer großen gei­stigen Umwandlung. Zugrunde geht alles, was als Individu­alismus bezeichnet werden kann, zugrunde geht auch der pseudouniversalistische Marxismus. Während die Wissenschaft bis zum Umstürze dem Marxismus gegenüber eine ziemlich unrühmliche Stellung einnahm, ist ihr Verhältnis zu ihm seitdem gründlich anders geworden. Sie hat ihn unumstöß­lich als Irrlehre erwiesen, es ist nicht mehr möglich, von einer wissenschaftlichen Lehre zu reden. Die Lehrerschaft weiß das nicht. — Ferner: Die Erziehungswissenschaft lehrt, daß es keine autonome Pädagogik gibt, daß Erziehung nur die eine Hauptaufgabe hat, die Integration von Volk und Staat von einer Seite her, der geistigen, zu vollziehen, daß Erzie­hungsreform künftig nur eine „Umstellung der erzieherischen Gehalte und Formen auf die im Werden begriffene national- politische Wirklichkeit" bedeuten kann. Die Lehrerschaft hat nichts davon vernommen; jedenfalls zieht sie vor, sich auch weiterhin von ihren marxistischen Führern die abgedroschen­sten „pädagogischen Ideen", Rückstände aus einer versunkenen Zeit, vorsetzen zu lassen. So sind die sonst so „Fortschritt­lichen" schon jetzt die ewig vorgestrigen geworden. Ein Stand, der berufen wäre, der heranwachsenden Iugend wie aüch breiten Volksschichten Führer zu sein auf dem Wege zu der sich anbahnenden totalen Erneuerung von Volk und Staat, steht hilflos beiseite, das ist seine Tragik. Wie weit diese Hilflosigkeit geht, zeigt dem Unbefangenen der Verlauf und Ertrag der großen Lehrertagungen dieses Iahres, zeigt jeder Blick in die Fachpresse. „Schule im Sturm!" „Die Schule brennt!" ..Deutsches Volk Kilt!" Mit solchen verrweifluna-;-