GtnzelVreiü is Vfg
kreilsZ, 2. Oktober 19)1 I^r. 119
Neue VeevotStveUe
7 Führer verlassen die G4SD
Äweierlei Matz
Sehievuns un» NSnrers
Nrenrer Naihrrehten unv die GeHrotl-Juden
LreraerllaüonalsozialWsckeZeilung
parteiamtüekes Organ -er kremer stationalsozialisten
Verlagsort Bremen Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Redaktion: Bahnhosstratze 26. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von t7 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878
Die BNZ erscheint jeden Werktag« tostet RM l.90 frei Haus, durch die Post zuzüglich 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot, Aussperrung usw hat der Bezieher leinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises
Anzeigenberechnung: hiesige die lO gesp, Nonp.-Zeile RM 0,25, auswärts RM 0.30, im Tertteil die 3 gespaltene Tertzerle RM 1.— auswärts RM 1.25. Stellengesuche u. Familien Anzeigen RM 0.10 Kleine Anzeigen NM 0,15. Platzoorschristen ohne Verbindlichkeit
Bor rotem Bürgerkrieg
Folgen der Lohnsenkungen
cvluSVEvettrsNGSM sm ZVNßKHsri'g
Zahlreiche Schaufenster zertrümmert
'Duisburg, 2. Oktober. 3m Laufe des Donnerstag abend kam es an verschiedenen Stellen der Stadt zu erheblichen Ausschreitungen. Nachdem es der Polizei gelungen war, größere Ansammlungen in der Innenstadt zu zerstreiten, trieben kleine Trupps hier und da ihr Anwesen- So wurden an einem Ahrwarcngeschäft und einem Ledcrwarengeschäft je eine Schaufensterscheibe zertrümmert. Weiter wurden die Schaufenster eines großen Warenhauses zertrümmert und Aus- lagen gestohlen. Auch im Stadtteil Wanheimerort wurden die Fenster eines Kaffeegeschäfts und eurer Bäckerei auf der Wanheimerstrahe und an mehreren Geschäften auf der Düsseldorfer Chaussee ebenfalls die Schaufenster zertrümmert. Die Polizei war überall schnell zur Stelle, doch sind die Täter in jedem Fall unerkannt entkommen.
ZVreSdenexKornrnunSstensiihrer
verHaslst
Dresden, 2. Oktober. Auf Ersuchen des Obcr- reichsanwalts wurde der Schriftleiter der ,.Arbeiterstimme" und Dresdener Kommunistenführer Bruno Goldhammer verhaftet und wegen Hochverrat nach Leipzig gebracht. Goldhammer verbüßte bereits eine einjährige Festungshaft wegen politischen Vergehens.
LLnruhen im BwembN
Auf einer KGG.-Versammlung wurden in stürmischer Sitzung Beschlüsse gefaßt, die praktisch auf größere politische Unruhen im hiesigen Freihafen hinauslaufen würden. Line größere Kommunistenhorde machte sich auch pünktlich an die „Arbeit". Nur das rechtzeitige Eingreifen der Polizei verhinderte gestern größere Tumulte; so blieb es bei einzelnen Reibereien. Während des ganzen gestrigen Tages besetzten stärkere Polizeiposten die Eingänge zu den bremischen Häfen,
um zu verhindern, daß, wie in letzter Zeit üblich, ortsfremde randalierende Elemente sich an die Ladeplätze, in die Schuppen und auf die Schiffe drängten, um dort in ihrer Art heftigste kommunistische Propaganda zu machen.
MsmmezMsMLH er «Streik in» NnHrseviet
Essen, !. Dkt. In der Morgenschicht vom Donnerstag hat sich, wie der Lergbauverein mitteilt, das Streikbild auf den Zchachtanlagen des Ruhrgebietes wie folgt geändert:
Bergrevier:
Schachtanlage: Zechenbelegschaft:
Es fehlen
Hamm
Radbod
825
629
Hamm
Sachsen
780
536
Lünen
Waltrop
520
101
Lottropp
Posper 1-2
1646
76
Essen 2
Friedr.-Ernestine
425
96
Essen 3
vereinigte Welheim
725
252
Duisburg
Fricdr. Thpssen 5 -8
661
292
vinslaken
Friedr. Thnssen 2 -5
1415
315
Dinslaken
Neumühl 1 -2
i122
134
Krefeld
Friedr.-Heinrich
1780
643
Krefeld
Niederreh. Berg
686
537
Auf den einzelnen Zechen, die am Mittwoch im Streik ! standen, ist am Donnerstag die Belegschaft fast ganz oder doch zum größten Teil wieder angefahren, während auf einigen Zechen infolge der kommunistischen Propaganda der Streik entfacht worden ist. Im ganzen gesehen, kann der Streik bei seiner geringen Ausdehnung als unerheblich bezeichnet w.rden. Auf mehreren Schächten sind zum Streik hetzende Betriebsratsmitglieder fristlos entlassen worden.
HereMsetznms vsr
NrvettSiosen-LinterstntzsINSSdaner
Berlin, 1. Okt. Der Vorstand der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung hat am Donnerstag nachmittag beschlossen, die Anter- stützungsdauer von 26 auf 20 Wochen herabzusetzen^, bei Saisonarbeitern auf 16 Wochen. 'Diese Maßnahme erfolgte bei einer Annahme eines Höchstsatzes an Arbeitslosen von 6v? Millionen-
Nuth die Düüeldorfer „Bolküvarole" vervoten
Koblenz, 1- Okt. Der Oberpräsident der Rheinprovinz hat die Düsseldorfer nationalsozialistische Zeitung „Volksparole" wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit bis zum 24. Oktober verboten.
Neues «ervot der „Noten Erde" ftte vier Worden
Bochum, 1. Okt. Die nationalsozialistische Tageszeitung „Rote Erde" in Bochum ist durch Verfügung des Oberpräsidenten in Münster auf die Dauer von vier Wochen, ab 30. Sept., wegen Verstoßes gegen die Notverordnung des Reichspräsidenten verboten worden.
Geplatzt r
Berlin, 1. (Oktober. Die bisherigen sozialdemokratischen Abgeordneten Ströbel, Ziegler, Siemsen, portune, Seydewitz und Rosenfeld haben am Dienstag dem Reichstagsbüro offiziell mitgeteilt, daß sie nicht mehr -er sozialdemokratischen Fraktion angehören. Der bisherige sozialdemokratische Abgeordnete Gettinghaus hat sich als Fraktionsmitglied der Rommunisten angemeldet. Die sechs Abgeordneten der Sozialdemokratischen Partei, die den Rern der neuen Sozialistischen Arbeiterpartei bilden wollen, haben durch ihre Abmeldung beim Keichstagsbüro zwischen sich und der Sozial- demokratischen Partei den Trennungsstrich gezogen.
einberufen
'Der Frakkionsführer unserer Reichstagsfraktion, Pg. Dir. Frick, hat sich heute bei dem Reichskanzler Dr- Brüning anmelden lassen.
Dr. Frick will insbesondere gegen die Verbote nationalsozialistischer Zeitungen protestieren. Gleichzeitig aber soll darüber gesprochen werden, was die Reichsregierung zu tun gedenke, um dem Mord- terror gegen Angehörige der nationalsozialistischen Partei zu begegnen. Er wird darauf hinweisen, daß seit 1923 die Nationalsozialisten 200 Tote auszuweisen hätten, davon fast ein Fünftel im Jahre 1931. Der Fraktions borst a n d der nationalsozialistischen Reichstagsfraktion ist für Sonnabend dieser Woche in den Reichstag einberufen worden- Er wird den Termin für die nächste Fraktionssitzung im Reichstag bestimmen, die in der kommenden Woche stattfinden soll-
Man erfährt in Berliner unterrichteten Stellen, daß die Reichsregierung eine Notverordnung Plane, durch die auf Grund des Artikels 48 der Neichsver- !fassung besondere und verschärfte Strafen wegen Vergehen gegen Hochverrat, Verbreitung illegaler Schrif- z ten, Teilnahme an verbotenen und nicht angemeldeten j Versammlungen und Aufzügen, Umgehung von Zeitungsverboten, Schließung von Sammelstätten staats- gefährlicher Betätigung und Bestimmungen über die ! Festnahme auf frischer Tat bei Waffendelikten vorgesehen werden sollten.
Der WettUrtrtfsHastSketea
Ende der Weltwirtschaft
Dr. von Renteln, Fachrefrrent für währungs- un- Finanzpolitik in der Reichsleitung der N.S.D.A.P.
Englands Lage weist mit derjenigen Deutschlands viele schicksalhafte Gemeinsamkeiten auf. Ebenso wie Deutschlands Finanzreserven, so wurde auch der englische Geldmarkt von Paris her unter Feuer genommen. Auf Grund der ungeheuren französischen Goldreserven wurde der Pfundkurs berannt und dadurch das Gold der Bank von England abgezogen. Dann trat Paris als Helfer in der Not auf, lieh England Gold und das Spiel konnte von vorne beginnen. Das ganze führte zu ' einer steigenden Verschuldung Englands an Frankreich.
Allein seit Mitte Iuni dieses Iahres sind über 200 Millionen Pfund, als omehr als 4 Milliarden RM. vom Londoner Markt abgezogen worden. Am l8. und ly. September, also an nur zwei Tagen waren es 27 Millionen Pfund oder weit mehr als eine halbe Milliarde RM.
Da holte Englands Regierung am 20. September zum Gegenschlag aus. Das Goldwährungsgesetz vom Iahre l925 wurde aufgehoben und das englische Pfund vom Goldstandart gelöst.
Man muß sich die Gründe und die Folgen dieses Schrittes genau vergegenwärtigen, um seine Bedeutung zu erkennen. Die englischen Ueberlegungen waren etwa folgende: Auf Grund seines Goldreichtums zerrüttet Paris im Wege über die Goldgrundlage der englischen Währung die Finanzkraft Englands und treibt die Wirtschaft des Inselreiches in den Zusammenbrach. Diese Möglichkeit wollen wir Frankreich dadurch nehmen, daß wir die englische Währung von ihrer Goldgrundlage lösen.
Das bedeutet zweierlei: Einmal sank das Pfund gegenüber dem Gold im Werte. Da England aber immer noch in hohem Maße ein Gläubigerland ist, so verringern sich dadurch nicht nur seine Pfundschulden, sondern auch seine Pfundguthaben. Die Schulden hat aber England, abgesehen von Newpork, vor allem in Paris. Allein in den letzten Wochen hat England an diesen Plätzen für 80 Millionen Pfund Schulden aufgenommen. Der Schlag mußte also trotzdem sitzen. Man spricht ganz allgemein davon, daß die Bank von Frankreich insgesamt über 200 Millionen Pfund-Guthaben und -Devisen verfügt. Das sind mehr als 4 Milliarden RM. Bei einer Kurssenkung von 20 Prozent für das Pfund bedeutet das einen Verlust von fast einer Milliarde RM. -- einen Verlust, der auch die Bank von Frankreich und die französische, Rreditwirtschaft ernstlich erschüttern muß. Damit hat England eine Schlacht gewonnen. Es ist kein Zufall, daß gerade jetzt eine der größten Sanken Frankreichs, die „Banque National de Tredit" zusammenbricht.
Ein vergleich mit Deutschland lehrt, daß es bei einem ähnlichen vorgehen solche Nachteile nicht zu tragen braucht, da die Reichsmark nicht eine solche internationale Rolle spielt, wie das Pfund. Deutschland hätte diesen Schlag schon lange führen können - vorausgesetzt, es hätte eine entsprechende Regierung. Der aus Böswilligkeit oder wirtschaftlicher Unkenntnis stammende Einwand, daß Deutschland Goldschulden und nicht Markschulden im Auslande hat, ist völlig hinfällig, denn ein solcher Schritt ist selbstverständlich mit der Erklärung eines Auslandsmoratoriums verbunden. Der Warenverkehr im Außenhandel ist dabei erwiesenermaßen aufrecht zu erhalten.
Die Loslösung Englands vom Goldstandard hat aber andererseits noch weitergehende, vorteilhafte Folgen. England steht mit diesem Schritt nicht allein da. Australien und Neuseeland haben ihn bereits getan. Irland und Indien tun ihn jetzt. Ebenso Kanada. Südafrika muß, obschon es nicht will, zwangsläufig folgen. Damit ist das ganze britische Imperium vom Goldstandard herunter. Aber auch alle anderen Länder,
> die über ungenügende Goldreserven und einen schlechten Kapi- i talstatus verfügen, werden denselben Weg gehen müssen. Es ist nur eine Frage der Zeit. Außer Amerika und Frankreich und wahrscheinlich Holland, Belgien und der Schweiz, werden aste Länder die Goldwährung verlassen müssen. Das Habs» die ^Financial News" begründet und man kann sich es an den fünf Fingern abzählen. Die Länder aber, die am Golde ^ festhalten, werden ungeheure Verluste am Absinken des Kurs- i wertes der anderen Währungen erleiden.