Ausgabe 
(28.9.1931) Nr. 114
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ElnzelvreiS is HSfs.

>1ov1sZ, 28. 8eptember 19Z1 hlr. 114

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Verlagsort Bremen Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktagu. kostet RM 1.90 frei Haus, durch Anzeigenberechnung: hiesige die 10 gesp. Nonp.-Zeile RM 0,2S, aus-

Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re- die Post zuzüglich 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im Bor- wärts RM 0.30, im Tertteil die 5 gespaltene Tertzeile RM I.—

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Sieg tn Harnvurgi

Die RGDAHS sewtnnt so ovo Stimmen und 40 Miandate r

Vorläufiges WaHlersevniS r

Parteien

Bürqerfchaftüw. 21- 9. 31

Bürgerschaftsw. 19 2. 28

Reichstagsw. 14 9.30

Stimmen

Mandate

Stimmen

Mandate

Stimmen

RGDRV

202 465

43

14 760

3

144 684

E>PD

214 509

46

246 685

60

240 984

KPD

168 618

35

114 257

27

135 279

ONVP

43 269

9

94 048

22

31 376

Gtaatspartei

67 038

14

87 553

21

64 129

OVP

36 920

7

85 507

20

69 145

Wirtschaftspartei

11 323

2

20 136

4

16 910

Zentrum

10 497

2

9 402

2

10 980

Christi. Goz. Vd.

10 874

2

706

1

11 968

Wahlberechtigte

926 000

876 371

914 284

abgegebene Stimmen

780 699

691 966

759 405

Wahlbeteiligung

84 v. 11.

78,96 v. H.

83,1 v. H.

Kampf and Leistung

von unserem nach Hamburg entsandten -qnen-Redak tionsmitgUed.

Helle Sonne steht über Hamburg. Kaum merkt man hier im Zentrum etwas von der Wahl. Nur in den Nebenstraßen, vor den Wahllokalen stehen sie Schlange, den letzten Mann, die letzte Frau, treibt die bittere Not an die Urne. „Werde politisch oder stirb", das alte Goebbels-Wort, es wird hier bitterste Wahrheit.

Schon gegen 11 Uhr haben über die Hälfte aller Wahlberechtigten ihre Stimmzettel abgegeben.

Dies ist der erbitterste Wahlkampf, der jemals in Deutschland geführt wurde. Unheimlich die Anfor­derungen an Mensch und Organisation. Es geht um den Bolschewismus oder um das Dritte Reich, alles andere kommt nicht mehr in Frage, alles andere steht nur noch in der Verteidigung, sucht zu retten, was eben noch zu retten ist.

Die SPD. überschlägt sich fast vor Propaganda. Der große Marburg von der Staatspartei machte ein Preisausschreiben für ein Volks- und Staatspartei- Plakat, riesige Summen steckten die Herrschaften in den Kampf. Dicke Broschüren mit dem gemeinsten Dreck gegen die NSDAP. und ihre Führer werden verteilt. In Ermangelung von Young-Go oder Ähn­lichem zahlt man auch ganz anständigen Trägerlohn dafür. Senatoren als Spitzenkandidaten hier alten Parteien, sie drohen und werben, alles umsonst. Terror und Blut in den Vorstädten. Kommune stürmt ein SA.-Heim, Straßenschlacht zwischen Reichs­banner und Kommune, Reichsbanner schießt Schrot auf SA., so geht es in einem fort. Zwischen rechts und links tobt dieser Kampf, alles andere wird zer­brechen.

Vier Wochen dauert er nun. In täglich über 7 Versammlungen stehen SA. und unsere Redner. Ein endloser Zustrom von neuen Kämpfern sehte ein. Dann kam Adolf Hitler. Hamburg erstarrte in diesem ^ Höhepunkt, und der Jubel der 16 000, die den Führer hören durften, der Glaube, die Hoffnung der 60 000, ' die wieder umkehren mußten, weil es in Hamburg keine Säle mehr für uns gibt, das alles ist heute Anstoß zu einer riesigen, herrlichen Lawine ge­worden.

Man nennt mir Zahlen von Organisation, und Partei. Bewundernd stehe ich vor einer unermeß­lichen Leistung und deren Erfolg. Das war der über­wältigendste Eindruck in Hamburg: Kampf und

Leistung-Nationalsozialismus!

Unsere Hamburger haben ihre Pflicht getan, mehr noch, sie haben alles Bisherige übertreffen, als leuch­tendes Vorbild und großes Beispiel für all die Lauen und Schwachen, für all die Zweifler und Zauderer.-

Hamburg voran! In 8 großen Märschen und Fackelzügen durch die roten Nistplähe von Groß-tzam- burg, hat die SA. gezeigt, wo der Arbeiter der Stirn und der Faust marschiert, hat auch das Verbrechertum getobt und gewütet, 8 Mal bewies SA., daß die Straße nun uns gehört. Heil Dir Hamburger SA.

Wir kamen mit einem NSKK.-Wagen durch die roten Hochburgen. Barmbeck, Rotenburgsort, Ham­merbrook, Neustadt, St. Pauli und Eimsbüttel. Wer nicht hier mit eigenen Augen alles das sehen konnte,' der kann sich auch kein Bild machen von jenem Ein­druck, den ich mitnahm.

Ein Meer von Rot in allen Schattierunsgeü. Reichsbannerfetzen, blutigrote Transparente, bedeckten straßenlang die Häuserfronten. Fahnen, Lappen, Wim­pel und Papiere flattern aus den Fenstern. Vor den Kellern und Kneipen stehen dunkle Gestalten, Menschen ohne Heimat und Volk, von den Dächern, von den Zäunen schreit es: rot, blutrot!

Und in diesem Sumpf und Morast, hier steht die Partei, hier leuchtet das Hakenkreuz und hier kämpft die SA. ihren stillen harten Kampf, um Deutschland, um uns, Tag für Tag. Es gibt wohl keinen Ort in Deutschland, an dem der Kampf härter sein kann als hier, ungesehenes, stilles Heldentum.

An einem Sturm-Lokal halten wir. Unten im Keller sitzen Männer aus jenen Straßen und Plätzen. SA. und SS. Tag und Nacht Dienst, kein Schlaf, keine Ruhe, jetzt singen sie, plaudern und spielen Und in allen Augen leuchtet eine feste Zuversicht: Wir

Habens geschafft!

Draußen im Hafen, auf den Werften, in den Schiffen arbeitet Marinesturm, Marinekorps, prächtige,

Reue Rufgaven

Das politische Ergebnis der Hamburger Wahl ist ein neuer überwältigender Sieg der nationalsozia­listischen Weltanschauung, demgegenüber es gleichgültig bleibt, ob man mit dem Rechenstift keine Regierungs­mehrheit Herausrechnen kann. Die so übergescheiten Leute von der „Bremer Volkszeitung" hatten noch am Sonnabend als bombensicher mitgeteilt, daß die Nazi­welle nach allen Beobachtungen' den Stand vom Sep­tember '1930 nicht wieder erreichen wird. Nun, Wir haben uns um fast 50 Prozent vermehrt, d. h. wir haben 60 000 Stimmen gewonnen, wir haben 40 Man­date gewonnen, wir haben den Vorsprung der SPD., der noch im September 100 000 Stimmen betrug bis auf 12 000 eingeholt. Vielleicht begreifen jetzt alle Schwätzer und Miesmacher, daß der Siegeslauf der nationalsozialistischen Bewegung sich auch nicht gegen ein rotes Hamburg aufhalten läßt, das Festung auf Festung von uns eingenommen wird, während die SPD. in allen Fugen krachend ebenso unaufhaltsamem Verfall entgegengeht.

Noch ist Hamburg rot, blutig rot, denn Kommu­nisten und Sozialdemokraten halten mit 81 Sitzen die absolute Mehrheit. Diese Tatsache schreckt uns aber nicht, denn wir kennen den maßlosen Gesinnungs­terror, kennen die Hetze und Lügenschlammflut, die sich gegen uns richtet und kennen auch die Disziplin der ge­werkschaftlich organisierten Arbeiterschaft. Aber der einst so stolze Bau hat nun auch in Hamburg seineü entscheidenden Stoß bekommen und es werden sich bald Zehntausende finden, die das sinkende Schiff der Marxisten verlassen und sich in die braune Front ein­reihen. Schon jetzt ist es der Arbeit unserer Betriebs­zellen gelungen, in die marxistische Front einzubrechen, denn von den 14 Mandaten, die die SPD. verliert, fallen 6 an uns und 8 an die KPD. Unser Sieg von gestern ist kein gewonnenes Vorpostengefecht, sondern der Zusammenbrach der feindlichen Front, der sich erst in der folgenden Zeit auswirken wird.

Wir Nationalsozialisten haben noch nach keinem Wahlsonntag unsere Kampfarbeit ruhen lassen und so ist auch in Hamburg schon heute unser Werbefeld- zug von neuem aufgenommen worden. Aber jetzt wird die Arbeit leichter sein, jetzt wird wieder unzähli­gen Volksgenossen, die noch gestern im marxistischen Lager standen, der Glaube an ein neues und besseres Deutschland aufgehen, das nicht von der verjudeten Bonzokratie der SPD-, sondern von unseren braunen Jungens erstritten wird. Der Hamburger Wahltag ist somit für unsere Bewegung wieder nur eine Etappe auf unserm Weg, auf dem wir unbeirrbar unserem Ziel entgegenstürmen. - art.

fixe Jungens. Es bleibt kein Fleck verschont, kein Ort, keine Gelegenheit, wo nicht die 7 auftaucht, Liste 7, Nationalsozialisten.

Weiter gehts in den Nachmittag. Ein dünner, grauer Regenschleier leat sich über die dämmriqe Stadt. Hamburger Wetter. Naß und schmutzig hängen die Fahnen im feuchten Dunst. Vor den Wahllokalen wird es stiller, es kommen nur noch ganz wenige Nachzügler.

Dann ist es 6 Uhr! — Die Würfel sind gefallen.

Wir haben 60 000 Stimmen gewonnen, sind die zweitstärkste Partei geworden und haben den Marxisten eine schwere Niederlage beigebracht. Gas nächste Mal wird Hamburg unser!