Ausgabe 
(23.9.1931) Nr. 110
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Verlagsort Bremen Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Nationahozialisliiche Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re­daktion: Bahnhosstratze 26 Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878

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Wieder L G M-Leute ermordet!

«etESlettuns der RZSAAHS warnt die ReikyS-^regierung

München, 22. Sept. Die Reichspressestelle der NSDAP. teilt mit: Die nationalsozialistische Reichs­tagsfraktion hat an den Reichskanzler folgendes Tele­gramm gesandt:

„Reichskanzler Brüning, Berlin. Mordtaten be­waffneter Marxisten gegen wehrlose Nationalsozialisten häufen sich erschreckend. Sühne erfolgt regelmäßig nicht. Im Rechtsstaat trägt Regierung letzte Verant­wortung für Sicherheit der Volksgenossen. Wir er­klären daher, daß wir für ungenügenden Schutz unserer Parteigenossen die Mitglieder der gegenwärtigen Re­gierung verantwortlich machen und gegebenenfalls zur Verantwortung ziehen werden. Nationalsozialistische Reichstagsfraktion, gez. Frick."

Reichspräsident von Hindenburg wurde telegra­phisch von diesem Telegramm an den Reichskanzler in Kenntnis gesetzt.

*

Der Inhalt dieses Telegrammes ist dem größten Teil des deutschen Volkes aus dem herzen gesprochen. Es ist einfach empörend, in welchem Ausmaße sich das marxistische Gesinde! heute durch Mord und Totschlag gegen alles, was national ist, ungehindert austoben kann. Ein derartiges Verbrecher-Eldorado ist eben nur möglich, wenn es von der herrschenden Regierung stillschweigend geduldet wird.

Da, wir Nationalsozialisten werden die Mitglieder der gegenwärtigen Regierung noch einmal persönlich zur Ver­antwortung ziehen und möchten diese Erklärung noch dahin ergänzen, daß wir auch alle diejenigen, die die heutige Re­gierung stützen, als mitverantwortlich halten für die Blut­opfer, die unsere, für ihre Ideale gefallenen Vrüder haben bringen müssen.

Scrr-Mann Vörntg ertränkt

Opfer eines Kommunisten-Attentats.

Chemnitz, 22. Sept. In Oberlungkwitz fand man am Sonnabendmorgen am Randv eines Steinbruch- Teiches Kleidungsstücke eines Mannes. Die Polizei vermutete einen Selbstmord und suchte den Teich ab. Ueberraschenderweise wurde die Leiche eines National­sozialisten in Uniform aus dem Teiche gezogen, die dann später als diejenige des 24jährigen SA-Mannes Börnig aus Oberlungkwitz festgestellt wurde.

Eigentümer der am Teichrande aufgefundenen Kleidungsstücke ist der 27jährige Kommunist Schützler, der seit Sonnabend früh spurlos verschwunden ist. Es wird vermutet, daß zwischen Pg. lBörnig und Schützler in der Nacht zum Sonnabend ein Kampf stattgefunden hat, bei dem der Kommunist den SA.-- Mann Börnig, der aus einer kommunistischen Familie stammt und deshalb in kommunistischen Kreisen wegen feiner Zuglehörigkeit zur Hitlerpartei außerordentlich verhaßt war, in den Teich gestoßen hat. Börnig und Schüßler sollen am Freitagabend in verschiedenen Lo­kalen in Oberlungkwitz zum letzten Male gesehen wor­den sein.

Von einen» Kommunisten erstoeyen

Mainz, 22. Sept. In der Nacht zum Montag kam es in einer Wirtschaft der Altstadt zwischen dem 20jährigen Kommunisten Ludwig Kraffet und dem der

Leister kommt doeh?

Alle Gerüchte von einer Erkrankung unseres pg. Leister, Nlenburg, sind unwahr und erlogen, pg. Leister kommt bestimmt und spricht morgen, Donnerstag, abends 8.3V Uhr. in Zchwachhausen-horn im Lokal 5t. pauli in öffentlicher Massenversammlung. Deutsche Volksgenossen, zeigt nun erst recht durch zahlreichen Besuch, daß uns kein Gegner durch solche Mätzchen schaden kann.

NSDAP. angehörenden verheirateten 28 Jahre alten Schlosser Joseph Regner zu Auseinandersetzungen. Hierbei versetzte der Kommunist unserem Pg., der wehrlos war, drei Messerstiche in die rechte Brustseite, Bauch und Unterschenkel, die den Tod herbeiführten. Der Täter flüchtete, konnte aber später verhaftet werden.

*

Mit dieser neuen scheußlichen Mordtat des in der KPD. organisierten Untermenschentums hat sich die Zahl der allein im Monat September gemordeten Kämpfer für ein neues und besseres Deutschland auf sieben erhöht.

Sieben braune Kämpfer wurden allein in 20 Tagen dahingerafft von den im Blutrausch tobenden kommunistischen Bestien. Sieben junge deutsche Ar­beiter der Faust und der Stirn mußten die Liebe zu ihrem Volk Mit dem Todle bezahlen.

Die feige aus dem Hinterhalt gesandte Kugel, der Mörderstrahl von Verbrecherhand geführt, galt uns allen, galt jedem, der unter der Fahne des deutschen Sozialismus steht, galt jedem, der bereit ist, seine ganze Kraft und seine ganze Person für die Idee des neuen Deutschland einzusetzen.

Die sieben Nationalsozialisten, die zu den unzäh­ligen anderen Opfern hinzukommen, sind eine furcht­bare Anklage gegen das Treiben des roten Unter- menschentums, der aktiven Schutztruppe der internatio­nalen Hochfinanz gegen das erwachende Volk.

Die sieben Nationalsozialisten sind aber auch eine furchtbare Anklage gegen die. die es zuließen, daß die rote Pest sich in den deutschen Volkskörper hinein­fraß, gegen die, die die Gefahr nicht erkannten und gegen die, die zu feige waren, sich mit allen Mitteln der roten Welle entgegenzustemmen.

Wie lange noch soll es so bleiben, daß Deutsche Arbeiter wehrlos dem Wüten der Kommune ausge­liefert sind, daß das deutsche Volk sich von dem Ab­schaum der Menschheit terrorisieren lassen muß?

LLngeheureS Lkrlett

Gefängnis im Kurfürstendamm-Prozeß.

Berlin, 23. Sept. In dem Schnellschöffengerichts- Prozeß wegen der Kurfürstendamm-Unruhen am 12. September verkündete der Vorsitzende am Mittwoch kurz vor 4.00 Uhr morgens nach fünfstündiger Be­ratung das Urteil.

Don den 34 Angeklagten wurden sechs freige­sprochen. Verurteilt wurden wegen scbweren Land­friedensbruchs (!) in Tateinheit mit Aufreizung zu Gewalttätigkeiten (!) der Kaufmann Meede zu einem Jahr neun Monaten Gesägnis, wegen Beihilfe zu schwerem Landfriedensbruch (!) der Kaufmann Kühns, der den Magien, in dem Graf Helldorf saß. führte, zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis, der Führer der Wache beim Stab der SA Brandenburg, Inge­nieur Gewehr, sowie weitere acht Angeklagte zu je einem Jahr drei Monaten, der Dachdecker Utpott zu einem Jahr einen Monat, weitere 10 Angeklagte zu je einem Jahr und die restlichen Angeklagten zu je neun Monaten Gefängnis. Gegen den Iunqstahlhelm- führer Brandt wurde das Verfahren abgetrennt. Er wurde wieder in die Untersuchungshaft zurückgeführt»

Ungeheuer, dieses Urteil? Die Mörder unserer täglichen Toten werden nicht gefaßt, hier konstruiert man einen „Progrom" um unsere Kameraden einker­kern zu können. — Abwarten!

Was seyl rn der GeHröder- Vank vor?

Nach der Rekonstruktion dieser Bank ist es still um sie geworden, doch hört man jetzt wieder von Vorgängen, die keineswegs dazu geeignet sind, das Vertrauen zu diesem Institut zu stärken, welches ja fast ausschließlich von Geldern der Allgemeinheit sa­niert worden ist. Wir hören u. a., daß der Pensions­fond der Angestellten, der sich- auf ,1,6 Millionen steuerfreie Gelder belief, bei der Rekonstruktion unter den Tisch gefallen ist oder noch deutlicher, daß seine Auflösung die Vorbedingung zur Sanierung der Bank gewesen sein soll. Jedenfalls hat diese Erklärung der neue Direktor Köpke gegenüber dem Betriebsrat der Schröder-Bank abgegeben. Sollte das tatsächlich zu­treffen, so müßte hiergegen allerschärfster Protest er­hoben werden, denn die bremische Bevölkerung als Träger und Gläubiger dieser Bank kann es nicht zu­lassen, daß die Angestellten in dieser Form um ihre Altersversicherung gebracht werden. Da es sich um steuerfreie Gelder handelt, über die diie Bank kein Verfüqungsrecht mehr hat, muß dieser Betrag bei der Sanierung noch in voller Höhe vorhanden ge­wesen sein und so muß weiter dieser schwere Ueber- griff auf die Rechte der Bank angeschnitten, mit der

Ver „Lleverfaitt auf Giraffer"

Die „Weser-Zeitung" bringt in ihrer heutigen Morgen- Ausgabe eine Sraqe an d'e N8YAV. und an die BNZ.. in der sie mit großer Entrüstung die bremischen Stiftrer unterer Bewegung auffordert, dem guten Ruf der NSDAP. Genug- tuunq zu verschaffen, indem sie von dem ..feigen Neberfall aufgehetzter 5A..Leute auf den Verräter Otto Straker" ab­rückten. Des weiteren spricht sie von „Niedertracht und Schamlosigkeit", verbrechen, die sich die «NZ. hätte zu schulden kommen laks»n. weil sie den Neberfall aus Straher völlig in Ordnung finde.

wir werden -er „Weser-Zeitung" morgen auf diese reichlich plumv« Anremvelunq die erforderlick-n Antworten geben und weisen heute nur mit aller Entschiedenheit die Nnterstellunqen zurück, die man der SA .und uns in diele« Blatte macht.

Billigung des Senates erfolgt sein, der ja eine ge­wichtige Rolle bei^ den" Rekonstruktionsverhandlungen gespielt hat. Wir fraaen daher den Senat, von welchen Erwägungen er sich hier hat leiten lassen und ob er bereit ist, das begangene Unrecht wieder gutzumachen.

Aber auch sonst darf man sich Sorgen über die Entwicklung der Schröder-Bank machen, so ist z. B. ein Direktor Rabich von der Deutschen Bank, Ham­burg. länaere Zeit zur Mitarbeit herangezogen worden, um den Betrieb neu zu organisieren, soweit das er­forderlich ist, müßte diese Aufgabe dem neu ange­stellten Direktor zufallen und nicht einem Direktor, eines starken Konkurrenzunternehmens der Schröder- Bank. Wir erinnern hier nur an die Schiffahrts­interessen beider Banken, die keineswegs parallel laufen und wir können uns sehr gut vorstellen, daß Direktor Rabich mit wertvollen Kenntnissen nach Hamburg zu­rückgereist ist.

Jedenfalls besteht in der gesamten Angestellten« schaft der Bank und darüber hinaus in id^n verschie­densten Wirtschaftskrleisen Bremens eine ernste Be­sorgnis über die Entwicklung der Bank, zumal man ^ vergeblich auf eine aktivere Betätigung der neuen j Bankleitung wartet, deren Aufgabe es doch sein müßte, den außerordentlich stark eingeschrumpften Kunden-