Ausgabe 
(22.9.1931) Nr. 109
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vieostsZ, 22. Leptember 19Z1 >Ir. 109

HSoneet in Berlin eingetroffen

Brernifehe Lehrerfeyaft protestiert

Dzeanfiieger gerettet!

Rene Kämpfe in der SNandfehurei

breraerllatümMzialistMe Zeitung

parteiamtliches vroan öer Kremer NMoaalsozialisteu

Verlagsort Bremen Herausgeber: Kurt Thiele Ver lag: Bremer Nationaljozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re­daktion: Bahnhosstratze 26 Sprechstunden der R edaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878

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FranzösisGe Nordsee-Motte?

England ini sehte «»plan KranttetetzS

Londons, 21,. Sept. Die anse.eküiMgte (Absicht! Frankreichs, wieder eine Nordsee-Flotte schaffen zu wollen, hat in London Aufsehen erregt. Die jetzige französische Kanalflotte, so schreibt der „Daily Tele­graph", sei keinesfalls unbedeutend. Sie bestehe aus etwa 6 großen Führerfchiffen, 4 Torpedobootsflottillen, 12 Torpedobootszerstörern und 4 Unterseebooten, die ihren Stützungspunkt in Brest hätten, wozu noch klei­nere Fahrzeuge für Minensuchzwecke usw. kämen. Cher- bourg sei so gelegen, daß es in gewissen Fällen eine Basis von Wichtigkeit sein könne. Soweit eine Ge­genmaßnahme gegen Deutschland in Frage käme, müsse man natürlich zugeben, daß eine neue französische Nordseeflotte nur dann wirtschaftlich sein könne, wenn die Schiffe in Bezug auf Geschütze und Bewaffnung den neuen deutschen Panzerschiffen ebenbürtig sein würden.

Finanzieller CHauviniSrnuS

Die Krise hat in England manches zur Klärung des Verhältnisses zu Frankreich beigetragen. Wer i noch glaubte, das ständige Anwachsen der französischen ' Macht als eine europäische.Kontinentalangelegenheit für unwichtig ansehen zu können, wird heute eines Besseren belehrt. So finden wir in einer der letzten Ausgaben der „Times" einen Artikel ihres Pariser - Korrespondenten, der die Ueberschrift trägt: „Franzö- s sisches Gold — ein Instrument der Politik", der in

> außerordentlich treffender Weise die Situation kenn­zeichnet.

Er geht davon aus, wie wenig angenehm die Pa­riser Kommentare zum Pfunditurz für einen Engländer zu lesen waren, noch unsympathischer aber seien die Folgen, die sich aus der finanziellen Schwäche Eng­lands ergäben und die Gelegenheiten, die sich dadurch Frankreich boten.

Es war für Frankreich eine außerordentliche Tat­sache, daß es (durch die 400Millionen Pfund-Anleihe)

I zur Stütze der großen englischen Geldmacht wurde. And M gleich darauf nahm die französische Vormachtstellung k Gestalt an.

> „Mit der finanziellen Abhängigkeit Englands « schien die Ausschaltung des englischen Einflusses als

eines entscheidenden Faktors in europäischen Angele- M genheiten für längere Zeit zu kommen. Mit einem M schwachen England, einem abgehaltenen Amerika würde 8 dann Frankreich der Diktator Europas sein!"

I Sehr richtig weist der Verfasser des Artikels

8 darauf hin, daß die Bedeutung, die die englische Krise 8 für die europäische Politik hat, besonders in der Frage ? der ungarischen Anleihe zum Ausdruck kam, wo es »der Bank von England nicht möglich war einzugreifen Wund es deshalb Frankreich gelang, dort politische Er- Znvberungen zu machen. Dies wäre nicht möglich ge- M Wesen, wenn England wenigstens einen Teil der Au­sleihe hätte übernehmen können. Außerordentlich be- ^ zeichnend nennt die „Times" die französischen Machen- »Kschaften „finanziellen Chauvinismus".

. ^ Besonderes Interesse finden die Beziehungen zwi- hh scheu Frankreich und Deutschland und der französische A! Minister besuch in Berlin. Frankreich sei gerne bereit, ^Deutschland eine langfristige Anleihe zu geben, wenn äes dafür entsprechende Garantien erhält. Der Besuch : !>" Lavals habe den Zweck, diese Angelegenheit vorwärts zu bringen. Aber eine große Schwierigkeit auf dem r«> Wege zu einer deutsch-französischen Annäherung bilde ' der deutsch« Nationalismus.

England erkennt immer mehr, wohin die fran- i zösische Vormachtstellung führt, es erkennt immer mehr,

? daß der deutsch« Nationalismus verkörpert durch den i i Nationalsozialismus, das einzige Hindernis auf dem »LWege des französischen Imperialismus ist.

Trivutfrage »rn Völkerbund ausgerollt

'Der Holländer Colijn fordert Lösung des internationalen Schuldenproblems.

Genf, 21. Sept. Vielleicht unter dem Eindruck, der englischen Finanzkrise wurde im Wirtschaftsaus­schuß des Völkerbundes zum erstenmal das internatio­nale Tribut- und Schuldenproblem grundsätzlich auf­gerollt. Der bekannte holländische Staatsmann Colijn der als Präsident der verschiedenen Genfer Wirt­schaftskonferenzen nie mit der Wahrheit zurückhielt, hat eine aufsehenerregende Erklärung zu dieser Haupt­frage der internationalen Wirtschaftsentwicklung ab- gegebeüi.

Colijn ging von der Feststellung aus, daß die Empfehlungen des Baseler Sachverständigenberichts durch die Ereignisse schon längst überholt und der Abschluß langfristiger Anleihen nicht mehr durchführ­bar sei.

Es sei vollkommen ausgeschlossen, daß auf Jahr­zehnte hinaus enorme Zahlungen aus einem Teile Europas in andere Länder abgeführt werden, ohne daß dafür Gegenleistungen erfolgten und ohne daß die Empfangsländer sich bereit finden, die Waren der Schuldnerländer aufzunehmen.

?m Mittelpunkt der heutigen Finanzkrise stehe das internationale Schulden- und Reparationsprob­lem, und ohne eine Lösung dieses Problems gäbe es keine Lösung der Finanzkrise.

Frankreich soll Farbe bekennen.

Colijn machte sodann den bemerkenswerten Vor­schlag, die allgemeine Finanzdebatte vorläufig abzu­brechen, um dem französischen Finanzminister Flandin, der vorläufig noch in Paris weilt, die Gelegenheit zu grundsätzlichen Aeußerungen über die Finanzkrise zu geben.

Dieser außerordentlich geschickte Vorschlag wird allgemein dahin ausgelegt, daß auf diese Weise die französische Regierung gezwungen werden soll, zur ge­genwärtigen Krise und zum internationalen Schulden- und Reparationsproblem Stellung zu nehmen,.

«Srandi Anfang Dktover tn Berlin

Genf, 21. Sept. In den hier geführten deutsch­italienischen Besprechungen ist vereinbart worden, daß der italienische Außenminister Grandi seinen Besuch in Berlin Anfang Oktober abstatten wird. Von italie­nischer Seite wird als feststehend angesehen, daß Mi­nisterpräsident Mussolini an der Reise nicht teilnehmen werd. Die einzelnen während des Berliner Besuches zur Verhandlung gelangenden Fragen sind bisher noch nicht festgesetzt worden und sollen auf diplomatischem Wege ausgearbeitet werden.

Gt H wereü B oola ungM« vel Bo rkun,

Schweres vootsunglück bei vorkum. In den Abend­stunden des Montag befand sich ein Segelboot des Bor- kumer Sadedirektors Specht mit 18 Personen an Bord auf dem Wege von Zuist nach öorkum. Das Segelboot muß infolge des schlechten Wetters voll Wasser geschlagen und gekentert sein. Ein Insasse erreichte heute früh schwim­mend die Insel Memmert und erklärte, daß sich noch fünf Personen an Lord befänden. Die übrigen 12 Mann scheinen ertrunken zu sein. Das Rettungsboot der Insel Vorkum ist sofort ausgelaufen.

Ntadcn »n» Sh»e«D

von Tarl Müller-Hagen s.

haben Sie, verehrter Leser und Parteigenosse, schon einmal die Namen Tucholsky Kurt hiller, Gssietzki, Gerlach, Kaminski usw. gehört? Ist dies der Fall, so werden sie über diese Herren ohne Weiteres im Bilde sein. Venen jedoch, denen diese Namen bis dato unbekannt waren, sei mit« geteilt, daß diese die Führer eines Kreises meist jüdischer Iournalisten sind, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, durch Verbreitung ihrer Zeitschriften und Zeitungen, genannt seien hier u. a. „Die Weltbühne", „Das Tagebuch", „Der Montag Morgen", die „Welt am Montag" usw., möglichst weite Volksschichten in nationaler, politischer, religiöser und moralischer Beziehung zu zersetzen und für ihre eigenen Ge­dankengänge, auf die ich noch näher eingehen werde, zu ge­winnen. Manche von ihnen begnügen sich nicht mit Artikel schreiben, sondern ziehen im Lande herum und halten Reden, aber da sind sie nicht so gefährlich, weil sie meist persönlich unansehnlich und auch keine großen Redner sind.

Nun wären ja jüdische Iournalisten im allgemeinen nichts besonders Bemerkenswertes, in der Deutschen Republik sind sie zahlreich wie die Spatzen auf dem Dreck, aber mit diesen Herrschaften liegt die Sache doch etwas anders. Wes­halb sie gefährlicher sind, und weshalb nicht dringend genug auf diese Gefahr hingewiesen werden kann, werde ich nachzu­weisen versuchen. Ungehindert läßt der heutige Staat sie ihre Zersetzungsarbeit betreiben, ihre Artikel sind sogar be­liebte Lektüre in den Wandelgängen unserer Parlamente. Und der nationale Deutsche muß ruhig zusehen, wie diese Menschen alles, was ihm heilig und Autorität ist, verhöhnen, wie sie ihn selbst lächerlich zu machen suchen, weil er sein Land liebt, wie sie seinen Gott verspotten und die Heimat seiner väter verraten. Zersetzen ist ihre Tendenz, alles zer­setzen, kein Gebiet lassen sie aus, das ihnen wichtig erscheint,.

politisch sympathisieren sie naturgemäß mit dem Kom­munismus ohne selbst Kommunisten zu sein. Drei Haupt­feinde, gegen die sie vor allen Dingen ihre Angriffe richten: Die christlichen Religionen, den Nationalismus, unter beson­derer Berücksichtigung des Nationalsozialismus, und die Wehr» haftigkeit und den Wehrwillen des Volkes. Wohlverstanden, das bekämpfen sie bei uns, anderen Ländern gegenüber neh­men sie meist einen wesentlich anderen Standpunkt ein. Mit der Religion, vor allem der katholischen, sind sie meist etwas vorsichtig, sie versuchen da so quasi indirekt zu beweisen, daß gottgläubig nur ein Schwachsinniger sein kann. Unge­hemmt aber ziehen sie die ganzen Register ihrer jüdischen Frechheit und Demagogie gegen ihren schlimmsten Gegner, den Nationalsozialismus, und von dieser schamlosen Frechheit kann sich ein harmloser Mensch nur eine schwache Vorstellung machen. Nur eine materialistische Lebensauffassung ist be­rechtigt und richtig, Vaterlandsliebe, Heimat- und National- gefühl lächerliche Ideale, unpraktische seelische Belastungen , und keine irgendwie realisierbaren werte. Sie predigen einen armseligen Materialismus, Wert hat nur das, was direkt nützt, Ideale sind indiskontierbar. hier tritt die Zersetzungs­absicht besonders klar zu Tage: Das Gefühl für die Nation, ' die nationale Gpferbereitschaft, also gerade das, was die Völker groß gemacht hat, solange wir die Geschichte der Menschheit kennen, gerade das wollen sie uns als minder­wertiges Ideal hinstellen. Nationale Würde in Deutschland beschimpfen sie als nationalistische Ueberheblichkeit. Natio­nales Rückgrat in außenpolitischen Dingen kann ihnen natür­lich nicht in den Kram passen, wenn es nach ihnen ginge, hätten wir uns jedem auch noch so unverschämten auslän­dischen Diktat zu fügen. Der versailler Vertrag, der pol­nische Korridor, Gberschlesien und das Saargebiet sind voll­endete Tatsachen, mit denen wir uns abzufinden haben.

Natürlich sind sie Pazifisten bis zur letzten Konsequenz. Zum Teil mag ihnen noch aus Kriegszeiten die Angst vor dem Gestellungsbefehl in den Knochen stecken, vor allem aber kommt es ihnen darauf an, den Wehrwillen und die Wehr- haftigkeit zu unterhöhlen. Sie predigen die Ethik der Feig­heit. Für sie gibt es nichts, aber auch garnichts, für das es sich lohnte die werte Existenz einzusetzen. Lebendig blei­ben ist ihnen das wesentliche. Nicht die angegriffene, in Gefahr befindliche Nation, nicht die persönliche Ehre, nicht das Schicksal von Millionen Volksgenossen erkennen sie als