Ausgabe 
(8.9.1931) Nr. 97
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O!en8lsß, 8. Leptember 1951 I>Ir. 97

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Wege

deutfryer Autzen HSollitik

von Alfred Rosenberg.

Nachstehend bringen wir einen Auszug aus der Nede Alfred Nosenbergs auf dem Kongreß des Gaues Köln-Aachen. Den Ausführungen kommt in diesen entscheidungsreichen Wochen besondere Bedeutung zu.

Außenpolitik ist Sache des Charakters.

Wir haben alle in diesen Tagen das Gefühl und darüber hinaus ein festgefügtes Wissen, daß die Schritte des Schick- ! sals heute schneller zu giehen beginnen. Inmitten d.'.eser ^ schweren Schicksalstage haben wir die Pflicht, uns darüber s bewußt zu sein, um was es in diesen außenpolitischen Dingen ! geht. Außenpolitik ist nicht nur Sache des Wissens, sondern ! namentlich in schweren Schicksalstagen die S a ch e des ! Charakters.

Es kommen Dünge im Völkerleben vor, die sich auf wenige Stunden zusammenballen. In wenigen Stunden wird oft über Jahrhunderte gewürfelt, und in diesen Augenblicken hängt alles davon ab, ob der Vertreter eines Volkes oder irgendeiner Gruppe Charakter hat bis zum letzten.

was uns betrifft, so wollen wir feststellen, daß es nicht! nur auf neue Gedanken ankommt in der Innen- und Außen- ! politik, sondern auf ein neues Denken überhaupt! Wir haben ^ hier ein sehr böses Erbe zu übernehmen. !

Zusammenbruch des abstrakten Denkens.

Das ganze Mittelalter hindurch ist der gpsunde Ssnn des Volkes durch ein abstraktes Denken verkrüppelt worden, auch die spätere Zeit hat in einem falsch verstandenen hu- ' Manismus diesen abstrakten Dingen das Uebergewicht gegeben. Die Zeit- und Weltgeschichte wurde behauptet von abstrakten Dogmen, von luftleeren Voraussetzungen. Dieses Denken, das innenpolitisch großes Unheil angerichtet hat, hat noch viel größeres Unheil auf dem Gebiete der Außenpolitik geschaffen, weil im Innern das Volk immer noch Herr über seine Er­gebnisse sein konnte, dagegen die weite Welt außerhalb der Grenzen diesen Entschlüssen kaum noch unterlag.

Und Sie sehen auch heute, wohin dieses abstrakte Denken geführt hat, es wurde ein Entschluß nach dem anderen ge­boren, welcher sprach von der Solidarität des Proletariats in . der ganzen Welt, von der Solidarität der Vernunft in der ganzen Welt, die in dem Wunsche gipfelte, ein Paneuropa und darüber hinaus eine pazifistische Weltbewegung zu - schüfen.

Diese Träume eines Teiles der deutschen Arbeiterschaft i' und der abstrakten deutschen Gelehrtenschaft sind lyl4 im st August zusammengebrochen, und sind noch einmal Ende lyl8 i zusammengebrochen, und trotzdem führen die Propheten dieses l vollkommen irrigen Gedankens ihre Sprache weiter.

Aber auch auf der nationalen Seite und das ist viel- leicht das Thema, das ulns ganz besonders angeht ist st dieses abstrakte Denken tief eingedrungen. Sie können den Gedanken finden, daß es in der Welt nach 1918 L zwei Fronten gibt: die Front der Sieger und die Front der Besiegten, und aus diesem Ee>dankengange heraus folgern : viele, daß da Deutschland Besiegter ist es gemeinsame Sache mit allen unterdrückten Völkern der E-rde machen i müsse. Dies ist ein außerordentlich gefährlicher Gedanke.

In Wirklichkeit sind die Fronten der Entente IYI4 nicht aus organischen Notwendigkeiten heraus geboren worden Llemenceau und Robertson sagen selbst, wie brüchig sogar . 1914 diese Entente gewesen ist, wie mühselig diese Risse zu- >j sammengeflickt werden mußten, und daß schließlich nur die gemeinsame Angst vor Deutschland diese Fronten zusammengehalten hat.

Und diese Front der Sieger ist nachher etwa nicht aus st organischen Gründen zusammengeblieben, sondern infolge der Hilflosigkeit der deutschen Außenpolitik, welche es nicht verstanden hat, sich in die bestehenden Risse hineinzuklemmen und die brüchige Front immer mehr zu lockern.

k? Wir machen es unserer bisherigen Außenpolitik nicht so ^ sehr zum vorwurf, daß sie an irgendeiner Stelle irgendeinen st Teil geopfert hat,

i Million Deutsche vertrteven t

FranzösifMe Böttervundrnttösen / Wann tritt Curtins zurirek?

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Die Polen rühmsen sich eines nationalen Erfolges

Warschau, 7. Sept.

Nach den Angaben des Warschauer Forschungs­instituts für Nationalitätenfragen sind in den ersten 8 Jahren seit Errichtung des heutigen polnischen Staates 990000 Deutsche aus dem polnischen Staatsgebiet ausgewandert. In der Zeit vom Waffenstillstand bis zum 1. Januar 1927 haben rund 840 000 Deutsche Posen und Pommekellen verlassen, während 100 000 Deutsche aus Ostoberschlesien und 50 000 aus den üb­rigen Landesteilen Polens auswanderten.

-An s SMnrtten

Die Erledigung der Zollunion

Gens, 7. September. Die Verhandlung des Völkerbunds­rates über den deutsch-österreichischen Zollunionsplan war nach den in den letzten Tagen zwischen den Abordnungen ge­troffenen Vereinbarungen nur von einer Dauer von kaum 5 Minuten und beschränkte sich ausschließlich auf folgende vom Ratspräsidenten verlesene kurze Erklärung:

„Der Völkerbundsrat nimmt von dem Gutachten Kennt­nis ,daß der haager Gerichtshof im Verfolg der auf der Mai-Tagung des Rats an ihn gerichteten Anfrage über das zwischen Deutschland und Oesterreich abgeschlossene Zoll­unionsprotokoll erstattet hat, dankt dem internationalen Ge­richtshof für seine Bemühungen und nimmt von der am Z. September im Europa-Ausschuß abgegebenen Erklärung Kenntnis. Der Rat stellt daher fest, daß für ihn keinerlei Veranlassung mehr vorliegt, die Prüfung dieses Punktes weiter fortzusetzen."

Die Aussprache wurde mit der einstimmigen stillschwei­genden Annahme dieser Erklärung abgeschlossen.

KrQNKößS-Me Zittrigen

Titulescu Präsident -er Vollversammlung Genf, 7. Sept. Die Vollversammlung des Völker­bundes hat am Montag in namentlicher Abstimmung

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ist, vvie rtie VeLirkstükruntz <Ier Hitier/utzerrci kützen uns mitteilt, «lei» seligeren Verletzungen, <tie er 6ur«Ll msrxistisctie HedertLUe erlrielt, erlegen.

Die marxistischen ksnclen «der morclen weiter

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den^ rumänischen Londoner Gesandten Titulescu zum Vrasidenten der diesjährigen Vollversammlung des Völkerbundes gewählt. Für Titulescu wurden von insgesamt 52 abgegebenen Stimmen 25 abgegeben. 21 Stimmen entfielen auf den ungarischen Staatsmann Graf Apponyi. Titulescu, der bereits die vorjährige Vollversammlung des Völkerbundes präsidierte, ist da­her entgegen allen bisherigen Gepflogenheiten zum zweiten Male zum Präsidenten der Völkerbundsvoll­versammlung gewählt worden. Diese Wahl ist haupt­sächlich auf politische Intrigen der "französischen Lei­tung des Völkerbundssekretariats u. 'insbesondere der Leitung des Jnformations-Sekretariats zurückzuführen, die auf keinen Fall einem Vertreter der im Weltkriege besiegten Staatengruppen den Ehrenplatz eines Prä­sidenten der Vollversammlung des Völkerbundes ein­räumen wollte. Es hat sich bei dieser Wahl auch von neuem gezeigt, daß für die im Weltkriege besiegten Staaten im Völkerbund kein Platz ist.

sondern daß sie zehn Iahre hindurch geopfert und immer wieder geopfert und an der falschen Stelle geopfert hat und keine Atempause schuf zur Sammlung unserer Kräfte, sondern im Gegenteil immer weiter eine Schwächung der Gesamtheit einleitete. *

Und nun bricht in diesen Tagen die ganze verfehlte Außenpolitik in allen Fugen in Deutschland zusammen. Bismarcks Politik ist stets auf eine Isolierung Frankreichs

eingestellt gewesen. Das war das A und T> seines ganzen Handelns. Gerade diese klare Voraussetzung einer deutschen Politik hat man vergessen. Frankreich hat seine Niederlage 1871 niemals verwunden. Ls hat sich sofort bemüht, Bundes­genossen gegen Deutschland zusammenzuscharen. Damals schon sah es nach Rußland.

Bismarck hat es aber vermoäst, durch seinen Rückver­sicherungsvertrag Rußland wenigstens zum großen Teil aus den Fängen Frankreichs zu nehmen. Er sicherte Rußland Einfluß für den Balkan zu, ja er ging sogar noch einen Schritt weiter, und zwar bis auf die Freigabe der Dardanellen bei einer Sperrung für England. Dafür versprach Rußland Neu­tralität im Falle eines Krieges mit Frankreich. Bismarck hatte damals erst in England angefragt. England glaubte aber, auf einer Isolation bestehen zu müssen, und lehnte im Vollgefühl seiner Kraft und Wacht ab. Später, als England an Deutschland herantrat, war der Vertrag bereits abge­

schlossen, und man konnte England gegenüber nicht niehr so recht darauf eingehen.

Raum im Osten.

heute stehen diese großen Probleme wieder vor uns. Wir wissen, daß im Osten, auf jenem Raum, der mit deut­schem Blut erobert und kultiviert worden ist, sich ein Feind ausgebreitet hat: unser Todfeind polen! Wenn man das nicht zugeben will, so verzichte man auf 1000 Iahre deutscher Geschichte, auf tausend Iahre deutscher Opfer, die für diese Geschichte gebracht worden sind, und man verzichte auf Erfolge.

Dem deutschen Bauern im Osten Freiheit zu geben, ist die Grundlage der gesamten Erneuerung unseres Volkes!

Das ist auch etwas, was den industriellen Westen hier angeht, denn das Schicksal dieses Westens ist mit dem Osten unlöslich verbunden, wenn wir den Osten verlieren, dann wird auch die Hungersnot hier im Westen viel größer als heute werden! 4

Und darum ist die dritte intellektuelle These, die sich an die vielen anderen reiht, heute ebenfalls als Wahnsinn ent­larvt :

Die Politik der Verständigung mit Frankreich.

Sie können es in allen Gazetten heute immer wieder lesen, daß der Deutsche und der Franzose sich geistig so Nahe stünden, daß es nichts Böses geben könnte; wenn die deutsche und die französische Kultur sich vermischen würde, sei der