Ausgabe 
(7.9.1931) Nr. 96
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ELnzelvreiS is HSsg.

>Iont 3 Z, 7 . Lepteivber 19 Z 1 96

Hitler in Hanrvurg u. Seen

Aliegervontvenauf " k KeiesSstHifferZ

GvnrEassenverienrnder gefaßt

Reue Kähnen

Stahlhelm in Delmenhorft

Lreuwrllationalsozialistiscke Zeitung

parteiamtliktles vraan der Bremer NMonEoMMu

Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Nationaliozialisiilche Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re­daktion: Bahnhosslrahe 26. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878

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Hitler in Harnvurg und Gern

Me LlrfaUhen des unvererhttgten — Verleumder verhaftet

Ka»s«l»e Gerlliyte

Falsche Behauptungen und ebenso falsche Vor­aussetzungen.

Am vergangenen Sonnabend ist es bedauerlicher Weise zu einem regelrechten Run auf die Sparkasse ge­kommen, der neben dem nun einmal zerstörten Bet­rauen der Bevölkerung zum Staat auf unsinnige Ge- üchte und deren gedankenlose Weiterverbreitung zu- -ückzusiihren ist.

Die bürgerliche Presse, die Volkszeituug selbst­verständlich auch - läßt in ihren Kommentaren durch­gingen, daß wir als weltfremde, radikal eingestellte A presse diese Gerüchtemacher unterstützt hätten, die von iMnterschlagungen, von einer Flucht des Direktor Wen- tchold und ähnlichem sprechen. Wir weisen diese Unter­lid tellung mit aller Entschiedenheit zurück und stellen ;ä)abei nur fest, daß allem in der B.N.I. dem Berwal- A mngsrat mehrfach Gelegenheit gegeben wurde, auf die >? Verantwortlichkeit und Gesetzlichkeit seines Handelns L hinzuweisen. Blätter aber, die nachweislich ihren Le- i sern immer wieder gefärbte Berichte z. B. über die Be- ^ hi amtenbank vorgesirtzt haben und mitschuldig geworden ^

« sind an den Verlusten, die ihre Leser erlitten, kommen! jetzt daher und wollen uns „unverantwortliches Ge-

1 msel" vorwerfen!

Der Volkszeitung aber möchte,! wir sagen, daß ihre Anwürfe gegen uns lediglich von bodenloser De- nagogie zeugen. Während sie sich auf der einen Seite

2 über unsere sachlichen Artikel aufregt, schreibt sie auf . )er anderen Seite in einem sonst sehr erheiternd wir- >c wenden Pamphlet gegen die Vokspartei und Weser- u Zeitung wörtlich folgendes:

„Ist es sachlich oder persönlich, wenn ein Bruder Si der Bruder Lahusen her Rechtsberater und Notar sl der Sparkasse, ist, derselben Sparkasse, deren Auf- n sichtsratsvorsitzender ein bekannter Mann ist, dessen L Sohn mit der Schwester dieses Notars verheiratet jtf istz? Kommt dieser Schwager-Notar etwa nicht in ch die Gefahr, reiches Geld zu verdienen an den Kon- t! trakten und Scheinkantrakten, die die Sparkassen- ic direktoren - in ihrer Eigenschaft als Hansabank- C Direktoren — zugunsten der brüderlichen Konzern- sl leiter abschlössen, deren Schwiegervater eben jener !!? Aufsichtsratsvorsitzender dieser Sparkasse ist? —

Wir erwarten auf das Bestimmteste, daß der wvorstand der Sparkasse, Wenn er sich nicht Unsachlich- l.eit im höchsten Maße vorwerfen lassen will, gegen nie hier öffentlich festgestellten Verleumder und Ketzer Ziegen dije Sparkasse vorgeht. Wir werden diese Ange­legenheit genau verfolgen und an ihr prüfen, ob der «Vorstand der Sparkasse wirklich in der Lage ist, ob­jektiv durchzugreisen.

^Wir stellen'öffentl. die Frage an jeden denkenden /Bremer: Würden ohne die vorausgegangenen Finanz- i kandale, ohne die Affaire tzansabank, ohne die durch ^Personalunion (Bömers-Wenhold) geschaffene Verbin­dung der Sparkasse zu diesen Vorgängen die Gerüchte o festen Fuß gefaßt haben, wie es nun geschehen ist?

Wir haben auf diese gefährliche Bindung hinge­wiesen und eine saubere Scheidung im Interesse der .Sparkasse gefordert. Will man uns daraus einen Vor- nvurf machen? Oder verfolgt man in der Verteidigung svieser Verfilzung bestimmte Nebenabsichten?

Ueberdies verschweigen alle Blätter, daß die Spar­kasse selbst nicht unerheblich zu der Beunruhigung bei­getragen hat. Schon am 28. August, also lange, vor unseren Artikeln hat die Sparkasse 25 Prozent Mhrer laufenden Kredite ganz kurzfristig gekündigt und

so zahlreiche bremische Geschäfte in allergrößte Schwie­rigkeit gebracht. Es entzieht sich unserer Kenntnis, wie weit diese Maßnahme erforderlich oder zweckmäßig war, aber es kann keiner leugnen, daß auch hierin ein wesentlicher Grund zur Beunruhigung zu suchen ist.

Wer hat das Vertrauen der Bevölkerung zum Staat u. seinen Einrichtungen erschüttert und jetzt end­gültig zerstört? Haben wir Bankscheingründungen Zu­gelassen, haben wir unzählige Steuermillionen in einer pleitegehenden Bank festlegt, andere Millionen bank­rotten Unternehmen zufließen lassen?

Das heißt doch die Dinge völlig auf den Kopf stellen und sich feige von der Verantwortung drücken, wenn man jetzt die Nationalsozialisten für die Zu­stände verantwortlich machen will. Man gebe der zwei- selslos gesunden und fest fundierten Sparkasse einen ebenso im Vertrauen der Bevölkerung fest fundierten neuen Direktor, der in keiner Weise vorbelastet ist und das Vertrauen znr Sparkasse wird automatisch zu­rückkehren. ,

Zum Schluß aber erwarten wir von der Spar? kasse in ihren weiteren Auslassungen, den deutlichen Hinweis darauf, daß die B.N.Z. den unsinnigen Ge­rüchten über .Direktor Wenholds Flucht usw. völlig fernsteht. -art.

vier Gerüchtemacher festgenommen

Wie die Kriminalpolizei mitteilt, sind auf den Aufruf der Sparkasse noch gestern vier Personen festgestellt, die unwahre, verleumderische Angaben über die Sparkasse in Bremen verbreitet hatten. Sie wurden festgenommen und wurden heute vormittag dem Zchnellrichter zur Aburteilung zugeführt.

Wie wir weiter erfahren, wird gegen eine im öffent­lichen Leben bekannte Persönlichkeit, die unwahre Gerüchte über ein Mitglied des Vorstandes der Sparkasse verbreitete, ebenfalls gerichtlich vorgegangen.

Die selbstverständlich notwendige sofortige Aburteilung erfolgte heute mittag.

.-TG weiGe keinen GGritt znrii«"

Hamburg, 5 . September. Zur Eröffnung des Hamburger Wahlkampfes sprach Adolf Hitler in Hamburg in einer ge­schlossenen Veranstaltung vor über l 400 Unterführern der Hamburger USVAP. über die politische Lage und die Forde- derungen, die wir aus ihr zu ziehen haben.

Adolf Hitler

führte in seiner mit tosendem Beifall begleiteten Bede u. a. aus:

Er glaube nicht, daß ein Volk durch Hilfe von außen gerettet werden könne. Es scheine neuerdings fast so, daß auch die offiziell Regierenden in Deutschland nicht mehr daran glauben könnten.

In all ihren Gesetzen und Notverordnungen lasse sich nicht ein einziger klarer Gedanke auffinden, ge­schweige denn eine einheitliche Linie.

Alles nur werde dem Spiel des Zufalls überlassen. Warum müsse das heutige System versagen? Weil die ganze Kraft der deutschen Nation seit zwölf Jahren in inneren Kämpfen verstrickt sei, in einer inneren unfruchtbaren Diskussion über die Grundsätze des eigenen Lebens, über jene Grundsätze, die in jedem gesunden Staatswesen autoritativ und ohne jede Diskussion festliegen müssen, wenn es überhaupt zu einer Leistung befähigt sein soll. Diese selbstmörderische innere Verstrickung, der jede Basis und Uebereinstimmung schon in der Wurzel ihres Wollens fehle, sei auch die Voraussetzung für die kommende Katastrophe.

Die katastrophale Niederlage in der Frage der Zollunion

sei ein drastisches Beispiel dafür. Er, Hitler, habe diese Katastrophe schon bei der verkündung der Zollunion in einer Münchner Rede vorausgesagt, mit der Begründung, daß es

eine innere Unmöglichkeit sei, nach außen Demsn- strationspolitik treiben zu wollen, gleichzeitig aber im Innern die Herrschaft -es zersetzenden Pazifis­mus und der zerstörenden Demokratie aufzurichten.

Die Zollunion sollte die große politische Tat des Systems sein. Aber man hätte wissen müssen, daß ihr Mißerfolg schon in den Voraussetzungen beschlossen gewesen sei. Ge­schichtliche Aufgaben könne man nur leisten, wenn man vorher die Kraft des Volkes organisiere und zu mindestens das Fundament des gemeinschaftlichen politischen Denkens schaffe, wenn, wie es bei uns der Fall sei, sich zwei Auf­

fassungen über die Grundlagen von Volk und Staat so versteinert gegenüberstünden, daß keiner mehr die Kraft fände, die andere zu überwinden, dann müsse eine dritte kommen, die beide überwindet. Die nationalsozialistische Be­wegung, die nur aus sich selbst herausgewachsen sei, werde mit allen ihr innewohnenden aggressiven Kräften den steril gewordenen Prozeß beenden 'und eine neue gemeinsame Ledensgrundlage der Nation herstellen. Die Bewegung sei durch einheitliche Grundgesetze verpflichtet, über die sie in keine Diskussion eintreten darf und werde, da sie allein den Sieg verbürgen.

Hitler erklärte unter brausendem Beifall: „Ich habe als Führer die Einheit der Bewegung zu bewahren, und werde es in allem Grundsätzlichen tun. hart wie totes Gestein, niemals zu bewegen, auch nur einen Zentimeter weit davon abzugehen.

Ich fühle mich als Repräsentant, als verantwort­licher Leiter und als Führer der letzten Hoffnungen von ungezählten Millionen Deutscher. Entweder die anderen brechen oder mich bricht das Schicksal.

Mag eintreten was immer auch wolle, hier stehe ich, hier bleibe ich. Niemand zwingt mich von meiner Stelle. Ich würde mich als erbärmlicher wicht fühlen, wenn ich nicht den Mut hätte, auch in dem lebenden Kamps um die Macht in den Parlamenten die Verantwortung zu übernehmen. Nicht unsere Politik war es, die das heutige Elend verschul­dete. was heute ausgebadet werden mutz, wurde von den anderen eingeschüttet. Aber es ist unser Volk, das dieses

Elend zu tragen hat, und darum bin ich jederzeit bereit, auch das Leid meines Volkes durch die Verantwortung zu übernehmen.

wenn einer schwach wir-, dann muh ein anderer an seine Stelle treten.

Freiwillig weiche ich keinen Schritt zurück von einer

Stellung, sie ich einmal innehabe.

Da bin ich das alte Frontschwein, das den taktischen

Rückzug nicht kennt. Die Autorität ist das oberste Gesetz

der Bewegung, wer mir folgen will, soll kommen, wer es nicht will, soll bei den anderen Parteien bleiben, wo jeder machen kann was er will. Die ganze RSDAP. soll ein Fleisch und Blut. eine einzige Gemeinschaft sein. wenn Sie dies ganz in sich aufnehmen, dann werden wir unseren Namen