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Hohn nnd Heuchelet
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Verlogsorl Brcmcn Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Nolionaboziolisiiiche Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re- dat.ion: Bahnhosslrahe 26. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878
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AlrrG Haas gegen uns!
Wann verMtvinvet Herr Nr. Enrttns r
i Genf, 5. September 1931.
j Das Generalsekretariat des Völkerbundes veröffentlicht heute vormittag 10 Uhr das Dutachten über i>en deutsch-österreichischen Zollunionsplan: Das Urteil hat folgenden Wortlaut:
Der Hanger Gerichtshof beschließt mit acht gegen sieben Stimmen: Ein Zollregime zwischen Deutschland und Oesterreich auf der Grundlage und in den Grenzen der Prinzipien dem Protokolls vom 19. März e!st nicht vereinbar mit dem Protokoll Nr. 1, gez. in Genf am 4. Oktober 1922. Dieses Gutachten ist gleichzeitig in englischer und französischer Sprache abgefaßt. Der französische Text gilt als authentisch.
Votzn uns HeueHeSes
Berlin, 4. September. Sn der Aeltestenratssitzung des j ieichstages, die, wie gemeldet, die Ablehnung des kommu- § istischen Antrages auf Einberufung des Reichstages ergab, I t chlotz sich der deutschnationale Abgeordnete Berndt dem von ^ i em Abgeordneten Torgler begründeten kommunistischen Ein- jl erufungsantrag an. Er gab hierbei eine äußerst scharfe Erklärung ab, in der er sagte, es müsse endlich zu dem )erfahren der Notverordnungen Stellung genommen wer- >en. Zur Außenpolitik bemerkte er, die außenpolitischen Geschehnisse namentlich der letzten Tage machten eine Ansprache im Reichstag vom Ehrenstandpunkt der Nation aus ur Pflicht. Für die Aussprache des deutschen Verzichts n der Frage der Zollunion treffe in erster Linie den Reichs- mßenminister Lurtius die Verantwortung. Darüber hinaus ^ ei das ganze Kabinett verantwortlich und müsse darum zurücktreten. „Die Deutschnationale Reichstagsfraktion hält A erner angesichts der feindlichen Haltung Frankreichs den H »«vorstehenden Besuch der französischen Minister in Berlin k ür Heuchelei und für eine Verhöhnung des deutschen Volkes, lt >ie verlangt von der Regierung Schritte, die diesen Besuch als »lnerwünscht erkennen lassen."
Staatssekretär pünder gab die Erklärung ab, die Reichs- vi egierung lege nach wie vor Wert daraus, daß es für die ß leichstagseinberufung beim alten Termin bleibe, und daß A mch die Reichsregierung an dem Termin des 15. (Oktober Ks estzuhalten gedenke.
^ Fr ankreich saniert Oesterreich
> 5VV Millionen Schillings-Anleihe
j Genf, 4. September. Aus Kreisen der französischen Abos »rdnung erfährt die TU., daß für die kommende, von der rn Diener Regierung beim Völkerbund beantragte internationale ik Anleihe für (Oesterreich ein Betrag von 500 Millionen Schil- i jing- vorgesehen ist. Dieser Betrag soll aus den Kapital- närkten verschiedener Staaten aufgenommen werden. Die Zank von Frankreich soll sich ferner bereit erklärt haben, >en von (Oesterreich der Bank von England geschuldeten Be- rag von l50 Millionen Schilling, der s. Zt. zur Sanierung *rr österreichischen Kreditanstalt gewährt wurde, zu über- lehmen und zwar in Anrechnung auf die kommende inter- mtionale 500 Millionen Schillings-An! ihe. Die näheren Zedingungen der Anleihe werden unverzüglich vom Finanz- msschuß des Völkerbundes ausgearbed :
4S HSeozent alles Goldes in crlnierttn
Washington, 5. September. Das Vundesreserveamt teilt tinit, daß es nunmehr für 4,998 Milliarden Dollar (etwa , N,25 Milliarden Mark) Gold oder 45 v. h. des Weltbestandes n seinem Besitz habe. von diesem Betrage werden etwa zwei iMilliarden Dollar (etwa 8,5 Millionen Mark) als „geflückp stetes" Gold bezeichnet. Ueber 790 Millionen Dollar Gold li'wmmen aus einem einzigen, allerdings ungenannten Land, lchielleicht Deutschland.
! Das Vundesreserveamt weist in seiner Erklärung darauf .lhin, daß diese Goldanhäufung nicht die Schuld Amerikas sei, sondern die Furcht der Ausländer vor ihrer eigenen Währung. Die Washingtoner Behörden beschäftigen sich zurzeit nit dem Goldproblem.
sreichÄtosseinHerufung tviever avseleynt
Berlin, 4. September. Der Aeltestenrat des Reichstages trat am Freitagnachmittag unter Vorsitz des Präsidenten Löbe zu einer Sitzung zusammen, um zu dem kommunistischen Antrag auf frühere Einberufung des Reichstages Stellung zu nehmen. Sämtliche Parteien waren vertreten, mit Ausnahme der Fraktion des Landvolkes. Nach kurzer Beratung wurde der kommunistische Antrag auf sofortige Einberufung des Reichstages gegen die Stimmen der Antragsteller, der veutschnationalen und der Nationalsozialisten abgelehnt.
KosKnrunLMseher FeuerSveefaN
aus ein katholisches Iugenölager
Düren, 4. September. Die „Katholische Jugend", in der sämtliche katholischen Iugendvereine aus Stadt und Kreis Düren zusammengefaßt sind, hat für die Ferien im Stadion ein Zeltlager für arme Kinder errichtet, in dem sich ungefähr l20 Knaben und die gleiche Anzahl Nlädchen tagsüber aufhalten. Auf dieses Lager wurde nun am Donnerstag abend ein Ueberfall ausgeführt. Etwa lO bis l2 Burschen gaben l5 bis 20 Schüsse auf das Lager ab, wobei sie „Heil Moskau" riefen. Die Lagerwache, die aus Mitgliedern der Katholischen Sturmschar besteht, rief den Wächter des zum Stadion gehörenden vürener Sommerbades herbei, der sich mit der Pistole zur Wehr setzte und dann die Verfolgung der flüchtenden Burschen aufnahm. Er, wie auch das bald eingetroffene Vürener Ueberfallkommando konnten jedoch keinen der Burschen fassen. Es ist dies bereits der dritte Ueberfall auf das Lager, verletzt wurde bei der Schießerei niemand
Gvinpion» oder Grrrnvoi?
Der französische Manöverleiter vom Blitz getroffen
Paris, 5. September. In den französischen Alpen finden augenblicklich Manöver statt, die den Fortschritt der Motorisierung der Truppen zeigen sollen. General Iaqueot, Mitglied des obersten Kriegsrates, der diese Manöver leitet, wurde am Freitag während eines heftigen Gewitters vom Blitz getroffen und gelähmt.
Revolution in Cyile
Zwei Regimenter übergegangen
Rewyork, 5. September. Wie aus Valparaiso in Thile gemeldet wird, sind zwei bisher regierungstreue Regimenter zu den Aufständischen übergegangen. Der Eisenbahnverkehr ist in vielen Teilen des Landes unterbrochen. Die verbreiteten Gerüchte, wonach die vereinigten Staaten, England und Frankreich Kriegsschiffe nach Thile entsenden wollen, werden offiziell widerlegt. Die Kommunistische Partei hat stark an Macht zugenommen, da sie infolge der Wirtschaftslage ständig an Anhängern gewinnt.
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Die chilenische Regierung unterwirft sich den Forderungen der Meuterer
Rewyork, 4- September. Die chilenische Regierung hat die Forderungen der meuternden Matrosen, die ihr in einem Ultimatum übermittelt worden waren, in vollem Umfange angenommen.
Nationalismus und Nom
Von Carl Müller-Hagens
Durch unerhörten geistigen Druck, mit Bannfluch und Hölle, ist es der Zentrumspartei bis jetzt gelungen nach außen hin die politischen u. kulturellen Interessen der 20 Millionen Katholiken des Reiches in die Hand zu bekommen. Zwar wackelt vieles am Zentrums- tunn und die Anzahl der Katholiken wächst, denen die Zweifel kommen, und schwere seelische Bedenken, wie in manchen Fällen die Politik der Partei und die Stellung des Klerus zu vereinigen sei mit den Lehren der Evangelien und mit wahrem Christentum.
Aber noch hält der Druck, noch müssen wir mit der Tatsache rechnen, daß das Zentrum die katholische Bevölkerung vertritt. Und dieser Tatsache müssen wir Rechnung tragen, denn mit dser Vertretung dieser starken geistigen Macht hat sich seit Gründung des Reiches noch jede innenpolitische Macht irgendwie auseinandersetzen müssen. Selbst ein Bismarck war gezwungen schmerzliche Kompromisse zu machen. In der verzettelnden Parlamentswirtschaft der letzten 12 Jahre wuchs die Machtposition dieser in sich gefestigten Partei ungeheuer, keine der deutschen Parteien war der Konzentration und klugen Politik dieser Partei gewachsen. Das Zentrum herrscht heute im Reich.
Was kann nun in der Lage sein diese Monopolstellung zu erschüttern? Lediglich ein gleich starker politischer Wille und eine gleich starke Idee. Es ist wohl auch für unsere Gegner kein Zweifel, daß diese ideale Idee und dieser einheitliche Wille nur noch beim Nationalsozialismus zu finden ist. Die Pärlaten des Zentrums erkennen, daß in unserer Partei Faktoren am Werke sind, die noch immer den politischen Erfolg gebracht haben und die Prälaten alarmieren ihre gesamten Streitkräfte gegen den kommenden großen Gegner.
Es ist nicht klug, einen Gegner zu unterschätzen, klug ist es die Mentalität desselben zu ergründen und danach seine Taktik einzurichten.
Zuerst ist es notwendig zu erkennen, daß das Zentrum letzten Endes keine politische Partei ist — mit Politik befaßt sich nur die Führung sondern eine Religionsgemeinschaft. Aus dieser Tatsache allein ist es zu erklären, daß die Masse der Zentrumswähler der Führung vorläufig noch in jeder Situation Gefolgschaft leistete. Reicht der Versammlungssaal nicht aus, schafft es bestimmt die Kanzel. Kratze das Heiligenbild und der Stimmzettel erscheint, ist ein schnoddriger jüdischer Ausspruch. Wer annimmt, daß sich das Zentrum irgendwann und irgendwie mal auf eine politische Linie festlegen müsse, irrt. Das Zentrum wird immer dort stehen, wo es am vorteilhaftesten ist. Eine solche Charakterlosigkeit, Elastizität nennen die Zentrumsleute das, würde jede andere Partei in kürzester Frist dezinüeren. Beim Zentrum ist gerade das Gegenteil der Fall, es würde seine Schlagkraft verlieren, wenn es diese „Elastizität" nicht hätte.
Die wichtigste Erkenntnis ist nun für uns jedoch diese: Stets und immer wird die Politik des Zentrums maßgebend von Rom beeinflußt sein. Nie werden nationale Interessen das Primäre sein, sondern stets religiös-kulturelle. Unbedingt braucht die Partei politische Macht um die Interessen durchzusehen, um über den Staat den Einfluß auf die Seelen möglichst vieler > Menschen zu gewinnen. Für die Tatsache, daß Rom I die Partei regiert, bedarf es keines sehr komplizierten ! Beweises. Die wirklichen Führer sind römische Priester, die Prälaten Kaas und Schreiber. An leitender