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Mittwoch, 2. Leptember 19)1 I^Ir. 92
Der preustifehe Landtag kneift
Dr. Kränzen ausgetreten
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Eine «efpreeHung rnit der Sparkasse
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parteiLmtückes Organ öer bremer NationalMalMn
Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Redaktion: Bahnhosstrahe 26. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878
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Dr. Kranze« auSgefGieSen
Die RSDAlzr. fiem neuen SNinifter in «raunfihiveig
Rraunschtveig, 1. September. Minister Dr. Fran- ? zen hat seinen Austritt aus der NSDAP. erklärt. Er erklärte, sich gleichfalls den vorn Abgeordneten Rüst >. bekanntgegebenen Standpunkt der Parteileitung zur l Ministerfrage in Braunschweig nicht zu eigen ma- t chen und die Enthebung des Abgeordneten Groh von seinem Amt als Führer der Nationalsoz. Landtags- r frakti-on nicht billigen zu können. Wir kommen auf 6 diese Meldung noch zurück.
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Das Ausscheiden Dr. Franzens aus der R.S.
D.A.P. ist auf sachliche Differenzen über eine Re- ^ gierungsbeteiligung mit Gauleiter Ruft zurückzuführend - So sehr wir diesen Schritt bedauern, beweist er doch 1 der Öffentlichkeit, von welch hohem Verantwortungs- l gefühl sich beiire Führer haben leiten lassen. Man l ist es heute nicht mehr gewohnt, aus Ueberzcugungs- > konflikten die 'Konsequenzen zu ziehen, um vor dem eigenen Gewissen ein anständiger Kerl zu bleiben. Die- . sei' an sich betrübende Fall zeigt jedenfalls, daß diese i innere Sauberkeit im Nationalsozialismus Voraussetzung für das Führertum ist. In dieser Erkenntnis l liegt der entscheidende Wert und der Gegensatz zu allen übrigen Parteien.
Dr. Krnnzen «ver feinen crinsiei«
Braunschweig, 2. Sepkember. Minister Dr. Franzen hat über den Austritt aus der NSDAP. eine-m Pressevertreter gegenüber erklärt, daß er die Enthebung des Abgeordneten Groh von seinem Amt als Führer der nationalsozialistischen Landtagsfraktivn mißbilligen müsse. Er könne sich den von dem Gauführer Rüst bekannt gegebenen Standpunkt der Parteileitung zur Ministierfrage in Braunschweig nicht zu eigen machen.
Der Gauführer Ruft hatte am Montag abend in einer Versammlung der NSDAP. unter Hinweis auf die letzte Notverordnung des Reichspräsidenten, durch die den Ländern eine ungeheure Fülle von Macht gegeben f-i, erklärt, daß der Grund, der Minister Dx. Franzen zum Rücktritt veranlaßt Habtz, nicht mehr bestehse. Im Namen der NSDAP. habe er, Rüst, deshalb den Fraktionsführern der bürgerlichen Parteien erklärt, datz die NSDAP. in Braunschweig den zweiten Minister wieder stelle.
cvlngst dev 2*esßerrrsrssvarlesen
Der preußische Landtag bleibt gesperrt.
Berlin, 1. September. Der Aeltestenrat des Preu-
> ßischen Landtages entschied am Dienstag nachmittag
> die Frage, ob der Landtag, der sich bekanntlich bis znm 13. Oktober vertagt hat, auf Grund des deutschnatio-
> nalen Antrages zur Beratung der Vorschläge des pren- - ßischen Finanzministers hinsichtlich der Reichsresorm
und des von den Kommunisten eingebrachten Miß- , trauensantrage's gegen das preußische Staatsministeri- ! um früher zusammentreten soll. Mit den Stimmen der !> Regierungsparteien erklärte sich der Aeltestenrat entgegen der Auffassung der Opposition zunächst für zuständig, diese Frage zu entscheiden. Der Antrag auf eine frühere Einberufung des Landtages wurde sodann mit den Stimmen der Regierungsparteien abgelehnt.
Bezüglich des kommunistischen Mißtrauensantrages wurde von den Regierungsparteien der Standpunkt vertreten, es treffe allerdings zu, datz über einen solchen Antrag innerhalb von 14 Tagen nach seiner Einbringung abgestimmt werden müsse. Als „eingebracht" könne ein Antrag jedoch erst gelten, wenn ihn der Präsident dem versammelten Landtag vorgelegt habe». Daher laufe die vierzehntägige Frist erst vom t Tage des Wiederzusammentritts. also vom 13. Oktober an.
Gr sing seinen We^
Zum Gedenken an Pg. Gemeinder
Am 29« August abends ist wie schon von uns ' berichtet, mitten im Kampfe für die Partei der Gau- > sichrer des Gaues Hessen-Darmstadt, Peter Gemeinder gestorben, kurz nachdem er in der Mainzer Stadt- i halle vor 6000 begeisterten Zuhörern zusammen mit Prinz August Wilhelm gesprochen hatte. Nach dieser Versammlung, die einen großen Erfolg für unsere t Partei in Mainz bedeutete, wurde Gemeinder von schwerer Herzschwäche befallen. Parteifreunde brachten I ihn ins Zentralhotel, wo er trotz Zuziehen zweier Aerzte ? kurz darauf verstarb. Gemjeinder war einer unserer t verdienstvollsten Gauführer, der sich mit eiserner Ener- cj gie zu führender Stellung heraufgearbeitet hatte.. Er
war am 31. August 1891 in Dillhausen (Oberlahn- Kreis) geboren, war von Beruf Maurer und später Fabrikarbeiter. 1911 trat er in das Pionier-Batk. 21 ein, kapit,,lierte 1913, stand vom 2. 8. 14 bis 23. 11. 18 im Felde, wurdle zweimal verwundet, 1917 zum Offizier-Stellvertreter befördert und erwarb sich das E. K. 2. Klasse und die Militärdienstauszeichnung. Nach dem Kriege blieb er bis 1920 bei der Reichswehr, organisierte 1921 einen Berufsverband der Bauarbeiter, wurde 1922 Hilfsarbeiter im Finanzamt Ost in Frankfurt a. M., 1924 Stadtverordneter und Fraktionsführer der NSDAP. in Frankfurt a. M. 1929 wurde er Mitglied des Provinzial-Landtages von Hessen-Nassau und 1931 Reichstagsabgeordneter des Wahlkreises Hessen-Nassau. Am 31. 8. 31 wäre Gemeinder 40 Jahre alt geworden. I
Gie Partei steht in tiefer Trauer an der Bahre dieses treuen und verdienstvollen Vorkämpfers. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 2. September lfd. Jahres statt.
sreieHSVankdiSkonl «. v.
Berlin, 1. Sept. Gie Reichsbank hat am heutigen Dienstag den Diskontsatz, wie erwartet, von 10 auf 8 v. H. und den Lombardsatz von 12 auf 10 v. H. mit Wirkung ab 2. September 1931 herabgesetzt.
„Gras Zeppelin" in HSeennin- vuco seßnndei
pernambuco. I. September. Um 2t,05 MLZ. wurde tas Luftschiff „Graf Zeppelin" in pernambuco gesichtet. Um 21,26 Uhr erfolgte die Landung unter dem Dübel einer großen Menschenmenge.
Die ganze Bevölkerung war auf den Beinen, als das Luftschiff am Horizont erschien. Ls überflog in majestätischem Bogen zweimal die Stadt, um dann auf dem Flugfeld Re.ife zu landen. Die Brasilianer gaben ihrer Bewunderung über die glatte und fahrplanmäßige Abwicklung des Fluges Ausdruck. Nach den letzten Funkmeldungen .ist das Heck des „Graf Zeppelin'' in den schweren Negenstürmen, durch die die Ankunft des Luftschiffes um einige Stunden verzögert worden war, leicht beschädigt worden.
Die DeraniinoeiiiMe«
Die „Weser-Zeitung" vom Montag, den 31. 8. 31, Abendausgabe, schreibt in ihrem Vorwort zur Besprechung der Stahlhelm-Versammlung unter der Ueberschrift „Die Verantwortlichkeiten" u. a.: .... Die Verantwortlichkeit trifft also die Finanzdeputation in erster Linie, mit dieser aber auch alle Fraktionen der Bürgerschaft, die von den Nationalsozialisten bis zu den Sozialdemo- kraten in ihr vertreten sind.
Wir betrachten diese Notiz der Weser-Zeitung als ein geschicktes Manöver der volksparteilich-liberalen Kreise, um sich von der schweren Verantwortung, der Zugrundewirtschaf- tung des Bremischen Staates mit allen Mitteln der Kunst drücken zu wollen. Es ist daher erforderlich, immer wieder mit aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen, daß die Allein- schuldigen an dem Zusammenbrach Bremens, ja des ganzen Deutschen Neiches, die Träger des parlamentarischen Systems sind. Wir erleben es in Bremen leider aufs spürbarste am eigenen Leibe, was Parlamentarismus bedeutet. Es wird dem Volke vorgelogen, es regiere sich durch Entsendung von Vertretern in die Parlamente selbst. In Wirklichkeit sind es wenige interessierte Leute, die durch Beeinflussung der öffentlichen Meinung es geschickt verstehen, ihrem Streben nach politischem Vorteil, ihrem Ehrgeiz und Machthunger das Mäntelchen des Volkswillens umzuhängen. Man glaube doch nicht, daß der Zusammenbrach von gestern auf heute in Bremen sich vollzogen hat, sondern wir verspüren erst jetzt die Auswirkung einer langjährigen schlechten Politik. Man kann nicht in einer Zeit von rund 6 Monaten das ist der Zeitabschnitt, in welchem die Nationalsozialisten in der Bürgerschaft tätig sind unzählige Millionen verwirtschaften. Es bleibt der Arbeit des eingesetzten Ausschusses vorbehalten, restlose Klarheit zu schaffen über die verderblichen Transaktionen und die tatsächliche höhe der verwirtschafteten Gelder.
Ts nimmt uns an dem Artikel der Weser-Zeitung wunder, daß der doch sonst immer so gut unterrichtet sein wollende Verfasser, der ja den Verhandlungen der Bürgerschaft schon seit langer Zeit persönlich folgt, nicht die Ausmaße der Tätigkeit der Finanzdeputation kennen will. Die Mitverantwortlichen an den skandalösen Zuständen sind nicht in der Finanzdeputation, sondern in der Finanzkommission zu suchen. Die Finanzkommission ist eine Einrichtung, die vor Bahren geschaffen wurde und die geradezu diktatorisch die Finanzen Bremens verwaltet. Bn dieser Kommission sitzen lediglich bezw. saßen Herr Lömers (D.V.), Herr Wenhold (Staatsp.) und Herr Hagedorn von der SPD. Es sind da, wie es scheint, Dinge besprochen und zum Teil beschlossen worden, die erst jetzt im Verlauf des Zusammenbruches zu Tage treten, von denen außer diesen Genannten vielleicht kein Mensch etwas gewußt hat. wie eng die Verkettung der drei schuldigen Brüder Volkspartei, Sozialdemokratie und Staatspartei ist, erleuchtet der uns heute erst verständliche Ausspruch des Herrn Pros. Dietz anläßlich der Verhandlungen zur Regierungsumbildung im Anfang dieses Bahres. Herr Pros. Dietz lehnte den Anspruch unserer Fraktion auf den Posten des Nechnungsführers in der Zinanzdeputation ?nit der Begründung ab, es gingen derart heikle und wichtige Dinge durch die Hände des Nechnungsführers der Finanzdeputation, daß man niemals diesen Posten der Opposition einräumen könne. Erst heute erkennt man die Tragweite dieser Ausführungen. Ls war den Herren niemals ernstlich um einen marxistenreinen Senat zu tun. Sie glaubten, die nationalsozialistische Opposition in den ersten Monaten ihrer parlamentarischen Tätigkeit derart erledigen zu können, datz sie ihre Mißwirtschaft stillschweigend weitertreiben und^ falls doch einmal etwas zu Tage treten sollte, zudecken könnten. Es war aber die bekannte Rechnung ohne den Wirt, und wir werden rücksichtslos alle jene zur Rechenschaft ziehen, die aktiv oder schon durch stilles Dulden und als Mitwisser der Dinge für die heutige Katastrophe verantwortlich sind. wir sprechen heute kein Mitglied der Regierung und ihrer Stützen mehr frei von Schuld und Fehlern. Wenn es z. 6. die Herren Marxisten wirklich ehrlich meinten mit dem Volke, dann hätten sie von sich aus schon bei den ersten Anzeichen, die ihnen von der Fäulnis des Bremischen Staates bekannt wurden, an die Deisentlichkeit treten oder Halls