Einzelpreis LS HSfg
^ontsZ, )1. August 19)1 I>Ir. 90
Die Kunvgevnns in Essen
Die Gpnrkasse antwortet
Ein ÄentruntSvlalt verboten
Diener GiHNrinvel entlarvt
Die Gprensstoffansthläse vei Gräpel
bremerllationalsozialistisckeZeUung
parteiamtliekes »raan öer Bremer Nätionalsozialisten
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Der Senat hat zurückzutreten;
L»te «UrsersshaU Ist aufzulösen r — Reue Kragen an öle Sparkasse
Geffentliche Kundgebung des Stahlhelms , Die von den nationalen Parteien Bremens angestrebte ^Neugestaltung des bremischen Senats erhielt durch eine st Massenkundgebung des Stahlhelms am Sonnabend abend istm Tasino einen neuen Auftrieb. Die Forderung auf Auflösung des Senats wurde dahin erweitert, daß die Bremische »Bürgerschaft zurücktrete, um die Bahn freizugeben für eine ^nationale Regierung.
was hat Bremen jetzt zu tun?
ruoar das Thema, das Gauführer Hinsch nach einleitendem HMusikvortrag der Stahlhelmkapelle eingehend beleuchtete und ltlavon ausging, daß die Verhältnisse den Stahlhelm dazu Zwängen, zu sagen, was jetzt getan werden müßte. Heute ».handele es sich darum, ob das nationale Bremen bleibe oder Alb andere Männer sich festsetzen sollen, weil auch die innere ^Freiheit jetzt in Gefahr gerate, durch ein marxistisches Preußen ^verloren zu gehen. In diesem Zusammenhang erinnerte der is Redner an die Reichsreformpläne Höpker-Aschoffs, Preußen, sidas zunächst die kleinen Staaten finanziell aushöhle, um m ihnen dann ihre Selbständigkeit zu nehmen.
Bremen sei unter Mitwirkung von gewissen Stellen im >S Staat finanziell ausgehöhlt; nehme man den Hansestädten ls aber ihre Selbständigkeit, ihren Geist, müßten sie verdorren. »Die Millionen, die eingefroren seien, fehlten dem Staat in ider katastrophalen Wirtschaftsentwicklung, wie sie uns be- i vorstehe. Und in einem solchen Augenblick säßen Männer mn der Spitze des Bremischen Staates, die weder in Bremen, ünoch in Berlin vertrauen besäßen. In dieser schweren, wohl ^schwersten Stunde der bremischen Geschichte, fordere der Stahl- silhelm den Abtritt jener Männer, die mitschuldig seien, daß ch fahrlässig Staatsgelder vermasselt wurden. Der Stahlhelm ^fordere mit aller Eindringlichkeit, die ihm zu Gebote stehe- Der Senat hat abzutreten; die Bürgerschaft ist aufzulösen.
Aktivisten an die Front, sei die Parole, da die anderen Gabgewirtschaftet hätten. Der Stahlhelm habe keinen Anlaß, rmuf Anfragen von jener Seite, wie er denn regieren wolle, zu antworten; er könne aber versichern: vas geht euch chnichts an; ihr seid die Letzten, die gefragt werden. Aber erst sßmüsse Rlarheit geschaffen werden, restlose Rlarheit, bevor ckinationale Männer sich bereit finden, ihre unverbrauchte liund unvorbelastete Rraft dem neuen Bremen zur Verfügung h zu stellen. Mit einem Ausblick auf die Reichspolitik und dem chHinweis darauf, daß kein Wort hart genug fei, das versprechen der Annahme des poung-planes zu geißeln, womit chman der Jugend die Zukunft genommen habe, ging Hinsch ^schließlich zu einem Appell an die nationale Wählerschaft über, imitzuhelfen, den Sumpf durch Stichgräben zu entwässern, »Korruption, vonzentum, Eigennutz, Parteiunwesen und Unglauben auszuräumen, um auch einer nationalen Volksgemeinschaft Reinheit in Staat und Wirtschaft zu schaffen.
Den mit allseitiger Zustimmung aufgenommenen Ausführungen fügte der Fraktionsführer der veutschnationalen ,'Volkspartei in der Bremischen Bürgerschaft, vagts, Worte ran, die den stärksten Eindruck bei allen versammlungsbe- tjuchern hinterließen. Ausgehend von der Fragestellung: Was -hätte die bremische Regierung tun müssen, wies er daraus hin, o>aß er kein Verständnis dafür habe, daß die bremische Regierung bis heute keine Veranlassung genommen habe, vor ijder Deffentlichkeit auch nur mit einer Silbe sich darüber iszu äußern, wie solche Vorgänge möglich sein konnten und was liste zu tun gedenke, um die Schuldigen zur Rechenschaft zu Aziehen.
Nichts habe die bremische Regierung getan
äund auch die führenden Wirtschaftskreise hüllten sich in i Schweigen. Die Veutschnationale Volkspartei erhebe in Ge- omeinsckaft mit anderen politischen Parteien in diesen Wochen
Nuyrland unterm Hakenkreuz
Gonderbericht unsere«! nach Essen entsandten quen-Mitarbeiters
Essen, 30. August. Herrliche Sonne liegt über der Stadt, die einstige Waffenschmiede Deutschlands, d,av Herz des Ruhrkohlengebietes hat heute ein festliches Gesicht. Aeberall freudige Menschen, vorn Bahnhof aus strömen unaufhörlich dichte Menschenmässen in die Stadt, und donnernd beenden hier umjubelt Massen von Motorrädern und Autos unsere Zielfahrt. An Visen Plätzen bilden sich schon Formationen, Hakenkreuzbanner werden entrollt und flattern im Wind; lachendes Wetter — Hitlerwetter!
Inzwischen eröffnet Gauleiter Terboven M. d. R. den Gauparteitag Essen, vor versammelten Führern und Funktionären. Hier in den vielen Sälen des Saalhauses beginnt die praktische Arbeit der beiden Tage. Alles steht hier unter dem Gesichtspunkt, daß wir uns bereit machen müssen, den Staat zu übernehmen, daß wir energisch daran gehen müssen, unseren inneren Aufbau, das Fachberater-Wesen aufs Breiteste auszubauen und zu vertiefen.
Und es-wurde diese Arbeit geleistet. In den vielen Räumen fanden hochwichtige Besprechungen statt. Wirtschaftsfragen, Landwirtschaft, Gemeindevertretung, Organisation, alle für uns wichtigen Punkte wurden im Hinblick auf die baldige Uebernahme des Staates hin durchgesprochen, in langen eingehenden Fachreferaten, an die sich überall lebhafte Diskussionen anschlössen, die auch die letzten Fragen und Unklarheiten lösten. Man darf wohl sagen, daß wir heute schon soweit sind, um mit Ruhe der großen St„nde entgegenzuarbeiten, da wi das Steuer des Reiches in unsere Hände nehmen werden. Essen war mir hierfür Beweis.
Draußen leuchten schon Weiße Binden an blutigen Köpfen unserer Männer, feiges Mordgesindel fiel überall über einzelne Leute her. Flugblätter von ihnen, mit den wüstesten Parolen drohen und schimpfen — was soll es nützen? Ueberall hört man Trommeln rasseln,
Marschtritt und Kampfgesang. In langen Reihen stehen die Kumpels aus dem Zechengebiet, viele verhärmte, bleiche Arbeitergesichter darunter, alles große starke Arbeitsmänner
Gas Braunhemd blieb ja zu Hause, nur gut, umso bessere Sprache sprechen die Arbeitskleider, die Fäuste, der Sang und die eiserne Ordnung.
Es formieren sich Marschkolonnen, Sturm auf Sturm, Standarten marschieren in das Zentrum von Essen, nehmen Aufstellung auf dem weiten Burg- glatz, dem Herz der Stadt, das die Massen kaum noch fassen kann. Jetzt sind es Taufende,. Marschmusik jubelt auf und die Mestischenmassen drängen sich mn dies Bild von Ordnung und Disziplin. Die Fahnejn ziehen nach vorne. An vielen hängt schwarzer Flor, mit ihnen, über ihnen ziehen die Toten von der Ruhr, Knickmann, Bauschen, Thoman, Felgendreher, und wer sie sein mögen. Hoch über alle dem die alte Standarte Essen. Sie wird heute bald 2000 Essenern voran- getragen. und ich sehe ein Bild vor mir, als damals auf dem Parteitag der Führer das Tuch in Nürnberg weihie, stolz trugen wir es damals mit 300 Mann zurück in diese Stadt — jetzt leuchtet es Tausenden! — Nun sprechen die Führer zu den Massen, Schlag auf Schlag, Jubel und Freude. — Dies ist der Austakt nur zum morgigen Tag.
Essen war einmal rot, Essen ist nationalsozialistisch
Brausend steigt das Deutschlandlied in t^en Abendhimmel, ein endloser Zug wächst, ein Marsch durch weite Straßen, dann Hehts in die Quartiere — draußen im „Zillertal" wo zweitausend Mann auf gemeinsamem Strohlager ruhen, Mann und Führer, wird es langsam stiller, dann verlöschen die Lampen und Düsternis breitet sich über dem schlafenden Heer. Auf morgen! (Fortsetzung folgt!)
die eindeutige Forderung auf restlose Aufklärung dessen, was geschehen ist und die Zur-Verantwortung-Ziehung der Schuldigen. Sie werde dafür sorgen, daß in der demnächst zusammentretenden Bürgerschaft weder vor Namen, Personen oder Ständen Halt gemacht werde, um Rlarheit zu schaffen. Der Redner erinnerte dann an den deutschnationalen Brief an den Senat, worin bekanntlich diese Rlarheit gefordert wurde, und aus den bis zum heutigen Tage keine Antwort erfolgt ist, und in dem nicht mehr und nicht weniger als der vorwurf erhoben wurde, daß es den Anschein habe, als ob fahrlässig Staatsgelder in Verlust geraten seien.
„wenn der bremische Senat es nicht für nötig erachtet, daraus zu antworten, sagte der Redner, „so mutz ich hier feststellen, vor aller Deffentlichkeit,
-atz er die vorwürfe offenbar nicht entkräften kann."
Wenn die Bremische Bürgerschaft sozusagen demnächst zu Gericht sitzen werde über diese Vinge, könne die Forderung nur lauten: „weg mit dem Senat!"
Ver Redner wandte sich dann der möglichen Neubildung der Regierung zu. Erste Voraussetzung dafür, daß die nationalen Rräfte die Regierung übernähmen, sei, daß restlose Aufklärung geschaffen werde. Die zweite Forderung gehe dahin, daß eine solche Regierung nicht erkauft werde um den preis der Verschleierung und Vertuschung dessen, was gewesen ist, sondern sie werde eine Regierung, die ge
tragen ist von den Grundsätzen, die dem nationalen Bremen stets zu eigen waren. Ls solle eine ausgesprochene Rechtsregierung werden, die im scharfen Rampf gegen Rorruption und Marxismus im Felde steht.
Wenn die jetzige bremische Regierung nicht von ihrem Platze weiche und somit dazu beitrage, daß nicht alles an die Deffentlichkeit Klangt, und über den Weg der parlamentarischen Fragen nichts zu erreichen sei, dann bleibe nur noch übrig, den
Appell an die gesamte Wählerschaft zu richte«:
Zoll dieser Senat, soll diese Bürgerschaft von der Sildsläche verschwinden oder nicht?
Er zweifle nicht daran, daß die bremische Geffentlich- keit dann diese Frage mit einem entschiedenen Ja beantworten werde. Wenn es nicht gelinge, die Vinge innerhalb der Mauern Bremens zu liquidieren, so könne man auch eine Melodie anstimmen, die überall in Deutschland gehört und dafür sorgen werde, daß man auf die Schuldigen mit Fingern zeigen werde, die sich dagegen wehrten, daß die Grundsätze eines anständigen Volkes durchgeführt würden, nämlich für Sauberkeit und Reinheit im eigenen Hause zu sorgen. Der bremische Senat werde zum letzten Male aufgefordert, die Bahn freizumachen für die nationalen Männer. - Lebhafter Beifall beschloß die Rundgebung.