Ausgabe 
(28.8.1931) Nr. 88
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parteiamtliches Organ der Oremer stationalsozialiltea

Verlagsort Bremen Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re- daltion: Vahnhofstrahe 26 Sprechstunden der Redaktion' Montag bis Freitag von 17 bis l9 Ilhr. —Fernsprecher Domsheide 25878

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Vier Vomven-AlnfMüge gleiGzeMg

KonnnuntsNfiHes VervreGen?

Bremervördp, 28. August. 3n der letzten Nacht hat sich in Gräpel bei Bi'emervörde eine Katastrophe ereignet, wie sie in der Geschichte der Brandstiftungen noch nicht dagewesen ist. 4 große mit Erntevorräten gefüllte Schleimen wurden in kurzer Aeit ein Raub der Flammen.

Während die Feuerwehr mit dem Ablöschen des Brandes einer Scheune beschäftigt war, stand plötz­lich eine 200 Meter entfernt stehende Scheune gleichfalls in Flammen. Kurze Feit später erfolgte eine Detonation und eine 3. Scheune brannte in ihrer ganzen Ausdehnung. Dabei sind neben landwirtschaftlichen Maschinen 41 Schweine umgekommen.

Der Bevölkerung bemächtigte sich eine ungeheure Erregung, dtz auf ihren Höhepunkt stieg, als plötz­lich auch noch eine vierte Scheune an allen Seiten gleichzeitig zu brennen begann. «Die vier Scheunen sind vollständig niedergebrannt.

Es handelt sich hier um ein planmäßig ange legtes Bombenattentat, das parallel läuft mit den son­stigen kommunistischen Ernbrstörungsversuchen. Ob es sich hier um ein kommunistisches Verbrechen han­delt, steht allerdings noch nicht fest.

Reue» K HS D-2Nordanf«hi«S

kNorddrohungen gegen die Polizei Hamburg. 28. August. wie die Polizeipressestelle mit­teilt, wurde am Donnerstag gegen 22,15 Uhr in der Lhateau neusstrahe ein Polizeibeamter angeschossen und schwer ver­letzt. Der Veamte. der sich aus dem Wege zum Dienst be fand, beobachtete fünf Personen mit Fahrrädern. Einer der Radfahrer kam auf ihn zu, rief ihm die Worte „Hände

Uns geht von einem Bankfachmann ein offener Brief an die Sparkasse in Bremen zu, den wir unter weglassung des Einsenders und ohne eigene Stellung-, nähme veröffentlichen. Wir halten jedoch eine offizielle Stellungnahme der Sparkasse für unbedingt erforderlich. In der Morgenausgabe vom 20. August d. I. setzt sich die „Weser-Zeitung" mit der kürzlich veröffentlichten Bilanz Ihres Instituts per 30. Iuni 1931 auseinander, die sie als „erfreulichen Auftakt" zu bezeichnen für richtig befindet. Daß die „Weser-Zeitung" damit recht hat, möchte ich in Zweifel ziehen, und ich erlaube mir, Ihnen nachstehend meine eigene Meinung mitzuteilen, wobei ich bemerken möchte, daß ich mich gern belehren lassen will, falls dieselbe falsch ist.

Ich beziehe mich auf die zuletzt von Ihnen veröffent- lichte Bilanz per ZO. Iuni lyZl. Unter den von Ihnen darin angegebenen Aktiven figurieren als getätigte klnlage- geschäfte:

1. Wechsel 5 770 Will.

2. Eigene Wertpapiere ^ 9 514 RUH.

3. Schuldner in laufender Rechnung AZt 12 058 Will.

4. Darlehen .-?.1i22ZZ7 Mgl.

K.K49 679 M;,r

5. Hypotheken 83 887 Will.

total: 133 566 will.

Lei den unter 1) bis 4) aufgeführten Positionen han­delt es sich um Transaktionen, wie solche ausschließlich bei reinen Bankunternehmen üblich sind, und nur bei dem Posten unter 5) um sparkassenmätzig angelegtes Geld.

Ick sehe für die Spargläubiger eine außerordentlich große Gefahr darin, daß Ihr Institut allem Anschein nach : Geschäfte tätigt, die den Ihnen zugewiesenen Rahmen als

Sparkasse weit überschreiten. Als Grund für meine Be­fürchtung möchte ich angeben, daß die für derartige Bank-- geschäfte bei Ihnen vorhandene Ligenkapitaldecke mir als zu gering erscheint, denn bei ca .50 Millionen bankmäßiger Anlagen verfügen Sie nur über einen Reservefonds in

hoch" zu und feuerte sofort einen Schuh ab. Der veamte brach schwerverletzt zusammen und wurde einem Kranken­haus zugeführt. Etwa 5 bis sü Minuten später wurde einem poliMbeamten, der auf srinem Fahrrad versuchte, die Täter in der Umgebung zu ermitteln, von einem ihm entgegen­kommenden Radfahrer zugerufen: „warte man, ihr kriegt alle noch etwas!" Der Radfahrer entkam trotz sofort auf­genommener Verfolgung in der Dunkelheit.

höhe von 5 Millionen RM., zu welchem noch eine Garantie Ihrer 1000 Mitglieder mit insgesamt 500 000 RM. tritt. (Zwar sind noch weitere Vermögenswerte bei Ihnen in Gestalt der Häuser vorhanden, die Ihr Eigentum bilden, doch will mir scheinen, daß dieser Wert auf Iahre hinaus nur sehr problematischer Natur sein kann. Glücklicherweise sind die Gebäude bei Ihnen ja auch bis auf I RM. abge­schrieben.)

Nun ist aber, wie die letzte Zeit bewiesen hat, bei einer krisenhaften Entwicklung der Wirtschaftslage nicht zu ver- vermeiden, daß bankmäßige Transaktionen Verluste in sich bergen. Solche Verluste können von einer Bank mit ge­nügend großer Eigenkapitaldecke ohne weiteres getragen wer­den .sofern sie sich im normalen Rahmen bewegen. Nicht aber von einem Institut ohne Eigenkapital. Es ist auch bei Ihnen nicht denkbar, dah in den obenerwähnten 19 679 Mill. bankmäßiger Anlagen, die nur zum Teil gesichert sind. keine Verluste liegen. Schon allein die Wertminderung Ihres Effektenbestandes seit dem 30. Iuni d. I. bis heute wird erhebliche Abschreibungen erforderlich machen, ganz abge­sehen davon, daß auch bei den viskontwechseln und Da» lehen Verluste nicht umgangen werden können.

Gb es für Vilanzzwecke am Ultimo d. I. nötig sein wird, Ihre Gebäude wieder zu aktivieren, kann ich nicht beurteilen. Zweckmäßig würde mir dies nicht erscheinen. Ich möchte Ihnen vielmehr im Interesse der Spargläubiger den dringenden Rat geben, Ihre Rapitaldecke alsbald er­heblich zu vergrößern, dergestalt, daß Sie die Garantiesumme Ihrer Mitglieder aus insgesamt mindestens sv Mill. RM. bringen. Gelingt dies nicht, so sollten Sie in Zukunft auf keinen Fall das bankmäßige Geschäft weiter tätigen, son­dern dasselbe langsam abbauen. Aus dem vergleich der Bilanzen per 31 .Dezember 1930 und 50. Iuni 1931 geht hervor, daß Sie das reine Bankgeschäft nicht unerheblich vergrößert haben. Aus den schon erwähnten Gründen wäre eine Neuorientierung Ihrerseits angelegentlichst zu empfehlen, damit möglichst die bremische Bevölkerung sich nicht wieder plötzlich vor überraschende Tatsachen gestellt sieht.

Der ToSeska»«vf

ver vremifehen WittsryattSVLrNts»

von E. Barnewold, Brennen.

Durch den nervösen und vollständig unfähigen Versammlungsleiter, Herrn Nienaber, Schneidermeister a. G., erlitt die am 25. 8. 31 von der Wirtschaftspar­tei in Bremen einberufene öffentliche Versammlung ein großes Fiasko und ein unrühmliches Ende. Es machte schon einen schlechten Eindruck, wenn die Herren am Vorstandstisch die Versammlung bitten, das Rau­chen einzustellen, und sie selbst feste darauf los qual­men.

Als ehemaliges Mitglied der Wirtschaftspartei erkläre ich, daß die Führung der Wirtschaftspartei hier in Bremen vollkommen versagt hat. Der Mittelstand, Handwerksmeister und Gewerbetreibende, ist durch das heutige System entrechtet und ausgebeutet. Der Mit­telstand ist eine staatspolitische Notwendigkeit und von jeher das Sammelbecken der strebsamsten und Neue­sten Volksgenossen gewesen. Er ist auch heute noch das Bollwerk gegen den Bolschewismus,. Zum Mittel­stand gehört aber alles, was sich nicht zum Vater­landslosen, klassenkämpferischen, eigentumsfeinblichen Proletariat rechnet oder unersättlicher, internationaler Großkapitalist ist. Es ist aber nicht mehr am Platze, daß sich ein Bruchteil des Mittelstandes in einer klei­nen Partei verzettelt. Ich erinnere die Wirtschaftspar­tei an die vor einer Woche im Restaurant Voß ein­berufene große Versammlung, wo ganze 18 Mann er­schienen waren. Ger größte Fehler des Gewerbetrei­benden ist es, zu glauben, daß ihn die PolitiL nichts angehe. Noch heute gibt es abertausende von Hand­werksmeistern, die glauben, in der Werkstatt sich aus eigener Kraft die Existenz und Zukunft erhalten zu können. Aber der größte Fleiß wird nichts nützen, so­lange diese Regierung durch eine reguröse Gesetzgebung jeden Ertrag der Arbeit wegsteuert und uns bis aufs Blut auspovert. Die furchtbarste Not erst trieb uns Männer des Handwerks zur Politik. Das beweist das Erwachen und die Flucht von Millionen von Hand­werksmeistern und Gewerbetreibenden aus allen Par­teien. Es haben bei der letzten Reichstagswahl ca. 6.5 Millionen erwachte deutsche Wähler, davon ein großer Teil aus der Wirtschaftspartei, die nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei gewählt, weil alle Nachkriegs- regierungen dem Handwerk die untragbarsten Lasten aufgebürdet haben, aber keine Arbeit und Brot schaffen konnten. Auch die Wirtschaftspartei konnte es nicht ver­hindern, weil sie keine Macht hat u. nie bekommen wird. Ich behaupte, eine Mittelstandspartei hat keine Berech­tigung mehr, denn den alten deutschen Mittelstand, diese Arbeitsbienen, gibt es nicht mehr; der Mittelstand ist dem heutigen marxistischen System schon zum Opfer gefallen und die Wirtschaft ist zerschlagen. Den neuen Mittelstand bilden Parteibuchbeamte und die roten Ge­werkschaftsbonzen. Wir müssen mit unseren 1.5 Mil­lionen Gewerbebetrieben mit 9 Millionen Wählern ge­schlossen in der nationalsozialistischen deutschen Ar­beiterpartei uns sammeln, in der Partei, die die größ­te Macht hat, um mit der marxistischen Pest endlich abzurechnen. Alle kleinen Parteien müssen sich selbst auflösen, denn sie stehen unserem großen, zielbewuß­ten Vormarsch nur im Wege.

„Los von der Zinsknechtschaft^ ist eine Forderung unseres nationalsozialistischen Programms, was be­sonders den gesamten Mittelstand interessieren soll­te. Wir Gewerbetreibende müssen es jetzt erleben, daß unsere Erträgnisse der Arbeit (soweit wir noch von Arbeit reden können) dauernd zurückbleiben hinter den Zinsen, die das in Sparkassen, Banken und Hypo-

Offener Brief an die Sparkasse

GGwere Vorwürfe sesen die Lettuns