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I ^lontss, 24. August 19)1 Xr. 84
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bremerllationalsoziaWscke Zeitung
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Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele. Verlag': Bremer Nationaliozialislische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re- daltion: Bahnhofstrahe 26. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878
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Am Brenrens Mus
Kapitalistische Bankiers und Marxisten in gemein- I samer Front haben sich überboten in der Betonung, der! 14. September habe sich auf die kommerziellen Beziehungen Deutschlands zum Ausland "schädlich ausgewirkt. Braun hat es wieder unterstrichen in dem Aufruf an sein Volk gelegentlich des Volksentscheides und 'Jakob Goldschmidt und Strube operierten mit diesem Volksbetrug anläßlich des Jahresberichtes der Danat- bank für 1930. Deswegen also haben wir die glorreiche Demokratie gemacht, damit man "das Volk, das man in einer Wahl um seine Meinung fragt, für die Mißwirtschaft derer verantwortlich macht, die es seit 13 Jahren regiert haben. Die .„Beziehungen zum Ausland" mußten einmal wieder herhalten, um derentwillen wir Jahr um Jahr tiefer in die Versklavung hereinmanöveriert wurden. Um das wachsende Mißtrauen des Volkes zum Schweigen zu bringen, bediente man sich der Stimme des Auslandes und verschwieg dem Volke, daß auch nach dem 14. September ganz lustig weitere Auslandsmillionen nach Deutschland hineinflössen, mehr noch, als heute manchem der noch immer gleichen Machthaber lieb ist.
Wir schalten um auf Bremen. Auch hier fand! eine Wahl statt. In dem Wahlkampf brüstete sich die! ganze große Koalition mit den Heldentaten, die sie! vollbracht hatten. Der inzwischen verstorbene Reichs-! kanzler Müller renomierte vor einer damals noch glän-! bigen marxistischen Wählerschaft mit statistischen Zah- ^ len darüber, wieviel mehr das marxistische Deutschland für soziale Zwecke verausgabe, als das Deutschland vor dem Kriege. Millionen- und Milliarden-Summen schwirrten durch den Saal. Leider vergaß man zu erwähnen, daß der Enderfolg der Politik eines marxistisch beeinflußten Deutschlands inzwischen sich in Millionen von erwerbslosen Arbeitern auswirkt. Nein, man vergaß es nicht, sondern man wollte irre führen, unterschätzte nur dabei, daß die erwachende Arbeiterschaft diese Ammenmärchen nicht mehr glaubt und auch weiß, daß es ein Heldenstück ist, Unsummen für soziale Zwecke zu verausgaben, wenn Millionen von hungernden erwerbslosen Volksgenossen den Staat zu diesen Ausgaben einfach zwingen. In einem anderen Saal unserer Vaterstadt hielt .„unser" Böhmers seine bekannte Dssuckfehlerrede. Zahlen gab er die Fülle, leider nur nicht die, auf die es ankam und von denen wir heute brockenweise Tag für Tag Millionenwerte serviert bekommen, zuletzt gelegentlich der Gläubigerversammlung der Nordwolle in der Glocke. Wir wissen zu welchem Zwecke dieses Spiel getrieben wurde und das ist politisch entscheidend.
Man brauchte wieder die große Koalition in Bremen um die Marxisten, die Mitwisser, Förderer und Nutznießer dieses Systemes nicht in die Opposition zu treiben und gemeinsam mit ihnen dem erwachendem Bremen vorzuenthalten, was eigentlich gespielt wurde.
Und heute? Senator Böhmers hat seinen Abschied eingereicht und man soll ihm die Abschiedshymne der Schünemänner gönnen. Sie haben ihm jedenfalls einen schlechten Dienst erwiesen. Ganz überflüssig war die offizielle Beurkundung der Verdienste Böhmers um die Nahrungsmittelversorgung der Heimat während des Krieges. Wenn man schon von Verdiensten im Kriege spricht, sollte man sich auf diejenigen beschränken, die vor dem Feind erworben wurden. Das kann man später bei Senator Apelt erwähnen, der vor dem Feind, wie andere seine Pflicht getan hat.
Im übrigen wurden wir wünschen, daß alle die, die an den Zusammenbrächen der letzten Wochen in Bremen beteiligt sind, endlich auch auf den Einfluß in der Wirtschaft verzichten, den sie durch Aufsichtsratsposten in reichem Maße besitzen. Schließlich sind ihnen solche Aemter — in einer unverantwortlichen Zahl — nur auf
Grund ihrer Stellung übertragen worden, die sie inzwischen verloren haben bezw. im Begriffe stehen zu verlieren. Bisher sind von der Bikdfläche verschwunden nur die Lahusens und Öfter loh, der seine Aemter „ruhen" läßt, wie wir versichern können, - auf immer.
Die Bahn muß frei werden, um der alten Hansestadt ihren Ruf wieder zu gewinnen und den um ihren Arbeitsbetrag betrogenen Volksgenossen ihren Lebensmut zurückzugeben.
Wir sind am Ende mit unserer Geduld. Wir werden aber zur Uebernahme der Staatsgefchäfte erst dann bereit fein, wenn uns die Möglichkeit gegeben wird, unsere! grundsätzlich entgegengesetzte ' d. h. nationalsozialistische Staats- und Wirtschaftsa.uffasiung wirklich zur Geltung zu bringen und dabei u. a. durch Feststellung der Verantwortlichkeit auch den letzten Rest von Unrat beiseite zu räumen, der bei der Herrschenden Verfilzung in Bremen noch immer vorhanden ist.
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Strafverfahren gegen
Krufe, CHLers, Rurnoyr und Gnoek eßnselettet
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Gegen die verantwortlichen Vorstands- und Aussichtsratsmitglieder der Beamtenbank Bremen sind bei der Staatsanwaltschaft verschiedene Anzeigen eingelaufen. Nach sofortiger Sicherung der für eventuelle Straftaten in Frage kommenden Bücher und Urkunden haben polizeilichx Ermittlungen stattgefunden; auch sind die früheren Vorstandsmitglieder Kruse, Dr. Rumohr und Ehlers durch den Vorermittlungsrichter vernommen worden.
Aus Grund der bisherigen Ermittelungen ist gegen die s-überen Vorstandsmitglieder Rruse, Dr. Rumohr und Ehlers sowie das frühere KufsichtsratsnntgUed Gustav Lnoek die gerichtliche Voruntersuchung beantragt worden, weil der verdacht gegeben ist, daß sie absichtlich zum Nachteil der Genossenschaft gehandelt und sich außerdem gegen die Ronkurs- srdnunz vergangen haben, indem sie durch Diffrrenzhandel mit Börsenpapieren übermäßige Summen verbraucht haben oder schuldig geworden sind und die Handelsbücher so unordentlich geführt haben, daß sie keine Uebersicht des ver- mögrnsstandes der Beamtenbank gewährleisten.
Ob und inwieweit eine Ausdehnung der vsruntersuchung aus andere Straftaten und gegen welkere verantwortliche Mitgiieder der Leitung der veamtenbank beantragt wird, kann erst nach weiteren Ermittelungen in der Voruntersuchung gesagt werden.
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London, 23. August. Der König von England ist Sonntag früh um 8 Uhr aus Schottland nach London zurückgekehrt. Um 10.30 Uhr empfing er den Ministerpräsidenten Macdonald zu einer Unterredung, die eine Stunde lang dauerte. Auf Macdonalds Rat empfing sodann der König um 14 Uhr Sir Herbert Samuel. Nachmittags ist Baldwin zu einer informato- schen Unterredung ins königliche Schloß geladen worden.
Vor der Entfehetdumg in London
London, 24. August. Trotz der überraschend anhaltenden Schweigsamkeit der Regierung über den wahren Stand der Lage'ist man in London allgemein der Ueberzeugung, daß das Leben des Kabinetts Mac- dvnald nur noch Stunden zählt.
Es wird sogar teilweise angenommen, Macdonald habe den König bereits bei der letzten Audienz davon unterrichtet, daß es ihm unmöglich sei, ein Kabinett auf der Grundlage des neu entworfenen Sanierungsprogrammes zusammenzuhaben. Möglicherweise werde noch im Laufe des Montags eine nationale Notregierung gebildet, um das Sparprogramm unverzüglich dem Parlament vorlegen zu können und um durch schnelles Handeln eine ernstliche Schädigung des englischen Kredites im Ausland» zu verhüten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß auf Macdonäld von Seiten der Hochfinanz ein vielleicht entscheidender Druck ausge
übt würde, sich endlich zu einem Entschluß aufzuraffen, und zwar mit dem Hinweis, daß seine Entscheidung noch vor der Eröffnung der Montagsbörsen zu fallen habe.
Als unmittelbare Ursache für den Zusammen- bruch der Regierung kann die ultimative Forderung ihrer Gegner nach einer Ausbalanzierung der Erwebs- losenversicherung sowie drastischen Sparmaßnahmen angesehen worden.
Eigentlich bestehen nur zwei Möglichkeiten, entweder wird eine konservative Regierung mit garantierter liberaler Unterstützung gebildet oder eine Koalitionsregierung, gleichfalls mit Baldwin als Ministerpräsident. Falls eine Koälitionsregierung gebildet wird, ist damit zu rechnen, daß sich einige arbeiterparteh- liche Minister für die Dauer der Notperiode zur'Verfügung stellen werden.
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Budapest, 24. August. Der Reichsverweser hat die Ministerliste des Grafen Karolist in der bekannten Zusammensetzung gebilligt. Die neue Regierung ist damit endgültig gebildet worden. Der Reichsverweser hat den Ministerpräsidenten Rarolist mit der vorübergehenden Leitung des Finanz-.' Ministeriums betraut. Das Volkswohlfahrtsministerium wird ebenfalls vorläufig von dem Kultusminister Lrnszt versehen. Am Montag mittag wird die neue Regierung den Amtseib leisten.
MLZSRSLKS gegen VUssuro LtzrsfgedeKt
Madrid, 24. August. Die Lage in Spanien nimmt immer bedrohlichere Formen an. Die Polizei deckte ein Komplott dreier Arbeiter, eines Syndikalisten, eines Anarchisten und eines Kommunisten auf, die ein gemeinsames Attentat auf den' Innenminister Maura vorbereitet hatten. Maura sollte auf die gleiche Meise ermordet werden, wie s. Zt. der spanische Minister Dato. Die Verhaftung der Attentäter ist bisher noch nicht gelungen.
Im weiteren Verlauf ihres Kampfes gegen die Geistlichkeit hat die Regierung offiziell den Kardinalprimas Segura .und den Bischof von vitoria ihrer Stellungen und weltlichen Vorrechte, soweit sie nicht rein geistlich sind, entkleidet. Leide sind nach dem Ausland verbannt worden.
GverSbuSKosTt WerrSS sefMiHlel
Gollnow, 23. August. Der ehemalige Reichswehroberleutnant Wendt, ist seit Sonnabend spurlos verschwunden. Ihm war für die Zeit von 12 bis 17 Uhr Hafturlaub bewilligt worden. Von diesem Urlaub ist er nicht zurückgekehrt. Die polizeilichen Ermittelungen die sofort in Gollnow urid in welkerem Umkreist ! geführt wurden, führten bisher zu keinem Ergebnis^
^ Man nimmt an, daß Wendt von politischen Frenn- ! den im Auto abgeholt wurde, das sich bei dem zum ^ Wochenende einsetzenden starken Kraftwagen-Gurch- > gangsverkehr unbeachtet der Strafanstalt hätte nähern !können.