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Berlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele. Verlag: Bremer National!ozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Redaktion: Bahnhosstratze 26. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878
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Gegen den Volentcrror in Dveefggefien Nie Krise tn England — Landtag«»
Etnvernfnng tn Härensten
Wird die BürgersGast niGi ausgelöst?
Hamburg, 21. August. Die Amtsperiode der Hamburger Bürgerschaft hattie bereits im Februar d. 2. ihr Ende erreicht. Man hat sich das Leben bis zum Oktober d. 2. verlängert. Maßgebend für diese Handlung war einzig und allein diie Angst vor den Neuwahlen und die Furcht vor den Nationalsozialisten. Wenn man damals gehofft hat, dise nationalsoz. Bewegung würde sich durch eine aktive Regierungsbeteiligung, wie in Braunschweig und Thüringen, von selber erledigen, so sieht man sich heute grenzenlos enttäuscht. Die nationalsozialistische Welle ist nicht nur nicht abgeebbt, sondern zu einer solchen Woge angeschwollen, daß es lediglich eine Frage der Zeit ist, waa-i sie sich über Deutschland ergießen und alle Gegenwehr ersticken wird. Da der nationalsozialistische Vormarsch mit parlamentarischen Mitteln nicht auszuhalten ist, ist man schon längst dazu übergegangen, uns unter Aus- nahmerecht zu stellen und mit Ausnahmegesetzen zu bekämpfen. Wir brauchen nur auf die zahlreichen Vorgänge zu verweisen, die der letzten Zeit ihren Stempel aufgedrückt haben.
Wir sind im Bilde, daß auch in Hamburg die verschiedenartigsten Erwägungen gepflogen worden sind, wie es möglich ist, den sicher maßgebenden Einfluß zu brechen, den die Nationalsozialisten bei der Neuwahl der Hamburger Bürgerschaft zweifellos erlangen werden.
Aus nächster Nähe des Senates wissen wir, daß
mit dem Plan gespielt wird, der Bürgerschaft das Leben erneut zu verlängern und die Neuwahlen auf unbestimmte Zeit herauszuschieben.
Für diese Annähmje spricht ganz zweifellos das krampfhafte Bemühen des Senates, sich finanziell über Wasser zu halten. Es ist nicht Art der Sozial- demokratie, so kurz vor einer großen Entscheidung Maßnähmen zu treffen, die bestimmt nicht als populär zu bezeichnen sind. Hundert Beispiele zeigen, daß die SPD. in solchen Fällen nach de!m Motto: „Andere haben auszulöffeln, was von uns eingebrockt wird!" stets auszuweichen und sich der Verantwortung zu entziehen Pflegt. Für die Annahme spricht weiter die Tatsache, daß dem Statistischen Wahlamt auf die Nachfrage, wann denn nun eigentlich ihre Räume im Goten- hof fertig würden, geantwortet worden ist:
.'Die sind noch lange nicht fertig. Im übrigen findet die Bürgerschaftswahl doch nicht statt!"
Es wäre wertvoll, wenn der Hamburger Senat die Bevölkerung dadurch beruhigen würde, das er zu diesen konkreten Angaben ein ganz klares Dementi herausgeben würde, aus ^dem man entnehmen kann, daß gegen die Verfassung gerichtete Maßnahmen nicht geplant sind bezw. daß die Bürgerschaftswahl, wie angesetzt, stattfinden wird.
Wir fordern LnndinsS-
esnGerufuns
Berlin, 21. August. 2m Preuß. Landtag habgn die deutschnationals Fraktion und die nationalsoz. Abgeordnetem folgenden Antrag eingebracht:
Nach Pressemeldungen hat der preußische Finanzminister Hoepkeir-Aschoff dem Reichsminister des 2nnern einen Gesetzentwurf eingereicht, der in seinem Grundgedanken die Versklavung Preußens bedeutet. Gleichzeitig ist bekannt geworden, daß der Vorschlag die Durchführung dieses Gesetzentwurfes mit Hilfe des Artikels 48 der Reichsverfassung vorsieht. Angesichts der daraus erwachsenden Gefahr für die Existenz Preußens beantragen wir öu Einberufung des Landtages.
Der VoikSvrsnv ioehri fieH
Genf, 22. August. Der Deutsche Volksbund in Kattowitz hat, an den Völkerbundsrat eine Eingabe bezüglich des Verhaltens der polnischen Behörden gegenüber der deutschen Minderheit gesandt. Sie trägt das Gktum des 14. August. Aus ihrem 2nhalt ist folgendes hervorzuheben.:
Die umfangreiche Eingabe geht von der Entschließung des Völkerbundsrates vom 24. Januar 1931 aus, in der es als unter allen Umständen unerläßlich bezeichnet wurde, „der deutschen Minderheit der Wojcwot- schaft Schlesien ein Gefühl des Vertrauens wieder zu verschaffen, welches tief eirsschüttert zu sein scheint Und ohne das zwischen der Minderheit und dem Staate eine Zusammenarbeit nicht erfolgen kann.
Es heißt dann weiter, daß die 62. Ratstagung des Völkerbundes die Frage, ob das erschütterte Vertrauen
der deutschen Minderheit bereits wieder hergestellt worden sei, auch bei ihren Beratungen während der Maitagung in den Mittelpunkt der Aussprache gestellt habe. Der deutsche Volksbund gibt schließlich eine Darstellung der Entwicklung der Verhältnisse seit seiner letzten Eingabe. Es werden zahlreiche Tatsachen angeführt, die eine nochmalige Anrufung des Völkerbundsrates notwendig machen und im wesentlichen folgendes ergeben:
2m Mittelpunkt der
Vorkommnisse vom Herbst 1930 standen die Wahlen vom Warschauer Sejmund Senat und vom Schlesischen Sejm. Die Prüfung der von der deutschen Wahlgemeinschaft angefochtenen Wahlrechtsverletzungen bei der Wahl zum schlesischen Sejm hat bisher geruht. Ueber die Gültigkeit der beanstandeten Wahlen entscheidet das Gericht, welches durch Gesetz bestimmt wird. Dieses Gericht muß seine Entscheidung binnen sechs Monaten vom Tage der Wahl ab, das ist im vorliegenden Falle bis zum 23. Mai 1931 fällen. Erst am 31. Juli 1931 ist die Veröffentlichung des entsprechenden Gesetzes, das ein Gericht mit der Wahlprüfung beauftragt, erfolgt. Die Prüfung der Wahleinsprüche kann deshalb erst jetzt beginnen. »Die deutsche Minderheit erblickt in der Verzögerung der Einsetzung des Wahlprüfungsgerichtes eine Beeinträchtigung ihrer politischen Rjechte.
Die Bemerkung über die Verständigung zwischen den einzelnen Parteirichtungen im Schlesischen Sejm ist nicht begründet. Gi,e Gegensätze sind unverändert schroff.
2n der Eingabe des deutschen Volksbundes vom 7. 2anuar 1931 wurde nachgewiesen, daß die Träger dies Terrors
der Aufständischenverband und der Westmarkenverein gewesen sind. An der privilegierten Stellung des Aufständischen Verbanhks hat sich nichts geändert. Er hat nach wie vor das Recht, Waffen zu tragen unp genießt nach wie vor die in der Eingabe vom 7. 2a- nuar 1931 erwähnten besonderen Vergünstigungen. Das Verbot an die Polizeiexekutivbeamten, gewissen Organisationen als Mitglieder anzugehören, hat keine wirksame Bedeutung. Die Polizeiexekutivbeamten erhalten ihre Weisungen von den Inhabern der Poli- zeigewalt.
die fast ausnahmslos Mrtgliedtzr des Aufständischen Verbandes und d-s Westmarkenvereins sind, vielfach sogar Vorstandsmitglieder
Daß die Denkweise im Aufftändischenverband sich nicht geändert hat, ergeben die Resolutionen seiner Delegiertenversammlung des Bezirks Schwientochlowitz vom 8. 2uni 1931 und der Generalversammlung des Be- zijrks Bielschowitz vom 14. 2uni 1931, deren Drohungen d?e deutsche Minderheit nur zu gut versteht. Unverändert ist auch die Einstellung des Westmarkenvereins.
HSoneet ve» Briand
Paris, 22. August!. Der zum Botschafter in Berlin ernannte bisherige Unterstaatssekretär Francois Poncet hat dem Außenminister Briand in Cocherel am Freitag einen längeren Besuch abgestattet, um mit ihm sowohl über die Genfer Tagung wie über seine zukünftige Tätigkeit in Berlin eingehend Rücksprache zu nehmen. Wie verlautet, wurde dabei u. a. beschlossen daß Francois Poncet Frankreich in dem am 31. August in Genf beginnenden Ausschußsitzungen vertreten wird, während Briand Paris erst am 2. September verläßt, um am 3. an der Vollsitzung der Europa-Kommission und später an der Ratstagung teilzunehmen.
Eine neue Herausforderung
Stade, 21. August. Auf das polizeiliche Verbot der Listenauslegung der Volksentscheidswähler und die Strafandrohung für weitere Auslegung macht das soz. „Volksblatt an der UnteLelbe" am heutigen Freitag durch Anschlag an seiner 'Geschäftsstelle in Stade bekannt, daß nach Fertigstellung die Liste derjenigen Einwohner ausgelegt werden soll, die sich nicht am Volksentscheid beteiligt haben.
Einigung der WeyrvervSnde in SesterreiG
Wien, 21. August. Nach langwierigen Verhandlungen unter Führung von Dr. Steidle und Dr. Pfrie- mer ist es gelungen, wieder eine Einigung der Heimattreuen Wtzjhrverbände in Oesterreich herbeizuführen. Die bisherigen Abmachungen stellen eine einheitliche militärische Führung aller Verbände durch den Kärntner Heimwehrführer Oberst Hilgert und eine gemeinsame politische Führung, insbesondere die Gemeinsamkeit von Verhandlungen mit den politischen Parteien, die diesen Wehrverbänden, nahesteht, sicher. Der niederösterreichische Heimwehr-Landesführer Raab hat sich den Vereinbarungen vorläufig noch nicht angeschlossen.