Ausgabe 
(14.8.1931) Nr. 76
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Einzelpreis is HSfg.

kreitsZ, 14 . August 19)1 Kr. 76

«rinnd eingeladen HSariS veharrt auf Trivuten VolnifeHer ^Nord «n» das rripptzottenhaus crlrnie K4SA.

brernerNatilmalsoziaMsckeZeitung

parteiamtückes Draau öer ßremer Nationalsozialistm

Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re­daktion: Bahnhofstrahe 26. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878

Die BNZ erscheint jeden Werttag u kostet RM 1.90 frei Haus, durch die Post zuzüglich 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im Vor­aus zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot, Aussperrung usw hat der Bezieher keinen Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreises

Anzeigendere chnung: hiesige die lv gesp, Nonp.-Zeile RM 0,25, aus- wärts RM 0.30, im Tertteil die 3 gespaltene Tertzeile RM 1.— U auswärts RM 1.25. Stellengesuche u. Familien-Anzeigen RM0.10 Kleine Anzeigen RM 0,15. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit

Neue Erpressungü-BersuGe

Etn Überflüssiger ^ZesuiH — Neue Garantie« gefordert

Aus französischen politischen Kreisen verlautet, daß man deutscherseits ein politisches Moratorium in dem Sinne vorschlagen werde, daß sich Frankreich, Deutschland, England und Italien verpflichten, keinerlei politische oder wirtschaftliche Schritte zu tun, ohne die ^vorherige Zustimmung ihrer Partner eingeholt zu haben. Man verstehe unter diesen Umständen, daß es Frankreich nicht möglich sei, sich zu binden, ehe es finanzielle und moralische Garantien erhalten habe die die Grundlage der zukünftigen französisch-deutschen Verhandlungen bilden müßten. Aus diesem Grunde könne der Zeitpunkt der Reise der französischen Mini­ster nach Berlin nicht endgültig festgelegt werden, ehe der französische Ministerrat Gelegenheit gehabt habe, nicht nur die günstige Gelegenheit eines so beschleunigten Besuches, sondern auch dasProgramm zu prüfen.

Frankreich fordert

Es wurde schon öfter in diesen Spalten darauf hin­gewiesen, in welch skrupelloser Weise Frankreich die Notlage Deutschlands benützt, um immer wieder politi­sche und wirtschaftliche Forderungen an Deutschland zu stellen, die durch ihr Ausmaß deutlich erkennen las­sen, daß Frankreich immer und immer wieder eine konsequente Ierstörungspolitik gegenüber Deutschland betreibt. Bei der Gelegenheit, wenn Deutschland irgend einen diplomatischen Vorstoß unternimmt, irgend einen Wunsch äußelrt, irgend eine Notmaßnahme fordert, überhaupt irgendwie Gerechtigkeit verlangt, benutzen die französischen Staatsmänner die Gelegenheit, um neue Zugeständnisse aus dem völlig wehrlosen Deutschland herauszupressen.

So ist auch die vorgesehene Reise der französischen Staatsmänner ein Grund für Frankreich, auf neue ; Forderungen und Garantien hinzuweisen. Dabei ist es - bezeichnend für die chauvinistische Mentalität der fran­zösischen Staatsmänner, daß sie ihre Reise nur unter der Bedingung unternehmen wollen, wenn Deutsch­land gewisse Zugeständnisse macht. Man beachte: Zu­geständnisse für eine politische Reise. Man kann eine solche Maßnahme wahrhaftig nicht mehr anders be- , zeichnen, als ein politisches Banditenstück ohnegleichen. Unser m!ißerfolggekrönter Außenminister wird zwei- felllos recht wenig Glück haben, wenn er seine Ab­sicht, das Abrüstungsproblem anzuschneiden, verwirk­lichen will.

Frankreich wird in der in Bälde stattfindenden Genfer Sitzungsperiode sein Abrüstungstheater wei­ter spielen und wird sich herzlich wenig darum küm­mern, ob der erfüllungsbereite deutsche Außenminister , einige Wünsche zu äußern wagt oder nicht.

Frankreich fordert und fordert!

Etwas zuzugeben, wird ihm niemals einfallen. Viel­leicht merkt das auch einmal Herr Curtius oder sein Inspirator, der Reisekanzler Brüning. Vorläufig bit­ten sie noch die Franzosen inständig, doch ja nach Berlin zu kommen, wobei man als einzige peinliche ^ Angelegenheit nur den Umstand betrachtet, daß es I eventuell zu Nazidemonstrationen gegen die französi- ' schen Minister kommen könnte. Was für schwere Sor- : gen doch unsere Minister haben! Wir bedauern sie auf­richtig und wünschen von Herzen, daß sie bald all die- ^ ser Sorgen ledig sein werden.

Lleverflüssiser besuch

Einladung der französischen Minister nach Berlin.

Paris, 13. August. Wie bereits kurz gemeldet, stattete der deutsche Botschafter von tzoesch dem französi­schen Ministerpräsidenten in den Vormittagsstunden des Donnerstag einen Besuch ab, um ihm die offizielle Einladung der Reichsregierung zu dem Berliner Be­such der französischen Minister zu überreichen.. Obgleich über die Unterredung keinerlei amtliche Verlautbarung herausgegeben wurde, glaubt man in gutunterrichte­ten Kreisen zu wissen, daß Ministerpräsident Laval den deutschen Botschafter davon in Kenntnis gesetzt ha­be, daß er sich ganz den von der Reichsregierung zum Ausdruck gebrachten Wünschen hinsichtlich des Zeit­punktes des Besuches anschließen wird. „Die Liberte", die diese Mitteilung aus zuverlässiger Quelle erfahren haben will, fügt den Ausführungen hinzu, daß der französische Ministerpräsident und Außenminister Bri- and der Einladung Folge leisten werden. Da man in Berlin im Augenblick nicht über Finantzfragenj sprechen werde, erübrige sich die Anwesenheit Flan- dine.

HSariS veharrt auf Tributen

Paris, 14. Rugust. Der „Mattn" beschäftigt sich am Freitag in seinem Leitartikel mit der Reparationsfrage und erklärt, daß die Reparationen keine Schulden seien und daß man die Reparationsfrage nicht hinter dem Rücken Frank­reichs behandeln dürfe. Der Präsident der Rank von Eng­land, Rlontague Norman, habe einen Plan, der darin be­stehe, olle Möglichkeiten zur Rufrechterhaltung des Pfund­kurses und des britischen Bankansehens zu opfern. Er sei es gewesen, der durch seine Darstellungen über die deutsche Lage den Präsidenten hoover zu seinem bekannten Schritt bewogen habe, der einen Dolchstoß gegen die Reparationen bedeute. Der Verfasser kommt nach längeren Ausführungen in denen die englische Haltung in der Reparations- und Schuldenfrage scharf kritisiert wird, zu dem Schluß, daß >. Frankreich niemals zulassen werde, daß man über die Reparationssrage hinter seinem Rücken verhandele, daß 2. Frankreich ebenso niemals die veseitigung der Repara­tionen dulden werde und daß 3 . Frankreich nicht gestatten werde, daß man die Reparationen mit den internationalen Schulden in Verbindung bringe und aus die gleiche Stufe stelle. Da keine internationale Vereinbarung ohne die Mit­wirkung Frankreichs möglich sei, sei es notwendig und nützlich, den Standpunkt von vornherein zu klären.

HSolnrfMer SNord

Kattowitz, 14. August 1931. In einem Restaurant in Siemianowitz sangen einige junge Leute in ange>- heitertem Zustand deutsche Lieder. Der Finanzangestellte OrliczeL verbot den Leuten!, deutsche Lieder auf pol­nischen Boden zu singen. Als diese sich aber an das Verbot nicht kehrten;, holte er die Polizei herbei, um die Deutschen verhaften zu lassen. Die Polizei über­zeugte sich jedoch von der Ungefährlichkeit der gesun­genen Lieder und erklärte, daß diese Lieder gesungen werden könnten. Orliczek, ein berüchtigter Chauvinist, erklärte daraufhin daß er die Sänger auf seine Art strafen werde. Er lief zum Finanzamt, nahm dort den Dienstrevolver eines Angestellten an sich und kehrte mit der geladenen Waffe nach dem Restaurant zu­rück, wo er sich in einem Hausflur versteckte. Als die jungen Leute auZ dem Gasthaus traten, gab Orliczek aus dem Hinterhalt vier Schüsse auf sie ab. Der 31jäh- rige Goretzi wurde dabei durch einen Kopfschuß auf der Stelle getötet. Der Mörder floh darauf, wurde aber von der Polizei am nächsten Tage in Eichenau ver­haftet.

cWufyevuns eines ronnnnnifttseHea Leyrsanses

42 Personen des Hochverrats verdächtig.

Gotha, 13. August. Von der Kommunistischen Par­tei Deutschlands, Bezirksleitung Groß-Thüringen ist in der Zeit vom 9. bis 15. August in der Jugend­herberge in Finsterbergen ein Kursus zur Ausbildung von Funktionären abgehalten worden. Da der Verdacht nahelag, daß die entfaltete Tätigkeit, wie bei den Kur­sen, die in der letzten Zeit im Kinderheim in Elgers- burg abgehalten worden sind, den Strafgesetzen zuwi­derlief, wurde von ein^m größeren Kommando der Thüringer Polizeidirektion Gotha. bestehend aus Kri­minal- und Schutzpolizeibeamten, eine Durchsuchung des Gebäudes und der darin befindlichen Personen vorgenommen, die wesentliches Material zu Tage för­derte. Der Lehrer und die Teilnehmer, insgesamt 42 Personen, wurden bei der zuständigen Staatsanwalt­schaft in Gotha wegen dringenden Verdachtes der Vor­bereitung des Hochverrats zur Anzeige gebracht. Auch wurde die Fortsetzung der Schulung untersagt.

Milde Strafen!

Berlin, 13. August. Eine Anzahl Kommunisten, die am 9. August anläßlich der Demonstration am Bü- lowplatz festgenommen wurden, wurden am Donners­tag vom Schnellrichter im Polizeipräsidium aufgrund der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 28. März 1931 zu Gefängnisstrafen bis zu drei Monaten verurteilt.

Leder Gewerbetreibende

i der burrh das Tiwhotkenhaus ««d andere jiidisrhen Warenhäuser «ni seine Extften« «evraih« «»erde« so«, »oninit heute avend

zu unserer ANassenverfurnrnßung