Ausgabe 
(13.8.1931) Nr. 75
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partemmwekes Organ der Kremer Nationalsozialisten

Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re­daktion: Bahnhosstrahe 26. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878

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Das Steuer im GttG gelassen!

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Pros. Dietz 1931: Herr Senator Bömers und Herr Wenhold, Direktor der Sparkasse müssen unbidingt weiter zusammenarbeiten, da die Herren so mitein­ander verfilzt sindi, daß man sie nicht trennen kann.

Die Warnung der Nationalsozialisten an die Bre­mer Regierung!, unsere Stellungnahme im Plenum der Bürgerschaft, in der Finanzdeputation, in unserer Presse hat zwar dank der oben erwähnten Verfil- zung der bremischen Bevölkerung noch immer keine Auf­klärung über alle die merkwürdigen Dinge gebracht die sich seit Jahren in Bremen ereignet haben und nun der Reihe nach zu Bruch gehen., aber die Regie­rung selbst läßt ihre Sache im Stich, ein Bürgerschafts- präsidenl ist bloßgestellt ein Staatsrat ist zurück­getreten und nun folgt ein Senator, ja der entscheidede Senator nach. Wir fragen nur: Wann wird völlig reine Bahn geschaffen sein? !

Wir haben zu Beginn des Jahres eine Neubildung der Regierung gefordert, als es noch nicht zu spät war. Jetzt ist das Unglück da und nun verlassen symbo­lisch gesprochen, die Ratten das sinkende Schiff und wollen sich der letzten Verantwortung entziehen.

Sänator Bömers'» der Leiter der bremischen Fi­nanzen hat um seinen Rücktritt gebeten, dessen Not­wendigkeit er mit den Stürmen der letzten Monate begründete, die ihn stark mitgenommen hätten. Die Nationalsozialisten haben zur Genüge gewarnt vor der immei weiter um sich greifenden Perfilzung der bremischen Regierungs- und Finanzwirtschaft und wir stellen nunmehr fest» daß ihr Hauptträger vorzeitig das Steuer abgibt, zu einer Zeit, in der die Strandung des Staatsschiffes nicht mehr zu vermeiden ist.

Wir sind nicht m der Lage, dem Senat zu emp­fehlen, Herrn Senator Bömers die Einführung seines Nachfolgers zu überlassen, so wie es von ihm er­wünscht wird, sondern wir fordern vielmehr in aller Sachlichkckit und Entschiedenheit, daß einem wirklich unabhängigen, von Bremischer Perfilzung reinem Un­tersuchungsausschuß Gelegenheit gegeben wird, die Fi­nanzwirtschaft der letzten Jahre nachzuprüfen.

Wir können uns des Eindruckes nicht erwehrens, ob die bremischen Finanz-Konsuln Bömers-WeNhold nicht immer die Budget-Rechte der bremischen Bürger- schaft gewahrt haben» und es sollte ein Akt der Selbst­achtung dieses Parlamentes sein, soweit davon die Rede sein kann. unserer Forderung nach einer Un­tersuchung zuzustimmen.

Wir erinnern daran, daß der bremische Staat zum Beispiel bei der Nordwolle einen Verlust von 17 Millionen erlitten hat der aus einer Kreditak­tion stammt, die unseres Wissens nicht der Bürger- schaft bekannt geworden ist. Die gleiche Presse, die heute gedankenlos nur der zweifellos vorhandenen Verdienste Senator BLinkers >aüs früherer Zeit gedenkt, und sich so mitschuldig macht an der Verhängnisvollen Perfilzung brachte damals die Nachricht, daß der Nordwolle neue Betriebsmittel in Höhe von 30 Mi- lionen Reichsmark durch Vermittlung des Bankhau­ses Rhodius-Königs in Amsterdam zugeführt worden seien. Tatsächlich aber war der bremische Staat eine Verbindlichkeit von 17 Millionen Reichsmark einge- s gangen. Diese Transaktion lief über die Bremer Hansa- f Bank AG., die eigens zu diesen und ähnlichen Ge­

schäften gegründet wan Wir werden hierauf noch einmal zurückkommen. Erinnert man sich weiter daran, daß die Verluste des bremischen Staates an der Schröder Bank bislang keineswegs eine sachliche Auf­klärung gefunden haben» und denkt man dabei gleich­zeitig darmf, daß Staatsrat Dr. Müllershausen vor der Rekonstruktion dieser Bank aus dem Staatsdienst schied, um hinterher im Verwaltungsrat der neuen Norddeutschen Vereinsbank wieder aufzutauchen, so wird jeder Bremer mit uns in dem Schluß übereinstim­men daß hier gründliche Aufklärung nottut. Es kommt hinzu, daß nach, einer neuen Meldung eine Berliner Treuhandgesellschaft die Verluste der Schrö­derbank, die bisher auf 30 Millionen angegeben wor­den waren, nach sorgfältiger Prüfung 70 Millionen Mark schätzt. So fragen wir daher den Rumpf- senat, wieviel weitere Millionen über die nun langsam bekannt gewordenen 25 der bremische Staat, das heißt der bremische Steuerzahler verloren hat.

Es mutet wie Hohn oder Versuch zur Vertuschung an. wenn in diesem Stadium der Vizepräsident der bremischen Handelskammer öffentlich dazu auffordert, nur noch vorwärts zu blicken, da mit Rückwärtsschau- -m mit Untersuchungsausschüssen, mit Wühlen im Vergangenen keine einzige Mark mehr hervorgezau­

bert werden könne. Auch wir glauben nicht daran, daß die großen Verluste des bremischen Staates sofort wieder ersetzt werden können, aber wir glauben, daß weitere neue Verluste entstehen werden, wenn die glei­chen verantwortlichen Männer die Leitung der Finan­zen in Händen behalten.

Wir berufen uns daher auf Pros. Dietz, mit dem wir ausnahmsweise in diesem Falle der gleichen Mei­nung sind, nämlich der, daß Herr Senator Bömers und Herr Wenhold so verfilzt seien, daß man sie nicht trennen könne. - -

Wir haben seit Wochen und Monaten den Se­nator gewarnt, und es gibt heute in Bremen kaum einen sachlich denkenden Bremer, der auf Grund der Vorfälle und Enthüllungen der letzten Tage nicht jetzt diese unsere rechtzeitig erfolgte Warnung für berechtigt Hält. Wir müssen uns darüber klar sein, daß alle die so schön durchgeführten Sanierungen und Rekonstrukti­onen, die der Staat veranlaßt auf Kosten der Allge­meinheit sich vollziehen, daß der kleine Gläubiger der Schröder- und Beamten-Bank nicht nur stille hält,, sondern mit seinen Steuern und sonstigen Abgaben die Fehler der Geschäftsleitung bezahlen muß. und das in einer Zeit, da alles Gewerbe zu erliegen droht. -art.

Greg auf Sieg

In lvitteilburg wurde am Sonntag der Volksentscheid mit der Forderung auf Auflösung des Stadtparlaments durchge­führt. Vie Führung hatte die NSVAP. übernommen, von 1025 abgegebenen Stimmen lauten '856 auf Ia. Damit ist der Volksentscheid gewonnen.

In Thingen, einer reinen Zentrumshochburg, haben die Nationalsozialisten zur Bürgermeisterwahl zum erstenmal einen Kandidaten aufgestellt, Vie NSVAP. war früher noch nie in Thingen an die Geffentlichkeit getreten. An Stimmen erhielt das Zentrum 235, die Nationalsozialisten 101 Stimmen.

Ueberall Nationalsozialisten

Vraunschweig, 12. August. Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund, der an allen Universitäten, Tech­nischen Hochschulen, Handelshochschulen und Bergakademien vertreten ist, hat an der Vrogistenakademie in Braunschweig eine Untergruppe gegründet, von 73 reichsdeutschen Stu­dierenden sind 60 Studierende dem Studentenbund beigetreten. Der Nationalsozialistische Studentenbund an der Akademie ist der hochschulgruppe in öraunschweig angegliedert.

Auch in den Berufsorganisationen und ihren Schulen dringt die nationalsozialistische Idee immer weiter vor. Der Vormarsch der deutschen Freiheitsbewegung ist nicht auf­zuhalten.

Keine Arbeitsstelle ohne Nazizelle

Am Montag, den 10. August, fanden in der Metallglas- Gesellschaft Dffenburg die Mahlen zum Betriebsrat statt. Zum ersten Male beteiligten sich die Nationalsozialisten an der Mahl und reichten eine eigene Vorschlagsliste ein. Trotz­dem die freien und christlichen eine gemeinsame Liste ein­gereicht haben, konnten diese Koalitionsgenossen den Erfolg der NSB<Y. nicht verhindern.

Das Ergebnis der Wahl ist folgendes: Liste I freie und christliche 59 Stimmen, Liste 2 Nationalsozialisten 37 Stim­men. Damit dürften wohl von 5 Vertretern zum erstenmal

in diesem Betrieb 2 Nationalsozialisten als gewählt zu be­trachten sein.

Arbeiter! Damit wird die rote presse am besten Lügen gestraft, wenn diese Lügenblätter immer behaupten, die Nationalsozialisten hätten in den Betrieben nichts zu melden. Wenn man bedenkt, daß die Nationalsozialistische Betriebs- zellenorganisation erst seit I. Ianuar 1931 besteht, gegen­über den seit Iahrzehnte alten freien und christlichen Gewerk­schaften, so ist dieser Wahlerfolg eine vernichtende Nieder­lage der marxistischen Gewerkschaften.

LLeverfaN auf GtuyWelrner

Lünebitrg, 12. August. 2m Anschluß an die Ver­fassungsfeier kam es hier zu schweren politischen Uei- berfällen, bei den§n mehrere Stahlhelmer ernstlich ver­letzt wurden. Ein Trupp von Teilnehmern an der Feier kam an dem Versammlungslokal des Stahlhelms vor­bei und rempelte die vor dem Eingang des Lokals stehenden Iungstahlhelmer an. Als einer unter diesen sich die Ilngehörigkeit verbat, erhielt er einen Messer­stich in den Kopf. Der Führer des Iungstahlhelms versuchte den Streit zu schlichten, wobei er aber eben­falls einen Messerstich durch den rechten Unterarm und in die Brust erhielt. Er müßte nach Anlegen eines Notverbandes in das Städtische Krankenhaus über­führt werden. Auf den Tumult hin eilten drei wei­tere Stahlhelmer aus dem Lokal herbei, von denen einer durch einen Spaten verletzt wurde. Die Täter, die die Stiche und Schläge geführt haben, sind erkanntz

Ein weiterer Vorfall ereignete sich in Sande am Ausgang der Grapengiseßer Straße. Mehrere Perso­nen'. anscheinend Kommunisten rempelten Hier zwei Obergefreite der Reichswehr an und rissen einem von ihnen die Mütze vom Kopf. Auch Schimpf- und Droh- ruse wurden laut. Die Polizei konnte die Ruhe wie­der herstellen.