Ausgabe 
(7.8.1931) Nr. 70
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kreitsS, 7. August 19)1 Xr. 70

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Das Konto Vattenhaufen!

Wir streiken mit 7

Grundlagen deutscher Erziehung

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Berlagsort Bremen. Herausgeber: Ku rt Thiele. Nerlag: Bremer Nationolsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re­daktion: Bahnhofstrahe 26. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878

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Severing siGert Volksentscheid!

Kornnruniftisther Wasfenrauv in «reinen - Cine Frage an die «enrnlenvank

Wozu der LSrn»?

Uebercill in Deutschland mehren sich unheimlich Waffen- diebstähle, Waffenschmuggel, dunkler Waffenhandel und Ein­brüche in Warengeschäfte! wozu?

während für unsere Parteigenossenschaft und SA. das strikteste lvassenverbot besteht, dessen Uebertretung unnach- sichtlich mit Parteiausschluß bestraft wird, ist nachweisbar allerorts Kommune, Reichsbanner und all das andere Straßen- gesindel wie in Röntgenthal, Geesthacht an vielen anderen Drten schwerbewaffnet. Täglich bieten sich uns hierfür neue Beispiele.

Hier in Bremen ist es ein ganz eigenartiger Zufall, das; in derselben Nacht, in der noch die presse diese berech­tigte Notiz bringt:

Achtung, lvaffenhändler! In der letzten Zeit sind in der näheren und weiteren Umgegend Bremens wieder­holt aus Waffenhandlungen mittels Einbruchs Waffen Munition, Sprengkapseln u. a. entwendet worden. Den waffenhändlern wird empfohlen, geeignete Sicherungs­maßnahmen zu treffen.

sich in der Bremer Innenstadt eilt schwerer Maffenranb zu­trug, von dem mit Sicherheit anzunehmen ist, daß es sich hierbei um Bremer Kommunisten handelt, die sich Waffen und Munition für ihre frisch-fromm-fröhliche Nazijagd be­schafft haben.

Heute morgen gegen 3,30 Uhr wurde die Spiegelscheibe einer hiesigen Waffenhandlung im Fedelhören zertrümmert und die brauchbarsten Waffen aus der Auslage gestohlen. Ein in der Nähe wohnender Bäcker, der durch den Lärm aufgeweckt auf die Straße sah, bemerkte noch mehrere dunkle Gestalten, die mit Rucksäcken beladen sich eiligst aus dem Staube machten. Ebenfalls bemerkte ein heim­kehrender Musiker in der Nacht an dem betreffenden Ge­schäft zwei Radfahrer, die sich dort in verdächtiger weise zu schaffenr machten. Die soforrt alarmierte Polizei nahm die Verfolgung der Täter auf, die aber bisher ergebnislos ver­laufen ist.

Lei der Untersuchung des Tatortes fand die Polizei in den Trümmern der Scheibe zwei Kanalrosten, mit denen die Halunken das Schaufenster zerschlagen hatten, und zwar ausgerechnet dort an jener Stelle, wo sich die brauchbarsten Waffen befanden.

Frage an die «earntenvank

Aus der Fülle unseres Materials über die mehr als sonderbare Finanzwirtschaft der Beamtenbank kommen wir heute aus einen der dunklen Punkte zu sprechen, an denen scheinbar die Beamtenbank aufgeflogen ist.

Durch irgend eine Verpflichtung, auf die wir hier nicht näher eingehen wollen, hat das Vorstandsmitglied des Lehrervereins pattenhausen vor Jahren eine Schuld von ca. 20 000 M. an die Beamtenbank anerkannt und ordnungs­gemäß laufend von seinem Gehalt und durch Sonderleistungen für die Beamtenbank abgetragen. Bei dem jetzigen Zusammen- bruch soll das Konto plötzlich mit einer Schuldsumme von 140 000 M. belastet worden sein, die aus Spekulations­verlusten herrühren, die aber der Inhaber des Kontos nicht erlitten hat. Wie wir erfahren, hat p. mehrfach vergeblich um eine Abrechnung gebeten.

Wir fragen daher die Leitung der Beamtenbank, wie es sich mit dem Konto Plattenhausen verhält und wer die Spekulationsverluste erlitten hat.

Die Bremer Beamtenschaft bat ein Recht darauf, genau zu erfahren, was alles sich in der Beamtenbank ereignet hat und so soll auch diese Anfrage zur weiteren Klärung dienen.

Wie bisher festgestellt werden konnte, sind 6 Revolver und eine große automatische Pistole einschließlich ausreichen­der Munition gestohlen worden.

Unser verdacht, daß es sich in diesem Falle unzweifel­haft um ein kommunistisches Unternehmen handelt, gründet sich unter anderem darauf, daß auffallenderweise verschie­dentlich in letzter Zeit in dem besagten Geschäft häufig Kommunisten vorsprachen, um Schußwaffen ohne Waffen­schein zu erlangen. Sie beriefen sich dabei auf den früheren Geschäftsinhaber, der ihnen bereitwilligst jederzeit ohne Schwierigkeiten Waffen aller Art besorgt hätte. Großspurig erzählte dort auch vor einigen Tagen ein Kommune-Mann, daß die gesamte KPD. Waffen in Hülle und Fülle besitze, die besonders hier in Bremen hurch Schmuggel von auslän­dischen Schiffen bezogen würden. Gerade in allerletzter Zeit sprachen dauernd Kommunisten in dem Geschäft vor, die unter wüsten Drohungen nur mit Mühe zu bewegen waren, den Laden zu verlassen.

Ueberall blutige Feuerüberfälle auf unsere SA. und SS. Polizeischikane gegen unsere verletzten, Gefängnis für be­rechtigte Notwehr, Verbote, Unterdrückung, Blut, Mord und Totschlag. Und auf der anderen Seite knallt das Mord- gesindel deutsche Männer, Kämpfer für Deutschlands Be­freiung, brutal zusammen. In dunklen, engen Gassen, in muffigen Versammlungssälen verbluten blonde deutsche Iun- gens ihr junges Leben.

Wer weiß, vielleicht werden nun wohl auch bald in Bremen die Schüsse krachen; allerorts läuft ja schon im Westen das Gesinde! herum und erbettelt sich Gelder „für Munition!"

Wegen einer Uniform, einer Halsbinde, eines Abzeichens, wegen einer Fahne oder eines Liedes untersucht und durch­schnüffelt man an anderen Drten unsere Parteihäuser, man schikaniert unsere Leute mit kleinlichen verboten, schlägt sie mit den Gummiknüppeln zusammen und auf der anderen Seite toben die „politischen Kinder" des Herrn Severing, veranstalten blutige Hetzjagden auf unsere Kameraden. Selten, wenn man sie überhaupt faßt, werden sie bestraft. - Wir fordern kein.energisches Eingreifen gegen jene Mordbanditen, wir wissen, daß unsere noch so ernsten .eindringlichen Worte heute noch nutzlos verhallen werden. Wir warnen aber vor unserer Selbsthilfe, wir warnen vor dem Tage des Gerichts, an dem wir Staat geworden sind!

HofveriMt aus 2 Uorn

vrüning und Lurtiur in Rom eingetroffen Rom, 7. August. Punkt 8,l5 Uhr lief der Sonderzug mit den deutschen Gästen auf dem Hauptbahnhof in Rom ein. Der Empfang, der ihnen zuteil wurde, stand im Zeichen der persönlichen Anwesenheit des italienischen Regierungs­chefs. Dem Sonderzug entstieg zuerst der Reichskanzler, ge­folgt von dem deutschen Botschafter in Rom, v. Schubert, dem Außenminister Turtius und den Herren ihrer Begleitung. Mussolini begleitete Vrüning und Lurtius durch den König- Empfangssaal auf den Bahnhofsplatz, wo sich ^>er Reichs­kanzler und der italienische Regierungschef sowie beide Außen­minister mit ihrem Gefolge den Photographen und Film­operateuren lachend stellten. Hinter dem Spalier der Kara- binieri klatschten die Römer, die sich zur Begrüßung ein- gefunden hatten, Beifall. Zwischendurch klang mehrfach aus einer Gruppe von jungen Deutschen der Ruf „Deutschland erwache" und „Nieder mit dem Antifaschismus". Darauf bestiegen die beiden deutschen Minister ihren Wagen und fuhren über den Bahnhofsplatz, der schon lange vor Ein­treffen des Sonderzuges abgesperrt war, zum Grand-Hotel. Im zweiten Wagen folgte Mussolini und dann der deutsche Botschafter.

Der „Kasus" macht mich lachen!

Preußen steht dar dem Volksentscheid, vor einer ersten Abrechnung mit dem alles zerstörenden System. Darum ist es für uns selbstverständlich und keineswegs erstaunlich, wenn die Regierung Braun mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, diese Ent­scheidung des Volkes so leiten zu wollen, daß ihnen ihre warmen Ministersessel erhalten bleiben. Wir ha­ben dazu ein Reichsfrontsoldatenkabinett und einen Reichspräsidenten, der in einer Reihe von Notverord­nungen zur Befriedung des politischen Lebens, zur Stützung dieses Systemes der preußischen Regierung die erforderlichen Waffen in die Hand gedrückt haben» die schon seit Monaten gegen die nationale Opposition rücksichtslos angewendet werden.

Nun hat sich die preußische Regierung auf Grund dieser Notverordnungen einen wirklich guten Witz ge­leistet, der die ganze Regierungspresse auf die Beine gebracht hat. Herr Severing und Herr Braun haben sich zusammengesetzt und einen Aufruf an das deutsche Volk fabriziert, der uns, in seiner Unsachlichkeit und unrichtigen Darstellung keineswegs überrascht. Er ist an sich eine logische Fortsetzung all der schönen Rund- sunkrcde.n, die wir vorn Poungplan her kennen, und die bis in die letzten Tage gedauert haben.

Einige Proben sollen unseren Lesern nicht vorent­halten bleiben:

Rechtsparteien, Stahlhelm und Kommunisten — unversöhnliche Todfeinde in unnatürlicher Paarung vereint — rufen zum Volksentscheid für Auflösung des Preußischen Landtags auf. Parteien, deren fana- natische Anhänger sich täglich in Ueberfällen und blutigen Kämpfen gegenüberstehen, finden sich ur­plötzlich zusammen. Mit derselben Waffe des Iettels zum Volksentscheid wollen beide Teile das denkbar Entgegengesetzte erreichen: Die Einen ein bolschewistisches, russischen Methoden nachgeahmtes Sowjetpreußen, die Anderen das alte volksfeind­liche Preußen des Dreiklassen-Wahl-Nnrechts oder eines faschistischen Gewaltregiments.

Vereint wollen die Links- und Rechtsradikalen —wollen Nationalsozialisten und Kommunisten das letzte große Bollwerk — die Zitadelle der Demokra­tie und Republik in Deutschland: Preußen erstür­men. Mit dem Gelingen des Volksentscheids wol- wollen sie weithin sichtbar das Flammenzeichen ge­ben, daß das Ende der Demokratie, des Volksstaa­tes in Deutschland gekommen sei. Der Weg soll nun­mehr frei sein zur Verwirklichung der Pläne auf Vernichtung all der Volksrechte., die nach dem Zu- sammenbruch von 1918 dem gesamten Volk erst die Kraft und den Mut gegeben haben, aus den Trüm­mern des alten Deutschen Reiches ein neues zu er­richten und die Deutschen so vor der sonst sicheren Vernichtung als Staatsvolk zu bewahren.

Die Betreiber des Volksentscheids sind gewissenlos genug, der preußischen Staatsregierung die Schuld an dem schweren wirtschaftlichen Unheil aufzula­den, das jetzt über das deutsche Volk hereingebrochen ist.

Bei alledem aber fragen wir: Wozu der Lärm plötzlich im Regierungsläger, wozu der Lärm in der Regierungspresse hinab bis zu den Bremer Nachrich­ten? Wittert man Morgenluft? Will man sich rasch noch rechtzeitig umstellen? Oder ist es nur gekränkte