Ausgabe 
(5.8.1931) Nr. 68
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Rene «rünLngrede in» Rundfunk

Der preustiseye Landtag ist aufzulösen

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Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationoljozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re­daktion: Bahnhofstrahe 26. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878

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Wir fordern OMrkttttt des Senates

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Die NSDAP., Ortsgruppe Bremen, tritt nunmehr mit ihren Forderungen und Erklärungen zu Es war von jeher das Vorrecht deutscher Mini-

den Bremischen Bankaffären an die Öffentlichkeit. Der gestrige Generalappell -er SA. und die Stahlhelm- ster im Rundfunk Reden zu halten, die das deutsche Versammlung wurden dazu benutzt, unsere Stellungnahme bekannt zu geben. Die Mitteilungen, insbe­sondere über den Präsidenten der bremischen Bürgerschaft, Osterloh, schlugen wie eine Bombe ein und riefen eine helle Entrüstung hervor. Die bürgerliche Presse bringt in ihren heutigen Morgenausgaben zwar unsere Erklärungen, aber sie haben zu mitternächtlicher Stunde den Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Beamtenbank mobil gemacht und ihn zu einer Richtigstellung veranlaßt, die im wesentlichen unsere An­griffe bestätigt. Herr Osterloh soll als Laie nichts davon gewußt haben, daß man ihm ein Aktienpaket von 10 000 Mk. auf seinem Konto gutgeschrieben habe und darum sei er unschuldig an diesem Skandal.

Wir überlassen der Bremer Bürgerschaft das Urteil, über die banktechnische Unkenntnis eines Büirger- schaftspräsidenten, der sich gleichzeitig mit dieser Unkenntnis „unbestreitbare große Verdienste um die Bank" erwürben haben soll. Wir fragen bei dieser Gelegenheit an, ob sich weitere Persönlichkeiten so gut bezahlte Verdienste erworben haben, an denen dann die Bank zusammengebrochen ist. und Tausende ihre Spargroschen verlieren sollen?

«ufere Erklärung in der Kinanzbeputatton

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„Privatbanken in ihrer heutigen Form erweisen sich als Institutionen zur Ausbeutung -es Volkes und ihre Zusammenbrüche mit dem gleichzeitigen Ruin weiter Wirt- schaftskreise haben diese unsere Auffassung ausreichend be­stätigt. Somit erfüllt sich nunmehr rein natürlich, was wir als einen der wirtschaftspolitischen Punkte unseres Pro­gramms herausgestellt haben.

Die künstliche Wiederaufrichtung zusammengebrochener Privatbanken kann die Beseitigung des Uebels nur hinaus­schieben, ohne die Uatastrophe zu verhindern. In dem Ab­sterben einer Bank nach der anderen sehen wir den natürlichen heilungsprozeß seinen Lauf nehmen, den wir nicht aufhalten dürfen.

Wenn die augenblicklichen Führer des bremischen Staates glauben, daß die, durch ihre Mitschuld bei der Schröderbank verlorenen Millionenwerte nur durch eine Sanierung der Bank gerettet werden können, so überlassen wir dieses ihrer eigenen Verantwortung. Unsere Mitwirkung kommt hierbei jedenfalls nicht in Frage.

Da die augenblicklichen Zustände der Schröderbank und die katastrophale Lage der bremischen Finanzen unter der aktiven Mitwirkung maßgeblicher Herren des Bremer Senats zustandegekommen sind, fordern wir vielmehr, -atz -er Senat sofort zurücktritt und die verantwortlichen Personen zur Rechenschaft gezogen werden. Es ist ausgeschlossen, daß die Männer, die den bremischen Staat in diese Uatastrophe hin­eingeführt haben, noch das vertrauen der bremischen Be­völkerung besitzen oder beanspruchen können.

Wir fordern weiterhin, daß alle zur Sanierung zu­sammenbrechender Privatbanken zur Verfügung stehenden oder in Aussicht gestellten Mittel restlos zur Entschädigung der Spareinleger verwandt werden."

Der «rief an den Gennt

„Ist dem Senat bekannt,

l. daß der Präsident der bremischen Bürgerschaft in Verletzung seiner pflichten als Aufsichtsratsmitglied der öe- amtenbank Tausende von kleinen und mittleren Beamten um ihre Ersparnisse und Iuligehälter gebracht hat,

2. daß der Präsident der bremischen Bürgerschaft in Ausübung seiner pflichten als Mitglied des Uredirausschusses dieser Bank Millionen von ersparten veamtengehältern leichtsinnig in unsichere Unternehmungen, Warenhäuser und auswärtige wirtschaftsstötten gegeben hat,

3. daß dem Präsidenten der bremischen Bürgerschaft, wie er selbst zugibt, für seine angebliche Mühewaltung ein Aktienpaket ausgehändigt wurde und daß er damit die Beamtenschaft, deren Führer er in Bremen war, um weitere 1V VV0 Mark geschädigt hat?

Welche Schritte gedenkt der Senat zu unternehmen?

In Ergänzung dieses Briefes nehmen wir gleichzeitig Stellung zu den Auslassungen in den Bremer Nachrichten und in der Weser-Zeitung vom 4. August. Unter der Ueber- schrift: „versagten die Revisionsinstanzen?" nehmen die An­gestellten der öeamtenbank, die wie die geschädigten Be­amten sich unseres Interesses versichert haltien dürfen, zu den Vorgängen Stellung, hiernach stellt der Deutsche Be­amtengenossenschaftsverband als gesetzlicher Revisionsverband auf Grund einer in den Tagen vom 26. bis 28. Mai 1930 durch seinen Verbandsrevisor vorgenommenen Revision fest:

1. Die öeamtenbank Bremen e.G.m.b.h. hat keinem Kaffeehaus in Berlin oder in anderen Grten Kredite ge­geben;

2. Die einer bremischen Kaffeegroßhandlung gegebenen Kredite sind in banküblicher Weise gesichert.

3. Der vorgefundene und geprüfte Status der Bank ge­währleistet die Sicherheit der Einlagen.

Bremen, den 28. Mai 1930.

Deutscher Leamtengenossenschaftsverband e. V. gez. Ziche, Dberbaurat.

hierzu wird uns von durchaus eingeweihten Kreisen mitgeteilt, daß diese Revisionsverhandlung eine glatte Lüge darstellt. Nur unser Interesse für die Beamten verbietet es uns, im Augenblick störend in die Verhandlungen einzu­greifen. Sobald diese beendet sein werden, wird unser Be­amtensachbearbeiter in öffentlicher Versammlung zu allen Vorgängen, die sich in der Beamtenbank unter dem Schutz und mit der Zustimmung marxistisch-demokratischer Beamten vertreter abgespielt haben, Stellung nehmen.

Volk beruhigen und gleichzeitig das Ausland von unserer unentwegten Erfüllungspolitik überzeugen soll­ten, was aber Stresemann stets gelang, will Brüning nicht mehr gelingen, denn zu offensichtlich, zu spür­bar für jeden einzelnen hat sich der Wahnsinn deutscher Außenpolitik offenbart. So kann selbst Brüning nicht so sprechen, wie er wohl möchte und die Folgen bleiben nicht aus, auch das Ausland, auch Paris glaubt ihm nicht mehr. Er sitzt also zwischen sämtlichen Stüh­len. Wir haben darum auch kein Interesse daran< eine im wahrsten Sinne des Wortes ein in die Luft gesprochene Rundfunkrede spaltenlang wiederzugeben, zumal wir in ihr folgenden charakteristischen Satz fin­den, der über die politische Grundeinstellung des deut­schen Kanzlers alles Erforderliche besagt:

Niemand möge hierbei die Besorgnis haben, daß diese Stellungnahme der Reichsregierung der Aus­fluß eines überstürzten Nationalismus sei. Keiner kann von der internationalen Jnteressenverflochten- heit aller Länder überzeugter sein, als die Reichsre­gierung.

Wir haben von Herrn Brüning nie einen über­stürzten Nationalismus erwartet und wissen von ihm, daß er völlig in liberalistischen Wirtschastsgedanken aufgeW, an denen die deutsche Volkswirtschaft zu Grunde geht.

Herr Brüning mag recht haben, daß im Augen­blick keine Inflationsgefahr besteht, daß wenigstens ein Teil der Notverordnungen (Verstaatlichung der Banken, Kapitalflucht usw.), soweit dem nationalsoz. Programm entlehnt sind, im Prinzip .richtig waren, aber das alles mindert nichts daran, daß der zwangs­läufig kommende Zusammenbruch nur hinausgeschoben wurde, vielleicht nur auf Wochen, Man mag an dem heutigen System herumdoktern, soviel man will, man mag eine Verfassung feiern, die längst außer Kraft gesetzt ist, solange nicht diese Männer verschwunden sind, solange nicht eine neue Staatsidee, die des Na- tationalsozialismus in die Tat umgesetzt werden kann, wird ein Wiederaufbau unmöglich bleiben.

Der „Angriff" verboten

Berlin, st. August. Der Polizeipräsident teilt mit: Die Tageszeitung „Der Angriff" ist mit sofortiger Wir­kung auf die Dauer von 3 Tagen verboten worden» weil sie in ihrer Ausgabe vom Montag, 3. August, unter der Aeberschrift „Schluß mit der Mordkommune" brachte, die die öffentliche Sicherheit und Ordnung ge­fährden.

So wird man in Berlin in Tagen allerschärfster Propaganda bequem und wirksam die beste Waffe gegen das rote Preußen zum Volksentscheid los, — glaubt man — Erfolg: Nun erst recht alle Kräfte ge­sammelt zum Volkssturm am 9. August.

Ein »netteres Bervn»

harburg-lvilhelmsburg. 4. August. Das „Blatt der Nie- dersachsen", eine Kopfzeitung des nationalsozialistischen „Ham­burger Tageblattes", ist auf die Dauer von acht Tagen ver­boten worden. Das „Hamburger Tageblatt" wird gegen das verbot Beschwerde einlegen. Auf Anordnung des Polizei­präsidiums wurden in Hamburg Exemplare der Stablhelm-

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