Ausgabe 
(4.8.1931) Nr. 67
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Einzelpreis is HZsg

Oieostss, 4. A»uZust 19)1 I^r. 67

«n» da» AreiehSdankftatuS

Dieirity» GteuernSte

E» wird Wetter gedettett

EtaatSyauvttaffendirettor

speTulieri

Ehrdare Aangtttrrnler

bremerNattonatsozialistWeZlrUung

parteiamNiekes Organ öer tzremer NationalfoMlistm

Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationollozialislische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re- daktion: Bahnhosstrahe 26. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878

Die BN Z erscheint täglich und kostet RM 1.90 frei Haus, durch die Post zuzüglich 86 Psg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im Vor­aus zahlbar Bei Betriebsstörung, Streik, Verbal, Aussperrung usw hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises

Anzeigenberechnung: hiesige die lO gesp. Nonp.-Zeile NM 0,25, aus­wärts RM 0.30, im Teiltest die 3 gespaltene Tezctzeile RM I.— auswärts RM 1.25. Stellengesuche u. Familien-Anzeigen RM 0.10 Kleine Anzeigen RM 0,15. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit

Stalins letzter GtreiG k

Wieder ein Nationalsozialist ernrordet Äungstaylhelnrer erseyossen

Kragen an die IteiGSVank

NeirMvankstatns irisiert?

In der gestrigen Abendausgabe der Weserzeitung wundert sich der Verfasser des wirtschaftlichen Komen- tars des letzten Reichsbankstatus über die enorme Zu­nahme der täglich fälligen fremden Einlagen bei der Reichsbank, die damit eine Höhe erreichen, wie sie seit der Stabilisierung noch nie verzeichnet wurde. Er erklärt sich diese Zunahme aus einer Vorsorge-Politik der Großbanken für den kommenden Mittwoch. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren bildet diese Vor­sorgepolitik der Großbanken aber nicht die einzige Ur­sache der sonst — nach Ansicht der Weserzeitung — sehr schwer erklärbaren Erscheinung. Dn Äer Hauptsache erklärt sich diese wesentliche Erhöhung der fremden Gelder vielmehr durch eine Bilanzverschönerung, die durch die Reichsbank vorgenommen wurde, und die dem Reichsbankstatus natürlich ein erheblich anderes Gesicht gibt, als es den Tatsachen entspricht.

In Anbetracht der Wichtigkeit der Sache nehmen wir an, daß die Reichsbank nicht umhin können wird zu dementieren, daß sie vor dem Ultimo in Abma- > chungen mit den Bankdirektionen des ganzen deut- ' scheu Reichs, diese veranlaßt hat, die gesamten Kas- ' seubestände, welche die Banken, nicht nur die Größ- . . danken, zur Verfügung Hatten am Ultimo einzuzahlen, ! f um sie ihnen wieder am 1. August zur Verfügung zu

sietlenn. Die Reichsbank mag auch dementieren, daß sie mit dieser Maßnahme nicht vorhatte, die Dek- kung der deutschen Währung, die sich nur auf den No­tenumlauf bezieht, durch dieses eintägige aus dem Ver- kchrziehen der Noten künstlich zu halten und daß diese Deckung auch am 1. August noch denselben Prozent­satz ausmachte, wie er am Ultimo in dem offiziellen Status ausgewiesen wurde.

Um Mißverständnissen vorzubeugen erklären wir offen, daß es sich bei dem Ultimo-Status keineswegs um verbotene Bilanzverschönerungen handelt, wir er­klären aber ebenso offen, daß wir diese erlaubte Kor­rektur der Ultimo-ZBilanz, falls die Angaben un­seres Gewährmauncs zutreffend sein sollten, für ein überaus gefährliches, und in der Wirkung die Oeß- fentlichkeit irreführendes Mittel, um über die ge­genwärtigen Schwierigkeiten, deren Größe wir nicht verkennen, Hinwegzukommen.

Wir erwarten deshalb in Anbetracht der Wichtig­keit der Angelegenheit eine schnelle und restlose Klar­stellung dieser Angelegenheit von Seiten der Reichs­bankleitung. Nur so kann das erschütterte Vertrauen der Bevölkerung der Reichsbank wieder gewonnen wer­den.

Glättn ftelltt sieh urn

Moskau, 3. August. Die Sowjetregierung gibt zwei be­merkenswerte neue Erlasse bekannt, die in der Richtung der , viel beachteten Juni-Kundgebung Stalins liegen, von den i heute bekannt gegebenen Erlassen betrifft der eine die Kollek­tivierung der Landwirtschaft und gibt mit einigen Ein­schränkungen für gewisse Gebiete die Losung aus:

Jetzt ist es genug! Es handelt sich dabei um einen Ve- § schlich des Zentral-Komitees der Partei vom 2. August.

Dieser Beschluß erklärt einleitend, daß für eine grundlegende Li- Durchführung der Kollektivierung die Erfassung von 100 > vom hundert der armen und mittleren Bauernwirtschaften - grundsätzlich nicht erforderlich ist, statt dessen sollen folgende , - Normen für die Kollektivierung gelten: Nicht unter 68 bis ! > 70 vom hundert der Bauernwirtschaften und nicht weniger ! - als 75 bis 80 vom hundert der Saatflächen des betreffenden j ! Rayon. Dann wird die Kollektivierung für beendet erklärt js in folgenden Gebieten: Nordkaukasus (88 v. h. der Berriebse i und 94 v. h. der Saatflächen kollektiviert) ,Unteres Wolga- gebiet (90 bezw. 95), ukrainisches Steppengebiet (85 bezw. 94), Krim (83 bezw .93), Getreiderayon des Ural (75 bezw. 83), »st Moldau-Gebiet (68 bezw. 75 Pzt.).

Für alle diese Gebiete wird vorgeschrieben, daß das nun- -z: mehr erreichte Stadium wirtschaftlicher Konsolidierung organi- ^ Z: satorisch in das Wirtschaftssystem eingeordnet werden soll, A dagegen soll das Jagen nach aufgeblasenen Ziffern der Total- A Kollektivierung aufgegeben werden.

N Der zweite Erlaß enthält eine Reihe einschneidender öe- u stimmungen über die Sonderstellung der technischen Intellek- A tuellen über ihre Versorgung mit Lebensmitteln, Wohn- ^ räumen, über ihre Erholungsansprüche, Gehälter, Bestcue- v rung .Schulung der Kinder usw. Diese weitgehende Rück- ß sichtnahme auf die Erfordernisse des Produktionsprozesses» Zi die sich praktisch nicht mehr umgehen ließ, spricht eine be- redte Sprache.

Word in Verttn

Pg. Schröder seinen Verletzungen erlegen. Nachdem wir erst gestern von unserem erschlage­nem Pg. Rühmling, Wittstock, berichten mußten, ist nunmehr Pg. Schröder seinen Verletzungen erlegen. Er fwurde wie gestern berichtet auf dem Nachhauseweg von den marxistischen Verbrechern überfallen und so schwer mit Totschlägern bearbeitet, daß er auf dem Transport nach dem Paul Gerhard-Stift verstarb.

Verholen, Verholen!

Der nationalsoz. „Wirtschaftspolitische Presse­dienst" ist wegen seines Artikels „Der Weg aus der Krise" bis 1. 9. verboten. Wieder müssen wir ganz energisch protestieren, da es sich um einen Eingriff in die Lebensinteressen der deutschen Presse handelt Bisher war es unzulässig, Pressedienste zu verbieten. Aber wenn so gut unterrichtete Informationsorgane zu unbequem werden, kommt sofort das Maülkorbgesetz um das Organ einige Zeit mundtot zzu machen.

Äungslohlyelnrrnann ersihossen

Hamburg, 3. August. In der Stormarnerstraße in Hamburg wurde der 25jährige Student und Stahl­helme! Piepgras von drei Unbekannten niedergeschos­sen. Er verstarb auf dem Wege ins Krankenhaus. Die Kugel drang ihm von hinten in den Rücken und blieb im Körper stecken. Der junge Stahlhelme! konnte noch etwa 10 Meter taumeln, worauf er niedersank.

Glhlttdvlllh Ser Gelverfehaflen

Die Arbeiter, die heute noch dem Phrasenschwall der Gegner des Nationalsozialismus zugänglich sind, werden immer wieder umnebelt von der Lüge, nationalsozialistische Betriebszellen würden nur zu dem Grunde geschaffen, um die Gewerkschaften zu zerstören. — wir haben immer wieder grundsätzlich betonend, klargestellt: der Nationalsozialismus bejaht den organisierten Zusammenschluß ausgebeuteter Ar­beitnehmer gegen ausbeutende Arbeitgeber. Unser Sichrer Adolf Hitler spricht sich in seinem Werk „Mein Kampf" klar für die Gewerkschaften aus. Hitler bezeichnet die Ge­werkschaften als „Selbsthilfeorganisationen, die für die Ar­beiter und Angestellten im kapitalistischen System unent­behrlich sind." Bekämpft wird von den nationalsozialistischen Betriebszellen lediglich das schlappe Verhalten der Gewerk­schaften gegenüber dem heutigen System und die derzeitige Führung sowie der marxistische Einfluß der SPD. auf die „freien Gewerkschaften."

Die Gewerkschaften wurden einst gegründet, um Kampf­organisationen für Arbeitnehmerinteressen zu sein. In dieser ihrer vornehmsten Eigenschaft haben nun die Gewerkschaften samt und sonders, gerade, wenn es darauf ankam, sie unter Beweis zu stellen, versagt. wir wollen wirk­lich Arbeiterinteressen vertreten haben. Groß ist das Sünden­register der freien, christlichen und wirtschaftsfriedlichen Ge­werkschaften.

Die freien Gewerkschaften belieben großen Wert darauf zu legen, daß sie „unpolitisch", also lediglich wirtschaftliche Drganisationen sind. Der Schleier über die wahre Ein­stellung der sogenannten freien Gewerkschaften zerreißt im Moment, wenn wir uns die Tatsache vor Augen halten, daß diese freien Gewerkschaften zum Reichstagswahlkampf l930 der Sozialdemokratischen Partei l Million RM. für Wahlzwecke zur Verfügung stellten! Unpolitisch? Wohl kaum! Zum andern aber beweist diese angeführte Tatsache, daß das Geld der Gewerkschaften bestimmt nicht sehr nutzbringend verwendet, also verschleudert wird. Ein weiterer Beweis für die letzte Behauptung ist auch die Tatsache, daß l922 der so­zialistische verband der deutschen Bergarbeiter die Kleinig­keit von 2,5 Millionen zur Unterstützung der streikenden Bergleute in England zur Verfügung gestellt hat. Ein um­gekehrtes Eintreten haben wir noch nicht erlebt. Die freien Gewerkschaften haben stets die verräterische Politik der SPD. gutgeheißen. Dabei wurde der unpolitischen Einstellung dieser Drganisationen bei Wahlen immer ein schwerer K.o.-Scklag versetzt.

Der Afa-Bund schloß einen am 2. September l930 ver­öffentlichten Aufruf mit der Bestimmung an die Mitglieder:

„Die parteipolitische Gewissensfreiheit der Mitglieder der Afa-Verbände soll auch in diesem Augenblick, da wir die Angestellten zur Erfüllung ihrer höchsten Staatsbürger­pflicht aufrufen, nicht angetastet werden. Unsere Gewerk­schaften stehen nach wie vor über der Parteipolitik, und sie werden auch in Zukunft nicht darauf verzichten, ihre volle Unabhängigkeit gegenüber allen politischen Parteien zu wahren.

wählt als Angestellte: wählt gegen den Regierungs­block des Sozialabbaues! Schützt die sozialen Errungen­schaften! wählt den politischen Schutz gegen den Löhn- abbau, kämpft für den sozialen Aufstieg der Angestellten!

Schart euch um das Banner von Sozialismus und Demokratie!"