Ausgabe 
(1.8.1931) Nr. 65
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Kr. 65 Lonnsbenck, 1. Außust 19?1

3SO Millionen für Vanken

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parteimiMtkes Organ öer Kremer NationalsoziaÜslen

Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationoljozialislilche Zeitung, Kurt Thiele. GeschästssteNe und Re­daktion: Bahnhosstrahe 26. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25876

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Auf Kosten des Volkes

Gokvs^hrnidt vkeivl uns erhallen Äuv Loeh loht Luther

MusfenverfammSung in den CentrEallen

LleheraK HSuinp

Die letzten Tage stehen im Zeichen einer groß­angelegten Pumporganisation die sich über fast alle Banken Deutschland erstreckt und bei dem ungefähr jeder dem anderen Gelder verspricht, Namensbürg­schaften in Fülle leistet und im übrigen krampfhaft die Augen vor der unvermeidlich kommenden Katastrophe verschließt. Es ist nicht leicht, die heutige Bankver- filzung mit ihren tausend mehr oder weniger dunklen Querverbindungen zu durchschauen., umso weniger als die sogenannte verantwortliche tzandelspresse Deutsch­lands längst ihr eigenes Urteil aufgegeben hat und sich zum reinen Sprachrohr der Bankinteressen hat de­gradieren lassen.

In diesem Zusammenhang sei der Weserzeitung gedacht, die in den letzten Tagen und Wochen immer wieder alles das hat verteidigen wollen, was innerlich faul und morsch reif zum Zusammenbruch war. Auch in ihrer heutigen Morgenausgabe schildert sie die noch auf dem Papier stehende Zahlungsfähigkeit der Danatbank in hellsten Farben, nachdem die deutsche Industrie auf dem Wege einer ebenso unsicher konstru­ier! Aktientransaktien Herrn Goldschmidt 43 Millionen versprochen hat und es ist ein Zeichen des völligen Mangels an natronalwirtschaftlichem Denken, wenn die Weserzeitung es noch besonders begrüßt, daß der deut­schen Wirtschaft Herr Jakob Goldschmidt als Bankleiter erhalten bleiben wird. Desgleichen ist es bezeichnend, wenn das Blatt besonders das Vertrauen zu Dr. Lu­ther unterstreicht., daß ihm Herr Bankier Loeb von der Firma Mendelssohn und Co. im Reichsbankrat ausge­sprochen hat.

Das deutsche Volk glaubt allem diesem Schwindel nicht meh'r und weiß daß eine Anerkennung aus jüdischem Mund nicht gleichzusetzen ist mit dem Urteil des Volkes und seiner verantwortlichen Führer.

Nachdem auch die Dresdener Dank vom Reich, d. h. also von den Steuerzahlern 300 Millionen be­kommen hat und weitere Notverordnungen den Zah­lungsverkehr steuern werden, mag es dem heutigen System gelingen, noch einmal für kurze Zeit sich über Wasser zu halten. Allerdings scheint ihr Glaube selbst Cnicht groß zu sein, denn schon bestürmt man die Pa- > riser Banken mit der Bitte, weitere Gelder nach Deutsch- ' land zu geben, weitere Fesseln um unser Volk zu legen.

! Der Nationalsozialist steht im Bewußtsein seiner i Verantwortung in abwartender Haltung bereit, denn heute gehört ihm, wenn auch zum Teil noch unein- ^ gestanden das Vertrauen fast des ganzen deutschen ^ Volkes. Das aber ist ein Kapital, millionenfach grö- 7 ßer und wertvoller als alle jüdischen Bankwechsel der s- Welt. Mit diesem Kapital arbeiten wir und werden mil ^ ihm handeln, wenn die Stunde gekommen ist.

-art.

43 SNiMonen für GolSfehnrrdt

- Die Schalter werden geöffnet, wenn

^ Berlin, 31. Juli. Amtlich wird mitgeteilt, daß

- die Darmstädter und Nationalbank bei Wiederaufnahme 7 des allgemeinen Zahlungsverkehrs ihre Schalter öff-

nen und alle Zahlungen unbeschränkt leisten wird.

Durch eine Verständigung mit der Industrie ist erreicht worden, daß diese die von der Bank und ihr nahestehen­den Kreise aufgenommenen Aktien, die unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, im Nennwert von 35 Milli­onen Reichsmark zum Kurse von 125 Prozent über­nimmt. Dadurch werden der Bank neue Mittel im Betrage von rund 43 Millionen Reichsmark zugeführt. Die Ausfallbürgschaft des Reiches für die alten und neuen Gläubigerforderungen besteht fort und wird auf alle Wechselverbindlichkeiten und Wirtschaftsverpflich­tungen der Bank ausgedehnt werden.

Wir geben diese amtliche Nachricht unter allem Vorbehalt wieder und behalten uns unsere Stellung- vor.

30« Millionen für die Dresdener Dnnk

Berlin, 31. Juli. Bereits seit Tagen schweben Ver­handlungen zwischen dem Reich und der Dresdner Bank mit dem Ziele, die Kapitalkraft der Dresde­ner Bank ganz erheblich zu stärken. Es hat sich dies als notwendig erwiesen. Ferner ist beabsichtigt, das Kapital der Dresdener Bank um 300 Millionen Reichs­mark zu erhöhen durch Ausgabe von 300 Will. Mk. Vorzugsaktien, die das Reich übernehmen soll. Die einzelnen Modalitäten der Aktienausgabe stehen noch nicht fest, doch ist, wie anderweitig vielfach behauptet wird, nicht beabsichtigt, die neuen Aktien zunächst nur mit 25 v. H. einzuzahlen. Die neuen Mittel sollen vielmehr von vornherein der Dresdener Bank ganz zur Verfügung stehen. Der Status der Dresner Bank wird durch diese Transaktion so außerordentlich gestärkt, daß die fälligen Verbindlichkeiten der Bank alsdann einen Bruchteil der zur Verfügung stehenden flüssigen Mit­tel ausmachen. Ob die Reichskreditgesellschaft in die Transaktion eingeschaltet wird, steht noch nicht fest.

Vrtnnd feelrfeh gevrorhen

, Eine neue Kriegslist.

Paris, 31. Juli. Der Gesundheitszustand des französischen Außenministers Briand scheint trotz der beruhigenden Mitteilungen der behandelnden Aerzte außerordentlich stark angegriffen zu sein. Briand, der von den Londoner Besprechungen schon krank zurück­kehrte, fühlte sich bereits am Mittwoch viel zu schwach, um an dem Ministerrat teilzunehmen. In seiner Um­gebung betont man, daß der Außenminister seelisch und körperlich gebrochen sei und es sich im Augenblick noch nicht voraussagen lasse, ob er an der September- Tagung des Völkerbundes teilnehmen können wird oder nicht. Die Aerzte haben ihm strengste Diät angeordnet und jeglichen Tabakgenuß untersagt. Briand wird vor­läufig fern von den politischen Wirren mehrere Wochen auf seinem Landgut verbleiben und sich von dort nach Quistrehan begeben, wo er eine Fischerbarke erstanden hat. Sein Besuch in Berlin dürfte unter diesen Um­ständen fraglich geworden sein.

Dem armen Briand scheint der starke Tabak der Nazis schlecht bekommen zu sein. Wir gönnen seiner gebrochenen Seele, jedweden Fischfang, solange seine Angel nicht bis zur Wilhelmstraße in Berlin reicht.

Körrnn Z-eutsehlnnd

Man liest wohl täglich in der Zeitung und wird durch einen ausgiebigen - leider heute noch nicht besteuerten — Wortschwall nichtssagender Nadio-Lekanntmachungen und Berichte davon in Kenntnis gesetzt, daß der ganze Kampf der augenblicklichen kegierungsmänner darum geht, Anleihen auf­zunehmen, durch Notverordnungen den letzten Tropfen Lebens­saft aus dem deutschen Volk herauszupressen, nichts aber hört man darüber, daß endlich die Herren zur Besinnung kommen und erkennen, welches der Kardinalfehler unserer ganzen traurigen Lage ist: Die passive Produktionsbilanz der Firma Deutschland.

kille die Jahre hindurch haben wir uns bemüht, die klugen unseres Volkes auf diesen Punkt zu richten. Wir haben gekämpft, wir haben gefleht, und sind nicht ernst genommen worden. — Mußte es erst zu dieser Katastrophe kommen, in der wir uns augenblicklich befinden, um den marxistischen Schleier, der um ganz Deutschland und seine Wirtschaft ausgespannt war und krampfhaft gehalten wurde, zu zerreißen?

Was hat es für einen Zweck, an der Zahlungs- und Handlungsbilanz herumzukurieren, was hat es für einen Zweck, durch Aufnahme immer neuerer Darlehen unsere Schulden nur von einem Nagel auf den anderen zu hängen,, wenn nicht eine vollständige Umstellung der gesamten wirt­schaftlichen Betätigung und staatlichen Verwaltung in einem neuen Geist erfolgt?

Da der Zufluß fremder Kredite stockt, verzehrt die mit jährlichem Unterschuß von 4 bis 5 Milliarden arbeitende deutsche Produktionsbilanz jetzt mit rasender Geschwindig­keit die letzten Betriebsmittel, genau so wie seinerzeit am Ende der Inflation die Notenpresse die letzten Neste des Betriebskapitals verzehrte.

Es ist im günstigsten Falle nur noch eine Frage von wenigen Monaten, daß der gewaltsame Zusammenbruch, der mühsam durch jetzt vorgenommenes Flickwerk hingehalten wird, einfach durch die innere Aushöhlung infolge des Ver­brauchs der letzten Mittel erfolgt. — vor dem Kriege ar­beitete die Firma Deutschland mit einem Ueberschuß von 5—6 Milliarden, durch die dem Marxismus fortgesetzt ge­machten Zugeständnisse ist eine unerhörte Uebersetzung der Generalunkosten von 18Vs Milliarden — trotz des damali­gen stattlichen Heeres und der Flotte - auf heute 5l proz. gestiegen und somit zu einem mit einem Unterschuß von 5—6 Milliarden jährlich arbeitenden Betrieb gemacht.

Da den Geschäftsführern der Firma Deutschland ent­weder der Mut oder die Befähigung gefehlt hat, die wirk­liche Lage rechtzeitig zu erkennen und die Mängel abzu­stellen, wie es jeder ordentliche Kaufmann in seinem Be­triebe tun muß, wäm er sich nicht strafbar machen will. saniert uns jetzt die Natur in unbarmherziger Weise. — Was aber sagt das deutsche Volk zu diesen Geschäftsführern und den Parteien, die dieselben auf ihre Posten gestellt haben?

Nur die klarste Erkenntnis, daß es sich augenblick­lich um eine durch die Natur selbst erzwungene Zwangs­sanierung handelt, die mit mathematischer Sicherheit eintreten mußte, weil eine vorbeugende und bewußte Sanierung durch die verantwortlichen nicht geschah, wird dem National­sozialismus die Wege ebnen.

Iede Stunde, die vergeht, reiht Beweis an Beweis daß alle die Vertreter des Nationalsozialismus, die seit vielen Iahren ununterbrochen auf die unausbleiblichen Fol-

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