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Eeschists stell« und Redaktion: Bremen, Bahnhosstrahe SS Arrnspr. Dvmsh. 25878. Erscheint wöchentlich I, Bezugspreis monatlich 1.12 RM einschlietzllch Bestellgeld. Verlagsort Bremen.
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Nr. 64
Freiiag, den 31. Juli
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Neue Mut - Terrorwette
Glurrn auf ein Gcru-Heirn ^rauvffonirnrrne Ln Verttn GeHv-erverletzle rm Ätzeyoe
Vearntenvank konkurs?
Wie lange noM?
Neue blutige Saat ist aufgegangen an allen Plätzen des Reiches, nachdem wenige Machen hindurch scheinbare Ruhe herrschte. Sn Berlin, Hamburg, Bremen, Jtzehoe, Neumünster, überall ist es zu schweren Ueberfällen gekommen, und mit geballten Fäusten in der Tasche hören wir von vielen schwerverwundeten SA.-Rameraden, von tierischen Roheiten kommunistischen Stratzengesindels, das feige und brutal mit Brechstangen, Beilen und Schlachtermessern aus dem Hinterhalt über uns herfällt.
In Berlin, London und Lhequers sitzen inzwischen Mi- ^nister an wohlgedeckten Tischen und beglückwünschen sich '^gegenseitig zu ihrem herzlichen Einvernehmen.
Wie lange noch soll das währen?
KVrskrrrOsLMNLM sefselkt -
wie wir kurz vor Redaktionsschluß erfahren, ist heute »vormittag beim hiesigen Uonkursgericht der Ronkursantrag jjvon der veamtenbank gestellt worden. Die Vernehmungen » darüber, ob dem Antrag stattgegeben wird, sind, wie wir irrsahren, noch nicht abgeschlossen.
Neuer «everfutt »n Cremen
Durch die Schlägerei wurden 12 Personen schwer und etwa 20 leicht verletzt. Auf Seiten der Nationalsozialisten waren drei Schwer- und elf Leichtverletzte zu verzeichnen. Die Itzehöer Sanitätskolonne ruckte mit zwei Sanitätswagen an und schaffte die Verletzten, unter denen sich auch zurückgebliebene und von der SA. verbünde Kommunisten befanden, ins Kellinghuser Krankenhaus.
HZrolelarrfMe Alvrervung
Antifa versucht Versammlung zu sprengen.
Hamburg, 30. Juli. Für die am gestrigen Abend stattgefundene Versammlung der Bezirksgruppe Lan- genhorn hatten sich die Kommunisten Großes vorgenommen. Nachdem sie vor der Versammlung bereits einige Parteigenossen überfallen hatten, versuchten sie dann nach Schluß des Referats unseres Pg. v. Allwör- den die Versammlung zu sprengen. Die diensthabende SS und SA verabreichte den Radaubrüdern aber eine fürchterliche „proletarische" Abreibung und warf sie innerhalb von zwei Minuten vor die Tür.
Nach Schluß der Versammlung mußten dann in der Hochbahn noch allerhand Kommunisten darüber belehrt werden, daß man eine nationalsozialistische Versammlung nicht ungestraft stören kann.
Die Polizei verhaftete eine Reihe von Kommunisten wegen verbotenen Waffenbesitzes.
Reichsbanner überfällt einen ZA.-Mann
Ein einzelner SA.-Mann, der gestern abend in der Hafen- straße Flugzettel verteilte, wurde von 4 Reichrbannerleuten i angepöbelt und aufgefordert, sofort die Zettel wegzuwerfen. 1 Als der SA.-Mann dieser Aufforderung nicht nachkam, son- i dern ruhig weiter seiner Mege ging, fielen die Strolche über ihn her und schlugen auf ihn ein. Der Angegriffene setzte >i sich zur wehr und es gelang ihm, einen Reichsbannerhelden d festzuhalten, den er der inzwischen herbeigeeilten Polizei zu , treuen Händen übergab.
SG2» Heinr SureH Kommunisten gestürrM
Zehn SA.-Eeute schwer verletzt.
KonsvMttnrstrsGer «everfatt auf einen GM-2Nnnn
Verlin, 29. Juli. In der Nacht vom 24. zum 25. Juli wurde der SA.-Mann Gerd Thien vor dem Hause Schulstraße 51 von vier Kommunisten überfallen. Zwei der Strolche setzten ihm ihre Pistolen auf die Brust, während die anderen beiden ihm alle Taschen durchsuchten und ihm alle Wertsachen, zwa- zig Mark Bargeld, seine Papiere, Füllfeedrhalter und wa sonst noch an „Brauchbarem" zu finden war, raubten. Dann schlugen sie auf ihn ein. Mit zwei tiefen Messerstichen am Kopf brach der SA.-Mann blutend zusammen.
2Nannyaft handeln!
Fehler der deutschen Außenpolitik.
Seit der November-RIevolution von 1918 hat Deutschland immer um die Gunst des Auslandes geworben. Die offizielle Außenpolitik hat dabei nur allzu oft Formen angenommen., die der Würde unseres Vaterlandes widersprachen. Anbiederungsversuche Pflegen bloß die Dreistigkeit der anderen zu steigern, und wer mit Demut in das Spiel der internationalein Politik einzugreifen versucht, wird zum Prügelknaben im Kampf um die Interessen. Das hat Deutschland in den Jahren seiner Entmannung wirklich zu spüren bekommen. Die jüngste Geschichte weist aber auch Beispiele auf, nach denen im Weltkrieg unterlegene Völker rascher wieder zu einer gewissen Geltung, mindestens zu Ansehen kamen: Ungarn, Bulgarien und Türkei. Es gibt gewiß kein Schema, nach dem man in der Außenpolitik verfahren könnte — aber Charaktereigenschaften bestimmen zu Erfolg oder Niederlage die Grundzüge des Verkehrs mit fremden Völkern und was ein politischer Kant etwa in einer Kritik der „politischen Vernunft" hätte zusammenfassen können, war jedenfalls nicht gerade Geistesgut deutscher Außenminister der Nachkriegszeit.
Wenn man danach strebt, im internationalen Kräf- tespiel günstig abzuschneiden, die Sympathie irgend eines Landes zu erringen, um mit ihm zu einem gelangen, es ist immer die Grundfrage entscheidend, welcher Zweck für die fremde Macht maßgebend sein kann, um freundschaftliche Aeußerungen zu "bekunden. Wir müssen uns daran gewöhnen, daß vernünftige Außenpolitik jedes Staates von nakionalen Instinkten getragen wird und von völkischen Interessen ausgeht. Das „Weltgewissen", das gerade seit 1918 von echt demokratischem Schlaf heimgesucht wird, gehört endgültig in die Rumpelkammer parlamentarischer Ideologie. Jeder Staat wird uns immer nur nach der Masse beurteilen und entgegenkommen., wie er uns in seine politische Zukunftsrechnung einstellen kann. Er geht dabei von Machtgrundsähen aus, und unsere Autorität bestimmt den Grad seines Vertrauens.
Neumünster, 30. Juli. Nachdem die Kommunisten H im Laufe des Donnerstag wiederholt versucht hallten, das SA.-Heim der Nationalsozialisten in Neu- «Münster zu erstürmen und jedesmal abgewiesen wor- < den waren, erfolgte am Nachmittag gegen 4 Uhr ein ^erneuter Sturm, wobei es den Kommunisten gelang, t in das Gebäude einzudringen und die ganze Einrich- l tung sowie sämtliche Fensterscheiben zu zertrümmern.
§ -Zehn SA.-Leute wurden schwer verletzt. Die Poli- jzei hatte vorher eine Durchsuchung des Heimes nach «Waffen vorgenommen und war darauf wieder abge- ' «rückt, scheinbar um der Kommune das Feld zu über- ö lassen.
GlratzensthlaiHl irr Ätzeyoe
^ Jtzehoe, 30. Juli. In Oesau bei Jtzehoe kam es in 1 der vergangenen Nacht zu schweren blutigen Zusam- 1 menstößen zwischen Kommunisten und Nationalsozia- A !l listen. Die Nationalsozialisten hatten in einer Oesauer L Gastwirtschaft eine Zusammenkunft. Als einige von j ihnen im Garten des Lokals nach verdächtigen Perso- K f nen, die sich dort eingefunden hatten, Ausschau halten j: »wollten, wurden sie von Kommunisten überfallen. Es , t entspann sich darauf eine große Schlägerei.
. ! Bei der fraglichen Versammlung handelte es sich ckum eine geschlossene Versammlung der N. S. D. A. I P„ die die Kommunisten zu sprengen beabsichtigten.
Gauletter Kaufmann verhaftet
Berlin, 30. Juli. Das Schöffengericht Oranienburg hat am Mittwoch einen Haftbefehl gegen den nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Karl Kaufmann erlassen. Kaufmann sollte sich vor dem Schöffengericht wegen Beleidigung des preußischen Ministerpräsidenten Braun verantworten und war mehrfach nicht erschienen. Der Reichstagsausschuß hatte die Genehmigung zum 'Erlaß eines Vorführungs- oder Haftbefehles bei abermaligem Nichterscheinen des angeklagten Reichstagsabgeordneten erteilt.
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Aurich, 30. Juli. In der Wohnung eines hiesigen Nationalsozialisten wurde in dessen Abwesenheit durch die Polizei eine Untersuchung vorgenommen. Wie uns von nationalsozialistischer Seite mitgeteilt wird, soll es sich dabei um ein Parteiflugblatt gehandelt haben. Von der Polizei in Aurich erfahren wir auf Anfrage daß noch eine weitere Haussuchung bei einem Nationalsozialisten stattgefunden hat, und daß eine Anzahl Flugblätter beschlagnahmt wurden. Die Flugblätter enthielten nicht nur die Ankündigung einer demnächst stattfindenden Versammlung, sondern auch weiteren Text.
Zwei außenpolitische Irrtümer waren insbesondere unser Verhängnis: Erstens die Ueberschätzung des Interesses des Auslandes für die inneren Verhältnisse in Deutschland und zweitens die Annahme, daß uns jemand etwas um des „Rechtes" willen zuliebe tun würde. Wer das Verlangen im Auslande hat, sich ehrlich mit uns zu verbinden, hat für die innerdeutschen Verhältnisse nur insofern Interesse, als sie die Machtgeltung nach außen widerspiegeln. Hat nicht das zaristische Rußland mit dem liberalen Frankreich zum Kriege getrieben, obwohl sie innerpolitisch grundverschieden organisiert waren? Nur das gemeinsame Interesse verband sie! Mit Jllusionspolitik müssen wir endlich Schluß machen, aber auch mit der Demagogie der demokratischen Mächte, die ihr tätliches System mit dem Vorwand erhalten möchten, daß eine andere Organisation des Deutschen Staates das Aus- land „abschrecken" würde. Nur Deutschlands Ohnmacht schreckt Staaten ab — wie Italien und England die ihr außenpolitisches Interesse gegen Frankreich von der Entwicklung in Deutschland abhängig wissen. Das Machtstreben als natürlicher Instinkt der Politik muß auch die Deutschen beherrschen, wenn sie bünd- nisfähig werden wollen. Phantasten werden politisch , isoliert" - aber mit politischem Machtwillen rechnet jeder Diplomat, ob er ihm angenehm ist oder nicht, ob er sich augenblicklich verwirklichen läßt oder erst bei der nächsten Entladung internationaler Spannungen.