Ausgabe 
(21.7.1931) Nr. 55
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IpartckaNtückes Organ der

tzremer

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Dienstag, den 2^. Juli

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Keine Anleihe m- DeuSsGiand r

Gest sollen Sie viSherisen Anleihen sefiehert fein

Die MorvwoAe fteAt KonkurSantrasr

LVao Ende i ^

Wie wir sieben eriakren. hoben die vier stell-1 langfristigen öffentlichen Anleihe vorzuziehen sei. so

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Fragen:

1) Werden die Franzosen an einem derartigen

« walt Dr. Heinemann.

Damit dürfte sich das Schicksal dieses großein K Konzerns endgültig entschieden haben. Was aber wird I Vorschlag ähnliche oder dieselben Bedingungen knup- iv aus der Arbeiterschaft? fen, wie an die Anleihe?

2) Werden die Franzosen in diesem Falle der ' Ill0tH0K0lHA GkVMißtiRMBVbÄL Konferenz das Recht verweigern, zu erörtern, was ge

London. 20. Juli. Die Rede, mit der Nlacdonald die erste ie Sitzung der Siebenmächte-Konferenz eröffnete, enthält u. a. of folgendes:

Es ist von dem deutschen Finanzminister erklärt worden, oc! daß zwischen ISO bis 200 Millionen Pfund Sterling aus- öl limbischer Devisen kürzlich von Deutschland verloren worden üj sind, eine Riesensumme, die den Wert zweier Reparations-

10 annuitäten darstellen. Die Tropfen -er zurückgezogenen Ve­its vifen wurden zum Fluh, der Fluh zum Strom und der Strom

zur Flut, bis der unvermeidliche Zusammenbruch erfolgte.

! So haben wir nicht nur die Maßnahmen zu erörtern, tä die nötig sind, um Präsident ffoovers Vorschlag in die Tat i>iu umzusetzen, sondern wir haben darüber hinaus noch die uj dringende Notlage zu besprechen, die sich seither in veutsch- ol land entwickelt hat.

Dieses Problem hat offenbar sowohl politische als auch ,ff finanzielle Seiten, aber die Aufmerksamkeit der Konferenz iti muß sich auf die letzteren konzentrieren. Mir sind hier, um

11 zu versuchen, in objektiver Meise unsere Probleme zu er- a. wägen, um daran zu denken, wie eng wir in wesentlichen

..jL Dingen voneinander abhängen, uns einander anzupassen und o uns auf etwas zu Einigen, was jeder von uns vor sein >l Parlament zu bringen, erklären und zur Annahme bringen v kann.

Crn rrerree „WsovEU-HZ-Mn"

London, 21. Juli. Der größere Teil der Londoner Presse, ausgenommen die „Times", rechnet mit der X Möglichkeit, daß am heutigen Dienstag die amerikani- s' schen Vertreter der Londoner Ministerkonferenz einen ^ - Flottenbau-Feierjahr vorgeschlagen werden. Auf jeden Fall, so sagt der regierungsparteiliche „Daily Herald", i würde die Gelegenheit dieser Konferenz wahrgenom- : men, um den Plan zu erwägen, den Stimson auf seiner ^ Europa-Reise den Regierungen habe zur Kenntnis i bringen wollen. Nach dem Plan sollen Deutschland, j Frankreich und Italien bis zur Abrüstungskonferenz i alle Kriegsschiffbauten einstellen, um so zunächst ein- r mal die Frage des „Westentaschen-Panzerschiffes" und jl die italienisch-französische Flottenfrage zu lösen. Stim- 'son habe von Mussolini und Grandi die Zusicherung ihrer vollen Unterstützung erhalten. Es sei möglich, daß er dank der Ereignisse die Deutschen und Franzo­sen zwingen werde, die Erörterung über die wirtschaft­lichen Fragen mit dem Plan des Flottenbau-Feier- . jahres zu verbinden.

, j Ferner betont die Presse, und zwar wiederum H Mmit Ausnahme der „Times", daß England und Ame- . Mrika im Gegensatz zu Frankreich ein System der Still- ! üif Halte-Kredite, die automatisch etwa während der Dau- ' er von zwei bis drei Jahren erneuert werden sollen, einer langfristigen Anleihe vorziehen. Dieser Vor­schlag deckt sich mit dem Plan Montagu Normans, c der am Sonnabend ausführlich in der „Times" dar- i gelegt wurde. Diese Kredite, so sagt der diplomatische H Korrespondent des „Daily Telegraph", würden der Reichsbank von den anderen Zentralbanken zu geben sein. Die benötigten Summen können jedoch die Mit­tel der Zentralbanken mit Ausnahme des Federal- a Reserve-System von Amerika überschreiten. Die Tat- fache würde eine Regierungsgarantie notwendig ma­chen. Amerika und Deutschland stimmten mit England ^ manns vorbeifuhr überein, daß die Methode der Stillhaltungskredite einer

schehen wird, wenn am Ende des Hoover-Jahres ein weiteres Gnadenjahr von Deutschland und seinen an­deren Gläubigern für notwendig erachtet würde?

3) Werden für den Fall, daß Frankreich seine For­derungen nach politischen Garantien auch für einen kurzfristigen Kredit aufrechterhalten sollte, England u. Amerika bereit sein, von sich aus ohne Mitwirkung Frankreichs Deutschland in dieser Hinsicht zu unterstüt­zen?

Der diplomatische Korrespondent der „Morning- Post" glaubt nicht, daß der Plan der 100 Millronen- Pfund-Anleihe noch eine Rolle auf der Konferenz spie­len würde, da England und Amerika bereits zu ver­stehen gegeben hätten, daß sie ihm nicht wohlwollend gegenüber ständen."

*

Z)re neuen Kordernnsen

und Keine Anleihe

Newyork, 21. Juli. Die Vorschläge, die Stimson im Auftrag hoovers auf der heutigen Sieben-Mächte-Ronferenz unterbreitet, roerden noch streng geheim gehalten. Doch ist mit der Veröffentlichung des Hilfsplanes zu rechnen, sobald Stimson Gelegenheit gefunden hat, die Washingtoner An­regung der Londoner Konferenz vorzulegen.

Dem Grundgedanken des neuen hoover-planes scheint die „Tribune" am nächsten zu kommen. Das Blatt meint, daß die amerikanische Denkschrift konstruktive Vorschläge zur Stabilisierung der deutschen Finanzen und einen Dppell an die internationale Bankwelt enthalte. Gleichzeitig würden die Grenzen der amerikanischen Mitwirkung klargelegt, vielleicht werde hosver, war allerdings noch nicht feststehe, die amerikanische Hilfsbereitschaft von der Beilegung der deutsch - französischen Meinungsverschiedenheiten abhängig machen. Das Blatt hält eine langfristige Anleihe mit Recht einstweilen für unmöglich. Die Finanzhilfe könne nur in Gestalt kurzfristiger Kredite erfolgen.

Deutschland müsse der Melt erst beweisen, daß es die Finanzlage fest in der Hand habe und daß eine langfristige Anleiheaktion kein Risiko mehr biete. Interessant ist die Bemerkung der „Herold Tribune", daß vernünftige politische Zugeständnisse Deutschlands an Frankreich nach Ansicht hoher Washingtoner Regierungsbeamter eine gute Grundlage für eine private Finanzhilfe bieten würden. Die amerikanische Regierung sei keineswegs geneigt, Frankreich in den ur­sprünglich angekündigten Forderungen zu bestärken, teile aber die Auffassung, daß Deutschland unter den jetzigen Verhältnissen keine grohen Summen für weitere Rüstungen ausgeben solle.

Nie Ankunfl in London

Wieder mit Hitler-Heil begrüßt.

London, 20. Juli. Reichskanzler Brüning und Reichsaußenminister Dr. Curtius trafen um 17.18 Nhr auf dem Viktoria-Bahnhof in London ein. Auch die­ses Mal ereignete sich wieder ein „Zwischenfall"., der durch einige deutsche Nationalsozialisten hervorgerufen wurde. Sie riefen plötzlich: „Heil Hitler", „Nieder mit Brüning", und zwar gerade in dem Augenblick, als an

Ctme neue Gauneret

Entgegen dem ganzen optimistischen Geschwätz der Regierungspresse entwickeln sich die Dinge nunmehr auch in London genau so naturnotwendig wie wir sie vorausgesagt haben. Zunächst sei eine Fälschung der öffentlichen Meinung durch die Bremer Nachrichten richtig gestellt. Es ist keine grundsätzliche Einigung in Paris erfolgt, es ist keine vorläufige Entspannung ein­getreten und kein „Geist von Chequers" hat in Paris herumgespukt. Die Weserzeitung ist jedenfalls mit der Richtigstellung ihres gestern falsch gegebenen Bildes rascher zur Hand und schreibt heute: Es bestätigt sich, daß in Paris weder etwas für die Anleihe noch für andere Hilfsmaßnahmen erreicht worden ist. Diese nüchterne Feststellung gibt den Bremer Nachrichten Anlaß, seitenlang über den Geist von Locarno bis Ehe-: quers zu schmusen —- solche Kindermärchen glaubt heute das deutsche Volk nicht mehr — während die die Bremer Volkszeitung in ihrem Leiter ganz frech schwindelt, Laval habe keine politischen und wirtschaft­lichen Garantien verlangt. Wenige Zeilen über dieser Behauptung druckt das gleiche Blatt die entgegenge­setzte Feststellung ab und beweist damit nur seine de­magogische Volksverdummung.

Wir sind kurz auf dieses klägliche Verhalten der übrigen Bremer Presse eingegangen, um zu zeigen, wie man noch heute versucht, wie schon seit vielen Jahren, uns über die wahren Tatsachen hinwegzutäu­schen, anstatt das Volk aufzuklären, zu einem festen ein­heitlichen Willen zusammenzuballen, der von einem klugen Staatsmann an der richtigen Stelle zu wir­kungsvoller Geltung gebracht werden kann. Das ist Außenpolitik, während wir nur Kindereien treiben und unsere Vertreter in London fast völlig in der Luft hängen lassen. Der Nationalsozialismus wird hier die grundlegende Wandlung bringen.

Was ist nun inzwischen in London tatsächlich geschehen. Sieht man von den geradezu nunmehr zur Üebelkeit reizenden Höflichkeitsphräsen ab, die sich in lauter unwahren Superlativer, Beglückwünschungen und gegenseitigen Zustimmungen ergehen und ihren materiellen Niederschlag in einer Unzahl von Essen und Frühstücken finden, ist noch nichts geschehen. Brü­ning hat scheinbar bisher die politischen Forderungen der Franzosen weiter abgelehnt, aber man ist jetzt da­bei der ganzen Sache einen neuen Dreh zu geben, d. h. mit anderen Worten der deutschen Presse die rich­tigen Stichworte zu übermitteln, mit denen dann wieder alles eingeschläfert werden kann.

Man fordert nicht mehr einen Verzicht Deutsch­lands auf die Zollunion — aber man schlägt ein „poli­tisches Moratorium" vor, dem alle Länder zustimmen sollen u. in dem man sich zusichert, keine politischen „Abenteuer" zu unternehmen oder irgendwie die „Ent­spannung" zu stören. Damit ist die Zollunion nunmehr auf höfliche Weise abgewürgt. —

Man fordert nicht mehr einen Abbruch des Pan­zerkreuzerneubaues. Aber Amerika kommt gerade heute mit einem sehr fein ausgeklügelten Flottenfeierjahr, das von allen Ländern verlangt, in diesem Jahr kein Schiff zu bauen. Damit ist der Panzerkreuzer ebenfalls auf höfliche Manier abgewürgt. Bei dieser Gelegen­heit sei noch auf die ganze Verlogenheit dieses Abrü- stungsbluffes hingewiesen, indem man Deutschland zumutet, von seinen zwei neuen Schiffen eines aufzu­geben, während die übrigen Staaten von ihren Hun­derten von Schiffen auch einen Neubau einstellen.

der Menschenmenge der belgische Außenminister Hym-! Die deutsche Presse aber schwelgt in Abrüstungsideen -^ und besorgt dabei das Geschäft der übrigen Staaten