Ausgabe 
(27.5.1931) Nr. 38
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Pg. SA-Mann Fritz Tschierse, wurde in Königsberg in seiner eigenen Wohnung von kommunistischen si Meuchelmördern überfallen und bestialisch abgeschlachtet. An den Folgen der ruchlosen Tat, die in der Nacht tp auf Psingstsonntag verübt wurde, starb Pg. Tschiersc am Sonntagabend.

i Der 26jährige Buchdrucker Pg. Billet wurde in Karlsruhe von Kommunisten mit Stöcken zu Tode se­tz prügelt. Er kam mit schwersten Kopfverletzungen inS Krankenhaus, wo er noch am selben Abend starb.

Pg. Fr. wurde in der Nähe von Buch bei Berlin von zwei Kommunisten überfallen, die ihm die Kehle t mit einem Taschenmesser durchschnitten. Die Aerzte hoffen ihn am Leben zu erhalten.

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Psingsttagung des KampfbundeS für deutsche Kultur in

PotSdam.

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" (Bericht unseres Berliner Vertreters.)

^ -quen- Kein Zufall war es, daß die zweite Ta-

«lMHUNg.d'es Kampfbundes für deutsche Kultur in Pots- >err dam stattfand. Zum ersten Mal lenkte der Kämpf­en bund im vorigen Jahre in Weimar die Augen der i:,: u deutschen Geistes- und Kulturwelt aus sich. In Wei- :»oi mar, der Stadt, in der sich die Blüte deutscher Gei- ^ stesgeschichte abspielte, und nirgendwo besser als in die- ser Stadt, nirgendwo krasser und deutlicher als hier, AD mußte man den Kulturverfall, die Geistesarmut un- Dk lerer Zeit erkennen.

Dort, in i'ener Stadt stellte man 'im vorigen Jahre > klar, deutlich und einfach das Ziel heraus, daß es zu erreichen gilt. Der Ort, den Weg zum 'Ziel zu klären, n mußte Potsdam sein; und daß dieser Tag gleichzeitig Jugend- und Kulturtag war, zeigt schon die Richtung tz dieses Weges an.

Viele Jugendbünde, darunter die Artamanen, die Geusen, Adler und Falken und die Hitler-Jugend ver­traten am Psingstsonntag morgens bei der Begrüßung die junge Generation, von der Alfred Rosenberg, der f Führer des Kampfbundes sagte, daß sie sich heute schon, i über alle Klassen- und Standesunterschiede hinweg, der zwei Gemeinsamkeiten des Schicksals und des Bodens bewußt geworden ist. Diese Jugend wird die Erneue­rung der deutschen Kultur erreichen, abgekehrt von Ge­danken des materiellen Erfolges, erfüllt von der Idee der entsagungsvollen Leistung!. »—Geist von Potsdam.

Dr. Wagner-Berlin wies zu Beginn des Kultur- Kongresses des Kampfbundes auf die Bedeutung des M k Tagungsortes Potsdam hin. Er stellte das Potsdam- r Wort „Ich diene" über die ganze Arbeit des Kampfbun- des.

ml!» k Von den Augusttagen des Jahres 1914 ausgehend, begann dann Alfred Rosenberg seine bedeutende M! Rede über

„Blut und Ehre".

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Ehrliche, starke Zustimmung, besonders der Ju­gend, dankte Alfred Rosenberg.

Mit Vortragen über nationale Erziehung schloß der Kongreß und der Tag endete mit einer Abend­veranstaltung der Jugend.

Auch der zweite Kongreß-Tag stand unter dem Gesichtspunkt der nationalen Erziehung.

Hans Johst-München sprach über das deutsche Schrifttum und Dr. Weiß setzte sich in grundlegender Weise mit dem „deutschen" Rundfunk auseinander.

Einen gewissen äußeren Höhepunkt der beiden gro­ßen Potsdamer Tage bildete der Aufmarsch der Ju­gendbünde im Stadion. Hier sollte Adolf Hitler zur deutschen Jugend sprechen. Leider war der Führer nicht in der Lage zu erscheinen. Uebergroße Arbeit hinderte ihn. An seiner Stelle fanden Graf Reventlow und Hauptmann Göhring tiefe Worte für die Jugend und ihren Kampf um die deutsche Freiheit.

Eine Ehrung der Gefallenen

bewies das Bekenntnis der Jugend, daß sie gewillt ist, das Vermächtnis der Toten auf sich zu nehmen. Die deutsche Jugend erkennt, daß der Kampf für eine deutsche Kultur solange ein Scheinkampf sein muß, so­lange man nicht einsieht, daß der Weg hierzu nur über die politische Macht geht.

Ein großes, erhebendes Bild war es, diese Jungen zu sehen, wie sie dort ernst das Deutschlandlied san­gen, gewillt, ihren Weg zum Ende, zum Siege zu gehen. In langen, endlosen Kolonnen gehts wieder zu­rück in die Stadt. Voran die bunten Wimpel und Fähnlein, Symbole des Kampfes um deutsche Kul­tur des Kampfes um Deutschland.

Die zweite Tagung des Kampsbundes für deutsche Kulur ist beendet.

Weimar — Potsdam, Ziel und Weg. — Mark­steine im Kampf um Deutschland.

Ls§ vom VöSkerdimH!

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Die Art und Weise, wie man in Genf mit ^.»" Deutschland und Oesterreich umzuspringen beliebte, zeigt '''' vor aller Welt, daß beide Länder keinerlei Souveräni- , tät mehr besitzen. Man behandelt uns dort nicht nur Dill- als „Staaten minderen Rechts", wie Dr. Curtius aus- führte, sondern spricht uns überhaupt jegliche Selb- Müdigkeit ab.

.Was haben wir im Völkerbund zu suchen? Die- ' ^ ses Institut zur Knechtung Deutschlands hält jetzt seine i 63. Tagung ab. Jede von diesen hat unseren Ver­güt kreiern „Ueberraschungen und Enttäuschungen" gebracht.

Noch niemals ist ein deutscher Außenminister mit greif- -tiOll baren Erfolgen aus Genf zurückgekehrt. — Was soll ! ! das ganze Theater, das uns jährlich Unsummen kostet? : ! Es bleibt doch nur eine Völkerschau, bei der sogenannte

.'i,A Staatsmänner ehrfurchtsvoll Frankreichs Befehle für - die Weltpolitik entgegennehmen und von Frankreich . vorgeschriebene Reden halten. Wir spielen in dieser '..iolk Tragikomödie die Rolle eines ohnmächtigen Hanswur- ..M > stes, den man nach Belieben treten und schieben zu «M'- können glaubt. Frankreich, diese jeder Kultur bare, vernegerte, degenerierte, sich nur an Phrasen berauschen- Z'FI de, größenwahnsinnige „Grande nation", sucht im Völ- kerbund nichts anderes, als die verlogenen, aus Haß, Roheit, Gemeinheit geborenen, sadistischen, jedem Rechtsempfinden Hohn sprechenden Schanddiktate zu M,MKverewigen und sich auf diese Weise die Vorherrschaft ^BEin Europa zu bewahren.

Die überhebliche und verletzende Behandlung der ZollunionSsragc durch Frankreich und dessen gehorsame Trabanten die weiteren neuen schweren Niederlagen in

der Polenfragc, im Kampfe DanzigS gegen Polen, im EuropaauSschuß, in der AbrüstungSfrage, alles das sollte eigentlich Deutschland endlich dazu veranlassen, „Realpolitik" zu treiben und den Austritt aus dem Völkerbund sofort anzumelden. — Die jetzt über die Unerfüllbarkeit des Uoungplanes winselnden Erfül­lungspolitiker sollten endlich einsehen, daß nicht die na­tionale Opposition, sondern sie selbst bisher Katastro- phenpolitik betrieben haben. Realpolitik heißt nicht einem nebelhaften Silberstkeifen nachlaufen, sondern die Dinge mit klaren Augen betrachten und den ge­sunden Menschenverstand walten zu lassen, der sagt: Erkenne deinen richtigen Feind und bekämpfe ihn. Re­alpolitik heißt für Deutschland, Los vom Völkerbund nnd loS von Frankreich!

Weder England noch Italien legen Wert darauf, im Völkerbund vertreten zu sein. Eine Jagd verliert ihren Sinn, wenn Jäger vorhanden sind, aber kein Wild. Tritt Deutschland aus dem Völkerbund aus, dann können sich die Ausbeuter unter sich an die Köpfe kriegen, bis sie schließlich alle auseinander lau­fen. Dies möglichst bald zu erreichen, müßte das Ziel unserer Außenpolitik sein, denn ohne Isolierung Frankreichs ist ein deutscher Ausstieg nicht möglich.

Hierzu aber gehört der Sturz des bisherigen Sy­stems, gehört eine nationalsozialistische Regierung und ein entsprechender Außenminister, denn alle anderen Parteien und Persönlichkeiten sind bis ins Unerträg­liche durch die bisherige Katastrophenpolitik vorbela­stet.

Me Isnse nocli?

Die politische Machtentwicklung der nationalsozia­listischen Bewegung ist in ein nicht gefahrloses Sta­dium eingetreten, das man erkannt haben muß, um die Lage nicht falsch zu beurteilen. Durch zielklare und konsequente Führung haben wir seit Jahr und Tag bei jeder Wahl neue große Erfolge errungen und sind dabei zu einem ausschlaggebenden politischen Faktor geworden, mit dem heute auch das Ausland in verstärktem Maße zu rechnen beginnt. Uns ist es aber in noch keinem wichtigen Parlament gelungen, die ab­solute Mehrheit für uns zu gewinnen, d. h. über die Möglichkeit zu verfügen, nationalistisch und sozialistisch regieren zu können. Auf der anderen Seite bilden wir im Reichstag, in Thüringen, Oldenburg, auch in Bremen so starke Gruppen, daß unsere Opposition ent­weder sehr hemmend oder mitbestimmend die politische Entwicklung beeinflußt. Es ist also ein Schwebezu­stand erreicht worden, der uns noch nicht die volle Verantwortung in die Hand gibt, uns aber auch nicht auf Grund unserer Stärke gestattet, abseits stehen zu bleiben. Wir sind darum in Thüringen mit anderen Gruppen in die Regierung gegangen und sind auch in Oldenburg wie schon berichtet, grundsätzlich bereit, ein marxistenreines Kabinett mitzubilden. Aber auch in Bremen hatten wir uns nicht vor der Verantwortung gescheut, und die Volkspartei trägt hier wie in Thü­ringen die Verantwortung für das Weiterbestehen des marxistischen Einflusses.

Die Mitarbeit von Nationalsozialisten bedeutet aber auch eine so völlige Umstellung der politischen Regierungstätigkeit, daß man die Scheu der bürger­lichen Parteien verstehen kann. Sie haben noch immer nicht begriffen, daß man heute nur schwarz oder weiß sein kann, daß die Politik der ausgleichenden Kom­promisse keine der heute zu lösenden Fragen bewälti­gen kann, und sie werden das nur sehr langsam begreifen, weil sie mit dieser Erkenntnis zu ihrem eigenen politischen Todesurteil kommen.

Man will also noch nicht mit uns zusammengehen, man kann aber kaum mehr gegen uns regieren und wir können noch nicht allein das Heft in die Hand nehmen, um die nun einmal notwendigen Entscheidun­gen in Deutschland durchzuführen. Aus diesem Zwit­terzustand, den wir im Augenblick nicht ändern kön­nen, ergeben sich, wie schon oben angedeutet hier und da gewisse Schwierigkeiten, die mit der Nervosität auch der bestdisziplinierten Truppe unmittelbar von dem entscheidenden Sturmangriff zu vergleichen sind. Ge­wissenlose Elemente benutzen die Gelegenheit, Zerset­zungsarbeit zu versuchen und gewinnen sich die Halben und Unbrauchbaren Konjunkturpolitiker, die nicht zu einem erhofften Posten gekommen sind. Aber auch andere Kreise empfingen eine gewisse Unruhe, eben die vor dem Sturm und sorgen sich unnötig um die kommende Weiterentwicklung. Zur gleichen Zeit hat der marxistische Gegner sein Lügentrommelfeuer ver­doppelt, Rotmord ist mehr denn je bei seinem blu­tigen Handwerk, und die bürgerlichen Parteien sowie Presse wissen sich keinen anderen Rat als mitzulügen und mitzuhassen. Aber sie sind schon so weit, daß sie an ihren bisherigen Führern irre geworden sind und der Vorstoß der Deutschen Allgemeinen Zeitung, dem Stresemannblatt gegen den Reichsaußenminister, dem sich übrigens die Weser-Zeitung in mehr als schar­fer Form anschließt, beweist die Verwirrung, die im Rcgierungslager herrscht. Als Beispiel sei nur ange­geben, was die Weserzeitung in einer ihrer letzten Aus­gaben schreibt, nachdem sie von dem leichtfertigen Op­timismus offizieller Kreise in Berlin gesprochen, sich also einen alten nationalsozialistischen Vorwurf zu eigen gemacht hat:

„Der Angriff, welcher sich gegen Dr. Curtius per­sönlich richrete, ist — wir wiederholen das — auf das Gesamtkabinett zu schleudern, welches mit „Mittelchen" Politik zu treiben gedenkt, ohne das Ausland genügend zu studieren und die eigene Position illusionsfrei zu betrachten!"

Aber nicht nur wir haben gewisse Schwierigkeiten zu überwinden, nicht die Mitte ist allein im Zerfal­len, sondern auch die Linke, besonders die Sozialdemo- kratie geht s chwersten Entscheidungen in ihren eigenen Reihen entgegen. Reichskanzler Brüning, der bei seinem Regierungsantritt die nationale Opposition zerschlagen wollte, wird nicht freiwillig, aber durch die Verhält­nisse gezwungen mit seinen noch kommenden Notver­ordnungen und mit seinem ihm davon gelaufenen Pan­zerkreuzer die SPD. zusammenschießen müssen. Der Parteitag wird hier die ersten Entscheidungen brin­gen.