Ausgabe 
(9.5.1931) Nr. 33
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

tt jemr knaelbeilage.

bremer

kinrelprelr 20 ?kg.

atimaAMMe Mung

rtelamtllckesvigailöLr

Geschäftsstelle und Redaktion: Bremen, Bahnhofstr. 26. Fernsprecher Domsh. 25878. Erscheint wöchentlich 2 mal. Bezugspreis monatlich 1.12 A.Il einschließlich Bestellgeld. Verlagsort Oldenburg (Oldbg.)

Nr. 33

b«MI llaÜoaailoziMG

w

cpr

Anzeigen: 10-gesp. Nonpr.-Zeile 0.25, auswärts 0,30 Stellenges. und Fam.-Anz. 0.10 Kleine Anz. 0.15 Ersatzansprüche können nicht gestellt werden, wenn das

Erscheinen irgendwie verhindert ist. ^

«v

pr'

Sonuaöend

9. Mai

1931

i

s.i.

K

t

V

l:

r

Me snüern lügen

Ein ganz wesentliches Merkmal der heutigen Zeit vor allem auf dem Gebiete der Politik ist das Kampf­mittel der Lügen, das immer dann angewandt wird, wenn eine Idee oder eine politische Richtung abge­wirtschaftet hat und nun nicht mehr in der Lage ist, mit sachlichen Argumenten an die Öffentlichkeit zu treten. So können wir beobachten, daß sich von den bür­gerlichen Zeitungen aus bis zu den Revolverblättern der Kommunisten täglich Lüge an Lüge reiht, Halb- und Ganzlügen, Entstellungen, Fälschungen, kurzum die ganze Skala der Lügen- und Verleumdungsmöglich­keit wird in Tätigkeit gesetzt, um den Kampf des erwa­chenden Deutschlands zu untergraben. Die Gedanken­losigkeit des deutschen Durchschnittmenschen, sein noch immer großes Vertrauen zur Generalanzeigerpresse, besonders sein Glaube an sein Parteiorgan machen es fast aussichtslos, den täglichen Lügen mit Erfolg ent­gegen zu treten. Und so bleibt nur die Forderung, für alle Parteigenossen und darüber hinaus für alle natio­nalsozialistischen Wähler, entschlossen die Lügenpresse aus der Hand zu legen und ein nationalsozialistisches Blatt zu halten, auch wenn es noch nicht so umfangreich und viegestaltig erscheint, wie andere Zeitungen. Die nationalsozialistische Presse muß aus dem Nichts auf­gebaut werden, denn es fand sich kein Jude Goldschmidt und kein Warenhauskonzern, die uns wie dem Vor­wärts 800 000 Mark schenkten, sondern wir wachsen mit unserer Bewegung im Kampf für unser allerletztes Ziel, den Neubau eines sozialen und nationalen Staa­tes.

Wie verwirrt und auch wie verlogen die öffent­liche Meinung heute geworden ist, geht allein schon aus der Tatsache hervor, daß weite Kreise davon überzeugt sind, daß die Nationalsozialisten eine staatsfeindliche Organisation darstellen und selbst Richter besitzen den traurigen Mut, diese offensichtliche Lüge in ihrem Ur­teil zu bestätigen. Der Staat ist das Volk und es kann uns keiner, auch nicht der ärgste Gegner abstrei­ten, daß wir das Volk in seiner Gesamtheit bejahen und das unser Kamps darauf gerichtet ist, diesem Volk Freiheit und Brot zu geben. Parteien aber, die offen in ihrem Programm darauf hinweisen, daß sie nicht das Volk sondern die internationale Klasse beschützen und beschirmen, Parteien, die offensichtlich Binoungen über die Grenzen unseres Vaterlandes haben, gelten auch dem Spießbürger als staatserhaltend. Diese Par­teien nahmen sich das Recht, der allein wirklich staats- erhaltenden Partei mit Hilfe einer Notverordnung die verfassungsmäßig garantierten politischen Rechte zu rauben.

Aber wir brauchen garnicht diese entscheidenden und grundsätzlich ausgewerteten Lügen als Beispiel zu nehmen. Die „Bremer Volkszeitung" z. B. hat in ihren letzten Ausgaben ein Dutzend solcher offensicht­lichen, sofort nachweisbaren Lügen gebracht und auch die „Arbeiterzeitung" lügt in fast jeder Spalte ihren mißbrauchten und politisch ausgebeuteten Parteimit­gliedern so viel vor, daß eine wirkliche Information über politische Vorgänge überhaupt nicht mehr möglich ist.

Die Volkszeitung vom 7. Mai bringt z. B. ein Bild von einem unserer Abgeordneten und schreibt als seinen Ausspruch darunter: „Alle Marxisten sind Ver­brecher". Dabei weiß dieses Blatt ganz genau, daß der Ausspruch folgendermaßen gelautet hat: Alle Verbre­cher sind Marxisten". Man fälscht also hier einen Aus- "s spruch in das Gegenteil um, weil es der Volkszeitung vielleicht peinlich ist, daß selbst Kürten Mitglied des Reichsbanners war.

Die Volkszeitung vom 6. Mai behauptet, daß unsere Zeitung vom 18. April eine Notiz über ein an­gebliches Sausgelage von Bonzen in Dresden enthält. ^ Diese Behauptung ist gelogen, denn in dieser Ausgabe steht nichts von einem Saufgelage, auch nicht in den folgenden.

Die Volkszeitung vom 6. Mai behauptet, daß der Reichsbank durch das starke Anwachsen der National­sozialisten im September ein Verlust von 2 Milliarden entstanden sei. Diese Behauptung ist erlogen. Reichs­finanzminister Dietrich ist doch sicher nicht unser Freund und hat doch auf einer Journalistentagung in Berlin betont, daß durch die verantwortungslose Weitergabe von angeblichen Putschabsichten der Nationalsozialisten ein Sturm auf die Bank eingesetzt habe, die Reichsbank Devisen kaufen mußte und ihr so ein Verlust von rund einer Goldmilliarde entstand. Diese verantwortungs­losen d. h. erstunkenen und erlogenen Putschgerüchte haben in den jüdischen Gazetten von Berlin gestanden. -Man lügt also auch hier eine Tatsache in das Gegen­teil um.

Die Arbeiterzeitung behauptet in einer ihrer letzten Ausgaben, daß bei einem SA-Aufmarsch in Rü- stringen ein SA.-Mann mit dem Messer gestochen habe. Diese Behauptung ist frei erfunden und so eine glatte Lüge. Die Arbeiterzeitung nennt in ihrer letzten Don­nerstagsausgabe uns Nationalsozialisten Aoungplan- Partei, obwohl sie genau weiß, daß die Nationalsozia­listen im Kampf gegen den Aoungplan zu ihrer heu­tigen Machtstellung gekommen sind. Die Volkszeitung vom 7. Mai nennt unseren Führer Adolf Hitler Hoch­verräter und Ausländer. Dadurch lügt und verleum­det dieses Blatt unseren Führer in einem Atemzug. Eine Widerlegung dieser Schmutzigkeiten erübrigt sich. So geht es fort, Tag für Tag, die Volkszeitung lügt, die Arbeiterzeitung lügt, und wieder die Volkszeitung lügt. Diesen Leuten wäre ja längst der Stoff für ihre Blätter ausgegangen, wenn es nicht Nationalsozia­listen gäbe, die sie Seite auf Seite mit Schmutz und Dreck bewerfen könnten.

Und wie in Bremen wird in jeder anderen Stadt gelogen. Es schwindelt der amtliche politische Presse­dienst und es schwindelt die Münchener Post und es schwindelt das Berliner Tageblatt, es schwindelt die Vossische Zeitung und es schwindeln mit einem Wort fast alle Zeitungen, die nicht nationalsozialistisch sind. Wir haben durchaus Verständnis dafür, daß einem Schriftleiter einmal eine falsche Nachricht unterläuft, aber wir wissen, daß hinter diesen Lügenmeldungen der gegnerischen Presse ein klug erdachtes System liegt,

gleich dem des Juden Northcliff, der schon Jahre vor dem Krieg mit seinem Lügenfeldzug gegen Deutsch­land begann.

Aus all diesem ergibt sich für uns Nationalsozia­listen die Forderung, auch unter Verzicht auf Annehm­lichkeiten, die wir noch nicht bieten können, unsere na­tionalsozialistische Presse zu lesen; denn auch die Ge­neralanzeigerpresse, hier die „Bremer Nachrichten" fügen sich in diese Einheitsfront gegen uns ein, und wenn auch nicht ganz so plump und offensichtlich, so doch versteckt und zielbewußt finden sich in ihren Spalten entstellte Nachrichten, die uns verleumden sol­len. Es sei auch an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die Generalanzeigerpresse abhängig ist von den jüdischen Anzeigen, die sich seitenweise in ihren Aus­gaben finden und wir überlassen es unseren Lesern, sich daraus die einzig mögliche Schlußfolgerung zu zie­hen. Darum sei nochmals zum Schluß die Forderung aufgestellt: Jeder Nationalsozialist lese eine nationalso­zialistische Zeitung, dann ist sie auch in ganz kurzer Zeit so umfangreich, daß alle sonstigen Wünsche er­füllt werden können. Erst eine große Abonnentenzahl ermöglicht den Ausbau der Zeitung.

Für uns Bremer gilt darum die Losung: „Lest die BNZ. und wer sie schon liest, wirbt für sie von Haus zu Haus, damit der Tag nicht mehr fern ist, an dem wir alle Lügenblätter wegwischen können, der Tag, an dem keine anderen Zeitungen es mehr wagen dürfen, uns zu verleumden. -art.

27 8.-k.-kükrsr nleaersssclwssen.

Von 100 Kommunisten mit kevotvorn, Volrellissern, knllppota umt

Steinen Uüerksüen.

Der wie überall, so auch in der sächsischen Lausitz immer mehr zunehmende Blutterror der Kommunisten, dem ganz offenbar ein System zugrunde liegt, hat sich dieser Tage in einer trotz so vielem, was schon geschah, bisher unerhört gemeinen und viehischen Weise geäu­ßert.

Die auf dem Gut des Standartenführers 3 von Tschammer und Osten zusammengekommenen SA.-Füh- rer wurden mitten in der Nacht von einer annähernd 100 Mann starken Kommunistenhorde mit Revolvern, Totschlägern, Knüppeln und Steinen überfallen. Der planmäßig organisierte und vorbereitete Ueberfall, mit dem die SA-Führer nach Lage der Dinge in keiner Weise rechnen konnten, wurden nicht weniger als 27 SA.-Führer teilweise sehr schwer verletzt.

Das ist nur daraus zu erklären, daß sich eine Uebermacht von mit Feuerwaffen und Schlagwaffen ausgerüsteten Kommunisten einer völlig unbewasfneten und durch eine unglückselige Verkettung mißlicher Um­stände und Zufälle gänzlich überraschten SA.-Abteilung gegenüberstand.

Ueber die Einzelheiten des Ueberfalls berichtet uns einer der überfallenen SA.-Kameraden folgendes:

Die auf dem Gut Kleindehsa (Amtshauptmann­schaft Löbau) zu einer Führerzusammenkunft versam­melten SA.-Leute verbrachten den Sonnabendabend ge­meinsam in der Gastwirtschaft des Ortes, wo ihnen ein Film vorgeführt wurde. Angesichts der herrlichen Mondnacht beschlossen wir, vor dem Einrücken in die auf dem Gute befindlichen Quartiere einen Umweg über die Felder des Gutes zu machen. Wie wenig wir SA.-Leute in dieser sonst so friedlichen Gegend und zu dieser Stunde — es war gegen 11 Uhr — mit einem Ueberfall rechneten, beweist die Tatsache, daß wir in drei getrennten Abteilungen durch ein nahes Gehölz marschierten. Am Ausgang dieses Gehölzes hatten sich bereits zwei Abteilungen wieder vereinigt, als plötz­lich aus dem nahen Dickicht eine Anzahl dunkler Gestal­ten auftauchten, die von uns in der Finsternis nicht sofort erkannt wurden und deshalb zunächst für die noch ausstehende Gruppe unserer Kameraden hielten.

Um so größer war die Nebcrraschung und Bcr- blüsfung, als wir plötzlich mit Steine« beworfcn und balv darauf sehr rasch hintereinander mit Revolvern aus uns geschossen wurde. Da wir mit einem freien Feld im Rücken uns völlig schutzlos den Kugeln der Kommunisten preisgegeben sahen, suchten wir den Rand eines zweiten in der Nähe befindlichen Gehölzes zu erreichen.

Auf dem Wege dorthin stellten sich uns zwei in kurzem Abstand aufeinanderfolgende Stacheldraht- zäune entgegen. Einige Kameraden verfingen sich darin und wurden von den uns unter fortwährendem Feuer

folgenden Kommunisten niedergeschlagen und schrecklich zugerichtet. In diesem Augenblick hatte sich aber auch die verstreuten SA. gesammelt und machte nunmehr Halt, um ihren schwerbedrängten Kameraden zu helfen. Die Kommunisten zogen sich, als sie auf unsere ener­gische Gegenwehr stießen, zurück.

Das Ueberfallkommando aus Zittau kam, als alles schon vorbei war. Es gelang aber der Polizei, wenig­stens einen bekannten Kommunistenführer aus Löbau zu verhaften, der einer der Haupträdelssührer bei dem niederträchtigen Mordunternehmen der Kommune ge­wesen ist.

Von unseren Verletzten mußten 5 Schwerverletzte in das Löbauer Krankenhaus gebracht werden. Wie uns jetzt durch Einwohner des Dorfes gemeldet wird, haben auch die Kommunisten mehrere Verwundete gehabt, die sie teilweise auf Schubkarren abtransportiert ha­ben. Außerdem wird setzt einwandfrei bekannt, daß so­gar Bautzener Kommunisten an dem Ueberfall beteiligt waren und bereits am Samstagnachmittag von ihrer Absicht, nach Kleindehsa zu ziehen, gesprochen haben.

kisnkreicii ist vesorgt.

Angst vor der kommenden Neuorientierung der deutschen Außenpolitik.

Die Erklärungen, die Adolf Hitler dem „Daily Ex­preß" abgegeben hat, erwecken in Paris unangenehme Gefühle. Man ist auch sichtlich bestürzt darüber, daß sich die Zahl der eingeschriebenen Kämpfer der Partei im April um 40 000 vermehrt hat. Als weitere „Be­unruhigung" kommt noch der glänzende Erfolg der Nationalsozialisten bei den Landtagswahlen in Lippe hinzu. Am meisten regt man sich über die Aeußerun­gen Adolf Hitlers auf, daß ein nationalsozialistisch ge­führtes Deutschland zur Zusammenarbeit mit Italien und England bereit sein werde.

„Paris Midi" schreibt dazu: „Leider verschmäht es Hitler, uns zu sagen, gegen wen und gegen was sich diese Zusammenarbeit richten soll."

Frankreich wird sich allmählich daran gewöhnen müssen, daß mit dem kommenden Wechsel des inner­politischen Systems in Deutschland auch außenpolitische Neuorientierungen zu erwarten sind. Die Liebe des deutschen Schafes zum reißenden Wolf Frankreich kann nicht ewig dauern. Die überspannte französische Vor­herrschaft in Europa bedarf einer Korrektur, die im Interesse des französischen Volkes selbst liegen muß, dessen Regierung und öffentliche Meinung den Maß­stab für die europäischen Dinge — nicht zuletzt durch die Schuld schwächlicher deutscher Regierungen — längst verloren haben.