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PaMamtlickes Organ ßer
Geschäftsstelle und Redaktion: Bremen, Bahnhofstr. 26. Fernsprecher Domsh. 25878. Erscheint wöchentlich 2 mal. Bezugspreis monatlich 0.92 N/st einschließlich Bestellgeld. Verlagsort Oldenburg (Oldbg.)
Nr. 29
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Anzeigen: 10-gesp. Nonpr.-Zeile 0,25, auswärts 0,30 Mk. Stellenges. und Fam.-Anz. 0,10 Mk. Kleine Anz. 0,15 Mk. Ersatzansprüche können nicht gestellt werden, wenn das Erscheinen irgendwie verhindert ist.
Sonnabend
25. April
1931
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Die Nationalsozialisten bestimmen schon seit längerer Zeit den Kurs aller übrigen Parteien, auch den der Marxisten, natürlich nicht zu deren eigener Freude, aber sie müssen ihn einhalten, auch wenn sie eine solche Zumutung mit geheuchelter Entrüstung ablehnen. Unser Auszug aus dem Reichstag ist seiner Zeit nicht sofort von allen nationalsozialistischen Wählern in seiner politischen Bedeutung erkannt worden und mancher schien unbefriedigt, weil sein Abgeordneter nicht mehr mitredet in diesem so verhängnisvollen Wallotbau. Heute haben alle aktiven Parteimitglieder, aber auch unsere Wählermassen bis zum letzten Mann die Wirkung unseres Auszuges erkannt, denn heute bestimmen wir aus diesem Grunde tatsächlich den Kurs der anderen.
Von der Volkspartei bis zum Zentrum — die Staatspartei wird schon nicht mehr gerechnet — leben sie alle von der Sorge, was machen, was wollen was tun die Nazis. Heute gilt unser Nachruf der Bremer SPD!., bis zu der nun die Bugwelle des Panzerkreuzers schlägt und eine heillose Verwirrung anrichtet. Wollte die SPD. nicht ihre fetten Pfründe in Preußen ausgeben, mußte sie im Reich, gezwungen durch unseren Auszug dem Zentrum bedingungslose Gefolgschaft leisten, mußte von allem, was sie im Wahlkampf mit tönenden Worten der deutschen Arbeiterschaft versprochen hatte, nun das Gegenteil tun, fast wie die Volkspartei und mußte obendrein wider alle Parteiregeln Wehretat und Panzerkreuzer schlucken. Diese Tatsachen können nicht oft genug festgenagelt werden.
Die SPD. ist eine alte, parlamentarisch geschulte Partei, die sich auf Regie und Reklame versteht und so darf man nicht erstaunt sein, wenn ihre kommende Spaltung geschickt bis zum letzten Augenblick verschleiert wird.
Aber die
Bremer Parteitagsdebatte von, 21. April .zeigt schon deutlich, wie weit die Zersetzung um sich gegriffen hat, wie der bremische Abgeordnere Henke mit seiner Bürgerblocks-Sympathie sich in hoffnungsloser Minderheit befindet. Nicht freiwillig hat man als Hauptreferenten sich den „roten Rebellen" Max Sey- dewitz aus Zwiüau kommen lassen, dem seine Wählerschaft für seinen Ausbruch aus der SPD.-Fraktion ausdrücklich das Vertrauen ausgesprochen hat und nicht umsonst schreibt die Volkszeitung zweieinhalb Spalten über seine Rede, in der er die Politik der SPD.-Frak- tion nach Strich und Faden herunterreißt. Wir brau- >chen pur 3 Sätze von ihm zu zitieren:
Ich halte die Einstellung der Fraktionsmehrheit für die Partei sehr gefährlich.
Die Fortsetzung einer solchen Politik läuft auf Stärkung der faschistischen Gefahr hinaus.
Die Sozialdemokratie, um die Nazigefähr zu bannen, toleriert die Bürgerblockregierung. Auf diese Weise können die kapitalistischen Machthaber ihre Politik durchsetzen.
So entlarvt wieder einmal ein Marxist die ganze "n«cre Verlogenheit dieser Partei. Man toleriert, d.
die Bürgerblocksregierung, um den ka- prtanstischen Machthabern das Heft in die Hand zu spielen, um selbst nicht abtreten zu müssen von den
kapitalistischen Klubsesseln und Riesengehältern, die sich von 20 000 Mk. an aufwärts bewegen. Wir haben jedenfalls volles Verständnis dafür, wenn dem Redner von der bremischen Arbeiterschaft starker Beifall gezollt worden ist und uns will scheinen, der Weg für diese wachgewordenen Arbeiter zum Lager der Braunhemden ist nicht mehr weit. Hat erst einmal der tö- nernde Götze des Marxismus einen Sprung, so wird er bald in sich zusammenfallen.
Nachdem man am Mittwoch also ausdrücklich durch einen Reichstagsabgeordneten feststellen läßt, daß die bisherige Politik der Marxisten die Nationalsozialisten gestärkt hat — eine Tatsache, die sich schon vor Sey- dewitz in Deutschland herumgesprochen hatte — glaubt man in der Donnerstagausgabe wieder erneut schwindeln zu können und setzt seinen Lesern folgenden Satz vor:
„Der Reichstag wurde ohne die Nazis arbeitsfähiger als er es vorher war. Der Zusammenhalt unter den Parteien, die hinter der Regierung Brüning stehen, befestigte sich und ermöglichte eine Arbeitsgemeinschaft mit der Sozialdemokratie, die trotz gewisser Schwierigkeiten die wichtigsten aktuellen Fragen parlamentarisch erledigte".
Wer hat nun «echt?
Seydewitz, dem die Versammlung starken Beifall zollte und der diese Bürgerblockspolitik ins rechte Licht setzte oder die Volkszeitung? Sie mögen sich streiten bis zu ihrem Parteitag und sie werden sich weiter streiten bis dieser kapitalistische Jnteressentenhausen gleich der Staatspartei in alle Winde zerplatzt ist.
Die schon erwähnte geschickte Regie verstand es natürlich ausgezeichnet, eine weitere Aussprache abzu- drvsseln, nachdem Genosse Henke gegen den Willen der Bersammlungsmehrheit versucht hatte, die Wogen der Erregung zu glätten. Es ließ sich jedoch nicht verhindern, daß zum Parteitag von Bremen der Antrag gestellt wird, wenigstens einem der neun Genossen, die „vor der ganzen politischen Öffentlichkeit Fraktionsbruch begingen" wie Genosse Henke sich ausdrückte, freie Redezeit gewährleistet wird. Wenn also die Bremer sich dank der guten Regie nicht restlos für die Rebellen eingesetzt haben, so gab man ihnen doch wenigstens ein Empfehlungsschreiben mit. Der Riß aber, der mitten durch die SPD. geht, wird sich nicht mehr kitten lassen. Mag der Parteitag noch einmal den Zusammenbrach der SPD. verhindern, die nächsten Wahlen werden dem kapitalistisch verseuchten Marxismus die rechte Antwort erteilen.
Während allein im März sich 36 000 neue aktive Mitkämpfer für den Nationalsozialismus meldeten, klagt z. B. „die Partei", Mitglieder-Zeitschrift der SPD. im Bezirk Magdeburg, ihren Lesern folgendes vor: „Im zweiten Quartal waren regulär ruud 300 Mitglieder verloren gegangen. Leider müssen wir auch für das Dritte Quartal von einem Verlust au Mitgliedern sprechen. Diesmal sind es sogar 523 Mitglieder (388 Männer und 185 Frauen) . . . ."
Darum geht durch alle marxistischen Zeitungen der Schrei nach dem zweiten Mann, nur kommt er nicht und der erste läuft auch noch fort.
Pleite! Pleite! und nochmals Pleite! -art.
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Die Kommune setzt ihren Terror durch. Verbote nationalsoz. Versammlungen sind an d Tagesordnung und es überrascht nur immer wiede welche Begründungen man wählt, um uns unser verfassungsmäßig garantierten Rechte zu beraube Jetzt ist unsere für den 20. April angesetzte Bersamr »ung ,n Hemelingen auf Grund der Notverordnui verboten worden und zwar mit folgender Begründun Am 18. März 1931 fand bereits eine Versamr lung der NSDAP. in Hemelingen im „Alten Krw statt. Hierbei kam es zu erheblichen Unruhen, so d« Polizeiliche Hilfe aus Bremen angefordert werd, mußte, trotzdem die Versammlung bereits durch Landiäger geschützt wurde. Da die politische Lage Hemelingen seitdem keine Veränderung erfahren h .und erneut Störungsversuche der Politischen Gegn
zu erwarten sind, würde die Versammlung der NSDAP. die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden und war daher zu verbieten.
Wir fragen den zuständigen Landrat in aller Höflichkeit, ob es unsere Schuld ist, daß in Hemelingen Reichsbanner und Kommune gemeinsam aufgehetzt über uns hergefallen sind oder ob es nicht vielmehr Ausgabe der Polizei wäre jedem Staatsbürger also auch uns seine Rechte zu wahren und zu schützen. Die Notverordnung ist gegen das politische Rowdytum erlassen worden. Hier wird das Gegenteil daraus gemacht und die Ueberfallenen und Angegriffenen werden benachteiligt; die politischen Rowdys dagegen durch solche Verbote belohnt.
Hier wird Ursache und Wirkung verwechselt und wir müssen uns auf das entschiedenste gegen eine derartig einseitige Behandlung verwahren. Gegen das Verbot ist jedenfalls sofort Beschwerde eingelegt worden.
Nstwnsler Lorislkmur.
Bon Erich Koch, Königsberg.
Man sollte alte Bücher von Zeit zu Zeit wieder lesen. Denn wenn man bei der Zusammenstellung den wichtigen Grundsatz: „Nur die besten kommen in den Bücherschrank!" berücksichtigt, dann rentiert sich so ein Griff in die Reihen der alten Freunde.
Ich z. B. zog das gelbe Buch meines Freundes Gregor Straffer heraus, des leider noch immer an den Folgen seines schweren Unfalls bettlägerigen Reichsorganisationsleiters unserer Partei: Das schmale Bündchen, das er mir seinerzeit widmete und Hineinschrieb „Unser Kampf ist für Deutschland! Das ist unser stärkstes Wissen." trägt den Titel: „Freiheit und Brot!" und kündet damit schon im Namen das ganze Programm des Nationalsozialismus.
Und dann habe ich gelesen — und nur immer wieder bedauert, daß dieses wundervolle Buch bei den jüngeren Parteigenossen so gut wie unbekannt ist. (Ein Hinweis für unseren Parteiverlag auf eine recht eilige neue Ausgabe sei hier eingeschaltet!).
Denn nirgends haben — außer in „Hitlers Kampf" — die Ganzheit unserer Idee, die leuchtende Kraft und der tiefe Glaube, der feste Wille und das klare Ziel auf so wenig Seiten Ausdruck gewonnen, wie in diesem Buch. —
Die besondere Stärke Strassers liegt in seiner Darlegung über die wirtschaftlichen Formen unseres Wollsns. Gerade in dieser Zeit da haßerfüllte Gegner und neidvolle „Freunde" in gleicher Weise uns eine Abschwächung unseres sozialistischen Wollens unterschieben, gerade in dieser Zeit tut es not, die grundlegenden, ehernen Worte unseres Reichsorganisationsleiters entgegenzuhalten:
„Wir Nationalsozialisten sind Sozialisten, echte nationale deutsche Sozialisten! Wir lehnen die Verfluchung dieses Begriffes, die Abschwächung dieses Wortes in „sozial" ab, das wie allzu sichtbar gewordene Blößen des kapitalistischen Wirtschaftssystems verdeckt werden, oder das bestenfalls der völlig unzureichende Trost solcher ehrlicher Menschen ist, die da glauben, durch Auflegung eines mitleidigen Pflästerchens die schwärende Wunde am Körper der Wirtschaft und des Volkes heilen zu können. Nein, wir sind Sozialisten und scheuen uns nicht, das Odium "oi'eses Wortes auf uns zu nehmen, das der Marxismus so fürchterlich entstellt hat.
Mit diesen Worten eines maßgebenden Führers unserer Partei ist ein für allemal den Versuchen bürgerlich-kapitalistische Front, der Boden entzogen, sie und auch manche der seit dem 14. September zu uns gekommenen Parteigenossen haben noch nicht jene unauflösbare Verbundenheit von Nationalsozialismus und Sozialismus erkannt, die der eigentliche Kernpunkt unserer Idee und damit unserer politischen Arbeit ist.
Ihnen allen und dem ganzen deutschen Volk gibt Pg. Gregor Straßer Antwort und Klarheit, indem er dann fortfährt :
Was heißt das: Nationale Sozialisten? und warum sind wir sie? Wir gehen davon aus, daß eine Natron eine Schicksalsgemeinschaft ist! Eine Schicksalsgemeinschaft ist eine Notgemeinschaft! Eine Notgemeinschaft, das ist aber eine Brotgemeinschaft.
Schrcksalsgemeinschaft und Notgemeinschaft erkennt nun die nationale Bewegung mit uns an — sie macht aber plötzlich Halt vor dem Hinweis, daß Schicksals- und Notgemeinschaft auch Brotgemeinschaft heißt. Brotge- mernschaft, das heißt, daß Grund und Boden, daß Bodenschätze und Kräfte Eigentum des gesamten Volkes — der gesamten Nation sind! Das ist der Sinn des irreführenden marxistischen Wortes vom „Eigentum an den Produktionsmitteln". Aber nicht eine Klasse, auch nicht die Arbeiterklasse ist Eigentümerin, sondern die Nation als Ganzes!
Ist damit nicht in granitenen Worten die Zusammengehörigkeit von Nationalismus und Sozialismus auf die einfachste und zwingendste Formel gebracht? Ist damit nicht gleichzeitig die abgrundtiefe Verschiedenheit unseres nationalen Sozialismus vom internationalen Marxismus umfassend ausgedrückt? Straffer holt diejen Punkt noch einmal besonders heraus, indem er schreibt:
„Noch ein Wort über unser Verhältnis zum mar-
Obersnhver Heines in der B. N. Z.
Wir bringen in der heutigen Ausgabe einen Aufsatz unseres Berliner Mitarbeiters, der mit Oberführer Heines eine Aussprache für die B. N. Z. hatte.