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Geschäftsstelle und Redaktion: Bremen, Bahnhofstr. 26. Fernsprecher Domsh. 25878. Erscheint wöchentlich 2 mal. Bezugspreis monatlich 0.92 KF, einschließlich Bestellgeld. Verlagsort Oldenburg lOldbg.)
Nr. 26
Mittwoch
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Anzeigen: 10-gesp. Nonpr.-Zeile 0,25, auswärts 0,30 Mk. Stellenges. und Fam.-Anz. 0,10 Mk. Kleine Anz. 0,15 Mk. Ersatzansprüche können nicht gestellt werden, wenn das Erscheinen irgendwie verhindert ist.
15. Arm!
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«.» 12 VVV SA.-Leute in Weimar. Linkskurs der BolksparLei.
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-s- Wie oft haben wir schon in unserer Zeitung die Lügenmethoden unserer Gegner angeprangert und heute sind wir in der Lage, unseren Lesern einen ganz augenscheinlichen, die örtlichen Verhältnisse berührenden Beweis für die zersetzende Tätigkeit der Asphaltpresse zu geben.
Im 8 Uhr-Äbendblatt, Nr. 84, liest man auf der -ersten Seite in großer Aufmachung
„Bremen fällt von Hitler ab" (ausführlicher Bericht im innern des Blattes)
Auf der 2. Seite steht dann unter der Ueberschrift: Bremen verläßt Hitlers S.-A.-Lc«te haben vom großen Adolf genug. Hamburg, 11. April. Die sogenannten revolutionären Nationalsozialisten haben auch in dem hanseatischen Gau Hitler den Krieg erklärt, und die anläßlich der Stennes-Revolte veröffentlichten Erklärungen der Gauleitungen, daß man geschlossen hinter Hitler stehe, öffentlich desavouiert. Besonders auffällig tritt die Spaltungsbewegung in Bremen hervor, wo sich eine zahlenmäßig starke Kampfgemeinschaft revolutionärer Nationalsozialisten gebildet hat, der ein großer Teil der SA-Leute beigetreten ist.
Die Stimmung dieser Leute charakterisiert sich in einem Brief Otto Strassers gegen Hitler. Danach stellt dieser fest, daß nach seiner Kenntnis der politischen Bewegungen Deutschlands es keine gebe, in der so allgemein mit dem Mittel persönlicher Diffamierung, bewußter Ehrabschneidung und niederträchtiger Verleumdung gearbeitet werde wie bei Hitler.
Auch im Hamburger Gau macht sich die Unzufriedenheit von Stennes-Leuten immer stärker bemerkbar, die sich vor allem gegen das herrschende Cliquen- und Bonzentum der Parteileitung zu richten scheint. Der Hamburger Senat auch im übrigen hatte die seinerzeit als Folge der nationalsozialistischen Attentate erlasse-
Bremer SA.
nen Zeitungs- und Versammlungsverbote für Nationalsozialisten und Kommunisten wieder aufgehoben. Nach Aufhebung dieser Verbote gelten demnach auch in Hamburg nur noch die Bestimmungen der Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März 1931.
Ausgerechnet die „Bremer Nachrichten" bringen an demselben Tag einen offenen Brief Strassers an Hitler. Es berührt zum mindestens eigenartig, daß die „Nachrichten" derartigen Meldungen so großes Interesse entgegenbringen. Aber wir kennen 'ja dieses Interesse der Nachrichten am Nationalsozialismus aus ihrer Wühlarbeit in den Tagen vor dem 14. September Wie haben unsere SA.-Leute gelacht, als sie dieses Geschmier gelesen haben. Aus zwei ausgetretenen Nörglern und Besserwissern macht man in Berlin „Spaltungsbewegungen" und „große Teile der SA.". Jedenfalls stellen wir fest, daß die Berliner Meldungen erstunken und erlogen sind. Ueber die Treue der SA.- Bremens können wir uns nach den Worten des Brigadeführers Herzog in der Versammlung in Sielers Festsälen jede Bekräftigung gern ersparen. Schwindel, schleimige Taktik und eigenartiges Interesse sind heute die Waffen einer untergehenden Richtung. Wir Nationalsozialisten sind heute endlich soweit, daß wir nicht mehr auf die Berichte dieser Presse angewiesen sind und müssen allen Parteigenossen und Freunden unserer Bewegung immer wieder nahelegen: Unterrichtet Euch über die tatsächlichen Vorgänge durch die nationalsozialistischen Zeitungen. Es sei niemand so vermessen zu glauben, daß mit einem Male uns bisher feindlich gesonnene Zeitungen, Meldungen bringen werden, die den Zweck erfüllen könnten unserer Bewegung zum Vorteil zu sein. Deswegen schließen wir auch hieran die Aufforderung an alle Freunde und Parteigenossen: Werbt für Eure eigene Presse!!
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W« ist Goebbels?
Seit mehreren Tagen fantasiert die Asphaltpresse in ganz unmöglichen Auslassungen über den Aufenthalt Dr. Goebbels, und jeder versucht den anderen mit neuen Lügen zu übertrumpfen.
Der einfache Sachverhalt ist nun der, daß Dr. Goebbels nach der großen Versammlung in München, nach Berlin gefahren ist und sich infolge eines Grippe- anfalls mit 40 Grad Fieber ins Bett gelegt hat.
Der behandelnde Arzt teilt hierzu mit: „Es handelt sich um eine Grippeerkrankung, die mit wechselnden,, zum Teil sehr hohen Temperaturen, einhergeht, aber keineswegs besonders schwer genannt werden kann. Besonders fehlen alle Komplikationen. Der bisherige Verlauf ist normal. Eine völlige Wiederherstellung des Gesundheitszustandes ist Anfang der nächsten Woche zu erwarten".
Das ist das ganze Geheimnis und Goebbels freut sich nur auf den Augenblick, wo er sich wieder betätigen und der um ihn so besorgten Presse die richtige Antwort erteilen kann.
Rmtrelch versW dos Jeulsch-JligoslioWe BerMnis zu stören.
Aus bestinformierter Quelle wird mitgeteilt, daß mit Bestimmtheit in nächster Zeit ein großzügiger Störungsversuch des deutsch-jugoslavischen Verhältnisses seitens Frankreich beabsichtigt ist. Es ist damit zu rechnen, daß ähnlich wie bei den mehrfachen von Frankreich ausgehenden Störungsversuchen zwischen Deutschland und Italien durch die Tiroler Frage in den letzten Jahren, hier kroatische und mazedonische Emigranten- Kreise dazu benutzt werden.
28 -Ender Sei der Mtterstcke erschossen.
Kleine Anfrage des Pg. Kube, M. d. L.
Ostpreußische Zeitungen meldeten, daß Ende Januar bei hohem Schnee in der Romintener Heide ein 28-Ender bei der Futterstelle von einem hohen Preußischen Regierungsbeamten erschossen worden ist. Eine derartige Ausübung der Jagd entspricht nicht den Gepflogenheiten, die für den Waidgerechten deutschen Jäger gelten.
Ich frage das Staatsministerium :
1. Welcher höhere Regierungsbeamte in Preußen hat Ende Januar in der genannten Weise das erwähnte Edelwild erschossen?
2. Billigt das zuständige Ministerium eine derartig rigorose Ausübung des Abschußrechtes?
Sie versorge» ihre Mistiger!
Der der Staatspartei angehörende Dr. Otto Stegemann, der auch Mitglied des Brandenburg. Provin- ziallandtages ist, wurde nun endlich Landrat in Preußen, uzid zwar im Kreise Osterholz-Schambeck, Reg. Äez. Stade. Dieser Posten ist wohl mit der Dank dafür, daß im Brandenburger Provinziallandtag die Verteilung der Posten eines Landesdirektors, Landessyndikus und Vorsitzenden des Provinzialausschusses unter die dortige Regierungskoalition mit seiner Hilfe vorgenommen werden konnte. Bisher war Stegemann Presse- reserent des Preußischen Handelsministeriums.
Wo zeichnet man voraus aus die Mai-Sammlung der Bremer Rothilfe?
1) bei allen bremischen Banken u. der Sparkasse,
2) auf Postscheckkonto Hamburg Nr. 33833,
3) bei der Geschäftsstelle am Wall 199, II.
Der Getzler-Hut.
Von Dr. Rudolf Albert, Dresden.
Mit Lammesgeduld erträgt Deutschland sein Schicksal, das von Tag zu Tag härter wird. Die Ketten zu brechen, ist die Sehnsucht der Rechtschaffenen, und man muß wahrlich verstehen, daß der Jngrim sich Luft zu schaffen sucht. Wenn man vor dem Gesetze Achtung fordert — wer die Macht hat, hat auch das Recht dazu! — so wird der legetime Kampf der Freiheitsbewegung ganz gewiß nicht an Schärfe verlieren; denn man kann immer nur Formen bändigen, aber auch nicht durch geschickteste und hemmungsloseste Rechtstaktik" eine Gesinnung ausbrennen. Daß ihre Gegner ihre Machtmittel ausnutzen, in blinder Wut überspannen, zeigt nur, wie sie selbst von dem Vorwärtsbringen unseres Sieges überzeugt find. Würden wir uns „austoben" und „totlaufen" —, dem gegenwärtigen System könnte es doch recht sein! Sie fürchten auch keinen illegalen Kampf, von dem sie wissen, daß er nicht kommt, sondern unseren geistig fundierten Siegeszug, der ihren Schrecken begreiflich macht. Es geht nicht um die Staatssorm letzten Endes, sondern um die Staatsgesinnung. Die äußeren Mittel sollen den inneren Sinn unseres Freiheitskampfes treffen, das Gewissen soll gebändigt werden, weil es unbequem geworden ist.
So wenig äußerlich die Entwicklung und das Schicksal der deutschen Freiheitsbewegung der Tell- Sage ähnlich sein mag, innerlich reizt sie zu Vergleichen, die dem „geistigen" System der Gegenwart, also den weltanschaulichen Motiven „deutscher" Parteiherrlichkeit, wahrlich nicht zur Ehre gereichen. Wer die gegenwärtigen Zustände verteidigen will — es ist seine Sache, und die Geschichte wird ihn richten. Glaubt er aber, bei den Gegnern des Systems Liebe und Verehrung zu erringen, so handelt er wie jener Geßler, der den Hut zur Prüfung des Gewissens aufhängte und versuchte, durch äußerlichen Aufwand dem Geist einer Naturbewegung Herr zu werden. Geduld, Dankbarkeit und Vertrauen mögen Tugenden sein, die ein Staat fordern kann, der in sich die Gewißheit trägt, das Volk vorwärts zu führen. Ertrotzen und erzwingen lassen sich jedenfalls keine Eigenschaften, die Liebe und Verehrung voraussetzen. Geßler hat bekanntlich den Hut zu Altdorf ausgehängt, weil er von dem Irrtum ausging, daß die äußerliche Verbeugung vor der Macht zum Gehorsam, der nur aus innerer Ueberzeugung kommt, führen müßte. Die freien Männer des Rütli- Schwures hatten Gewalt als das äußerste Mittel eines bedrohten Volkes bezeichnet. Sie suchten jedenfalls nicht den Mord. Ihr Zusammenschluß war aus der Seele, aus der Notwendigkeit geboren. Geßler tat das politisch Ungeschicklichste, dessen er fähig sein konnte. In der Vorahnung des sich zusammenballenden Gewitters wurde er vom Tyrannen zur Bestie, immer frivoler, je mehr die Stimmung gegen ihn wuchs. Nicht das Drama an sich interessiert uns hier, sondern nur die Frontsteltung Gewalt gegen Geist, ein Kampf, der wohl bei allen Völkern einmal getobt hat, bei dem aber die sittliche Kraft schließlich immer Sieger blieb. Bei Teil schlug die Freiheitsbewegung seines Volkes so stark durch, daß er persönlich gepeinigt — die Tyrannei stürzte. Mag die Entwicklung oft anders gegangen sein, mag insbesondere der Weg des deutschen Freiheitskampfes in ganz anderer Weise verlaufen — das Ziel bleibt der Sieg des Sittlichen über die Brutalität.
Vorwärts geführt werden Völker immer nur vom Geist. Revolution kann man mit Granaten und Gewehren, mit Bomben und Dolchen, mit Feuer und Schwert machen. Wo aber wäre in der Geschichte ein Blutbad, dessen Brutalität die Zukunft der Nation gerettet hätte? Führte die französische Revolution nicht schließlich einen Robes Pierre zur Guillotine? Wurde nicht das Chaos erst durch die nationale Diktatur eines Napoleon bezwungen? Sank nicht auf Leipzigs Feldern die Macht des Bonaparte zusammen, weil er im