Ausgabe 
(11.4.1931) Nr. 25
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Geschäftsstelle und Redaktion: Bremen, Bahnhofstr. 26. Fernsprecher Domsh. 25878. Erscheint wöchentlich 2 mal. Bezugspreis monatlich 0.Ü2 einschließlich Bestellgeld. Verlagsort Oldenburg (Oldbg.)

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Anzeigen: 10-gesp. Nonpr.-Zeile 0,25, auswärts 0,30 Mk. Stellenges. und Fam.-Anz. 0,10 Mk. Kleine Anz. 0,15 Mk. Ersatzansprüche können nicht gestellt werden, wenn das Erscheinen irgendwie verhindert ist.

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Uniform - Verbote.

Zeitungs - Verbote.

Treuekundgebung für Hitler und Goebbels.

München. In einer überfüllten nationalsoziali­stischen Massenversammlung im Zirkus Krone sprach Pg. Dr. Goebbels über die Vorgänge in Berlin. Er versicherte, daß der Meutererklüngel um Stennes nicht das Geringste mit dem Berliner Gau der NSDAP. zu tun hat. Stennes und sein Anhang werden bald wie- Der in die Anonymität ihres zwergenhaften politi­schen Daseins zurücksinken, — an ihnen vorbei mar­schiert die nationalsozialistische Bewegung dem Ziele entgegen.

Adolf Hitler von Tausenden stürmisch begrüßt, wandte sich gegen die neue Notverordnung und wies darauf hin, daß die nationalsozialistische Bewegung auch durch solche rigorosen Verordnungen nicht in ihrer Entwicklung gehemmt werden kann. In Deutschland drängt alles zur Entscheidung. Es kann nicht mehr lange so weitergehen. Die Gegner wollen uns reizen, daß wir Unbesonnenheiten begehen. Man hofft uns zu Ungesetzlichkeiten zu verführen. Wir aber zeigen, daß unsere Gesetzlichkeit die schärfste Waffe ist, mit der wir kämpfen. In Handgreifweite vor dem Sieg oürfen wir uns keine Unüberlegtheiten zu Schulden kommen lassen.

Aufs schärfste verurteilte unser Führer die jetzt vollständig überwundene Stennes-Meuterei. Aus der nunmehr eingeleiteten Säuberungsaktion wird die Par­tei gestärkt hervorgehen. Die Vertrauenskundgebun­gen, die täglich aus allen Gauen des Reiches einlaufen, beweisen stets aufs neue, daß deutsche Treue kein lee­rer Wahn ist. Im Anschluß an seine Ausführungen wurden dem Führer von der nach Tausenden zählen­den Menge stürmische Kundgebungen dargebracht.

Treue-Erklärung der S A. Dsthannover für Hitler-

Hannover. Die SA. Hannover veröffentlicht fol­gende Erklärung: „Die SA Osthannover, Friesen und Niedersachsen von der Wasserkante und aus der nieder­deutschen Heide steht in angestammter Treue unerschüt­terlich zu ihrem einzigen Führer. Auch der jüngste SA.-Mann Niedersachsen weiß: In der nationalsozia­listischen Freiheitsbewegung geht es nicht nach dem eigensüchtigen Wollen einzelner Gernegroße, sondern nach dem allein maßgebenden zielklaren Willen desjeni­gen, der unsere stolze Bewegung schuf und sie dereinst allen Gewalten zum Trotz, zum Siege führen wird; Adolf Hitler, Treue um Treue!"

Unter der Notverordnung.

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Nach Schleswig-Holstein auch die Rheinprovinz.

Koblenz. Der Oberpräsident der Rheinprovinz Hat auf Grund des Paragraphen 8 der Verordnung ides Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März für das Gebiet der Rheinprovinz bis auf weiteres das Tragen einheit­licher, insbesondere militärähnlicher und Partei-Uni­formen oder Bundeskleidung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei oder ihrer Unter-, Hilfs- und Nebenorganisationen, insbesondere der Sturmabtei­lungen (SA.), Schutzstaffeln (SS) und der Hitlerjugend verboten. Zu solcher Uniform oder Bundestracht ge­hören, so heißt es in dem Verbot weiter, alle Gegen­stände, die dazu bestimmt oder geeignet sind, abweichend von der üblichen bürgerlichen Kleidung die Zugehörig- j keit zu den genannten Organisationen äußerlich zu kennzeichnen. Zuwiderhandlungen gegen dieses Ver- , bot werden nach Paragraph 8 der Verordnung des - 'Reichspräsidenten vom 28. März 1931 bestraft.

Verbote.

Magdeburg. Der Polizeipräsident hat aus Grund 'der Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämp­fung politischer Ausschreitungen vom 29. März die Nummer 14 der nationalsozialistischen Zeitung „Der Trommler" und die Nummer 5 der kommunistischen Zeitung „Der Arbeitslose" polizeilich beschlagnahmt. Ferner hat der Polizeipräsident eine öffentliche Vor- tragsveranstaltung mit Lichtbildern der NSDAP. über das Thema: „Magdeburger SA. im Kampf um das Dritte Reich" verboten.

Geldern. Der Oberpräsident der Rheinprovinz hat die nationalsozialistische „Niederrheinische Tageszei­tung" in Geldern mit Wirkung vom 7. April auf 4 Wochen verboten. Ein gelegentlich der Reichstags­vertagung gebrachter Artikel unter der Ueberschrift „In die wohlverdienten Ferien" gab den Anlaß für eine vierzehntägige Verbotszeit. Ein zweites auf Grund der Notverordnung vom 28. März 1931 verfügtes Verbot wegen einer Kommentierung dieser Notverord­nung gilt für weitere vierzehn Tage. Die „Niederrhei­nische Tageszeitung" war erst im vorigen Monat vier­zehn Tage lang verboten.

Dessau. Das anhaltische Staatsministerium hat auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 28. März 1931 den Nationalsozialisten das Tragen :von einheitlicher Kleidung und Abzeichen verboten.

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Anhalt hat eine marxistische Regierung. Man sieht, wie gut die Novemberpartei die Notverordnung des Feldmarschalls von Hindenburg verstanden hat. Es bestand in dem kleinen Anhalt überhaupt kein Anlaß, die Verordnung in Anwendung zu bringen. Wenn sie trotzdem angewandt wird, so ist ihr Charakter als Werkzeug rein parteipolitischer Willkürherrschaft nicht mehr zweifelhaft.

Achtung Verbote!

München. Die nationalsoz. Zeitung „Die Front", das Kampfblatt des Gaues München-Oberbayern, wurde durch Beschluß der Polizeidirektion München wegen Vergehen gegen die Notverordnung und das Gesetz zum Schutze der Republik aus die Dauer von 3 Monaten verboten. Die Nr. 5 der Zeitung „Die Front" vom 1. April wurde polizeilich beschlagnahmt.

Die „Emdener Zeitung" beschlagnahmt.

Emden. Die „Emdener Zeitung" veröffentlichte in ihrer Ausgabe vom 8. April einen Auszug aus dem Aufruf der Volksbeauftragten vom 9. November 1918 und fragte daran anschließend: „Ist es nicht ein blutiger Hohn auf das Elend unserer Zeit, ist es nicht des bedrohten Volkes Recht zu verlangen, daß die fal­schen Propheten endlich abtreten?" Wegen dieser Ver­öffentlichung verfiel die Ausgabe der Beschlagnahme auf Grund der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 28. März 1931.

Müuchmeyer-Bersammlung in Emden verboten.

Emden. Die für den 18. April vorgesehene Ver­sammlung der NSDAP., auf der der Reichstagsab­geordnete Münchmeyer sprechen sollte, wurde nicht ge­nehmigt. In dem abschlägigen Bescheid heißt es u. a.: „Versammlungen in denen der Reichstagsabg. Münch­meyer als Redner auftritt, können nicht genehmigt werden.

„Der Stahlhelm" verboten!

Aus Grund der Notverordnung des Reichspräsiden­ten Hindenburg wurde das amtliche Organ des Stahl­helm, B.d.F., „Der Stahlhelm" auf die Dauer von 3 Monaten verboten.

Den Anlaß hierzu gab ein Artikel Major Wagners in der letzten Ausgabe.

Versammlurigs - Verbote.

Schwindel.

Die „Nationalliberale Korrespondenz" schreibt: „Sobald das Geld im Kasten klingt! . . . Von durchaus zuverlässiger Seite wird uns mitgeteilt: In der ver­gangenen Woche hat die SA. der Nationalsozialisten in Zwickau bei den Geschäftsleuten eine Sammlung veran­staltet und dabei angegeben, daß die Läden derjenigen Geschäftsleute, die größere Spenden machten, bei Un­ruhen durch die SA. geschützt werden würden. Auf diese Weise gelang es, in der Stadt von knapp 80000 Einwohnern von den Geschäftsleuten einen „Tribut" von 52 000 Mark zu erpressen."

Wie uns vom Gau Sachsen der NSDAP. mitge­teilt wird, ist obige Behauptung eine glatte Erfindung. Im Gaubezirk ist seit der Reichstagswahl überhaupt nicht mehr gesammelt worden. Die angegebene Summe von 52 000 Mk. gehört ins Reich der Fabel.

Stennes und die Polizei.

-s- Entgegen den Meldungen der gesamten „Presse", daß es sich bei dem von Uns und den übrigen national­sozialistischen Zeitungen veröffentlichten Brief des Hauptmanns Stennes, nicht um ein Schreiben an Grzesinski, sondern um einen bei einer Haussuchung des betreffenden Polizeiwachtmeisters beschlagnahmten Bries handele^ können wir heute aus dem „Angriff" mit­teilen, daß der von uns erwähnte Bries tatsächlich von Stennes an Grzesinski geschrieben wurde. Dieses Schrei­ben befindet sich schwarz auf weiß in den Händen der S.A.-Führung. Es hat sich herausgestellt, daß das Ver­halten des Polizeihauptmanns Stennes aus jeden Fall unseren politischen Gegnern und vor allem der Polizei zugute gekommen ist. Hiermit dürsten abermals die ganzen Lügen der unserer Bewegung feindlich gesonne­nen Presse jämmerlich zusammengeorochen sein. Jeder Grundlage entbehrt, daß Adolf Hitler von Goebbels abrückt, und jetzt wissen unsere Feinde nicht so recht, was sie anfangen sollen. Vor allen Dingen deswegen' nicht, weil der Erfolg des geplanten Angriffs auf die NSDAP. ausgeblieben ist, denn man kann keine Nach­richten bringen von abgefallenen Ortsgruppen und Gauen.

Im Nationalsozialismus gilt die Leistung für die Idee, die geboren wird aus einem, durch nichts zu er­schütternden Vertrauensverhältnis zwischen Führer und Parteigenossenschaft. Sollten unsere Gegner wirklich so vermessen sein, zu glauben, mit ihren Machenschaft ten eine Kluft in unsere Bewegung schlagen zu können, so sagen wir ihnen heute, daß sie sich ganz gewaltig getäuscht haben. Nach wie vor steht die gesamte Par­teigenossenschaft treu zu Adolf Hitler.

Wer andern eine Grube gräbt ...

Die „Bremer Volkszeitung" kann sich noch immer nicht recht darüber beruhigen, daß anläßlich der Sten- nesmeuterei Dr. Goebbels seinem Führer Adolf Hitler ein Tr.ugelöbnis gegeben ün"o darüber hinaus sogar von seiner persönlichen Freundschaft mit Hitler ge­sprochen hat. Die marxistische Und ebenso die jüdische Journaille war doch immer und so gern in Deutsch­land damit hausieren gegangen, dckß zwischen Goebbels und Hitler geheime Gegensätze bestünden, und daß Goebbels die nächste Gelegenheit benutzen würde, um sich offen von Hitler Abzuwenden. Die Gelegenheit ist gekommen, aber Dr. Goebbels stand treu M Hitler. Und wie die Stennesepisode zum Anlaß wurde, den Feinden des Nationalsozialismus die stählerne Ge­schlossenheit und den einheitlichen Kampswillen des Nationalsozialismus aufs neue im hellsten, allem poli­tischen Nachtfaltertum grell in die Augen stechenden Licht zu zeigen, so ist im Verlauf dieser Ereignisse auch die sorgsam genährte Behauptung von erstem Ge­gensatz zwischen Goebbels und Hitler wie eine Seifen­blase endgültig zerplatzt. Auch mit dieser Lüge ist nun kein politisches Geschäft mehr zu ryachen. Das alte Sprichwort sagt: Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!!

S S/QUSI SUb