Ausgabe 
(8.4.1931) Nr. 24
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Nr. 24

Mittwoch

8. April

1931 »

NLMP. mrWtert!

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Führer und Parteigenossen treu zu Hitler.

Die S.A.-Führer von Brandenburg. Mecklenburg, Pommern. Grenzmark Posen—Westprcußen, Ostpreußen, Schlesien und Berlin in alter Treue hinter dem Führer der NSDAP. Adolf Hitler! Die Stennes-Affäre ist damit erledigt. Alle weiteren Meldungen der Presse als Lügen entlarvt!

Nationalsozialisten!

Parteigenossen und S.A.-Männer!

Im Wirkungsbereich der S.A.-Gruppe Ost wurde ein Komplott geschmiedet, dessen Ausbruch zu einer schweren, ja vielleicht endgültigen Katastrophe für die ganze nationale Bewegung Deutschlands werden konnte.

Angesichts der Notverordnung war ich gezwun­gen, sofort zu handeln. Die Verschwörer, fast durch- gehends mehr oder weniger von Hauptmann Sten- nes abhängige oder durch ihn beeinflußte Führer, sahen sich in ihren Vorbereitungen plötzlich gestört und versagten deshalb erteilten 'Befehlen den Ge­horsam.

Ich habe mich nunmehr entschlossen, diesen An­laß zu nehmen, um im Anschluß daran eine gründ­liche Säuberung der Partei von allen unzuver­lässigen Elementen durchzuführen.

Ein Teil der meuternden Führer versucht noch immer Teile der S.A., die in Unkenntnis ihrer wirklichen Absichten sind, anzustecken.

Es ist die Pflicht aller politischen und aller S.A.-Führer sowie jedes einzelnen Parteimitglie­des und jedes S.A.-Mannes, diesen Versuchen den rückhaltlosesten Widerstand entgegenzusetzen.

Duldet nicht, daß die Meuterer ihr Vorhaben verwirklichen können.

S.A.-Männer! Ich entbinde euch feierlichst des Gehorsams gegenüber Führern, die nicht selbst gs-

8 horchen wollen.

W In wenigen Tagen wird der ganze Spuk dieser W Destrukteure der deutschen Freiheitsbewegung be- N seitigt sein. Von Stunde zu Stunde schwindet der 8 Anhang des Meuterers mehr und mehr zusammen. 8 Die S.A. des ganzen Reiches sieht mit ver- 8 bittertem Grimm dem unverantwortlichen Treiben N dieses ehemaligen Polizeihauptmanns zu.

8 Nicht nur, daß sämtliche S.A.-Führer der übri- 8 gen Gruppenbereiche und ihre S.A.-Männer die 8 Revolte mit tiefster Verachtung erfüllt, verurteilen 8 und als widerlichste Schande ablehnen, steht die 8 gesamte Parteigenossenschaft wie ein Mann gegen W diesen Verrat an der deutschen Zukunft auf. Aber 8 auch im Hoheitsbereich der Meuterer selbst fällt W ihre Aktion mit rapider Schnelligkeit zusammen. 8 Nun aber hinaus mit den Verbrechern aus W unseren Reihen! Hinaus mit den Verrätern pm 8 Schicksalskampf unseres Volkes!

8 S.A.-Kameradschaft! Nicht ein zweites Mal

8 werden wir es, was wir 1918 zähneknirschend zu- W lassen mußten, dulden, daß die Zukunft unseres 8 Volkes von einer Hand voll Meuterern zer- W schlagen wird.

8 Adolf Hitler.

8 Wer Befehle und Anordnungen des Polizei-

8 ! Hauptmanns a. D. Stennes annimmt, duldet oder 8 weitergibt, schließt sich dadurch selbsttätig aus der 8 Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei aus.

Vergebens.

Stennes als Mitarbeiter Grzesinski's.

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Polizeihauptmann außer oder im Dienst???

Welche Rolle der Polizeihauptmann a. D. Sten­nes in Wirklichkeit spielt, geht klar und deutlich aus folgendem Brief des Polizeipräsidenten, der uns im Original vorliegt und die Antwort auf eine Beschwer­de eines Polizeiwachtmeisters darstellt, hervor. Es heißt darin:

„Der Polizeipräsident

Tgb. Nr.

Berlin, den 6. März 1931.

An den Polizeiwachtmeister

... im übrigen ist mir durch ein Schreiben des Osaf-Stellvertreters Ost der NSDAP. bekannt ge­worden, daß Sie an einem Ausmarsch der NSDAP. teilgenommen und von der SA.-Gef. und Verw.-Hilfs am .... ein Darlehen erhalten haben.

gez. Grzesinsski."

Stennes bezeichnet sich selbst als Schwindler.

Der Polizeihauptmann a. D. Stennes hat seine Sache verloren. Er war sich wohl von vornherein Z darüber klar, daß er für seinen größenwahnsinnigen S Meutereiversuch nur wenig Aussicht auf Erfolg vor­handen war. Er hat sich deshalb gleich bei seinem Be­ginn jener Praktiken bedient, die wir so oft bei unseren jüdischen Gegnern im Kampf gegen unsere Bewegung mit Ingrimm und Empörung feststellen mußten. Durch seine Terrorgarde ist er in das Gebäude unserer Ber­liner Tageszeitung der „Angriff" eingedrungen und hat unter Mißbrauch des Namens unseres Pg. Dr. Goeb­bels und der gesamten Redaktion die Druckerei des „Angriff" gezwungen, eine Erklärung aufzunehmen, die nichts mehr und nichts weniger besagte, als daß die von der Presse gemeldete Absetzung dieses Meu­terers nicht den Tatsachen entspreche. Obschon seine Absetzung schon durch Einschreibebrief morgens um 10 Uhr bei ihm eingelaufen war, schreckte er trotzdem drei Stunden später vor dieser Lüge nicht zurück und be­diente sich dabei wohl in der Erkenntnis seines eige­

nen Mangels an Glaubwürdigkeit des guten Namens unserer Pg. Dr. Goebbels, um sich dahinter mit sei­ner Lüge zu verbergen.

Was aber tut dieser Polizeihauptmann a. D. am Gründonnerstag, das heißt einen Tag später? Er läßt unter der anonymen Unterschrift „Die alte Garde vom Sturm 26" ein Flugblatt verbreiten, in dem er dreist und gottesfürchtig die heuchlerische Frage auswirft: „Warum hat uns der „Angriff" am Mittwoch belogen?" Das heißt also auf gut deutsch: Herr Stennes fragt am Donnerstag in einem Flugblatt, warum er am Mittwoch die Leser des „Angriff" belogen hat.

Diese Praktiken richten sich von selbst. Jeder S.A.- Mann geht darüber mit einem verächtlichen Achselzuk- ken hinweg. Der ehrgeizige Klüngel, der da aufge­standen ist, um die herrliche nationalsozialistische Bewe­gung zu zerschlagen, ist schon gleich am Anfang in sei­ner eigenen Verlogenheit stecken geblieben.

Bekanntmachung

.Auf Grund der Berliner Vorkommnisse werden Polizeihauptmann Stennes sowie Wetzet und Veltgens heute vormittag aus der Nationalsozia­listischen Deutschen Arbeiterpartei ausgeschlossen.

München, den 2. April 1931.

*

Durch die Parteileitung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei wurden auf Grund der Vor­kommnisse in Berlin heute

Walter Iahn, Berlin;

Hans Lustig, Stettin;

Kurt Kremser, Breslau;

Valentin Nowak, Breslau;

Wilhelm Püstow, Rostock i. Mecklbg. aus der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ausgeschlossen.

Parteigenossen! Die ausgeschlossenen Destrukteure der Bewegung haben keinerlei Besehlsgewalt.

München, den 2. April 1931.

Parteileitung.

-s.- An den Tagen vor Ostern ereiferte sich die Jour­naille, glücklich endlich einmal etwas gefunden zu ha­ben, um der nationalsozialistischen Bewegung eins auswischen zu können. Pleite bei Hitler, Zusammen- bruch der NSDAP., Großer Krach bei den Nazis, der Anfang vom Ende, das waren die großen Ueber- schristen, mit denen man versuchte, die auf Deutsch­lands Erneuerung hoffenden Volksgenossen ins Wan­ken zu bringen. Leider waren für diese gewisse verloge­ne Presse die tatsächlichsten Vorkommnisse so beschei­den und klein, daß man sich mit Phrasen, Lügen, Schwindel selbst helfen mußte, um aus dieser Sache etwas machen zu können. Halbwegs anständige bürgerl. Zeitungen ließen sich dazu hinreißen, durch Ueberschriften einer verzerrten Darstellung der Angelegenheit in einem für uns ungünstigem Sinne Vorschub zu leisten. Und was war eigentlich los? Ein wildgewordener größenwahnsinniger SA.-Führer, der durch sein Vor­gehen bewiesen hat, daß er nie wirklicher Soldat war, verkannte die Grenzen seiner Befugnisse. Stennes glaubte Millionen deutscher Volksgenossen sähen plötz­lich in ihm den Führer. Nein „Herr Stennes" und dieses „Herr" bedeutet Verachtung, das ist doch wirklich vermessen. Und nun sind sie sogar noch marschbereit! Wohin denn? Damit haben Sie selbst den Fluch der Lächerlichkeit auf sich geladen im Angleich an ihren „großen" Vorgänger Hörsing. Genau wie er haben Sie Schiffbruch gelitten, aber mit dem großen Unterschied, daß Sie als Verräter dastehen, als Verräter an der großen Idee unseres Führers Adolf Hitler, als Ver­räter an Millionen wahrhaft Deutscher. Ihre Hand­lung war Gewissenlosigkeit, Disziplinlosigkeit, Gaune­rei, Verräterei.

Nach wie vor steht die ganze SA., SS. und die Parteigenossenschaft geschlossen hinter unserem Füh­rer. Stennes hat sich selbst gerichtet. Durch sein Flugblatt (siehe an anderer Stelle d. Blattes) hat er sich selbst als Schwindler bezeichnet und als Meuterer entlarvt er sich selbst durch seine Zusammenarbeit mit Grzesinski. Millionen ballen heute vor Empö­rung die Faust. Aber die Machenschaften des Rebellen- * klüngels sind elend zusammengebrochen.

Und was sagt heute die Journaille dazu? Sie hüllt sich in Schweigen. Erst das Gift verspritzen und dann sich feige verkriechen. Nur nichts zurücknehmen. Aber wir kennen diese Manöver. Von allen Parteige­nossen müssen wir wieder und wieder verlangen: Merkt Euch diese Berichterstattung, werft diese verlogene Presse aus Euren Häusern.

Wir kämpfen einen großen Kampf, aber der Sieg wird unser.

Schwarz-roter Schwindel über Dr. Günther.

Wenn die derzeitige „Weltpresse" sich keinen anderen Ausweg mehr weiß, um eine ihrer Clique mißliebige, weil gefährliche Bewegung oder Persönlichkeit her­unterzusetzen, verlegt sie sich aufs Lügen. Tine dieser Lügen ist die von Berlin aus verbreitete „Meldung", daß Prozessor Dr. Günther, der von Dr. Frick nach Jena berufene bekannte Rassenforscher, nur 12 Hörer habe. Tatsächlich sind es 9 2 Studenten, die heute bei ihm hören, wozu noch 100 Angehörige der Wei­marer Kunsthochschule treten. Trotzdem die dunklen Hintergründe solcher Lügenmeldungen aus der Hand liegen, gibt es immer noch Leute, die solchen Nachrichten Glauben schenken. Wann endlich wird die deutsche Öffentlichkeit einsehen, aus solcher oder ähnlicher „Mel­dung", „Nachricht" oder „Tatsache" das eine, einzig Richtige zu entnehmen, daß die Gegner wieder einmal eine ihnen unangenehme Tatsache nicht nur totschwei­gen, sondern auch bewußt fälschen?!

Uniformverbot für die NSDAP. in Schleswig-Holstein?

Der Oberpräsident der Provinz Schleswig-Holstein hat auf Grund der Notverordnung zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März für den Bereich der Provinz Schleswig-Holstein das Tragen einheitlicher, insbesondere militärähnlicher Parteiuni­formen oder Bundeskleidung der NSDAP. verboten.