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Geschäftsstelle miü Redaktion: Bremen, Bahnhofstr. 26. Fernsprecher Domsh. 25878. Erscheint wöchentlich 2 mal. Bezugspreis monatlich 0.92 einschließlich Bestellgeld. Verlagsort Oldenburg (Oldbg.)
Nr. 2l
Somadeid
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28. Miirz
1931
Rot-Mord wütet im Westen! Wie sie lügen! 4980 OOV ohne Arbeit! Reichstag in Ferien.
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Betriebsratswahlsieg Kali-Umschlag!
Ein glänzender Erfolg und klarer Barometer für die wahre Stimmung in der Arbeiterschaft, war der Erfolg der Betriebsratswahl bei der Kali-Umschlagstelle im Bremer Freihafen! Von 10 Sitzen konnten wir 5 Sitze erobern. Den Rest teilten sich die SPD. mit 3 und die Kommune mit 2 Sitzen.
Bezeichnend bei dieser reinen Arbeiterwahl ist das überraschende Ergebnis. Jeder unvoreingenommene Beurteiler wird hieraus erkennen können, wie das wahre
Ergebnis der Arbeiterkammerwahl in Bremen ^ausgesehen hätte, wenn nicht feiger Terror derjenigen, die ein wahres Bild fürchten mußten, das Wahlbild verdunkelt und verschöben haben würden!!
Wir betonen nochmals ganz entschieden/daß wir für die Vorfälle gelegentlich der Arbeiterkammerwahl sowie für ihren ungerechten, ungültigen Ausgang, einzig und allein den Senat verantwortlich machen müssen'!!
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Rot-Mord wütet im Westen!
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.Hitler-Junge viehisch mißhandelt! S.A.-Mann angeschossen!
Nach der überfüllten und glänzend verlaufenen Goehring - Versammlung im Casino begab sich ein kleiner Trupp von 5 S.A.-Leuten durch die Falkenstraße in die westliche Vorstadt. Schon in der Düsternstraße lauerten in Ecken und Winkeln größere und kleinere Trupps lichtscheuer Elemente. Auf dem ganzen Weg hatten unsere Parteigenossen keinen Schutzmann gesehen, ebenfalls nicht, als sie den Breitenwe-g heruntermarschierten, statt dessen waren sie von einer großen Anzahl schreiender und drohender Kommunisten umringt.
Nur mit großer Mühe gelang es Den S.A.-Leuten, sich in ein nahes Lokal zurückzuziehen. Auch hierher folgte die rote Meute noch, die unter Brüllen und Schreien versuchte, die Gasthaustür einzutreten, um in die Wirtschaft eindringen zu können. — Wahrhaftig eine Heldentat, 60 rote Halunken verfolgten 5 heimkehrende S.A.-Leute!
Nach einigen Minuten wurden die S.A.-Männer wieder auf die Straße gerufen. 2 hilflose Hitler-Jun- gens waren von dem vertierten Gesinde! überfallen worden. Einer der beiden deutschen Jungarbeiter wurde durch zwei tiefe, breite Dolchstiche im Gesicht schwer verletzt. Aber damit nicht genug, als der blonde, deutsche Junge blutüberströmt am Boden lag, traten die roten Tiere den armen Hilflosen obendrein noch mit ihren Stiefeln ins Gesicht, so daß dem Jungen unter- anderem noch das Nasenbein zertrümmert wurde!!
Als der hinzugezogene Arzt die entsetzlichen Wunden unseres Jugendgenossen, der kurz vor der Gesellenprüfung steht, sah, konnte er sich nur über diese kaum glaubliche Rohheit und Gemeinheit ehrlich entrüsten. Der andere Hitlerjunge wurde durch einen Kopshieb verletzt!
Die Polizei konnte zwei dieser Feiglinge, die einen wehrlosen deutschen Jungen zu Schanden geschlagen hatten, feststellen.
Der eine, Martin Schnübbe, geb. am 10. 4. 13, Baumstr. 88—92, hatte noch einen Gummiknüppel in der Hand. Der zweite Held heißt: Wilhelm Schlest ng er, geb. 13. 4. 12, Gabelsbergerstr. 31.
Am gleichen Abend wutde auf seinem Heimweg? in der Nähe der Nordstraße außerdem noch ein einzelner S.A.-Mann überfallen.
Auch ihn verfolgte eine Herde roter Mordbuben. Aus einer Gruppe von 15 bis 20 Kommunisten wurde auf unseren Parteigenossen geschossen. Unser Kamerad deckte seine Arme über den Kopf, und die Kugel, die ihn in den Kopf treffen und die wieder ein junges deutsches Leben vernichten sollte, sie blieb zum Glück im Oberarm stecken!!
Als er blutend zu Boden sank, wurde er auf die gemeinste Art und Weise von den rolen Untermenschen mit Fußtritten und Faustschlägen bearbeitet!
Nachdem das feige Pack unserem Kameraden noch seine Aktenmappe gestohlen hatte, machte es sich nach getaner „Arbeit" aus dem Staube!!!
Die Bevölkerung des Bremer Westens ist empört über das Wüten der roten Horden. Es fehlt ihr jegliches Verständnis für die Schwächung des Polizeioberbezirks West! Soll dieses Mord-Gesindel die Straße beherrschen, oder kann jeder friedliche, ruhige und anständige Anwohner einen genügenden Schutz seines Eigentums und seines Lebens verlangen?!
Der Senat und die Bürgerschaft werden aller- dringendst gebeten, angesichts der politischen Entwicklung der letzten Wochen der nationalsozialistischen Forderung nach ausreichendem Polizeischutz 'des Westens zu entsprechen.
Was man verschweigt.
! Viehischer Morvübersall der Kommunisten
in Annaberg.
Drei Nationalsozialisten bedenklich verwundet.
l Am Montag abend überfiel eine starke Horde von ' Kommunisten in Annaberg im Erzgebirge, mit Zaunpfählen und Messern bewaffnet, einen kleinen Trupp Nationalsozialisten, von denen sie drei durch Messer- i stiche in den Bauch und in den Rücken sehr schwer Verwundeten.
Die übrigen Nationalsozialisten trugen ebenfalls U mehr oder weniger schwere Verletzungen davon. Die k Doüzei nahm im Laufe der Nacht zahlreiche Haus- » Buchungen vor, die zu einer Anzahl -Verhaftungen Avon Kommunisten führten. Die drei Schwerverletzten liegen in äußerst bedenklichem Zustande darnieder.
3 SA.-Leute schwer verletzt.
Buer, 25. März. Am Dienstag abend wurden etwa 20 SA.-Leute, die von der Zettelverteilung für eine Versammlung zurückkamen, von etwa 50 Kommunisten angegriffen. Die Kommunisten wurden zunächst zurückgeschlagen, holten sich aber Verstärkung und griffen die SA.-Leute erneut an. Hierbei wurden drei SA- Leute schwer verletzt. Einer liegt mit einem schweren Schädelbruch hoffnungslos im Krankenhaus darnieder, der zweite trug einen Armbruch davon, der dritte erhielt mehrere gefährliche Messerstiche. Die Polizei verhaftete acht Khastete acht Kommunisten.
Warum werden vorstehende Meldungen in anderen Blättern nicht gebracht? Warum wird so etwas verschwiegen? Aus Prinzip. Gebt dieser Presse die Quittung und bestellt dafür die B. N. Z.
Die russische Entwicklung
und Deutschland.
Von Graf Reventlow, M. d. R.
Die Rückkehr der deutschen Industriellen aus Moskau ist nunmehr erfolgt. Die Herren „Kapitäne der Industrie" haben fich geäußert und in erster Linie als Erfolg russische Bestellungen im Werte von zunächst 300 Millionen Mk. verkündet. Später werde noch mehr, viel mehr an Bestellungen kommen. Die Zahlungsgarantien würden von der russischen Regierung gestellt werden, der einzige wenig angenehme Punkt sei die russische Forderung sehr langer Kreditierung; dazu bedürfe man Genehmigung und Garantie von der eigenen, der deutschen Regierung. Nach den bis jetzt vorliegenden Mitteilungen erscheint außer Zweifel, daß das Geschäft perfekt wird. Das würde also bedeuten: Arbeit für die Industrie, Beschäftigung für so und so viele Arbeiter und Angestellte auf so und so lange Zeit, ferener das Geschäft, und schließlich eine automatische Äerfestigung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland und damit auch der politischen. Es ist dieses genau derselbe Vorgang, wie der früher hier eingehend geschilderte zwischen Italien und Sowjetrußland, zwischen Mussolini und Stalin, nur mit dem Unterschiede, daß die dortigen Beziehungen ungleich fester sind, außerdem ein Militärabkommen im Hintergründe haben.
Fassen wir zunächst die rein wirtschaftliche Seite einmal ins Auge. Die deutsche Industrie und damit auch die deutschen Industriellen haben das Geschäft, das sich ihnen bot, ohne weiteres genommen, die deutsche Regierung scheint, vermutlich auch, unter dem Druck der wirtschaftlichen Not denselben Standpunkt zu vertreten.
Die Reise der deutschen Großindustriellen hat nur sehr kurze Zeit gedauert und ist durch Verhandlungen so gut wie vollständig ausgefüllt gewesen. Die „Kapitäne der Industrie" haben nicht die Gelegenheit benutzt, sich in Rußland über den Stand des Fünf- jahr-Plans in Stadt und Land genau zu unterrichten. Die Gelegenheit war gleichwohl da. Der Einwurf: man würde ihnen doch nur potemkinsche Dörfer gezeigt haben, verschlägt hier nicht, denn ein Mann der Industrie, überhaupt ein Mann, der offene Augen hat, kann beurteilen, ob das, was er vor sich sieht, eine entstehende Anlage, die fertig werden wird, ist, oder ein funktionierender Bergwerksbetrieb oder ein Wasserwerk usw. usw. Er kann auch beurteilen, ob das Personal mit einem maschinellen Betrieb oder mit landwirtschaft- ' lichen Maschinen umzugehen versteht. Er kann sich danach ein Bild machen, im Verein mit Angaben, die man ihm liefert und die er zu prüfen vermag, ob und inwieweit der Fünfjahrplan wirklich ausgeführt wird, ob der ganze, ungeheure, neue und vielgestaltige Apparat Aussicht aus Funktionierfähigkeit besitzt oder nicht. Daß die deutschen Großindustriellen dieses nicht auf das Gründlichste getan haben, müßte man als unglaublich bezeichnen, wenn nicht schon gar zu viele traurige Beweise vorlägen, von der phänomenalen Kurzsichtigkeit dieser großen Männer, von denen sich jeder zweite als ein Mann von näpoleonischem Weitblick und auch als eine schon in der Wiege zum Vater des Vaterlandes geborene Persönlichkeit ansieht. Und es ist ganz besonders bemerkenswert, daß diese Großindustriellen auch geschäftlich nicht weiter sehen wollen, als die nächste, höchstens die übernächste Bilanz. Man er- rnner sich, mit welchem kindlichen Optimismus die deutschen Großindustriellen in den Dawesplan hineinsprangen. Nachher kam der große Katzenjammer. Als es dann später um den Aoungplan ging, da hatten einige von ihnen gelernt, so der Dr. Vögler, der bekanntlich aus