Ausgabe 
(19.3.1931) Nr. 19
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Nr. 19

Sonnabend

21. März

1931

Vlnt klagt

Blutiger Versammlungs-Terror in Hemelingen.

stvl-Msra srürmi vergeblich aen Saal. h 5^-Männer rum Teii schwer veriem.

Srosser Zachzchaüen!

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Am Mittwoch abend sollte in Hemelingen, im Alten Dorskrug in einer Massenversammlung unser Pg. Engels, Berlin, sprechen. Schon lange vor Be­ginn hatte sich lichtscheues Gesindel aus der ganzen Umgegend in der Nähe des Bersammlungslokales ver­teilt.

Kurz vor Beginn der Versammlung erschienen Plötzlich in geschlossenem Zuge, mit mutigem Schlacht­gesang ungefähr 15V bis 2VV Reichsbanner und An- tisaleutc traulich vereint, die sofort eine „geistige" Auseinandersetzung mit Stühlen, Messern und anderen Waffen gegen unsere SA vom Zaune brachen.

In einem kurzen Augenblick spielte sich Unerhör­tes ab. Die mutige Bremer SA versuchte den zähen Gegner aus dem Saale zu -rängen, der auch von -rauhen große, schwere Pflastersteine durch die Fenster in unsere Reihen schlenderte. In kurzer Zeit wurde das rote Mordgesindel, Dank dem schneidigen Durchgreifen unserer SA mit blutigen Köpfe» an die frische Luft befördert, doch kostete dieser Erfolg Blut deutscher Menschen, das hier wieder sinn- und Vernunftlos ver­gossen werden mußte. Unsere SA hatte einen Verlust von 8 Verletzten, darunter 2 Schwerverletzte.

Das Gebrüll und Durcheinander, das Krachen der Stühle und Splittern der Scheiben, dieser un­glückliche, traurige Wirrwarr läßt sich einfach nicht beschreiben. Vergrößert wurde das Chaos noch dadurch, DOß unsere SA ohne Uniform antreten mutzte, da in Hemelingen das unrechtmäßige Uniformverbot noch besteht. So ist es auch zu verstehen, daß mehrere un­serer Leute im Gedränge nachher noch die Bekannt­schaft mit den Gummiknüppeln der an und für sich sehr korrekten Bremer Schutzpolizei machen mutzten.

Verletzt wurden folgende SA-Männer:

Pg. Loeblich, Kopfhieb, Gehirnerschütterung,

Pg. Loebe, Hiebverletzung,

Pg. Holthus, Kopfhieb,

Pg. Wundsam, Hiebverletzung,

Pg. Hecker, klaffende Stichwunde,

Pg. Tiemann, Wurfverletzung,

Pg. Pricken, Armverletzung,

Pg. Beckmann, Hiebverletzung.

ii^er erfreulicherweise schnell herbeigeeilte Chefarzt des tPemelinger Krankenhauses nahm sich unserer verletz­ten Kameraden hilfsbereit an. Bei näherer Betrach­tung der Sachschäden stellten sie sich als recht erheb­

lich heraus, allein über 15 große Fensterscheiben wur­den durch das heldenhafte Steinwerfen der verhetzten Roten zerschmettert.

Uns kann nichts aus unseren Bahnen drängen. Um 8.5V Uhr konnte Pg. Thiele als Versammlungs­leiter, unserem Redner Pg. Engels zu seinen zwei­stündigen Ausführungen das Wort geben, in denen er grundlegend mit dem heutigen Dienst abrechnete.

In der Diskussion sprach ein Kommunist, man denke sich nur, ein Nationalsozialist spräche nach einer Saalfchlacht in einer kommunistischen Versammlung. — — Der Kommunist wurde ruhig angehört und konnte 15 Minuten seine alte Platte herunterleiern. Nach einem glänzenden und begeisternden Schlußwort unseres Pg. Engel schloß unsere, im Gegensatz zu dem verlogenen und dumm-dreisten Bericht der Arbei­ter-Zeitung, überfüllte Arbeiterversammlung!!

Jeder Volksgenosse, der dort in Hemelingen Au­genzeuge war, wird sich allein schon durch den Bericht der Arbeiterzeitung und der Bremer Bolkszeitung von der gemeinen Verlogenheit und Nnzuverläsfigkeit der marxistischen Journaille überzeugen können!!

Auf der Rückfahrt nach Bremen wurde noch der SA-Mann Fischer durch einen heimtückischen Stein­wurf aus dem dunklen Hinterhalt am Kopse verletzt.

Es ist traurig, bittertraurig, daß die Dinge derart auf die Spitze getrieben werden! Jeder, der diesen Abend miterlebte, der alles mitansehen mußte, und die Wunden unserer SA. sehen konnte, der weiß, daß es in Deutschland einer Entscheidung entgegengehen muß. Dieser latente Bürgerkrieg ist das letzte Mittel einer abgebrauchten, überlebten Zeit gegen das erwa­chende Deutschland. Mancher nahm einen bitteren Haß mit nach Hause gegen die Drahtzieher, die Aufpeit- scher und Bonzen, die aus ihren sicheren Winkeln heraus ihre Werkzeuge benutzen. Deutsche gegen Deut­sche, Arbeiter gegen Arbeiter hetzen, denn nur Un­einigkeit, Klassenkamps, Mord, Betrug und Lüge sind die Brutstätten ihrer gemeinen Aktionen, ihrer het­zenden Parolen und ihrer verlogenen Machenschaften.

Wer glaubt, daß Blut abschreckt, der irrt! Das vergossene Blut unserer Kameraden ist für uns alle gleichsam eine Schuld, die wir bezahlen, abtragen und erledigen müssen. Abtragen, indem wir den schweren, dornigen Weg der Pflicht, weitergehen, nicht rechts i noch links schauen und nur ein Ziel kennen:

Deutschland!

Blut klkHt an.

-s. Seit dem Fall Henning in Hamburg kann sich die Kommune und auch die SPD. nicht genug tun in An­klagen gegen die NSDAP. Dies war ein Einzelfall und darüber erhebt man großes Geschrei. Ueber Ham­burg verhängte man sofort den Ausnahmezustand, um damit auch sämtliche Veranstaltungen der NSDAP. verbieten zu können. Diese Maßnahme fordert in Ham­burg den schärfsten Protest heraus, denn sie ist keines­wegs dazu angetan, das Uebel an der Wurzel zu fassen. Mit solchem Vorgehen kann man dem schleichenden! Bürgerkrieg keinen Einhalt gebieten. Hat jemals die RSDAP. zu Gewalttätigkeiten oder politischen Mor­den aufgerufen? Hat die NSDAP. jemals versucht,

auf illegalem Wege gegen das heute herrschende System, das System der Äsung- und Tribütversklavung vorzu­gehen? Hat die NSDAP. nicht in ihrer gesamten Presse aufs schärfste diese unglückliche Tat verurteilt? Die Kommunisten riefen sofort zu einer großen Demon­stration gegen die „mordende Nazipest" auf. Welchen Grund hätten dann wir, für jeden gemordeten und schwer verletzten Parteigenossen aüf die Straße zu gehen!! Wir kämen Tag und Nacht nicht von der Straße, so groß ist die Zahl unserer Opfer. Mit den tollsten Schikanen versuchen die Sachwalter des No­vember-Systems die ihnen so gefährliche und verhaßte Freiheitsbewegung in der Ausübung ihres verfassungs­mäßigen Rechts zu behindern. Kann man sich dann noch darüber wundern, wenn sich bei den jungen Men­

schen unserer Partei allmählich eine Stimmung her­ausbildet, die einmal zu einer unüberlegten Handlung verleitet? Von den Gegnern wird ständig geschrien, von der KPD. über SPD. zum Reichsbanner: „Schlagt die Faschisten wo ihr sie trefft!"

Ist es da zu verwundern, daß diesen jungen 'Leuten! beim ständigen Ansichhalten einmal die Galle über­läuft? Wenn in Deutschland heute eine Art Bürger­kriegsstimmung herrscht, so sind daran die schuld, die die Verantwortlichen für dies schwarz-rote Korrup­tionssystem sind, die durch Versklavungs- und Wahn­sinnspolitik die Voraussetzung schaffen, daß sich im Volke eine ständig wachsende Unzufriedenheit mit den herrschenden Zuständen breit machen kann. Kein Tag vergeht, an dem nicht irgendwo im deutschen Vater­land S.A.-Leute von Moskaujüngern und roten Mord­banditen erschlagen werden. Doch das alles kann man unseren Volksgenossen nichr mit Worten beweisen, des­wegen fügen wir heute einen ganz kleinen 'Auszug der Ueberfälle auf Nationalsozialisten bei, eine Aufstellung, die Bände spricht!

Kaiserslautern, den 16. März. Auf dem Heimweg wurden in der Nacht zum Montag der S.A.-Gruppen- führer Becker und der Mechaniker Müller von 8 Reichs­bannerleuten überfallen. Müller erhielt einen Stich in den Kopf und einen Stich unterhalb der Achsel. Müller mußte besinnungslos in das Krankenhaus ge­bracht werden. In der vorhergehenden Nacht wurden ebenfalls 2 Nationalsozialisten von einer Horde Reichs­bannerleute beim Verlassen eines Lokales überfallen.

Kassel, den 14. März. Anläßlich des Landfriedens- bruch-Prozesses Grebenstein, in welchem sich 97 Kom­munisten mit insgesamt 13 Jahren, 196 Monaten und 115 Wochen Gefängnis, 5 Jahren, 3 Monaten'Zucht­haus sowie 13 Jahren Ehrverlust als Vorstrafen wegen planmäßigen Ueberfalls auf eine nationalsozialistische Versammlung zu verantworten hatten, kam es zu un­erhörten Gewalttaten. Beim Verlassen des Gerichts­gebäudes wurde der Frauenorden, das rote Hakenkreuz in Begleitung von einigen 20 Parteigenossen, die die Verpflegung unserer Parteigenossen besorgt hatten, von dem draußen harrenden roten Pöbel überfallen, beschimpft und mit Steinen und Knüppeln beworfen. Als um 6 Uhr abends 40 Nationalsozialisten zum Ge­richtsgebäude zogen, um den dort weilenden Partei­genossen den dringend notwendigen Schutz zu verschaf­fen, wurden diese von einer großen, nach Tausenden zählenden Menschenmenge mit wüsten Schimpf- und Drohrufen empfangen, mit dem Ruf:

Stoßt ihnen das Messer in den Balg, werft sie in

die Fulda, heute kommt ihr nicht mehr lebend

davon!

Das kleine Häuflein wurde niedergeschlagen und zu- sammengetrampelt. Hunderte und Äberhunderte dieser Banditen hatten die hoffnungslose Minderheit nieder- >ebrügelt. 2 unserer blutüberströmten Parteigenossen konnten nur in letzter Minute durch die Geschicklichkeit eine^? "g. dnnor bewahrt bleiben, über eine 15 Meter höbe Mauer in die Fulda geworfen zu werden. 'Eine okoße Anzahl Schwer- und Leichtverletzter waren die Folge dieses gemeinen Ueberfalles.

Lemmni, 5. März. An diesem Tage überfiel eine große Horde Kommunisten einzelne Parteigenossen und S.A.-Männer und Hitler-Jugend, insgesamt wurden 6 Parteigenossen durch Messerstiche, Schläge mit Gas­rohren und Knüppeln teilweise schwer verletzt. Einige der Verletzten erhielten 5, 6 und mehr Messerstiche.

Alton«, 16. März. Das „Hamburger "Tageblatt" meldet, daß in der Nacht zum Montag "Schüsse auf ein nationalsozialistisches Verkehrslokal abgegeben wur­den, wodurch ein S.A.-Mann so schwer verletzt wurde, daß er hoffnungslos darniederliegt. Ein zweiter Schwer­verletzter war unbeteiligt und kein Mitglied der NS.- DAP.

' Gelfenkirchen, den 16. März. In dem Stadtteil Buer und Horst fanden am Sonntag nanonalsozia-

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