Ausgabe 
(4.3.1931) Nr. 14
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

kitirelprels ro psg.

bremer

-utemmtilckesvrglm ker

Geschäftsstelle und Redaktion: Bremen, Bahnhofstr. 26. Fernsprecher Domsh. 258 78. Erscheint wöchentlich 2 mal Bezugspreis monatlich 0.92 einschließlich Bestellgeld. Verlagsort Oldenburg lOldbg.)

Nk. 14

scde Zeitung

tzreMc llaÜoMfozlMm

Anzeigen: Die 10-gesp. Nonpr.-Zeile 0.25 Stellenges. und Fam.-Anz. 0.10 Kleine Anzeigen 0.15

Ersatzansprüche können nicht^gestellt werden, wenn das Erscheinen irgendwie verhindert ist.

Mittwoch

4. März

1931

Nonngplan-Folgen

Noch keine rote Mehrheit?

Letzter Schiffsnenban bei Blohm u. Botz.

Nationalsozialistischer Sieg i» Braunschweig

Ein neuer Sieg ist errungen. Trotz der schamlosen Hetze gegen unseren Braunschweiger Minister Pg. Dr. Franzen, trotz „Marschbereitschaft" des Reichsbanners, trotz der verzweifelten Anstrengungen der Brüning- Koalition, das Ansehen der nationalsozialistischen Be­wegung herabzusetzen, hat die Braunschweiger Bevölke­rung bei diesen Wahlen erneut ihr Vertrauen zu Her' N.S.D.A.P. bewiesen. UnD zugleich hat dcr Marxis­mus eine neue schwere Niederlage erlitten. Dies ist der größte Erfolg dieser Wühlen. Es ist der beste Beweis, wie leer die siegesbewußten Phrasen der Marxisten- - genossen sind, wie völlig erfolglos ihr Feidzug für den „zweiten Mann" geblieben ist. Auch in einer ihrer roten Hochburgen ist die SPD. erneut vom national­sozialistischen Freiheitswillen geschlagen worden. Viel­leicht notieren sich dies auch die bürgerlichen „Poli­tiker", die in den letzten Wochen noch vom „"Vormarsch '^er Sozialdemokratie" faselten!

Braunschweig hat nationalsozialistisch gewählt! Das ist das Ergebnis dieses Sonntags. Das Volk hat ge­wählt — und es hat die Bewegung gewählt, die dem ganzen herrschenden System den Kampf angesagt ''hat. Wenn die SPD. mit einem Ruck 5 von s19 Sitzen verliert, so bedeutet das den Beginn vom Ende überhaupt, und zwar in einer ihrer Hochburgen.

Während einer Kommuualwahl spielen bekanntlich neben politischen Ueberzeugungen der Wähler auch lokale Verhältnisse eine Rolle; Standes- und Bernfs- s interessen der betreffenden Stadt usw. Und trotzdem: ^ die NSDAP. ist vorwärtsgeschritten inmitten des ' schärfsten Kampfes von allen Seiten gegen sie.

Die Sozialdemokratie stirbt, das anständige schaf­fende Volk erwacht. Der Kampf geht weiter.

Stadt Braunschweig:

Bei den Kommunalwahlen in der Stadt Braun­schweig wurden folgende Ergebnisse erzielt:

Sozialdemokraten 37 672 41 621 14 (20)

NSDAP. 27 04« 25 252 1« (—)

Kommunisten 12 236 8 828 4 (—)

Staatspartei 1 427 2 968 0 ( 1)

Deutschnationale 4 471 4 999 2 (—)

Rat. Einheitsliste 7 924 13 538 3 (—)

Mittelstand 6 200 3 606 2 (-)

Nationale Mitte 154 176 0 (—)

Im ganzen stehen 17 bürgerlichen Mandaten 14 sozialdemokratische und vier kommunistische gegenüber. Die Wahlbeteiligung betrug 85 v. H. Die Zahl der Stimmberechtigten belief sich auf 115 560.

Vorläufiges Gesamtergebnis:

Eine Zusammenzählung der vorläufigen Wahl- ergebnisse aus sämtlichen Kreisen und dcr Stadt Braun­schweig ergibt folgendes Bild:

Sozialdemokraten Kommunisten Rat. -Soziali st en Bürgert. Einheitsliste

112 4«« 125 586

26 114 2« 988

8« «17 67 762

62 90« 79 478

Das Gesamtergebnis ist für die NSDAP. also äußerst günstig. Fast 13VV0 Stimmen gewonnen, das soll uns einmal eine andere Partei nachmachen. Die Sozialdemokraten verloren trotz aller Anstrengungen 13VVV Stimmen, während die Kommunisten 6««« ge­wannen. Der Gesamtverlust beider Marxistenparteien beträgt also 7««« Stimmen. Das ist ein hochersreu- liches Ergebnis.

Schwarz-rote

Gesinnungsfreunde»

Zentrum lehnt Halbmastflaggen am Volkstrauertag ab

Der Verfassungsausschuß des Preußischen Land­tages lehnte am Donnerstag einen Antrag, am Volks­trauertag, den 1. März, die öffentlichen Gebäude auf halbmast zu beflaggen, mit den Stimmen der Sozial­demokraten, Kommunisten und des Zentrums ab.

Arm in Arm mit den Marxisten beider Schattie­rungen verweigert in Preußen das Zentrum den Gefallenen des Weltkrieges die selbstverständliche Ehrung. So weit ist also das allerchristliche Zentrum bereits gesunken. Was sagen unsere katholischen Volks­genossen dazu, insbesondere die, die einen Angehörigen im Kriege verloren haben?

,Z'

Noch keine rote Mehrheit?

Die „arbeiterfreundlichen" Sozialdemokraten haben in den letzten Monaten in ihren Versammlungen und ihrer Presse immer behauptet, sie könnten ihre Forderungen nicht durchsetzen, weil die Marxisten im Reichstage nicht die Mehrheit hätten. Wie verhält sich denn das nun in Wirklichkeit?

Im Reichstage sitzen seit der Septemberwahl 1930 577 Abgeordnete. Nachdem die nationalistische Oppo­sition mit 151 Abgeordneten das „Hohe Haus" ver­lassen, beträgt die Gesamtzahl der für die Abstimmun- getz in Frage kommenden Volksvertreter nur noch 426. Die Roten haben davon allein 220 Sitze (Sozial­demokraten 143 und Kommunisten 77) und damit also die absolute Mehrheit.

Man könnte nun also ohne besondere Anstren­gungen:

1. die Ministergehälter mit sofortiger Wirkung aus höchstens 12 000 RM. herabsetzen,

2. den verfluchten Wehretat ablehnen, insbesondere den Bau des vorgesehenen Panzerkreuzers,

3. die Brüning'schen Notverordnungen, namentlich die Krankenschein- und Arzneisteuer, Tabacksteuer usw. aufheben,

4. die Besteuerung der großen Vermögen und Ein­kommen einschl. der Dividenden durchführen,

5. die Arbeitslosigkeit nach dem ,Hörsing'schen Pro­gramm beseitigen,

6. die Diäten abbauen

und vieles anderes mehr. Der Staat in Schönheit und Würde könnte sofort erstehen. Nun mal heran ihr Herren Bonzen. Löst euer Versprechen der letzten sechzig Jahre ein. Niemand kann euch hindern. Zeigt jetzt, daß ihr Arbeiterführer seid.

Handelt ihr jetzt nicht, dann seid ihr für alle Zeiten als Arbeiterbetrüger und Schwindler entlarvt.

Senatsprösident GrWer Nationalsozialist.

Nach Blättermeldungen ist der Senatspräsident am Preuß. Oberverwaltungsgericht Grützner, der bis zu seinem erfolgreichen Angriff gegen den preußi­schen Innenminister Albert Grzesinski Mitglied der Sozialdemokratischen Partei war, nunmehr zur N. S. D. A. P. übergetreten.

Er erklärt, er sei deshalb der N. S. D. A. P. beigetreten, weil diese Partei nach seiner Ansicht allein die Partei der Sauberkeit und der Ordnung sei, die einen wahren nationalen Sozialismus durchführen wer-

Die Neberglücklichen.

Keils ßei-snt slii

1u telix O. V. ?. nube

Den Kampf um Deutschlands Freiheit mögen andere führen, Du glückliche Deutsche Volkspartei! Herrate! Heirate die SPD., die „vielbegehrte Braut­jungfer", wie der marxistische Sprecher in der Bre- mrichen Bürgerschaft so neckisch sagte. Es ist zwar keine neue Heirat und insofern hat der Genosse Faust auch gar nicht recht. Was wir da kürzlich Mit ansehen durften, war nur ein neuer Sturm der alten Liebe, dre bekanntlich nimmer rostet. Nun liegen sie sich wieder rn den Armen, die nimmermüden bürgerlichen! Wegbereiter des Marxismus und das rote ungebärdige Frollein. „Sie konnten voneinander nicht kommen, der Schlamm war gar M tieft. Unseren Segen haben

Wenn man in diesen Tagen die bürgerliche nnd marxistische Presse Bremens gelesen hat, so konnte man wieder einmal feststellen, wie verkalkt und verbohrt doch das Denken jener Leute ist, deren Exponenten sich nun wieder gefunden haben, ^nachdem sie jahrelang Uikserer Stadt und darüber hinaus Deutschland zum Unsegen so treu und fest zusammengehalten haben.! Jawohl, verkalkt ist ihr Denken; denn die Herrschaften glauben wahrhaftig, wir Nationalsozialisten sind nur empört darüber, daß wir nicht auch einmal „mitmachen" dgrsen, daß wir nun von den hochdotierten Senatoren- Erzgehalten wurden. - Es ist durchaus ver- standlich, daß die Herren so eigenartig denken und von sich auf andere schließen, denn für Diele Gläubiger dieser Republik ist die Futterkrippe das Alpha und Omega der Politik. Was man unter Brüdern eben unter Politik versteht.

Nein, wir haben bestimmt kein Verlangen nach den Fleischtöpfen, die das ausgehungerte Volk immer wieder neu zu füllen hat, damit man überhaupt „regie­ren" kann. Daran mögen die Herren sich weiterhin gütlich tun, die all die letzten 12 Jahre so gierig daraus gefuttert haben.

Wenn wir Nationalsozialisten bereit waren, eine Regierung mit den nichtmarxistischen Parteien der Bremer Bürgerschaft zu bilden^, wenn wir zu Kon­zessionen bereit waren, die vom Standpunkt des Na­tionalsozialismus schwer zu tragen sind, so ließen wir uns dabei einzig und allein von dem.Grundsatz leiten^ alles zu tun, um dem am 30. Nov. spontan be­kundeten Willen der bremischen Bevölkerung Ausdruck zu geben, ihren Wünschen gerecht zu werden und unsere Kraft einzusetzen in verantwortungsvoller Aufbau­arbeit (nicht etwa weiterzuwursteln) zum Wohle des bremischen Staates. Es ist, weiß Gott, auch für uns Nationalsozialisten einfacher, in der Opposition zu stehen und das Wirken der anderen unter die Lupe zu nehmen. Wir wissen auch, daß ein großer Teil unserer; ältesten und treuesten Parteigenossen den Wunsch hegte, daß diese Verhandlungen scheitern möchten, aus der einfachen Erwägung heraus, daß wir Nationalsozia­listen dort mich nicht endgültig reinen Tisch schaffen können, wo wir anf die „wohlwollende Unterstützung" von Staatsparteilern und anderen Judengenossen an­gewiesen sind. Wir waren bereit, große, ja größte Opfer zu bringen, um den Interessen der bremischer^ Bevölkerung zu dienen. Es ist anders gekommen .und das ist gut so.

Die Deutsche Volkspartei, die all di§ Jahre über durch Dick und Dünn mit den Marxisten gegastgent ist, auf deren Schuldkonto Dawes und Uoung genau so verzeichnet sind, wie in dem Schuldbuch der Dolch­stoß-Bonzen, wird bald ihr blaues Wunder erleben. Wir werden dafür Sorge tragen, daß dieses Koalitions­bett ihnen noch zum Prokrustesbett werden wird. Wir