Ausgabe 
(21.2.1931) Nr. 11
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Artikel 48 Wer § 51?

Leder neue Opfer. Polizei als Cintrittskarten-Berteiler.

Nochmals Schenker a. Co.

Bremer S.A. marschiert Sonntag!

Mordhetze

der Bremer BoLkszeitsmg.

In ihrer Nr. 40 vom 17. Februar bringt die Bremer Volkszeitung, das Organ der hiesigen Kapital-Demokratie und des Bürgerkrieg-Reichsbanners ein Eingesandt, das sich mit dem Propagandamarsch der Bremer S.A. am letzten Sonntag beschäftigt. Daß bei diesem Marsch die S.A. auch an den Gewerkschafts­häusern in der Rathenaustraße vorbeikam, hat den marxistischen Bonzen nicht gepaßt; kein Wunder, denn konnte sich hier doch jeder Arbeiter selbst überzeugen, daß in den braunen Kolonnen Adolf Hitlers der Handarbeiter neben seinem Kameraden, dem Arbeiter der Stirn, marschiert. Für eine Wiederholung dieser „Provokation" stellt der Artikel ein Reagieren der Be­wohner nach Art der Gröpelinger Vorfälle in Aussicht. Wir sehen hierin eine Ausführungsbestimmung zu der von dem Reichsbanner-Feldwebel Hörsing hier in Bre­men geäußerten Parole, die Nattonalsozialisten „bis auf den letzten Mann zu vernichten". Wir National­sozialisten fordern für uns nichts weiter als das uns

auf Grund der Weimarer Verfassung zustehende Recht auf die Aeußerung unserer eigene» Meinung. Wir for­dern genau wie die Marxisten für uns das Recht auf die Straße und werden uns dies — legal — zu erobern wissen. Deshalb wird die Bremer S.A. am Sonntag, den 22. Februar, an dem Tage, an welchem die Held- schrank- und Futterkrivpen-Garde des Reichsbanners marschbereit zum Schutze des Tributshstems stehen will, auf einem neuen Propagandamarsch wiederum die Neu­stadt durchziehen! Wir wollen keine Zwischenfälle und werden solche durch unsere Disziplin auf jeden Fall verhindern. Sollte es aber trotzdem dazu kommen, so werden wir auch unsere Fäuste zu gebrauchen wissen. Die Schuld an etwaigen' Zusammenstößen tragen die marxistischen Hetzer. Wir kennen die Verantwortlichen und es würde Sache des Staatsanwalts sein, sich mit der planmäßigen Bürgerkriegs-Hetze der Sozialdemo- kratie zu befassen.

Bremens S.Tli. marschiert am nächsten Sonntag:

„Gegen Bürgerkriegshetze und Tvibntwahnsinn!

Für Freiheit und Volkseinheit!"

Die Straße frei den braunen Bataillonen!

(gez.) Wegener, M. d. B.

Bürger 2. Klasse.

Kleine Anfrage des Abg. Kube (NLDAP.j Der Handwerksmeister Müller in Bolkenhain in Schlesien wurde in Bolkenhain zum »»besoldeten Rats­mann gewählt. Der Herr Regierungspräsident in Lieg- nitz hat dieser Wahl die Bestätigung versagt, obwohl gegen Müller nichts vorlag, das ihn auf Grund der Bestimmungen der Verfassung von Weimar und des

Freistaates Preußen von der Ausübung eines der­artigen Ehrenamtes ausschließt.

Ich frage das Staatsministerium:

1. Aus welchen Gründen ist Handwerksmeister Müller als Ratsmann nicht bestätigt worden?

2. Billigt das Staatsministerium die Nichtbestäti- gung eines ehrenhaften Deutschen aus rein poli­tischen Gründen?

Das könnte ihnen Passe» .

„Wir werden höflich sein bis zur letzten Galgensprosse; aber gehängt wird."

Bismarck.

—rl. Sie haben es schwer, die Herren der Republik von Weimar. Von Zeit zu Zeit tun mir die armen' Teufel leid. Wenn sie einigermaßen die Sturmzeichen der Zeit zu deuten verstehen, dann muß das heulende Elend sie überkommen. Denn, auf ein Pulverfaß ge­fesselt zu sitzen, ist nur relativ schön. "Ich persönlich möchte das nicht. Pfui Deibel — eine Explosion in Sicht! Das kann ja gefährlich ablaufen! Nein, das möchte ich nicht.

Die anderen mögen das auch nicht. Aber die finden nicht mehr herunter vom Faß. Es ist zu spät, wirklich zu spät. Denn, es geht nicht an, daß man ein Sechzig-Millionen-Volk 12 Jahre lang ins tiefste Elend reitet und dann — wenn die Opfer dieser feinen Volks­vertretung aufschreien in Wut und Verzweiflung — daß man dann, so frisch-fromm-fröhlich-frei, als wäre nichts geschehen, „aussteigt" aus der Hohen Politik, wie das in der Sprache der Börsengauner so schön heißt. „Sitzenbleiben!" sagen wir in aller Gemütsruhe und doch recht bestimmt — und brennen derweilen die — selbstredend legale — Zündschnur an.

Wir haben lange und laut genug gerufen und ge­warnt, als Ihr mit verdorrten Händen Versailles unterschriebt, wir haben gebeten und gefleht, als Jhv nach Genf und nach Locarno gingt, wir Haben geschrien! als Ihr lächelnd zu Dawes Ja gesagt, wir haben es prophezeit, daß Eure Silberstreifen am Himmel zu schwarzen, unheilschwangeren Gewitterwolken werden würden, wir haben an den Ketten von Dawes gerissen und gezerrt, wir haben geflucht und gedroht — Ihr aber habt Uoung unterschrieben. Die Katastrophe ist

Nationalsozialisten!

Mit der frechen Lüge, die NSDAP. beabsichtige den gewaltsamen Umsturz, hetzen Reichsbanner und Moskau zum Bürgerkrieg in Deutschland. Ganz offen darf sich Hörsing seiner „waffentechnisch gut ausgebil­deten Gefolgschaft" rühmen und Waffen führen. Diese Horden überfallen heute im Verein mit Bolschewisten schwerbewaffnet den waffenlosen S.A.- und S.S.-Mann.

Unter den Augen der bürgerlichen Welt, unter stiller Duldung von feiten sogenannter auch-nationaler Parteien werden Tag für Tag Dutzende von Natio­nalsozialisten, meist aus dem Hinterhalt heraus, an­geschossen oder von feiger Uebermacht überfallen und niedergestochen. Das christliche friedliche Zentrum rührt keinen Finger und verzieht keine Miene angesichts die­ser bestialischen Mordüberfälle. Nur der in Notwehr befindliche SA.-Mann wird für den Versuch, sein Le­ben zu retten, von der Justiz unseres Bürgertums verfolgt und bestraft. Wer den Kugeln und Messer­stichen der roten Mordlumpen entrinnt, indem er sich ihrer erwehrt, wandert dafür selbst in das Zuchthaus.

S.A.-Kamcraden und SS.-Kameraden! Ich ver­stehe Eure Not und verstehe Eure Wut. Und dennoch muß ich als verantwortlicher Leiter der Partei Euch vor jenen Provokateuren warnen, die, in unsere Reihen geschickt, die S.A. mit allen Mitteln in die Rolle des Angreifers zu drängen versuchen, um auf diese Weise die Legitimation für die Verfolgung unserer Bewe­gung dem heutigen System in die Hand zu drücken.

Ich fühle mit Euch S.A.-Kameraden die kaum erträgliche Lage, daß die S.A. und S.S. unbewaffnet

dem roten Terror und den gemeinen Mordüberfällen ausgesetzt ist. So entsetzlich diese Not uns alle be­drückt, so wenig dürfen wir vor ihr kapitulieren.

Das kommende Reich wird die das jetzige System vertretenden Parteien und ihre Machthaber für alles Blut, das unsere Kameraden heute vergießen, dereinst zur Verantwortung ziehen. Heute mutz ich aber im Interesse der Bewegung und Eurer selbst freiwillig blinden Gehorsam den Befehlen gegenüber verlangen, die die Existenz der Bewegung im Interesse unseres ganzen deutschen Volkes erfordern.

Ich verbiete daher erneut auf das schärfste den Besitz von Waffen jeder Art nach den gesetzlichen Vorschriften.

Biedermänner, die sich in der Maske des wahren Freundes erbötig machen, Waffen zu liefern, sind bei gleichzeitiger Meldung an die vorgesetzte S.A.-Dienst- stelle sofort der Polizei zu übergeben. Es handelt sich in all diesen Fällen entweder um Burschen, die Ge­schäfte machen wollen, also Waffenschieber, denen das Wohl und Wehe der Bewegung gänzlich gleichgültig ist, öder in fast 99°/o um schwerbezahlte erbärmliche Kreaturen, die den Auftrag Haben, Den verfolgten S.A.-Mann gesetzlich zu belasten, um ihn dadurch erst recht ins Zuchthaus zu bringen. Spitzelzentvalen arbei­ten heute mit vielen Hunderttausenden von Mark oft scheinbar unter Förderung amtlicher und halbamtlicher Stellen fieberhaft, um noch in letzter Stunde unsere Bewegung zu einer Unüberlegtheit zu reizen und da-

mrt die Gefahr, die ihnen unerbittlich droht, noch einmal zu beseitigen. Das System, dessen Niederrin- gung allein dem deutschen Volke wieder eine Zukunft öffnet, kämpft heute um Sein oder Nichtsein mit allen Waffen, die die Verzweiflung eingeben kann. Mit Lüge, Verleumdung und Verhetzung versucht man unsere Reihen zu erschüttern. Bestechungsgelder sollen den gleichen Zweck erfüllen. Durch Terror und Ver­folgung will man den S.A.-Mann in Grimm ver­setzen, durch scheinbare Hilfe ihn zu Ungesetzlichkeiten verleiten. Den politischen Führern stiehlt man den Schutz ihrer Immunität, zahlreiche Redner sitzen in den Kerkern der Republik, und alles das nur aus einem Grunde: des deutschen Volkes Erhebung will man da­mit brechen.

Parteigenossen, S.A - und S.S.-Männer! Schließt Euch diesen Versuchen gegenüber zu einem unzerbrech­lichen Bunde zusammen! An unserer zähen Beharr­lichkeit werden dann alle Versuche unserer Wegnsv scheitern. An unserer unerschütterlichen Gesetzlichkeit werden alle Maßnahmen der heutigen staatlichen Macht­haber zersplittern und abprallen. Die Richtigkeit unse­rer Behauptungen wird sich von Monat zu Monat stärker erweisen. Die Not selbst wird unser Zeuge sein.

Ueber all dem Dunst von Lug und Trug, von Haß und Terror wird sich am Ende dennoch das neue Reich erheben, dessen Schmiede Ihr seid.

Adolf Hitler.