Ausgabe 
(31.1.1931) Nr. 5
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fast fünf MUionen Arbeitslose. — feigbeit - ciein l^ame ist R.eicksbarmer.

Senatoren a. O.

ELn Etvatsrntnlftei? Dr UrtE.

Adolf Hitler hat an den thüringischen Staatsmini­ster Dr. Frick nachstehendes Telegramm gesandt:

Staatsminister Dr. Frick, Weimar.

Aus Anlaß Ihrer nunmehr ein Jahr währen­den Ministerschaft drücke ich Ihnen namens der gesamten nationalsozialistischen Bewegung mei­nen tiefgefühlten Dank für ihre Arbeit in der Vergangenheit, mein unbegrenztes Vertrauen zu Ihrem Wirken in der Zukunft aus.

Adolf Hitler.

Die verflossenen 12 Monate, in denen unser Par­teigenosse Dr. Frick das Steuer des thüringischen Staa­tes führte, bilden eine der wichtigsten Etappen nicht nur in der Entwicklung der nationalsozialistischen Be­wegung, sondern in der siegreichen Durchführung des deutschen Freiheitskampfes überhaupt.

Thüringen ich dank Dr. Fricks unermüdlicher, ziel­bewußter Arbeit im Laufe eines Jahres zur Keimzelle deutschen Widerstandsgeistes geworden, während rings­um im übrigen Deutschland, wo noch immer bürgerliche Ohnmacht und marxistische Parteibuch-Willkür domi-

nreren, der wirtschaftliche, geistige und seelische Zusam­menbrach immer drohender geworden ist. Dr. Frick hat sich bei seinen Koalitionsgenossen oft unpopülär ge-

1 Nationalsozial. Bürgerschaftsfraktion.

Von der Bürgerschaftsfraktion der N.S.D.A.P. Bremen werden wir um Veröffentlichung folgender Mitteilung gebeten:

Unserer Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft gehen derart viele Anträge zu, daß es unmöglich ist, dieselben alle sofort zu bearbeiten. Wir bitten daher die Antragsteller, sich zu gedulden, wenn alle An­regungen nicht sofort verwertet werden können. Die Fraktion wird nach Maßgabe der ihr zur Verfügung stehenden Zeit sämtliche Anregungen, 'Anträge usw. gewissenhaft bearbeiten und erledigen.

gez. Fraktion der N.S.D.A.P. in der bremischen Bürgerschaft.

macht, dafür aber das Vertrauen des deutschen Vol­kes in immer größerem Matze gewonnen.

Im Kampf um die Polizeigelder Thüringens hat Frick den roten Marxisten Severing und den schwar­zen Marxisten Wirth aus dem Sattel gehoben. Die staatlichen Stellen werden heute nach Leistung und be­ruflicher Eignung besetzt, während früher — wie an­derwärts heute noch — in Thüringen das Parteibuch ausschlaggebend war. Im Kamps um die Schulgebete ist es Dr. Frick gelungen, den Novemberlingen die heuchlerische Maske vom Gesicht zu reißen, die in ihrer Gesinnung sich verletzt fühlen, wenn „um Befreiung von Betrug und Verrat" gebetet werden soll. Daß es weiterhin im Laufe eines kurzen Jahres gelungen ist, den durch marxistisch-bürgerliche Mißwirtschaft zer­rütteten thüringischen Staatshaushalt auszugleichen und auf eine gesunde Basis zu stellen, begrüßen wir als den lebendigen Beweis für die Richtigkeit unserer nationalsozialistischen Forderungen hinsichtlich der Füh­rung des Staates. Nicht unerwähnt sei auch, daß wir — dank Dr. Frick — zum ersten Male in November- Deutschland erlebten, daß ein Minister freiwillig die Herabsetzung seines Gehaltes forderte und durchsetzte.

Thüringen ist in kurzer Zeit zu einem Kraft­zentrum deutschen Lebenswillen geworden. Braun­schweig ist das zweite Glied in der Kette, die wir rings um das marxistisch-regierte Preußen schmieden. Bald wird auch das Land Sachsen seinen nationalso­zialistischen Innenminister haben und in Bremen ste­hen wir inmitten des Machtkampfes. Das Beispiel Dr, Fricks steht uns Nationalsozialisten leuchtend vor Au­gen. So laßt uns denn auch hier alle unsere Kräfte daransetzen, um aus Bremen bald ein Bollwerk zu machen, an dem Deutschlands innere Feinde vergeblich rütteln werden.

Die fünfte Million

4 765 666 arbeitslose Deutsche.

Zunahme um beinahe 366 666 in 14 Tagen.

Berlin, 23. Januar. Der erste Berichtsabschnitt des neuen Jahres brachte weiteres Absinken des all­gemeinen Beschäftigungsgrades. Nach den Zählungen vom letzten Stichtag wurde Mitte Januar aus Mit­teln der Arbeitslosenversicherung rund 2 396 000, aus der Krisensürsorge rund 739 000 Arbeitslose unter­stützt. Gegenüber dem vorigen Stichtage bedeutet das eine Zunahme um rund 230 000 bezw. rund

62 000, zusammen also nahezu 300 000.

Unter den am 15. Januar bei den Arbeitsämtern verfügbaren Arbeitssuchenden befanden sich - nach Ab­zug der noch in Stellung oder in Notstandsarbeit Be­findlichen — rund 4 765 000 Arbeitslose.

Verfügung

Im Hinblick aus die allgemeine Not verbiete ich mit sofortiger Wirkung allen Partei-Organisationen, karnevalistische Treiben. Bälle usw. zu veranstalten oder sich an derartigen Veranstaltungen zu beteiligen.

Wo bereits solche Veranstaltungen angesetzt sind, steht es frei, diese in „deutsche Abende", die vom nationalsozialistische» Geiste getragen sind, umzuge­stalten.

München, den 26. Januar 1931.

gez.: Adolf Hitler.

Gefahr von rechts

I. H. Unsere Bewegung ist groß und stark ge­worden durch Sauberhaltung ihrer Reihen, durch un­verbrüchliches Festhalten ihrer Ziele, durch unerhörte Disziplin und brutalen Kampfeswillen. Wir sind die Front gegen den Marxismus, den Todfeind des deut­schen Volkes. Aber es ist noch ein anderer Feind aus dem Plan. Das sind jene gewissen „nationalen" Kreise, die mit der finstersten Reaktion und dem Frei- maurertum im Bunde stehen.

Von diesen Nationalen trennen uns abgrundtiefe Gegensätze. Bei uns ist Zukunftswille, revolutionäre Gesinnung, die Neues gestalten will. Dort finden wir die Ueberbleibsel einer abgeschlossenen Zeitepoche, die eine alte Welt zurückerobern wollen. Während Jene in der Kaiserkrone, deren Ideal versunken ist, ihrer Wünsche letztes und höchstes Ziel erblicken, haben wir die rote Hakenkreuzfahne des nationalen Sozialismus aufgepflanzt. Eine gähnende Kluft tut sich auf. Was vergangen ist, ist vergangen. Man muß mit der Gegen­wart die Zukunft in seinen Händen tragen, wenn man einen neuen Staat schassen will. Wir erwarten mit aller Inbrunst den Morgen des aufglutenden jungen Tages. Mögen die Anderen dem Abendbrot von ge­stern nachtrauern. Für uns gilt es, den Trennungs­strich zu ziehen zwischen Erlöschendem und Werden­dem. Lassen wir uns nicht irre machen durch Reden von Treue und Glauben der Väter und von den alten guten Tagen der Vergangenheit. Alle, die in die Ge­genwart nicht mehr hineinpassen, die ihre Weltan­schauung verloren haben und an sich selber irre gewor­den sind, reden so. Hinter verschlossenen Türen in ihren Zirkeln lamentieren sie gegen die neue Zeit. Sie finden unseren Nationalismus herrlich. Wie gerne würden sie uns vor ihren reaktionären Karren spannen um ihn aus dem Sumpf zu ziehen, wo er ver­rotten mag. Sie versuchen durch alle möglichen Tricks und hinterhältige Gaunerei sich in unsere Reihen ein- zuschleichen. Hüten wir uns vor der Ueberfremdung unserer Idee und Abbiegung unserer Kampfziele. In den seichten Gewässern der „Nationalen" müssen un­sere Schisse stranden. Diese Reaktionäre möchten einen Kapitalistenschutz organisieren. Sie sind die Macher der Technischen Nothilfe und der gelben Gewerkschaf­ten. Für sie ist alles gut, was kapitalistischen Inter­essen dient. Maulwurfsarbeit ist das Werk jener Krei­se, die kein sittliches Gewissen kennen, die kein Ver­ständnis besitzen für die soziale Frage, von Sozialis­mus ganz zu schweigen. Sie bekämpfen die Gewerk­schaften, um die Macht der Arbeitnehmer gegenüber dem Kapital zu brechen. Unsere Parole heißt: Für die Unterdrückten — gegen die Ausbeuter! Der wirt­schaftlich Unterlegene und Benachteiligte hat immer Recht. Wir haben die Volksgemeinschaft auf unsere Fahne geschrieben und das bedingt die Freimachung der entrechteten Stände. Wir wollen dem Heimatlosen eine Heimat schaffen. Dürfte man sonst verlangen, daß er für sie kämpft? Aber die Drahtzieher des Kapitalis­mus sind gemeinschaftsfeindlich. Das liegt in ihrer in­neren Struktur. Sie sind unwissentlich auch zu Fein­den des Nationalismus geworden und somit eine Gefahr für uns.

Die revolutionäre Welle der Gegenwart trägt viel Treibholz an unsere Küsten. Davon ist wenig 'zu ge­brauchen. Das meiste ist morsch und wurmstichig und muß verbrannt werden.

Seien wir auf der Hut. Halten wir uns die Phi­lister vom Leibe, die Fälscher, Postenjäger und Kon­junkturpolitiker. Gegen uns steht alles: Liberale Frei- geistigkeit, Marxismus, Freimaurerei und Judentum. Tausend Fronten gegen eine. Aber in dieser einen Front steht die neue Generation und kämpft ihren Le­benskampf.