M.15S. Jahrgang 1933
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Bremen. Montag, den 12. Juni 1933 Einzelpreis 1S Big.
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Nistvrauch der S.A.-Umfoem aus dem
lach. GeseUentag
Berechtigte Empörung der gesamten Bevölkerung. — See weitere Verlauf -er Tagung verboten
Die Sonntagsveranstaltungen des Katholischen Gesellentages plötzlich abgesagt. Berlin. 11. Juni. Gerüchtweise verlautete, daß eS in der Nacht wegen des Katholischen Gesellentages in München zu Zwischenfällen gekommen sei. Eine Rückfrage bei der Leitung der Veranstaltung ergab, daß die für den heutigen Sonntag vorgesehenen letzten Veranstaltungen abgesagt werden mußten. Auch der für 10 Uhr vorgeschene Gottesdienst in der Großen Halle deS AusstellungsParkes ist von Kardinal Faul- haber abgesagt worden. Die Teilnehmer sind aufgefordert worden, unverzüglich die Heimreise anzutreten.
Die bayerische politisch« Polizei zu den Vorfallen in München. München. 11. Juni. Am Sonntag nachmittag wurde von der bayerischen politischen Polizei zu den Vorfällen in München ein amtlicher Bericht herausgegeben, in dem einleitend darauf hingewiesen wird, daß der Deutsche Gesellentag mit Verfügung vom 2. Juni 1933 voerboten worden sei und in dem noch einmal die Gründe ausführlich wiederholt werden. Der Bericht fährt fort:
„Auf Vorstellung der Leitung des Deutschen Gesellentages hat die bayerische Regierung die Abhaltung des Tages unter verschiedenen Bedingungen zugelassen, deren Erfüllung von der Leitung des Gesellentages auch Zugesagt worden ist.
Da aber eine große Anzahl der Teilnehmer des Gesellentagcs ohne Rücksicht aus die erregte Stimmung in der Bevölkerung in einer Uniform auftrat,
die in ihrer Farbe dem Braunhemd ähnlich war, wurde die Erregung dadurch noch mehr gesteigert, zumal in den Kreisen der nationalsozialistischen Bevölkerung diese Uniform als
ein Mißbrauch der Braunhemden angesehen wurde. Aus diesem Grunde kam es in der ganzen Stadt wiederholt zu erheblichen Ausschreitungen.
Um weitere Störungen der öffentlichen Ruhe und Ordnung zu verhindern, wurde auf Weisung des Innenministeriums nochmals äu fdas bereits bestehende Uniformverbot hingewiesen, zumal auch zu befürchten stand,daß sich auch Ausschreitungen gegen die zahlreich anwesenden geistlichen Führer dieser weltlichen Vereine ereignen würden.
Unter unrichtiger Weitergabe der seiner- zeitigen Verbotsgründe brachte die Leitung des Gesellentages die Herren Vizekanzler von Papen und Wirtschaftsminister Graf Quadt in die unangenehme Lage, unter diesen schwierigen Umständen als offizielle Vertreter an dieser Tagung teilzunehmen.
In der Nacht auf Sonntag mußten wiederholt die bereitgestellten Ueberfallkommandos ausrücken, um bei den zahlreichen Zusammenstößen einzuschreiten, die durch die trotz des Uniformverbotes in Uniform aufgetretenen Mitglieder der Gesellenvereine hervorgerufen wurden.
Diese wiederholten Zusammenstöße haben bewiesen, daß die Mitglieder der Gesellenvereine nicht die Disziplin gewahrt haben die man zur ungestörten Durchführung dieser Tagung von ihnen erwarten konnte und mutzte. Aus
diesem Grunde sah sich die Leitung des Gesellen. tageS von sich aus gezwungen, den Gesellentag vor- zeitig zu schließen.
Als spontane Antwort auf das undisziplinierte Auftreten einer großen Anzahl der Mitglieder des Gesellentages veranstaltete die Münchener SA und SS am Sonntagvormittag einen Ausmarsch durch die Straßen der Stadt, der im Gegensatz zum Gesellentag als mustergültig anzusehen war und keinerlei Einschreiten der Polizei erforderte. Zusammengefaßt ergibt sich die Tatsache, daß das ursprüngliche Verbot des Gesellentages nur zu gerechtfertig war und daß die Verantwortung für diese unliebsamen Vorkommnisse und für die in die Bevölkerung hineingetragene Unruhe der Leitung des Gesellrntages zuzuschreiben ist.
Die Leitung des Gesellentages hielt eine kurze Pressebesprechung ab, in der jedoch zu den Vorgängen selbst im einzelnen nicht Stellung genommen wurde. Es wurde lediglich erklärt, daß bedauerliche Mißverständnisse vorlägen und daß es notwendig sei, sich die Bruderhände zu reichen.
Professor Zinser-Offenbach einem Herzschlag «legen
München, 11. Juni. Gerüchte, wonach die Zwi- schenfälle in der Nacht zum Sonntag auch einen Toten gefordert hätten, bestätigen sich nicht. Sie mögen darauf zurückzuführen sein, daß während des Gottesdienstes in der Frauenkirche am Sonntag Professor Zinser aus Offenbach, der als Diözesen- präses der Katholischen Gesellen in München weilte, von einem Herzschlag ereilt wurde, und wie tot zusammenbrach/ - " '
MtzWMe Attentate auf
österreichische Minister
Schüsse aus Dr. Steidle - Anschlag aus den reicheren M uister
vr. Wnkelen
Wien, 11. Juni. Am Sonntag sind in Oesterreich Anschläge auf zwei bekannte Politiker verübt worden. Nach einem Bericht aus Innsbruck wurden auf Dr. Steidle, den bekannten Tiroler Heimwehrführer, als er vor seinem Hause anlangte, aus einem Auto rasch hintereinander mehrere Schüsse abgegeben. Einer der Schüsse verletzte Dr. Steidle am Unterarm Der Kraftwagen hatte eine verschmierte Nummer, so daß das Kennzeichen nicht genau festgestellt werden konnte. Bisher ist weder das Auto festgestellt worden, noch irgend ein Anhaltspunkt für die Täter vorhanden.
Nach einer amtlichen Meldung aus Kirchdorf bei Bruck an der Mur ist durch einen Zufall ein Anschlag auf den Steirer Landeshauptmann und früherm Minister Dr. Rintelen mißglückt. Es war bekannt, daß Dr Rintelen eine bestimmte Straße bei seiner Rückfahrt benutzen w/rdr. Auf dieser Straße explodierten kurz vor dem Passieren des Kraftwagens zwei mit Ammonit gefüllte Röhren. Größerer Schaden wurde dadurch nicht angerichtet.
Ein „glanzvolle?" Arimwehr- ausmarkÄ
Starhemberg als „P ophet".
Heimwehraufmer'ch ohne Anteilnahme der Bevölkerung.
In Krems fand am Sonntag der seit langem großzügig angekündigte Heimwehr-Auf-
Jüdische U.S
hetze« gegen
Newyork, 11. Juni. Die deutschfeindliche Presse in Amerika zieht die Scnatsdiskussion über die Judenpolitik in Deutschland gross auf.
Die „Newyork Times" erklärt, daß es dahinstehe, „ob durch Zufall oder aus anderen Gründen" der demokratische Tenatsführer Robinson die Debatte eine Stunde nach der Nominierung Professor William Dodds zum Botschafter in Gang gebracht habe. In weitläufigen demagogischen Ausführungen machte Robinson der deutschen Regierung den Vorwurf. daß sie die Menschheit durch ihre Judenpolitik „chokiere". Auch wenn man von Uebertreibungen absehe, blieben Tatsachen genug übrig. Der Redner glaubte sich hierbei auf Reden deutscher Regierungsmänner einschließt-.^ des Reichskanzlers Hitler und des Ministers Goebbels stützen zu können, mrncr auf die Politik verschiedener Zeitungen, Bemerkungen von Rednern in deutschen Massenversammlungen, nationalsozia- Msche Lieder, schließlich auch auf Gesetze und am das Regierungsprogramm.
Weiterhin stellte Robinson Zitate aus dem Buch Hitlers „Mein Kamps", sowie aus der
marsch statt. Die Bevölkerung der Stadt verhielt sich gegenüber der Veranstaltung völlig ablehnend. Es waren
nur drei Häuser beflaggt;.
die Fenster waren geschlossen und vielfach verhängt.
An dem Aufmarsch beteiligten sich etwa 4000 Heimwehrleute. Es wuren u. a. auch der Bundesführer der Heimwehren, Füllst Starhemberg und der niederösterveichische Landesfühver Graf Alberti erschienen. Fürst Starhemberg girff in seiner Rede das Deutsche Rei außerordentlich scharf an und sagte u. a., „das Dritte Reich werde verschwinden und ein von Oesterreich aufgebautes Deutschland erstehen". Der Zug der Heimwehren wurde von einem außerordentlichen Aufgebot von Gendarmerie und auch von Angehörigen des Bundesheeres gesichert. An einigen Stehlen ereigneten sich, trotzdem der größte Teil der Bevölkerung die Stadt verlassen hatte, Kundgebungen. Es käm zu Reibereien, wobei Gendarmerie mit gefälltem Bajonett eingriff. Eine Person wurde leichter verletzt.
Wieder die alle Uniform in Oesterreich
Wien, 11. Juni. Das österreichische Bundesheer hat heute zum ersten Mal wieder die alte österreichische Uniform getragen. Aus diesem Anlaß fanden Gedenkfeiern für besondere militärische Erinnerungstage statt.
A.-Eenawren
Deutschland
Schrift Feders und Stellen aus einzelnen Reden des Ministers Goebbels in tendenziöser Weise zusammen. Einzelne zu Beginn der nationalen Revolution vorgekommene Zwischensätze, suchte der Redner in der gröblichsten Weise zu verallgemeinern.
Den Sinn der Maßnahmen der neuen deutschen Regierung zur Wiederherstellung des deutschblütigen Einflusses in Wirtschaft, Kultur und Recht stellte Robinson in langatmigen Ausführungen, die jedes Verständnis für die wahren Verhältnisse in Deutschland vermissen ließen, in tendenziöser Weise auf den Kopf. Er schlage nicht vor, daß Amerika interveniere und versuche, die Innenpolitik Deutschlands zu beeinflussen, eine derartige „grausame Politik" richte sich durch sich selbst
An dieser Stelle rief der Vorsitzende des
Senats den Redner zur Ordnung Robinson fuhr fort: Das Ergebnis würde der Verlust des internationalen deutschen Ansehens und die moralische Reaktion in Deutschland selbst und die Einbuße an Handelsbeziehungen sein. Er hoffe, daß eine einstimmige Wcltmeinuug Deutschland beeinflusse, so daß in kurzer Zeit die „eiserne Fes-
sei des Rassenhasses" gelöst sein würde.'Die Rede Robinsons fand in beiden Parteien des Senats Beifall. Der republikanische Senator Metzalf stimmte Robinson in kurzen Sätzen zu, desgleichen der demokratische Senator Walsh und Hatfield.
Greuelpropaganda der Prawda
O. B. Berlin, 11. Juni. Die „Prawda" hat den Abschluß der Voruntersuchung in Sachen des Reichstagsbrandes zum Anlaß genommen, um in einem Artikel den ganzen Prozeß schon, im voraus als „Provokation" hinzustellen, die nur dazu dienen soll, „die wirklichen Brandstifter weiß zwwaschen". Diele sind nach der Darstellung der „Prawda" nur unter den „Agenten des Faschismus" zu suchen. Das Sowjetblatt wärmt dabei nicht nur die berüchtigten Artikel des „Manchester Guardin" und der „Hu- manitä" auf, sondern trägt auch die allerphanta- stischsten Machwerke der internationalen Greuel- Propaganda sorgsam zusammen. Das Zentralorgan der Kommunistischen Partei der Sowjetunion hält sich offenbar bei solchen unglaublichen Konstruktionen an Musterbeispiele, die ihm näher liegen, hätte aber bedenken sollen, daß es vor der deutschen Justiz unmöglich ist, Propagandaprozesfe aufzu-, ziehen, wie sie in der Sowjetunion an der Tages- ordnung sind. Abgesehen davon ist es unerläßlich, daß derartige Schandartikel in der Sowjetpresse aufhören, wenn nicht die seit Rapollo traditionellen außenpolitischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion geschädigt werden sollen.
Achtung! Achtung!
Die parteiamtliche Pressestelle teilt mit:
Dk« in der gestrigen Ausgabe der B. N. Z. für Dienstag, den 13. Juni angesagte Amtswaltersitzung der Ortsgruppe Findorss findet heute, Montag, den 12. Juni, abends 8.30 Uhr, bei Pg. Meier, Admiral-Herbststraße statt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Amtswalters zu erscheinen. Amtswalter, welche wegen Krankheft oder Abwesenheit von Bremen nicht erscheinen können, müssen schriftliche Entschuldigung einreichen.
Bildung eines BeichS-Koloniawuudes
cnb. Frankfurt am Main, 11. Juni. Die in der kolonialen Reichsarbeitsgemeinschaft zu- sammengefchlosfenen Verbände veranstalteten unter dem Vorsitz von Gouverneur a. D. Dr. Schnee ihre Mitgliederversammlung. Es wurde einstimmig die Errichtung eines Rmchskolonialbundes beschlossen, dem alle bisher der kolonialen Reichs- arbeitsgemeinschast zugehörigen kolonialen und kolonialinteressierten Verbände angehören. Präsident des Reichskolonialbundes ist der jeweilige Präsident der Deutschen Kolonialgesellschaft, der seine stellvertretenden Präsidenten ernannt. Neben Gouverneur Dr. Schnee werden in Zukunft Reichsstatt. Halter Ritter von Epp und Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg das Präsidium des Reichskolonialbundes bilden. Die Führung der Kolonialpolitik liegt in Zuluft ausschließlich bei dem Präsidenten, dem stets ein ständiger Arbeitsausschuß zur Seite steht. Entschrechend dem Zusammenschluß der Solo- nialverbäirde im ReichSkoloniallbund sollen auch die örtlichen Abteilungen und Vereine unter dem Namen „Ortsverbaud des Reichskolonialbundes" zu- jammeugejchlogen wenden.
Fieberhafte Arbett in London
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Delegationssührer aus der Weltmirtschaftskonserenz.
Obere Reihe v. l.: Mac Donald (England), Litwinosf (Rußland), Kanya (Ungarn). Mittlere Reihe v. l.: Frhr. v. Neurath (Deutschland), Dollfuß (Oesterreich), Hüll (U S A.). Untere Reihe v. l.: Ifhii (Ja p,a n), B,o n n e 1 (Frank-
reich), Jung (Italien).
An der Eröffnungssitzung der Weltwirtschaftskonferenz in.London, deren feierlichen Beginn der König von England am Montag in einer Ansprache verkündet hat, werden 168, Ländervertreter, 144 Sachverständige und Sekretäre, 152 Mitglieder des Diplomatischen Korps und 24l1 Journalisten teilnehmen.
Die Setzte« VsedeeeiiMMK
London, 11. Juni. Im Gebäude der Weltwirtschaftskonferenz in South-Kensington wurde während des ganzen Sonntags und auch nachts noch fieberhaft gearbeitet. Trotzdem ist noch nicht alles fertig. So ist es voraussichtlich unmöglich, den Haupteingang der Konferenzhalle bis Montag nachmittag fertigzustellen; so daß der König'durch einen der Hinteren Eingänge, wo bereits ein Baldachin errichtet worden ist, das Gebäude betreten muß. Auf einigen Wegen ist der Zementbelag noch feucht, so daß sie vorläufig der Oeffentlichkeit noch gesperrt bleiben, müssen. Die großen Londoner Hotels, in denen die verschiedenen Länderabordnungen abgestiegen sind oder noch absteigen haben-festlichen Schmuck angelegt. Ueberall herrscht erhöhte Tätigkeit und an den Hoteleingängen stehen viele Neugierige, um dir Ankunft der Diplomaten abzuwarten. Am Dorchester-Hotel, wo die deutsche Abordnung wohnt, sieht man die schwarz-wetß-rote Fahne neben den Flaggen Japans, Brasiliens, Hollands und anderer Staaten, deren Vertreter ebenfalls im Dorchester-Hotel abgestiegen sind. Das erste gesellschaftliche Ereignis ist ein von der englischen Regierung verunstaltetes Empfangsessen für die Auslandsvertreter am Montagabend.
Bis deutsche Delegation vsllzüWch in London
London, 11. Juni. Der Reichswirtschaftsminister Dr. Hugenberg, der Bürgermeister von Hamburg, Krogmann, und der Ingenieur Wilhelm Keppler trafen mit ihrer Begleitung gegen 22 Uhr auf dem Liverpool-Bahnhof in London, ein, wo sich der deutsche Botschafter zum Empfang eingesunken hatte. Die englische Regierung hatte ebenfalls ihre Vertreter entsandt. Auf dem Bahnhof war eine große Menschenmenge versammelt, die den Wagen der Minister umringte und außerordentlich lebhaftes Interesse zeigte. Die nationalsozialistische Ortsgruppe London war durch ihren Leiter Vene vertreten, um die Parteigenossen Krogmann und Keppler zu begrüßen. Die deutsche Abordnung begab sich sodann zum Dorchester-Hotel.
Auf dem Viktoria-Bahnhof trafen am Sonntagabend etwa zehn verschiedene Abordnungen «in, darunter die französische, südslawische, argentinische und italienische, mit Ausnahme von Unterstaats- sekretär Suvich, Senator Beneduce und Graf Ciano, dem Schwiegersohn Mussolinis, die bereits am Nachmittag im Flugzeug eingetroffen waren.
Der Reichsaußenminister Freiherr von Neurath traf in Begleitung seines Kabinettschefs Generalkonsuls Beolkers und des Attaches Siegfried um 17 Uhr auf dem Viktoria-Bahnhof in London ein, wo er ab Montag die Führung, der deutschen Abordnung übernimmt/
M'srwegS ,
Unterredung zwischen Simon und Norman Davis
. Paris, 11. Juni. . Die französische Abordnung sür die Londoner Weltwirtschaftskonferenz hat am Sonntagmittag unter'der Führung des Ministerpräsidenten Daladier Paris, verlassen. Daladier erklärte, daß er hoffe,- die Rückkehr zur Währungsund Wirtschaftsstabilität, zu, beschleunigen und daß die Konferenz zu einer engen Zusammenarbeit zwischen den Großmächten führen werde, um gemeinsam gegen die Kris? anzukämpfen.
Zwischen dem englischen Außenminister Sir John Simon und Norman Davis fand am Sonnabendnachmittag im Badeort Le Touguet eine vertrauliche Unterredung statt. Sir John Simon ist am Sonntag im Flugzeug nach, London zurückgekehrt. Er fuhr sofort nach der Douning-Street, wo er eine Zusammenkunft mit Macdonald, dem Handrls- nnnister Rnncimann und dem Schatzkanzler Cham- berlain hatte.
Lsskzgh.rmg Englands an Amerika?
London, 11. Juni. Ueber die Vorschläge, die die englische Regierung den Vereinigten Staaten in der Angelegenheit der Kriegsschulden gemacht hat, bringt die „Sunday Times" einige nähere Einzelheiten. Hiernach hat sich das Kabinett gegen die Zahlung des vollen am 15. Juni fälligen Betrages von 19 Millionen Pfund Sterling entschieden. Amerika sei darauf hingewiesen worden, daß England weder von seinen Kriegsschuldnern Geld noch Reparationen von Deutschland erhalte, und daß deshalb die Zahlungen ausgesetzt würden, solange die Verhandlungen über die Schulden im Gang sind. England sei jedoch bereit, eine gewisse Zahlung zum Teil in Silber zu leisten» falls hierdurch die Verhandlungen erleichtert werden sollten.