Ausgabe 
(9.6.1933) Nr. 150
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Nr. 150. Frchrsmrs 1W3

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M. MMe LechmW w.

Vaer reemördt SOmeMs mit TieMisgeu

gmn vierten Male griff Max Schmeling nach der Ikone des Weltmeistertitels aller Kategorien, zum eierten Male — und man kann sagen, was man xill, so recht sind die Amerikaner damit nicht ein­verstanden. Die Aussichten standen sehr gut sür den Deutschen, der nach Aussagen Jack Dempseys der Kpe europäisch« Schwergewichtler ist, der seit Bob Kitzsimons boxte. Zweimal konnte Schmeling den Eeltmeistergiirtel erringen, dann scheiterte er gegen gack Sharkey in einem zweifelhaften Punktkamps. Durch den überzeugenden Sieg über Mickey Walker hatte sich der „Schwarze Husar vom Rhein" ja eigentlich schon den Weg für den direkten Kampf, sei »S noch einmal gegen Sharkey oder gegen den Sie-

r Sharkey-Carnera, freigemacht. — Eingeweihte

Häupten sogar, daß Corners heute schwerer zu schlagen ist, als Sharkey; aber da kommt in Amerika wliner noch etwas Geschäftsgeist dazu, und daß dieser Keschästsgeist nicht zu kurz kommt, dafür sorgen die süchtige« Manager.

Ms SSMköeK vsr ösm MmKf

In der Nähe der Vorverkaussstellen und an den Kassen waren die wilden Billetthändler in eifriger Tätigkeit. Die besten Plätze, die an den offiziellen gasten bereits vergrissen waren, kann man bei ihnen für „nur" 100 Dollar erstehen. Am Donnerstag vor­mittag hatte der Vorverkauf noch einmal erheblich zugenommen und man rechnete, daß eine Gesamt­einnahme von 300 000 Dollar herauskommen würde. Hiervon würde Max Schmeling 40 v. H. und Max vaer 10 v. H. der Nettoeinnahme erhalten, wie man sieht, trotz allem noch kein gerade schlechtes Geschäft.

13 Uhr amerikanischer Zeit (19 Uhr Berliner Zeit): Die beiden Boxer finden sich auf der Waage ein und «erden überall stürmisch begrüßt. Unter den An­wesenden sieht man Jack Dsmpsey und viele Mit» zlieder der führenden Boxerkreise. Max Schmeling bringt 189)^ Pfund und Max Baer 203 englische Pfund.

Riesenplakat» in den Straßen, Zeitungsreklame mit allen möglichen und unmöglichen Bildern und Notizen finde« reißenden Absatz. Der allgemeine Trubel ist fast noch größer als vor einem Jahr, als Schmeling und Sharkey am 22. Juni 32 in den Ring stiegen, den Sharkey dann als neuer Welt­meister v-rlassen konnte zur Freude seiner Lands» lcute. Die vielen Tausend, die Schmeling im Training gesehen haben, geben dem Deutschen die größeren Aussichten.

18 Uhr amerikanischer Zeit (24 Uhr Berliner Zeit): Die ganz Unentwegten umlagern schon seit einiger Zeit das Stadion, um sofort bei der Er­öffnung sich die besten Plätze sichern zu können. Zunächst ist das Weiter noch Lut. Aus den Zu­fahrtsstraßen haben sich bereits fliegende Händler angesetzt, die alles nur Denkbare feilhalten. Schwe­lln;, oder Baer?

19 Uhr amerikanischer Zeit: Die Zufahrtstraßen find bereits voll von dichten Menfchenu'.asfcn. Autos, Motorräder usw. bewegen sich in einer unüberseh­

baren Schlange zum Stadion. Die Untergrund­bahnen in Richtung Dankee-Stadion werden fast gestürmt. Aber trotz allem erkennt man klar die fabelhafte Verkehrsdisziplin der Amerikaner. Alles wickelt sich reibungslos und glatt ab.

Der Kamps.

In der ersten Runde greift Baer sofort forsch an, rennt aber in einen rechten Konter des Deutschen und muß bis sechs runter. Dann aber dreht er aus und kommt mit geraden Rechten, die sür ihn Punkte bringen. Schmeling nimmt viel am Kops, er ist fast ohne jede Deckung, die ihn sonst so in Vorteil brachte.

In der zweiten Rund« blutet Schmeling aus dem Mund, Baer greift wild an, schlägt tief. Schmeling wendet sich an den Ringrichter, aber dieser fordert ihn zum Weiterkämpfen auf. Runde für Baer.

Die dritte Runde geht ebenfalls an Baer, der einmal tief schlügt, verwarnt wird, aber mit linkem Kopfhaken durchkommt.

Jetzt wird Schmeling wach, flitzt seine Linke her­aus, landet Kopshaken bei Baer, die leicht Wirkung zeigen. Runde offen.

Mehr und mehr kommt Schmeling auf, er drängt Baer an die Seile, plaziert einen unheimlichen Rechten gegen den Kopf Baers, aber dieser lacht und steckt alles weg. Runde für Schmeling.

Die fünfte Runde bringt einen schweren Schlag- wechselt, in dem Schmeling einen rechten Haken nimmt und zu Boden geht. Runde Baer.

Auch die sechste Runde geht an Vaer, der Schme­ling zu Boden bringt.

In der siebenten Runde greift Baer wild an, Schmeling gibt hart wieder, aber ohne Wir­kung. Baer schlägt einen fürchterlichen Rechts­haken, der ihn bald selbst umwirft, ohne z» treffen. Runde für Schmeling.

Die achte Runde bringt einen ungestümen An­griff Baers, der widerholt tiesschliigt und ver­warnt wird. Schlagwechsel ohne Wrkung. Runde offen.

Schmeling wird in der neunten Runde in die Seile gedrängt. Baer setzt seine Schläge wieder tief an und das Publikum macht Radau. Joe Jacobs ruft Schmeling zu, aufzupassen, aber Baer drängt ungestüm weiter. Runde für Baer.

Die zehnte Runde bringt dann den Sieg des Kalisorniers. Baer kommt mit unheimlicher Fahrt aus seiner Ecke, schlägt wild und ungestüm ohne jede Deckung auf Schmeling ein, wird aber von diesem sehr hart ins Gesicht gekontert. Baer landet fünf Kärperhakcn und schlägt dann urplötzlich einen schweren Reckten, der Schmeling am Kinn trifft und bis neun runterbringt.

Völlig groggy kommt Schmeling hoch, und der Ringrichter stoppt den Kampf, weil der Deutsche, aus Mund und Augen blutend, nicht mehr kampffähig scheint.

*

In der morgigen Ausgabe werden wir einen aus­führlichen Artikel Werden Kampf bringen.

3 NM S

Berlin, 8. Juni. Amtlich wird mitgete'lt. DaS Reichskabinett hat in seiner Sitzung vom 8. Juni 1933 ein Gesetz gegen Verrat der deutschen Volkswirtschaft beschlossen. Dich'cs richtet sich gegen eine der schlimmsten Krank­heiten. die am Mark der deutschen Volkswirt­schaft zehren.

dir Kapital- und Steuerflucht.

SS sind seit Jahren beträchtliche Teile des deutschen Valksvermögen.s ins Ausland ge­bracht und zum großen Teil der Besteuerung in Deutschland entzogen worden- Es sind außerdem beträchtliche Werte des deutschen Bolksvermögens, das im Inland verblieben ist, in Devisen umgewandelt und der Reichs dank vorenthalten worden.

Um die Steuerflucht zu bekämpfen, war am 8. Dezember 1931 das Neichsfluchtsteuer- gesetz erlassen worden. Zur Bekämpfung der Kapitalfluch: dienen insbesondere die Vor­schriften über die'Devisenbewirtschaftung

Wer sich der Kapital- und Steuerflucht schuldig macht, begeht Verrat an der deutscher, Volkswirtschaft. Solcher muff, vom Stand Punkt des Dolksganzen betrachtet, streng be­straft werden. Durch das Gesetz gegen den Verrat der deutschen Volkswirtschaft wird denjenigen Personen, die sich der Kapital- oder Steuerflucht schuldig gemacht haben, die letzte Möglichkeit gegeben, Straffreiheit «r erlangen. Das Gesetz sieht vor, dasi der Kapital- oder Steuerpflichtige straffrei bleibt, wenn er die am 1. Juni 1933 im Anslanoe besessenen, aber in seiner letzte» Vermögens rrklärung nicht angegebenen Vermögensstückc und die in feinem Besitz befindlichen Devisen, die am !. Juni 1933 anbictüirgspflichtig Ware«, bis znm 31 August 1983 bei dem für ihn zuständig--,, Mnan'anrt oder bei einer ander--,, VcbUidc der ReichZsinau'vcrwaltuna anzeigt.

Im Falle ser rechtzeitigen Anzeige bleibt

die betreffende Person wegen Steuerzuwi­derhandlungen oder Devisenzuwiderhandlung straffrei (auch frei von Disziplinarstrafe). Es sind lediglich die zu wenig gezahlten Steuern nachzuzahlen. Zinsen und Verzugszuschläge werden für die Zeit vor dem 1. September 1933 nicht erhoben.

Wenn ein deutscher Reichsangehöriger dir Anzeigepflicht bis zum 31. August 1933 nich, erfüllt, wird er wegen Verrats der deut­schen Volkswirtschaft schwer bestraft, und zwar mit Zuchthaus, wenn nicht die An­zeige vorsätzlich unterblieben ist, und mi- Gefüngnis nicht unter einem Jahr, wenn die Anzeige aus Fahrlässigkeit unterblieben cst Daneben kann auf Aberkennung der bürge: lichen Ehrenrechte erkannt werden.

Die Strafe ruht nicht auf der gegebenen Kapital- oder Ertragsteucrslucht, sondern aus der Unterlassung der rechtzeitigen Anzeige. Jeder, von dem früher oder später festgestellt wird, daß er Kapital- oder Steuerflüchtig ist ohne die im Gesetz vom 8- Juni 1933 vorgesehene Möglichkeit wahrgenommen zu haben, wird doppelt bestraft, einmal w. gen der festgestellten Steuer- oder Devisenzuwi'ier- handlung und einmal wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Unterlassung der im Ge etz vom 8. Juni 1933 vorgeschriebenen Anzeige.

Durch das Gesetz vom 8. Juni 1933 soll erreicht werden:

1. Eine Beseitigung der Unruhe, die wegen vermuteter Kapital- oder Steuerflucht da und dort vorhanden ist.

2. Die Wiederherstellung der Kapital- und Stcuermoral, soweit sich diese auf im Aus- lande befindliches Vermögen oder auf im Inland befindliche Devisen erstreckt.

3 Die Herstellung der steuerlichen Gleich möüigkcit.

Eine Erhöhung des Devisenbestandes der NeichSbank.

Revolutionen kommen cmS der Unvernunft ober aus der Vernunft, Hat die Unvernunft bei einer Revolution Pate gestanden, so ist die Umwälzung eine falsche und trägt den Todeskeim bereits in sich, während die Vernunft allein große und wahre Re­volutionen erzeugen kann, die dann für Jahrhun- derte hinaus das Fundament des Völkergeschehens sein werden. Die Vernunft wird immer den Sieg über die Unvernunft davontragen, weil die göttliche Weltenordnung von Tausenden und Millionen und Milliarden ewiger Gesetze beherrscht wird, die letzten Endes einem Ziel zustreben, der Harmonie und der Einheit.

Die französische Revolution war ge­boren aus der Unvernunft und dem Chaos. Ihre äußere Erscheinung und ihr Inhalt schlugen jedem Gesetz ins Gesicht und stellte Glaubenssätze auf, die allein der Disharmonie und dem Zerfall dienten. Phrasen von Einheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sollten eine neue Welt schaffen, die jedem Gesetz der Natur zuwiderliefen. Wenn mir jemand sagt, der Schwung der französischen Revolution sei gewaltig und groß gewesen und habe Taten von unerhörten Ausmaßen vollbracht, so antworte ich, daß auch der Wahnsinn in gelegentlichen Erscheinungsformen und in den Ausmaßen seiner Folgen groß sein kann und auch die Zerstörung einen Sinnenrausch erzeugen kann. Von diesem Wahnsinn wurde das liberali- stische Zeitalter des vorigen Jahrhunderts und seine Folgeerscheinung, der Marxismus beherrscht. Und so nahm es nicht wunder, daß gerade aus dieser grundfalschen Weltauffassung das Gegenteil ein­treten mußte, was dir Vxrkünder der Humanitäts­lehre geglaubt haben.

Aus der Freiheit wurde die größte Knechtschaft.

An- der Gleichheit erwüchse» die Klassen und

aus der Brüderlichkeit wurde der Klassenkamps.

Alle Banden lösten sich. Aus einem einheitlichen Volk wurden Jnteressentenhaufen. Aus blutsver- wandten Menschen wurden Todfeinde. .Aus dem Kampf der Selbsterhaltung wurde ein Kampf aller gegen alle. Und da glaubte man, daß Wohlstand und Blüte eines Volkes aus der Zersetz-ng, aus dem Verfall kommen könne. Alles was Wert hatte, wurde herabgezerrt und in den Kot getreten. An der Stelle der Leistung setzte man die Zahl, die Kul» ! iur setzte man gleich mit fremdrassigem Fühlen und Denken. Disziplin war nicht mehr die Grundlage des Schaffens, sondern das Chaos sollte berufen sein, Spitzenleistungen zu vollbringen. Gesetze und Grund­sätze, die man für den einzelnen und seine Familie gedrungener Weise anerkennen mußte, wurden für die Gesamtheit der Nation, das Volk und den Staat frech verleugnet. An Stelle des Führertums trat die Mehrheit von Parlamenten. An Stelle der Ver­antwortung trat logischer Weise die Korruption. So wurde die Erde allmählich zur Hölle und man be- hauptete trotzdem, das alles sei der Sinn der gött­lichen Ordnung.

Es ist wie ein Wunder zu nehmen, daß die Völker der Erde, in Sonderheit unser Volk, unter diesem Irr» und Aberwitz nicht längst zerbrochen wurden. Und gerade der Umstand, daß dieses Volk diese Zeit des tiefsten Niederbxuchs überstanden hat, ist der Be­weis für die unerhörte Kraft, die in der Tiefe dieses Volkes, in der Masse der Nation vorhanden ist. Heute sehen wir es schon wieder beinahe als selbst­verständlich an, daß der Nationalsozialismus über die teuflische Lehre des Marxismus siegen mußte. Es ist deshalb immer wieder notwendig, sich zurück­zuerinnern an das, was war und nur ein einziges Beispiel sei hier erwähnt, um die ungeheuren Krank- heitserscheinungen der letzten Jahrzehnte darzutun. Vor fünf, sechs, sieben Jahren, ja noch vor zwei, drei Jahren nahm es die Masse dieses Volkes als völlig selbstverständlich hin, daß eine organisierte Bande von Landesverrätern als offiziell anerkannte Partei in den öffentlichen Körperschaften sitzen durfte. Ver- treter einer fremden Macht, die ihre Befehle von Moskau erhielten, durften in den Parlamenten über das Geschick unseres Volkes urteilen und abstimmen und von ihrer destruktiven Stimme hing die An- nähme oder Ablehnung eines Gesetzes ab. Man stelle sich vor, der Soldat hätte im Krieg geduldet, daß ein Teil der Kompagnie täglich zum Feind hin­übergewechselt und dort die Stellung verraten hätte, um als Lohn dafür Essen und Nahrung und Schutz bei seiner Rückkehr zu- erhalten. Der große Teil un­seres Volkes hat aber selber nicht gewußt, am Rande welchen Abgrundes er gewandelt ist. Wer diese Er­kenntnis in sich trägt, der wird ermessen, wie unge- Heuer der Sieg der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei war, der Sieg der Vernunft über die -Unvernunft.

Für uns ist die Welt ein organisches Gebilde, ge- führt von ewigen Gesetzen und aufgebaut nach einem urcwigen göttlichen Plan. Wir kennen keinen Zufall.

Führertum, Disziplin, Brsehlen und Gehorchen,

Kräste des Blutes und der Rasse, Gesetze des

Raumes und des Bodens, das Prinzip der Lei­stung, alles ist sür uns so selbstverständlich, daß der, der den Nationalsozialismus einmal erlebt und ersaßt hat, sür alle Dinge, sejbK sür die klein»

Von Dr. N. Letz

sten des täglichen Lebens, den Schlüssel gefunden hat und deshalb auch jede Arbeit meistern wird. Wir kennen keine Angst vor der Verantwortung und wäre sie noch, so groß. Uns beseelt nicht die Furcht vor Ausgaben. Die Weltanschauung allein gibt uns einen unbändigen Glauben an unsere Kraft und die Kraft wiederum gibt uns jene Zähigkeit, die allein den Menschen beseelt, auch die größte Aufgabe zu vollbringen.

Daß die nationalsozialistische Revo- lution das Gewaltigste ist, was dieses Volk je­mals in seiner gesamten Geschichte erlebt hat, wer­den selbst unsere Gegner nicht bestreiten. Diese Größe zwingt auch den erbittertsten Feind zur Anerkennung. Heute bereits nach vier Monaten ist der K l a s s e n - kämpf bürgerlicher und marxistischer Prägung in seinen Organisationen restlos ver­nichtet. Und nur einige kleine, lächerliche, lenden­lahme, bürgerliche Ueberbleibsel glauben noch als Bremsblock wirken zu können und uns im Sieges­lauf zu hindern.

Stolz können wir Nationalsozialisten auf das, was geleistet wurde, zurückblicken. Demütig müssen wir immer wieder dem Schicksal, dafür danken, daß es uns zum Werkzeug in, diesem großen Weltge­schehen ausersehen hat.

Und dankbar vor allem wollen wir der Vor, sehung sein, haß sie Deutschland in dieser großen Zeit einen so großen Mann als Führer wie unse­ren Volkskanzler, Adolf Hitler, geschenkt hat.

Es steht fest, der Marxismus ist in seinen Orga-

nisationen vernichtet. In der Ideenwelt allerdings noch nicht. Darüber dürfen wir uns in unserer Siegesfreude nicht täuschen lassen. Deshalb, well wir diese Erkenntnis in uns tragen, müssen wir wach-, sam sein, und müssen vor allem auf dem Funda« ment unserer Weltanschauung ein neues starke- Staats» und Wirtschaftsgebäude aufbauen, in dei» sich das Volk wohlfühlt und von dem auch der er-, bittertste Gegner soweit er überhaupt noch zu anstän­digem Denken befähigt ist, anerkennen muß, daß ei sinngemäß und dem Wesen des Volkes entsprechend, gebaut ist. Die Tat allein kann diesen ein Jahr« hundert lang großgezüchteten Wahnsinn überwinden- Und es wird der ganzen Krast unserer Partei be« dürfen, diese faustische Tat des staatSpolitischen wie des wirtschaftspolitischen Aufbaues dem Volke klar und verständlich zu machen. Ueber den staatSpoliti« schen Aufbau will ich hier nicht reden. Meine Ge« dankengänge sollen allein dem wirtschaftspolitischen Aufbau dienen. Zu diesem Zweck wollen wir un- drei Fragen vorlegen.

1. Welchen Zweck hat die Wirtschaft und wal

muß ihr Ziel sein?

2. Wie war der Aufbau der bisherigen Wirt­

schaft?

3. Wie muß der Aufbau der Wirtschaft sein, um

ihre Aufgaben dem Volk gegenüber zu

erfüllen?'

1. Welchen Zweck hat die Wirtschaft und was ist ihr Ziel im Hinblick auf das Volk?

Sie Wirtschaft ist

und das wahnsinnige Wort „Wirtschaft ist Schicksal" konnte nur vor einem Menschen ausgesprochen wer­den, der niemals eine Verbindung zum deutschen Volke gehabt hat und dessen Wirken allein aus destruktiven Tendenzen heraus geboren war. Alle Einrichtungen des Volkes dienen einem höheren Zweck, der Blüte der Nation und dem Wohlergehen des Volkes. So auch die Wirtschaft. Sie hat dem Volk in seiner Gesamtheit die notwendige Nahrung zu verschaffen und die materiellen Bedürfnisse des Volkes zu befriedigen. Deshalb hat an dem Blühen der Wirtschaft die,Gesamtheit des Volkes ein Interesse.

Ebensowenig wie eine bestimmte Klasse das Volk verkörpert, ebensowenig kann der Profitgeist irgend- einer Jntsressentengruppe das Wesen der Wirtschaft verkörpern. Die Arbeit ist oberstes Gesetz und wird dann zum Segen, wenn sie einmal den Schöpfer- geist des Menschen befriedigt und dann zum anderen seine Existenz sicherstellt. Nicht der Arbeitgeber allein hat ein Interesse an dem Blühen des Werkes, ebensowenig. wie der Angestellte oder Arbeiter für sich allein an dem Gedeihen der Fabrik Gefallen ha-- ben kann. Sie dürfen sich niemals als Geg- ner gegenüberstehen, sondern immer nur als Schick­salsgenossen. Nichts kann gedeihen, wo der zügel­lose Kampf herrscht. Sondern allein dort wird das Schicksal die Arbeit segnen, wo alle Teile erkennen, daß jeder an seinem Platz ein wertvolles Glied der Wirtschaft zu sein hat.

Wir Nationalsozialisten erkennen an, daß die menschliche Schwäche diesem Ideal immer und im­mer, jede Stunde und jede Minute entgegensteht. Wir wissen wie der Profitgeist den Menschen beherr­schen kann, wir wissen wie die Geldgier in jedem Menschen lebendig ist, der eine strebt nach mehr Lohn, der andere nach mehr Dividende. Gerade aber weil wir dies wissen, haben wir ebenso die klare Erkenntnis, daß man diesen „Schweinehund" im ein­zelnen Menschen nicht noch durch künstliche Organi­sationen züchten dars, sondern daß es die Aufgabe einer höheren Staatssührung ist, diese menschliche Unzulänglichkeit zu hemmen, ihr Zügel anzulegen, wenn es sein muß, ihr brutal Schranken und Gren­zen zu setzen, wenn nicht das Ganze dabei zerstört werden soll.

2. Wie war mm hie tzlstzeelM WLEKM?

Aus dem Liberalismus geboren, predigte man den schrankenlosen Individualismus. Laisser Faire, laisser aller, laßt es gehen, laßt es laufen, das war der Wahlspruch ^er. liberalistijchen Wirtschaft. Der liberalistische Staat beschäftigte sich insofern nur mit den Menschen, als sie gegen die Gesetze verstießen und Verbrechen begingen. Solange sie nur die un­geschriebenen Gesetze gegen Moral, Sitte, Volkstum und Nation verletzten, sah der Staat mit verschränl- ten Armen zu. Das nannten sie Freiheit, wenn sich die menschliche Unzulänglichkeit schrankenlos aus­toben, konnte. Ob dabei der Volksgenosse vernichtet wurde, das war den Liberalisten gleichgültig. Doch nicht allein, daß sie diesem Wahnsinn des Sich- Gehen-Lassens huldigten, nein, sie gingen sogar her und organisierten die menschliche Unzulänglichkeit und die menschliche Schwäche. Und so nimmt es nicht wunder, daß sich in dem letzten Todeskamps die Fronten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer tn

Richt Selbftzweü

unerbittlichem und unüberbrückbarem Haß gegen, überstanden. Haß erfüllte das Werk, die Räder surr. ten die Symphonie des Hasses, der Amboß erklang in Sirenengesängen des Hasses, die Bürostuben wa­ren erfüllt voll Haß. Die Arbeit war nicht mehr der Segen, sondern die Last der Menschheit. Und das ist vielleicht das Grauenhafteste, daß diese Organi» sationen des Hasses, Gewerkschaften und Arbeitgeber» verbände erkannten, daß sie von diesem Haß ausge­zeichnet leben könnten. Die Menschen,im Betrieb zahlten treu und brav ihre Beiträge in der Hofs» nung, daß dadurch ihr Schicksal gebessert würde, während die Herren Gewerkschaftsfekretäre und Syndici oer Arbeitgcberverbände herrlich und in Freuden davon profitierten.

3. Wie mutz UM eine Mrmd^ WirMM seist?

Der Klassenkamps muß bis in seine letzten Wur- zeln hinein mit Stumpf und Stiel ausgerottet wer­den; der Schutz des arbeitenden Menschen wird erst dann allein der höchste sein. Die vornehmste Auf. gäbe einer klugen Staatsführung ist es, dem schaffen-

Die derMchM SchMuer zahim in MWsmsrS

Die Reichsbank hat die Rcichsrcgierung davon benachrichtigt, daß mit Wirkung Per 1. Juli 1933 für eine vorübergehende Zeit keine Devisen auf alle diejenigen Zahlungen zugeteilt werden können, die aus Verpflichtungen vor der Juli» krise 1931 erwachsen sind (mit Ausnahme der bestehenden Stillhalteabkommen). Um den rein natronalwirtschaftlichen Charakter dieser kurz­fristigen Transserunterbrechung zu dokumcn» tieren, hat die Rcichsrcgierung ein Gesetz lassen, durch das die deutschen Schuldner verpflichtet sind, die fälligen Zahlungen in Reichsmark in eine zu errichtende autonome Konvcrsionskasse weiterzuleiten.

Einzelheiten siehe im Handelsteil.

den Menschen der Stirn und der Faust das höchste Recht und den besten Schutz zu gewähren. Diesem hohen und hehren Ziel soll der ständische Aufbau und die Deutsch? Arbeitsfront dienen.

Der oberste Satz der nationalsozialistischen Revo­lution heißt: Es dars nichts zerstört werden, was auch nur irgendwie dem Volksganzcn nützen kann. Wir wissen, daß die Organisationen nur das find, was die Menschen aus ihnen machen. Aus dies;; Erkenntnis heraus haben wir die Verbände der Ar­beiter, der Angestellten und der Unternehmer nicht in blinder Wut vernichtet, weil sie einstmals den Klassenkamps dienten, sondern wir haben sie über­nommen, damit wir aus ihnen Instrumente d e Gemeinschaft machen, um durch sie den deu» scheu Menschen zur Gemeinschaft zu erziehen. Di» Deutsche Arbeitsfront umschließt alle jchafsendei