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diesem Geiste zusammenzuarbeiten zur Klärung aller mit dem Völkerbund zusammenhängenden Fragen und zur Vorbereitung ihrer Lösung. Der dauerhafte Friede Europas kann ohne die Mitwirkung Deutschlands nicht Zustandekommen. Ein geeinigtes und ge
ordnetes Deutschland mutz auch dem Ausland als Verhandlungspartner wertvoller erscheinen als ei» Deutschland, besten innere Zerrissenheit und Unruhe immer wieder der Stabilität entgegenwirkt.
Schweres WendahmmMü W Frankreich
Bisher 15 Tote und 1W Verletzte - Wahrscheinlich Erhöhung
der Zahl der SMer
Montreux, 8. Juni. Auf der Vollversammlung des Weltverbandes der Bölkerbundsgesellschas- ten nahm der Vorsitzende der deutschen Völkerbunds» gesellschast, Gouverneur z. D. Dr. Schnee, in Lageren, grundsätzlichen Ausführungen Stellung zu der durch die nationale Erhebung in Deutschland für die deutsche Außenpolitik geschaffene Lage.
Gouverneur Schnee ging aus von der Reichs- tagSrede des Reichskanzlers, in der ebenso wie in einer Reihe anderer Erklärungen im Gegensatz zu den hetzerischen Ausführungen gewisser ausländischer Kreise die
deutsch« Bereitwilligkeit zu einer endlichen Verständigung
Miller auf dem Boden gleicher Rechte klar und un- mißverständlich herausgestellt worden sei- Die nationale Erhebung unter der Führung des Reichskanzlers Hitler habe zur Bildung eines einheitlichen deutschen Volkswillens hinsichtlich Deutschlands Haltung in der Außenpolitik geführt.
Deutschland sei damit in ganz anderem Maße wie vordem in der Lage zu einer praktischen und positiven internationalen Zusammenarbeit, denn hinter der deutschen Völkerbundsgesellschoft, wie auch hinter der deutschen Vertretung im Völkerbung steht setzt zum ersten Male eine einheitliche geschlossene deutsche Willensmeinung. Auf dieser Grundlage ersolgende Verständigungen bieten die Gewähr der Stabilität und der Dauer aus selten Deutschlands.
Die nationale Erhebung, die vom Auslande in ihrem Wesen und in ihrer Tiefe vielfach noch nicht begriffen ist, hat für das deutsche Volk das nachgeholt, was andere Nationen längst ausweisen können:
die nationale Geschlossenheit,
die endlich den in Deutschland herrschenden Geist der Zersplitterung beseitigt und ein einheitliches deutsches Volk zusammengeschmiedet habe. Der Boden für die Erhebung ist zum wesentlichen Teil durch den von außen auf das deutsche Volk ausgeübten Drup bereitet worden. Die Nichtachtung der deutschen Gleichberechtigung, vor allem auf dem Gebiete der Wehrhastigkeit und der Verteidigungsmöglichkeit, die Auferlegung untragbarer Lasten, die Ausschließung Deutschlands vom Kolonialbesitz und andere im Versailler Vertrag getroffenen Festsetzungen hätten ihre Wirkungen auf das deutsche Volksempfinden nicht verfehlt. Unter diesem außenpolitischen Druck sei Deutschland zu seiner Schicksalsgemeinschaft zusammengeschweißt. Die nationale Einigung des deutschen Volkes habe eine Verständigung nicht erschwert, sondern erleichtert.
Darüber hinaus aber habe die nationale Erhebung die
Schrecken des Kommunismus
von dem übrigen Europa abgewendet. Diese das europäische Kulturleben, ja das Leben der Nationen selbst bedrohende Gefahr sei offenbar im Auslande unterschätzt worden, sonst hätte ein Ausatmen durch die Bevölkerung aller jener Länder gehen müssen, von denen durch den Sieg der nationalen Erhebung der Alpdruck der kommunistischen Gefahr genommen worden ist.
Dr. Schnee schloß seine Rede mit einer eindringlichen Mahnung an die Vertreter des Auslandes: Das deutche Volk ist durch die nationale Erhebung geeinigt; es steht in den großen Fragen der Außenpolitik als eine gechlossene Einheit da. Was das deutche Volk will, ist ein dauerhafter Frieden aus dem Boden der Gleichberechtigung.
Wir sind hierher gekommen um mit Ihnen in
Paris, 5. Juni, Der Schnellzug Paris — Nantes, der Paris am Sonnabend 22 Uhr verlassen hatte und am Psingstsonnt ag morgen um 5 Uhr in Nantes eintreffen sollte, ist drei Kilometer vor der Einfahrt in den Bahnhof Nantes bei der Station Blottereau entgleist. Drei Wagen wurden vollkommen zertrümmert. Bisher wurden 14 Tote und 8V Verletzte gebo rgen, von denen eine Reihe in Lebensgefahr schwebt. Das Unglück soll daraus zurückzus ühren sein, daß der Lokomotivführer die vorschriftsmäßige Geschwindigkeit bei weitem ü berschritten hat, um eine Verspätung wieder auszuholen.
Schreckensszenen an der Unglücksstätte
Paris, 5. Juni. Das schwere Eisenbahnunglück bei Nantes hat bis zur Stunde nicht weniger als 15 Tote und über 100 Verletzte gefordert, von denen sich 75 im Krankenhaus befinden Die Zahl der Todesopfer wird sich wahrcheinlich noch erhöhen.
Die Ursachen der Katastrophe sind bereits eindeutig festgestellt. Der Schnellzug Paris- Nantes, der die französische Hauptstadt als dritter Ergänzungszug wegen des starken Feiertagsverkehrs gegen 10 Uhr abends am Sonnabend verlassen hatte, sollte um 5 Uhr früh in Nantes einlaufen. Wenige Kilo- meter vor Nantes ist jedoch am Donnerstag ein Güterzug entgleist und hatte auf der Strecke den Schienenftrang in 300 Meter Länge so stark beschädigt, daß eine
Umleitung der Züge vorgenommen
werden mußte. Zu diesem Zweck
hatte man eine doppelte Weiche auf ein Nebengleis gelegt, das für gewöhnlich als totes Gleis benutzt wurde. Den Lokomotivführern der Züge nach Nantes war hiervon ausdrücklich Mitteilung gemacht worden. Aus der Strecke befanden sich außerdem Signale, die u- a. zeigten, daß die Fahrgeschwindigkeit höchstens 30 Kilometer betragen dürfe. Der Lokomotivführer des Unglückszuges will diese Zeichen angeblich nicht gesehen haben. Der Zug, der trotz der Warnungssignale mit
mehr als 72 Stundenkilometern
über die Weiche gefahren wurde, wäre vielleicht unversehrt in Nantes eingetroffen, wenn nicht der Lokomotivführer Gegendampf gegeben und sämtliche Bremsen gezogen hätt-., als er merkte, daß er sich nicht auf dem richtigen Schienstrang befand. Die Geschwindigkeit des Zuges hatte die Weiche zertrümmert, sämtliche Wagen waren aber heil hinüber gekommen und erst das plötzliche und
scharfe Bremsen, das die Lokomotive aus den Schienen warf, hat das schreckliche Unglück hervorgerufen. Der Wagen 1. Klasse, der sich hinter dem Gepäckwagen befand, stellte sich quer zum Schienenftrang, die folgenden Wagen schoben sich ineinander und wurden bis auf die beiden letzten vollkommen zer- trümmert-
Das Bild, das sich dem wie durch ein Wunder unverletzten Lokomotivführer, dem Heizer und dem Weichenwärter bot, ist unbeschreiblich. Aus den ineinandergedrückten Wagen ragten Körperteile der Toten und Schwerverletzten hervor, die man oft erst durch Aus- einanderschweißung der Eisenteile befreien konnte.
Eine Frau war über vier Stunden mit dem Oberkörper zwischen zwei Eisenstangen eingeklemmt, während zu ihren Füßen die Leiche ihrer Schwester lag, die sie infolge der furchtbaren Verstümmelung nicht erkannte. In einem Abteil fand man eine junge Mutter mit ihrem 18 Monate alten Kind in den Armen . Beide waren tot. Wieder andere waren bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. So wurde eine Reisende buchstäblich in zwei Teile zerschnitten. Die Schreckensszenen, die sich während der Rettungsarbeiten abspielten, waren herzerreißend. Am ersten Pfivgst- feiertag und in der Nacht vom Sonntag auf Monatg arbeiteten Feuerwehr. Militär und Gendarmerie an den Aufräumungsarbeiten-
Noch ein zweites Eisenbahnunglück in Frankreich
Paris, 5. Juni. Außer dem schweren Eisenbahnunglück bei Nantes ereignete sich in den Pfingstfeiertagen eine ganze Reihe anderer Unglückssälle, bei denen zahlreiche Opfer zu beklagen sind.
In der Nähe von Tours stießen ein Per- sonenzug und Schnellzug zusammen, wobei
26 Personen verletzt
wurden. Zwischen Toulouse und Reve stürzte ein vollbesetzter Autobus in einen Graben und ging vollkommen in Trümmer. Fünfzehn Personen erlitten Schnitt- und Quetschwunden; einige von ihnen mußten in ein Krankenhaus übergeführt werden. In Nordfrankreich raste ein Lastwagen, auf dem sich ein Mustkverein nach Lille begeben wollte, gegen eine Mauer und ging in Trümmer. Siebzehn Insassen wurden mehr oder minder schwer verletzt- In der Champagne stießen schließlich zwei Automobile in voller Fahrt zusammen, wobei drei Personen getötet und drei andere lebensgefährlich verletzt wurden.
MsMMMGhZ rn einem Heidedsrf
11 Gehöfte in AHMen ekrgeWÄsrl—Eine ViertelmMsn Maden
Rote«b«rg,5. Jmll.
DaS kleine Heidedorf Ahausen wurde am heutigen 2. Psingsttag während des Gottesdienstes von einer Feuersbrunft heimgesucht, durch die fast ein Viertel des Dorses in Asche gelegt wurde. Das Feuer war durch spielende Kinder, denen in Abwesenheit der Eltern Streichhölzer in die Hände gekommen waren, in einem Gehöft entstanden, während im Gottesdienst der Eiuleitungschoral gesungen wurde. Als das Feuerhorn durch das vereinsamte Dorf gellte, brach der Psarrer sofort den Gottesdienst ab und forderte sämtliche männliche Kirchenbesucher aus, die Löscharbeiten in Angriss zu nehmen. Da viele Häuser und Gehöfte aber noch mit dem ninder- sächstschen Strohdach gedeckt waren, breiteten sich die Flammen mit großer Geschwindigkeit aus und äscherten in ganz kurzer Zeit 11 von etwa 30 Gehöften, die das Dorf umfaßt, ei». Neben den Gebäuden sind große Mengen von Mobiliar, 5V Schweine und anderes Vieh durch die Flammen vernichtet.
Der Schade» beträgt nach erster Schätzung annähernd 250 Ovv Reichsmark. Die meisten der von der Katastrophe Betroffenen stehen, da ihnen das Feuer alle Habe vernichtet hat, vor dem Nichts. Im Laufe des Vormittags trafen die Feuerwehren aus 18 umliegenden Ortschaften ein, denen es dann gelang, die Brände einzudämmen. Durch Funkenslug, den der Wind begünstigte, war zeitweise in Ortschaften im Umkreise von sieben Kilometern, Brandgefahr vorhanden. Menschenleben sind nicht zu Schaden gekommen.
*
Zu dem Brande gibt unser an der Brandstelle weilende Mitarbeiter noch folgende Einzelheiten:
Das stille Heidedorf, das bisher mit seinen Bauernhäusern und niedersächsichen Strohdächern ver
träumt in der Heide lag, bietet nach dem Brandunglück einen erschütternden Anblick. Ueberall m der Landschaft stehen die Trümmer, rauchende Balken, eingestürzte Mauern, und ratlos vor vernichtetem Eigentum stehende Dorfbewohner besprechen mit hilfsbereiten Nachbarn die
notwendigen Schritte für die erste Hilfe.
Das Feuer nahm seinen Ausgang von einem Gehöft, auf dem vierjährige Kinder mit Streichhölzern gespielt hatten. Da unglücklicherweise auch die gefüllte Räucherkammer Feuer fing, nahmen die Flammen die furchtbare Ausdehnung durch einen überaus starken Funkenflug. Auch die
brennenden Würste und Schinken
wurden weithin geschleudert, so daß selbst vom Brandherde weiter gelegene Höfe bald in Flammen standen. Die Strohdächer brannten weg wie Zunder, und wo sie einmal vom Feuer ergriffen waren, war es unmöglich an Löscharbeiten zu denken.
Völlig abgebrannt bezw. geschädigt wurden:
Besitzer Allermann, Wohnhaus und zwei Nebengebäude. Schuhmacher I. Brandt, Wohnhaus und Nebengebäude. Häusling H. Kracke, Wohrchaus und sämtliche Gebäude. Gastwirt Dieks, Wohnhaus und drei Nebengebäude, 2 Pferde. Witwe Runne, Wohnhaus und sämtliche Gebäude. Hofbesitzer Hasfelhof, Wohnhaus und Scheune. Hofbesitzer H. Lange (Nr. 11) Wohnhaus und Ställe. Hofbesitzer H. Hesse, Wohnhaus und Stallgebäude. Kölner H. Küsel, Wohnhaus und zwei Nebengebäude. Kätner H. Dierks, Wohnhaus und Nebengebäude und Kötner H. Bruns, Wohnhaus und Nebengebäude.
An der Brandstelle trafen nach und nach außer den Wehren aus Rotenburg und Visselhöved« 14 weitere Feuerwehren ein, die in aufopferungsvoller Arbeit im Lauft des Vormittags dem Flammenmeer Einhalt geboten.
Der SzemMug MMerns geglückt
Koch Zwischenlandung in Oslo, Weiterflog nach Moskau
Berlin, S. Juni. Nach hier vorliegenden Meldung- nhat der aus einem Weltflug befindliche amerikanische Flieger Müttern überraschend seinen Kurs geändert. Er ist entgegen dem nr» sprünglichen Plan, in Paris und Berlin zuischcnzulanben, am Sonntagnachmittag aus einer kleine« Insel an der norwegischen Küste, etwa 150 Kilometer von Oslo entfernt, niedergegangen. Bon dort aus flog Matter» nach Oslo weiter, wo er nach einer kurzen Nachtruhe am Montagsrüh um 6.40 Uhr zum direkten Weiterflug nach Moskau startete.
In Moskau gelandet.
Moskau, 5. Juni. Der amerikanische Flieger Maltern ist am Montagnachmittag um 3.25 Uhr Moskauer Zeit auf dem hiesigen Zentralslug- Hafen gelandet.
Matter» ist Deutsch-Amerikaner. — In Moskau zum Weiterflug gestartet.
Moskau, 5. Juni. Der amerikanische Flieger Matt ern ist nach kurzem Aufenthalt auf dem Moskauer Zentralslughafen wieder zum Weiterflug gestartet. Er wurde auf dem Flughafen von Vertretern der russischen zivilen Fliegerei, der Militärfliegerei und der Ossoaviachim empfangen. Für den Weiterflug wurde der Flieger mit russischem Karten- material versorgt.
Matterns verstorbener Vater ist übrigens in Mannheim geboren, seine Mutter lebt mit ihrer Schwester, einer Frau Muelzcj, in Fort- worth (Jndiana).
Neuer Weltslug des Amerikaners Maltern.
Der amerikanische Langstreckenslreger James Maltern (rechts) mit seinem Kameraden Bcnnett Grifsin, mit dem er im Juli 1932 einen Rundslug um die Welt unternahm.
Was aas die KMenLaaLe Sehet
Von Pros. Dr. Hans F. K. Günther.
Rasse und Rassenpflege sind heute die Grundlage des Staates. Jeder Deutsche muß dies beherzigen. Gerade zur rechten Zeit erscheint in 3. Auflage des Vorkämpfers der Rasftnkunde, Pros. Günthers „Kleine Rassen- kunde des deutschenVol- kes" (Geh. RM. 2.25. Mit 113 Abbildungen und Karten), der wir mit Erlaubnis von I. F. Leh- manns Verlag München, den folgenden Abschnitt entnehmen.
Der Rasftnkunde kommt für das Völkerleben eine besondere Bedeutung erst dadurch zu, daß sich die Rasse beim Menschen nicht nur kundgibt in leiblichen Merkmalen, sondern auch in einem bestimmten seelischen Verhalten. Das zeigt sich von Volk zu Volk als ein jeweils anderes seelisches Verhalten, entsprechend der jeweils anderen Auseinandersetzung eines bestimmten Rassengemisches mit einer gegebenen Umwelt und einer gegebenen geistigen Ueberlieferung. Das zeigt sich ferner von einem Zeitabschnitt in der Geschichte eines Volkes zum anderen als Stetigkeit «der als Wandel im seelischen Verhalten des Volkes, je nachdem das Rassengemisch dieses Volkes ungefähr aleich geblieben oder sich in seiner Zusammensetzung Dadurch gewandelt hat, daß die im .Volke vertretenen
Rassen sich verschieden stark fortgepflanzt haben. Ungleichheiten bekunden sich endlich in den Unterschieden des seelischen Verhaltens der Einzelmenschen.
Unbewußt betrachtet jedermann seine Mitmenschen als rassenseelisch verschieden veranlagt. Von einem schlanken, schmalgesichtigen Menschen erwartet man im allgemeinen ein anderes Auftreten, Handeln und Empfinden als von einem untersetzten, brcitgesichtlgen; von einem flachnäsigen Menschen ein anderes als von einem Menschen mit schmaler, hoher Nase; von einem Menschen mit flach nach vorn liegenden Augen und unbetontem Kinn ein anderes als von einem Menschen mit zurückliegenden, tiefer eingebetteten Augen mit betontem Kinn; von einem schwarzhaarigen Menschen ein anderes als von einem blonden, ja von einem kurzfingrigen ein anderes als von einem schmalsingrigen usw. Bor hundert und mehr Jahren hat die sog. Phrenologie das seelische Wesen eines Menschen nach Formmerkmalen seines Kopfes bestimmen wollen; bei alt- gnechischen Schriftstellern und solchen der italienischen Wiederbelebungszeit, dann vor allem wieder bei Lavater und durch ihn angeregten Zeitgenossen finden sich Versuche, aus Merkmalen des ganzen Leibes, besonders des Gesichtes, Aussagen über das seelische Wesen der Menschen zu gewinnen. In un- seren Tagen haben solche Versuche zu einer Physiognomik (Leibcsansdruckskunde, Gesichtsausdruckskunde) wieder viel Aufmerksamkeit gefunden.
All diesen unbewußten oder bewußten Vorstellungen liegen unbewußt oder bewußt gesammelte Erfahrungen über die wechselseitige Bedingtheit leiblicher und seelischer Züge der einzelnen europäischen Rassen zugrunde. Das zeigt sich auch darin, daß die Aussagen über die Bedeutung eines leiblichen Merkmals für die seelische Veranlagung seines Trägers im allgemeinen desto weniger überzeugen, je mehr man diese Aussagen aus außereuropäische Rassen, Rassengemisch« oder Einzelmenschen anzuwenden versucht. Die Aussagen sind eben zumeist gewonnen am Bilde abendländischer Bevölkerungen und Einzel- menschen-
Eine Quelle unbewußt gesammelter Erfahrungen über die wechselseitige Bedingtheit leiblicher Merkmale mit seelischen Eigenschaften sind die Zeichnungen der Witzblätter oder auch die Werbezeichnungen der Anschlagsäulen, Zeitungen und Zeitschriften. Hierüber einiges im folgenden!
Will ein Zeichner, Maler oder Bildhauer den kühlen, zielbewußten, entschlossenen oder den edlen, vornehmen oder heldischen Menschen, Mann oder Weib, darstellen, so wird er zumeist ein Menschenbild schaffen, das dem Bilde der nordischen Rasse mehr oder weniger nahekommt. Auch einem Menschen, der als bezeichnender Vertreter der oberen Stände angesehen werden soll, werden zum Beispiel die Zeichner der Witzblätter viel eher Züge der nordischen Nasse verleihen als Züge der nicht-nordi- schen Rassen Europas.
Tatsächlich möchte man vordenkliche Willenskraft, bestimmtes Urteilsvermögen bei kühl abwägendem Wirklichkeitssinn, Drang zur Wahrhaftigkeit von Menfch zu Menjchen, eine Neigung zu rit.
terlicher Gerechtigkeit als die bei nordischen Men- scheu immer wieder auffallenden seelischen Züge bezeichnen. Solche Züge können sich bei einzelnen innerhalb der nordischen Rasse steigern bis zu ausgesprochen heldischer Gesinnung, bis zu weitblickendem Führertum im Staate oder Schöpftertum in Technik, Wissenschaft und Kunst. Die verhältnismäßig große Anzahl vorwiegend nordischer und nordischer Menschen unter den bedeutenden» und überragenden Männern und Frauen aller abendländischen Völker ist aufgefallen, ebenso wie die verhältnismäßig sehr geringe Anzahl bedeutender Männer und Frauen ohne merklichen nordischen Einschlag.
Im Zusammenleben der Menschen erscheint der nordische Mensch im allgemeinen ruhig in Bewegungen und Worten, gemessen an der Aeußerung se:- ner Empfindungen, zurückhaltend, nicht selten kühl, ja besonders für das Empfinden nicht-nordischer Menschen kalt und steif oder „ungemütlich". Nordischen Menschen eignet gemeinhin wenig Begabung oder auch Neigung, sich in fremdes Seelenleben einzufühlen. Gerade sehr Pflichtbewußte nordische Menschen können gegen ihre menschliche Umgebung hart, ja rücksichtslos werden, wenn sie auch — und auch als Angehörige unterer Volksschichten — eine gewisse Ritterlichkeit me verläßt. Ein schalkhafter, dem Lauten abgeneigter Witz und gute Erzählergabe mit Sinn für Handlung und Landschaft finden sich in der nordischen Rasse, innerhalb der Wissenschaften mehr Neigung zu Technik und Naturwissenschaft als zu den Geisteswissenschaften. Ein (gegenüber anderen kaum betontes) Selbstvertrauen, ein Sinn für Wettbewerb und eine kühne, ja überschwengliche, doch stiftn nach außen enthüllte Einbildungskraft, die jedoch
von der Wirklichkeit aus über einen weiten Gedankenflug wieder zur Wirklichkeit zurücksteckt, bewirken bei den begabteren Menschen nordischer Rasse das obenbezeichnete Führer- und Schöpfertum.
Die nordische Kühnheit zu Leichtsinn, Sorglosigkeit Verschwendungssucht, die nordische Kühle zu kalter Berechnung werden — die hervorragenden Staatsmänner Europas sind fast alle vorwiegend nordisch, und Züge kalten Rechnens bei ihnen nicht selten. Der Führerdrang bewirkt das gerade bei nordischen und vorwiegend nordischen Familien zu beobachtende Aufsteigen innerhalb der Gesellllschafts- schichten, zumerst erkauft durch Kleinhaltung dieser Familien — damit ist zugleich die Gefahr des allmählichen Aussterbeus der nordischen Rasse gegeben.
Nordische Menschen reifen in der Regel spät, bleiben länger unbekümmert jugendlich, auch jugendlichleichtsinnig, und verlieren selten die besonders bei der vorwiegend nordischen Jugend hervortretende Neigung zu Leibesübungen, Wanderungen, Fahrten, wie auch innerhalb der abendländischen Völker der vorwiegend nordische Mensch am ehesten auf Auswanderung sinnt. Ein lebhaftes Naturgcfühl mag dabei mitsprechen.
Die verhältnismäßig größere Häufigkeit vorwiegend nordischer Menschen in allen Frelluftberufen fällt aus. Innerhalb aller Stände läßt sich eine verhältnismäßig größere leibliche Reinlichkeit vorwiegend nordischer Menschen erkennen. Eine die Rasse kennzeichnende Neigung zu gepflegtem Auftreten und vornehmer Haltung kann sich in der Regel nur in mittleren und oberen Volksschichten auswirken^