Ausgabe 
(4.6.1933) Nr. 146
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irr. 146 . Jahrgang 1 S 33

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Bremen. Gsrmiag. den 4 . Juni 1833 Eiuzs!vreLS 15 Vkg.

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Das Arntkoke Organ dss Senats der T^reur L Brernsrv

der ^rei

Für -euMeS VoilStum im AuSlanZ

Klagenfurler Kam-ftagung -es VBA. in VMau

Aufruf SindenburgS und AttlerS

ZUM Mtkreuztaa 1833

DaS Deutsche Rote Kreuz rüst zum Opfer­dank am Deutschen Rotkreuztaq 1933 aus

Es ist ein Appell an alle, vornehmlich an die, welche in der Kriegs- und Nach­kriegszeit dem Deutschen Roten Kreuz in irgendeiner Notlage des Lebens Rettung, Hilfe und Rat verdankten und ihm da­für ein Opfer zu weiterer Hilfe an an­deren schuldig find.

Unser Volk in allen Schichten blutet noch heute aus den Wunden, die ihm der Krieg geschlagen hat. Körperlicher und seelischer Verfall waren die Folgen der Nachkriegszeit.

Millionen streckten ihre Hände um Hilfe nach dem Roten Kreuz aus. Kaum einer ist im Volke, der diese Hilfe nicht erfahren hätte.

Die Schwestern und Sanitätsmänner des Roten Kreuzes find volkstümliche Er­scheinungen ves öffentlichen Lebens, zu denen jeder Vertraue« hat

Ueber eineinhalb Millionen deutsche Männer und Frauen haben sich zu gemein­samem Wirken im Dienst des Noten Kreuzes zusammengeschlossen. Zu Zehntausenden ist die deutsche Jugend dabei. Alle setzen ihre Zeit und ihre Kräfte freiwillig, oft unter Gefahr des eigenen Lebens, für die Hilfe am Nächsten ein.

Deutschland erkennt und würdigt das Rote Kreuz als ein Vorbild der Opfer- willigkeit, Pflichterfüllung und unbedingten

Zuverlässigkeit im Dienst am leidenden Volksgenossen.

Das Deutsche Rote Kreuz erfüllt damit Volksverbundenheit.

Alle Deutschen werden deshalb diesem im Zeichen des Kreuzes aufgerichteten Licbcswerke den schuldigen Opferdank durch eine Spende in die Sammlung am Rot- kreuztage bezeugen.

Die Sammlung dient zu weiterer Hiffe in der Krankenpflege, im Rettungsdienst und auf den vielen anderen Gebieten der Fürsorge.

Die Sammlung wird ehrenamtlich durch­geführt. Außer den Helfern und Helferinnen der Rotkreuzvereine werden sich SA. und SS-Männer sowie der Stahlhelm daran be> teiligen-

Wir fordern die Bevölkerung aus, ein­mütig ihren Opferdank am Notkreuztage darzubringen.

Wer zum Volke steht, hat Anspruch aus Dank, Anerkennung und Vertrauen durch das Volk.

Berlin, Pfingsten 1933.

Der Reichspräsident von Hindenburg, Generalfeld. narschM,

Ehrenpräsident des Deutschen Roten Kreuzes Die Reichsregierung Adolf Hitler,

Reichskanzler

Passau» S. Juni. Nach einem Begrüßungsabend der Stadt Passau am Freitag begann am Sonn­abend früh nach dem Eintreffen von etwa der Hälfte der Teilnehmer der großen Psingsttagung des VDA

die

Arbeltssitzung mit der Frauentagung.

Unter gemeinsamer Leitung von Frau Hoppe- Wien und Frau B u n t e - Karlsruhe berichtete zu­nächst der Obmann des Deutschen Schulvereins Süd­mark, Ministerialrat Dr. Mäher, über die Grund­linien der österreichischen Schutzarbeit, wobei er auf die besonderen Schwierigkeiten hinwies, die sich aus den augenblicklichen politischen Auseinandersetzungen

Die Bremer Nachrichten veröffentlicht in ihrer Pfingstsonntagsausgabe einen Aufruf des Ver­eins „Deutscher Zcitungsvcrleger", der unter nationalsozialistischer Führung steht und der von allen Zeitungen verlangt, daß sie ihre Wer­bungen nicht mit Mitteln durchführen, die gegen die guten Sitten verstoßen.

Diese Stellungnahme des „Vereins Deutscher Zcitungsvcrleger" ist für uns eine Selbstver­ständlichkeit, aber wir müssen es uns auf das allerentschiedenste verbitten, daß das obcn- genannte Blatt in seiner Einleitung daraus hin­weist, daß auch in Bremen derartig bedauerliche Erscheinungen und Einflüsse sich gezeigt hätten. Außer der jahrelangen Verleumdung der deut­schen Freiheitsbewegung in Bremen, außer der Beschimpfung unseres Gauleiters und jetzigen Statthalters Rover, außer der Boykottierung unserer Redaktionsmitglicder, außer der Denun- zierung von Abonnenten der B. N. Z. bei deren vorgesetzter Behörde ist uns eine Werbung mit unlauteren Mitteln in Bremen nicht bekannt geworden. Diese schweren Verstöße gegen jeden politischen und geschäftlichen Anstand haben nicht wir, sondern andere bremische Zeitungen begangen.

ergäben, die aber an der grundsätzlichen Richtung und der praktischen Durchführung der Arbeit nicht das mindeste ändern könnten. Daran schloßen sich Berichte über die Frauenarbeit in Böhmen, in der Bukowina und in Siebenbürgen. Weitere Berichte beschäftigten sich mit dem Memelland und dem ent­rissenen deutschen Osten.

Der

bayerische Kulmsminister Pg. Schemm sprach als erster Redner in der Weihestunde für den deutschen Südosten. Seine Rede, die im Rund­funk auf alle deutschen Sender übertragen, wurde, behandelte Bayerns südostdeutsche Sendung und die historischen Aufgaben, die sich für den bayerischen Staat aus seiner Lage im alten Vaterland und an der Donau ergeben.

In seiner Ansprache in der Weihestunde für den deutschen Südosteu führte Minister Schemm aus, daß Deutschland sich jetzt nach der politischen Er­neuerung seiner Mutterschaft wieder bewußt gewor­den sei. Hitler habe jedem deutschen Menschen wie­der die Grundidee beigebracht:

VeuMlanL und Ungar«

Eine Vortragsreise des Letterz des Außenhandelsamts im Außenpolitischen Amt der NSDAP., Pg. Daitz, nach Budapest

Aus Grund diverser Einladungen hat sich das Außenpolitische Amt der NSDAP. entschlossen, eine Wirtschaftsdelegation, welche in das Ressort der Süd- ostwirtschaft fällt, setzte sich zusammen aus dem Leiter des Außenhandelsamts der NSDAP., Herrn Werner Dattz und seinem Abteilungsleiter Südostwirtschaft, von Dits, der von der Hauptabteilung des Außenpolitischen Amts Südost, Erwin Schneider, beauftragt wurde.

Am Montag um 10 Uhr wurde ein Presseempfang veranstaltet, aus dem daraus Hingewiesen wurde, daß die Mission der deutschen Abgeordneten auf rein außenhandelspolitische Basis gestellt ist und jeder Politischen Tätigkeit entbehrt.

Mittags wurde Pg- Werner Daitz von Herrn Ministerpräsidenten v. Gömbös empfangen. Im Verlaufe der fast einstündigen Unterredung kam es -u einer einheitlichen Auffassung bezüglich des von der NSDAP. ausgestellten grundsätzlichen Südöst- Wirtschaftsprogramms. Diese Unterredung war insofern fruchtbar, als Ministerpräsident v. Gömbös für Dienstag, abends 6.30 Uhr, eine nochmalige Zu­sammenkunft im Beisein des Handelsministers Fabinyi, des Finanzministers Jmrödy und des Ackrrbauministers Kallay einberief.

Um 5.30 Uhr nachmittags waren die Vertreter der NSDAP. zu einem von Seiner Durchlaucht dem Herrn Reichsverweser von Horthy veranstalteten Gartenfest eingeladen.

Um 9 Uhr abends hielt Pg. Werner Daitz vor Äwa 300 Personen, welche sich ausschließlich aus Vertretern des Wirtschaftspch«- zusammensetzten,

Ihr müßt wieder ein ganzes Voll werden,

wenn nicht alles verloren sein soll. Wenn einmal das Herz der Welt, Deutschland, aufhören sollte zu schlagen, dann würde jegliche Kultur und jede Hoff­nung auf ein Wiederaufstehen versinken. Wenn es gelinge, die Liebe zur deutschen Kultur, zur deutschen Raffe, zu deutschem Wesen und zu dem mit dem Deutschtum verwurzelten Christentum zu vernichten, müsse zwangsläfig auch die

Liebe der Ausländsdeutschen zum Vaterland verfallen. Alle politische und staatliche Gestaltung wachse nicht in erster Linie auf rein materiellen, politischen, staatlichen, wirtschaftlichen und sonstigen Voraussetzungen heraus-, das Wesentliche sei die gei­stige, charakterlich«, sittliche und religiöse Grund- Haltung. Jetzt könne man mit Stolz den Brüoern im Auslande zurufen:

Deutschland ist wieder deutsch geworden, wie es einst gewesen ist. Von diesem neugestalten Deutschland gehe ein großes, gläubiges Vertrauen hinaus über die Grenzen in alle Länder. Draußen in der Welt sei man wieder stolz aus Deutschland und sein Vaterland. Die letzte Vollendung aber, das große Erziehungswerk, die geistige Durchbil- düng, liege noch vor uns. Die Regierung würde nicht ruhen und rasten, um die letzte Vollendung der

seinen Vortrag. Besonders hervorzuheben ist, daß diesem Vortrag auch beiwohnten: Se. Kgl. Hoheit Erzherzog Albrecht, der Handelsminister Dr. Fabinyi und der Ackerbauminister Kallay, ferner der deutsche Gesandte, Herr von Schoen, mit den Herren der Gesandtschaft, sowie die Minister a. D. Johann Teleszky, Gras Morrtz Ester- h a z y u. a.

Pg. Werner Daitz erklärte in seinem Vortrag u. a.:

Wenn ich ihnen heute die Außenhandelsgrundsätze der NSDAP. darlegen soll, so muß ich an erster Stelle die mißverständlichen Auffassungen oeseitigen, die im Ausland über die deutschen sogenannten Autarkiebestrebungen verbreitet wurden. Selten ist soviel Unsinn und Unklarheit verbreitet worden, wie gerade über das Wort Autarkie. Deutschland versteht unter Autarkie das erste Lebensrecht jedes Volkes und jeder Nation, seine Wirtschaft so zu gestalten, daß sie ihm eine Burg ist, in der es im Falle Han­dels-, währungspolitischer oder gar kriegerischer Ver­wicklungen nicht ausgehungert und nicht ausgedürstet werden kann.

Außer diesen drei Grundsätzen, die sich zwangs­läufig aus der volkswirtschaftlichen Be­trachtungsweise des zwischenstaatlichen Handels und Verkehrs ergeben, und die man unter dem Gesichts­punkt sakstz» lü-st zusammenfassen kann, lehrt diese volkswirtschaftliche Betrachtungsweise noch einen Wei­teren Grundsatz, nämlich den des laft play. Dar­unter ist. zu verstehen, daß kein Land seine Produkte im Außenhandel billiger verkaufen sollte, als eS sie im Innern erzeugt. Diese unfaire internationale Konkurrenz, die insbesondere in den letzten andert­halb Jahrzehnten nach Beendigung,des Krieges über- hand genommen hat, findet ihre Ursache in der allge­mein falschen Einstellung des Wirtschaftsdenkens.

deutschen Volkswerdung zu ringen und zu kämpfe».

Sie würde aber auch mit nicht zu überbietender Bru- talität jeden Versuch niederbrechen, die Einheit des deutschen Volkes zu zerstören. Die Einheit Volk und Gott dürfe durch nichts zerrissen werden. Durch das Bekenntnis zu Hindenburg und Hiller werde dem Auslandsdeutschtum die Garantie gegeben, daß nie­mals seine Rechte geschmälert werden könnten.

Der

Reichssührer des VDA, Dr. Steinacher, seinerzeit einer der hervorragendsten Führer der deutschen Volksbewegung in den Kärntnerkämpfen, gedachte in seiner Rede des Kärntner Freiheits- kampses und hob die gesamtdeutsche Bedeutung dieser erfolgreichen Selbsthilfe der deutschen Südmark her­vor. Er wies ferner auf die Bedeutung der deut­schen Volkstumsarbeit jenseits der deutschen Grenzen hin und betonte, daß auch der Staat seine Kräfte aus dem Volkstum ableiten müsse.

Daran schloß sich ein Vortrag des Hochschulpro- seffors Dr. Heuwies er-Paffau über die Grenzlandausgabe der Stadt Pasta».

Er gab einen historischen Ueberblick über den Be­ginn der deutschen Geschichte in den Donaulanden, würdigte eingehend die Bedeutung des deutschen Vordringens nach dem Osten, das mit der Geschichte

Man hatte sich in den letzten Jahrzehnten vor Aus- bruch des Krieges unter dem Einfluß des liberalistisch- simmzkapitallstischen und srcihändlerischen Denkens immer mehr daran gewöhnt, die sogenannte Welt­wirtschaft als das Primäre — als das Ueber- geordnete — anzusehen, dem sich die Volks­wirtschaften unterzuordnen hatten.

Die sogenannt« Weltwirtschaft ist nichts Einheit­liches, kein Organismus, sondern ein Mechanismus, ein mechanisches Nebeneinander. Infolge dessen kann auch in der Weltwirtschaft, das heißt dem zwischenstaatlichen Handel und Verkehr, der Geist des Ganzen niemals verletzt werden, weil ein Ganzes nicht vorhanden ist. Deshalb herrscht in der Welt­wirtschaft Angebot und Nachfrage als ausschließlicher Regulator, das heißt, ethisch gesprochen: Eigen­nutz vor Gemeinnutz.

In der Volkswirtschaft dagegen ist es umgekehrt. Die Volkswirtschaft ist eine Einheit, ein Ganzes. Durch eine zentrale Gesetzgebung und Autorität wird hier der Geist des Ganzen vor das einzelne gestellt. Angebot und Nachfrage herrschen in der Volkswirt­schaft deshalb nurgedämpst,als Regulator, ge- dämpft durch das Wohl des Ganzen. Das heißt, ethisch gesprochen: In der Volkswirtschaft geht Ge­meinnutz vor Eigennutz.

Da Wohltun zu Hause beginnt, betrachtet es Deutschland als seine vornehmste Pflicht, die ihm seine zentrale Lage in Kontinentaleuropa auferlegt, zunächst erst einmal alles das zu tun, was in seinen Kräften steht, um unter den unverrückbaren Gesichts- Punkten von »slety irrst und küir plrz? einen mög­lichst intensiven Warenaustausch mit den Ländern einzuleiten, mit denen eine natürliche Wirtschafts- verbundenheit besteht. Mit den bereits zu erheblicher Vollendung geliehenen autarken Großraumwirt- schasten, wie das britische Empire, Frankreich und seine Kolonien, Nord- und Südamerika, besteht keine derartige natürliche Verbundenheit, wie sie nunmehr

der Stadt und des Bistums Passau eng verbunden gewesen sei. Passau sei auch heute noch dir treue Hüterin deS großen StromtoreS nach Osten und werde nicht aufhören, dar deutsche Mahnmal gegen Osten zu sein.

Telegramme an Hindenburg und Hitler.

Passau, 3. Juni. Von der BDA.-Tagung wurden folgende Telegramme abgeschickt: An den Reichsprä­sidenten Gensralseldmarschall von Hindenburg, den Ehrenvorsitzenden des Vereins:

„Aus der deutschen Donaustadt Passau sendet die Hauptversammlung des VDA. ihrem hohen Ehrenvorsitzenden ehrfurchtsvolle Grüße. In Treue und Dankbarkeit Bolksbund für das Deutschtum im Ausland."

An den Reichskanzler Adolf HIttler:

„Dem deutschen Bolkskanzler Adolf Hitler, dem großen Sohn der deutschen Oesterreich, entbietet aus seiner engeren Heimat am Jnn und Donau der VDA. ehrerbietige Grüße und das begeisterte Gelöbnis trruester Gefolgschaft im Kampfe für unser deutsches Ge- samtvolk. Volksbund für das Deutschtum im Ausland."

Die Bezüge dee KeichSftatthatter

Im Reichsgesetzblatt vom 2. Juni ist eine Ver­ordnung über die Amtsbezüge der Reichsstatthalter erschienen. Die Reichsstatthalter erhalten die Be­züge eines Reichsministers, nur der Reichs- statthalter für Lippe und Schaumburg-Lippe die Be­züge eines Staatssekretärs im Reich. Den Reichsstatthaltern wird eine Amtswohnung zuge­wiesen- Soweit das nicht möglich ist, erhalten sie eine Wohnungsentschädigung von jährlich 3600 RM., der Reichsstatthalter für Lippe und Schaumburg. Lippe eine solche von jährliche 2400 RM. Die Reichsstatthalter erhalten außerdem eine Dienstaus- wandSentschädigung, deren Höhe der Reichshaus- haltsplan bestimmt.

Die Amts- und Bersorgungsbezüge der Reichsstatt. Halter, sowie die Versorgungsbezüge ihrer Hinter­bliebenen unterliegen denselben .?ürzungs und Aus­zahlungsvorschriften, wie die entsprechenden Bezüge der Reichsminister und ihrer Hinterbliebenen.

Autounfall Valdur von SchieaÄS

Nürnberg, 3. Junr. Der Reichsjugendführer der NSDAP., Baldur von Schirach, der sich mit seiner Frau und seinem 6 Monaten alten Kind auf der Fahrt nach Weimar befand, erlitt zwischen Nürnberg und Erlangen einen Autounfall. Baldur von Schwach und seine Frau trugen Der- letzungen davon und mußten sich nach Nürnberg in ärztliche Behandlung begeben. Das Kind blieb un­sersehrt-

Der Genfer Aufruhr-Prozeß. — Sozialiftcnführer Nicole für schuldig erklärt.

Genf, 3. Juni. Das Eidgenössische Schwurgericht hat in dem Prozeß gegen die wegen der Ereignisse vom 9. und 10. November d. I. angeklagten 18 Per­sonen den Sozialistensührer, Nationalrat Nicole, in allen vier Anklagepunkten einstimmig für schul­dig erklärt.

bewußt zwischen Deutschland und den Staaten des Südostdonauraums und des Nordostraums stabilisiert werden mutz.

Um den ersten Schritt in dieser Neuordnung der mitteleuropäischen Wirtschaftsbeziehungen zu tun, und aus der Erkenntnis heraus, daß der Südostraum das handelspolitische Fundament auch des Nordost­raumes ist, hat sich das nationalsozialistische Deutsch­land, und zwar nicht nur die Industrie- kreise, sondern ebenso sehr auch die landwirtschaftlichen Kreise, in Verbin­dung mit dem Wirtschastsministcrium, entschlossen, unter voller Berücksichtigung der deutschen landwirt­schaftlichen Autarkiebestrebungen, wie ich sie vorhin schon dargelegt habe» seine landwirtschaftlichen Jmportbedürsnifle und Transit möglichst im Südostraum zu verankern.

Zum Schluß möchte ich nochmals darauf hinweisen, daß der Nationalsozialismus genau so konsequent und energisch, wie er gewohnt ist, im Innern des Reiches zu handeln, auch herangehen wird, die Außen­handelspolitik im Sinne seiner Grundsätze zu ord­nen, sobald die Zeit hierfür gegeben ist, was ich im Interesse nicht nur Deutschlands, sondern auch aller anderen Völker, speziell Ungarns, wünschen möchte. Ich habe auch die bestimmte Hoffnung, daß dieser Zeitpunkt bald gekommen sein wird.

Deutschland wünscht im Interesse der allgemeinen Befriedigung und der allgemeinen Sicherung der Verhältnisse, daß jedes Land seine Wirtschaft so ordnen möge, wie es selbst gewillt ist, seine eigene Innen- und Außenwirtschaft zu ordnen, um durch ihre Konsolidierung und Klarheit im Aufbau zur Sicherung des allgemeinen Wohls der Welt beizu­tragen.

Die klaren und deutlichen Ausführungen des Pg. Werner Daitz wurden mit großem Bei- fallaufgenommen.

Vwlaften 1 SS 3

Der verehrungswürdige greise General Litz- mann sagte, als er als Alterspräsident daS neue Preußenparlament unter den br-ausen- Heilrufen der braunen Front eröffnete: „Ich möchte diesen Landtag den Landtag des Hll- lerfrühlings nennen!" Dieses prächtige Wort klingt uns heute wi-eder hell und prophe­tisch entgegen, heute, wo die Pfingstsonwe über das Land strahlt Pfingstfreude aus den Herzen strömt, Pfingstwärme m die Seele quillt. „Schmückt das Fest mit Maien, laßt Blumen streuen, zündet Opfer an!" Nach all der Not, der Zerstörung, des Nieder­gangs, der seelischen ualen klingen diese Worte doppelt froh, doppelt gläubig und zuversichtlich, der wahre deutsche Psingstgeist lst wieder eingekehrt in unser schwergeprüf­tes Volk, weil es sich zurückfand zu dem, wo die Wurzeln seiner Seele die ewige Kraft schöpfen: zu sich selbst! Ei» Wunder ist ge­schehen: der Hitler-Frühling ist eingekehrt in deutschen Landen...

Eines dürfen wir in diesen Stunden der Pfingstfreude aber nicht vergessen: in schwe­rer, harter Arbeit wurde der deutsche Acker, Pfingstfreude aber nicht vergessen: in schwe­ln Stunden der Mühsal, des Schweißes und des Blutes wurde die köstliche Saat gesät. Und diese Saat ging herrlich auf und trotzte allen Unbilden. Jetzt steht das wohl­bestallte Feld, jetzt wächst eS und will tau­sendfältige Frucht tragen. Die Zeit des har­ten Pflügens ist vorbei, jetzt sprießen die jungen Knospen des Aufbaues. Zwar wuchert Unkraut an den Wegen und zwischen den Halmen. Aber die Kraft der Saat wird stär­ker sein, weil gesät wurde auf einem Boden der mit Blut gedüngt ward, auf einem Bo­den, der geheiligt ist durch Opfer, und über dem deshalb der Segen Gottes ruht. Der Hitler-Frühling ist angebrochen, Sonne und Wärme geben den Keimen die Kraft zu schnellem Wachstum, aber auch Wind und Regen dürfen nicht fehlen: denn ohne Er- quickung verkümmert alles Leben, und ohne Wind kann sich keine Frucht gestalten. Gra­besstille lähmt und tötet. Nur kraftvolles, pulsierendes Leben und ernste, wohlbedachte Arbeit führen in einen gesegneten Herbst. So schreiten wir denn mit tiefinnerlicher Gläubigkeit, in allseitiger Liebe zu denen, die den Boden bereiten helfen und sich selbst als Opfer darbrachten, in dem festen Willen aber auch den Aufgaben der Zukunft zu dienen hinein in den Sommer des Reifens, hin zur Ernte des Herbstes. Denn dieser Hitler-Frühling des Jahres 1933 soll tau­sendfache Frucht tragen!

Groß ist die Fülle der Arbeit, die vor uns liegt. Sie verlangt von uns Mut und Glauben, Besonnenheit und Geduld, Kraft uitd Ausdauer. Wir wollen uns keinen Illu­sionen hingeben: das erste Jahr des Vier­jahresplanes stellt die höchsten Anforderun­gen an den deutschen Menschen, der gewillt ist, mit unserem Führer an der Spitze die

Ausdehnung der Kriegsgefahr in Sftssisu?

Moskauer Betrachtungen und Befürchtungen O. E. Moskau, 2. Juni.

Die Erfolge Japans auf dem ostasiatischen Fest­lande, aus welche die Sowjetpresse in längeren Be­trachtungen wiederholt hingewiesen hat, werden in Moskau als ein kriegerisches Vorspiel betrachtet, dem ein weiteres größeres Kriegsdrama folgen muffe. Durch die Gründung des mandschurischen Staates, dessen Gebiet jetzt durch weitere Erobe­rungen abgerundet wird, hat sich Japan nach der in Moskau vertretenen Meinung eine wirtschaftliche und politische Operationsbasis geschossen, von der aus es weitere Vorstöße unternehmen kann. Ob nun solche schon für die nächste Zeit in Aussicht genom­men sind und in welchem Umfange sie geplant werden, das ist der Inhalt einer Betrachtung in der „Prawda", in der folgendes ausgeführt wird: die Festsetzung der Japaner aus dem ostasiatischen Kontinent sei in einem so großen Maßstabs be­gönnen worden, daß sie als die Vorbereitung zu einem gewaltigen Kriege aufznsaffen habe. Zu­nächst handle es sich um einen Krieg gegen China, welches aber Japan nicht widerstehen könne. Dann aber werde über kurz oder lang der Krieg mit Amerika, das seine Interessen in Asien geschädigt sehe, unvermeidlich werden. Mit Befürchtungen hin­sichtlich der Ausdehnung der Kriegsgefahr beschäftigt sich auch das Blatt „KoinmunistitscheskoseProswescht- schenije". das Organ des Moskauer Bildmigkom- miffariats. Hier wird sogar die Erorberung eines größeren Teils von Sibirien als eines der japani­schen Ziele bezeichnet. Da» Blatt begnügt sich in­dessen mit der bloßen Feststellllung dieser einem Teil der Sowsetgebiets drohenden Gefahr. Ueberhanpt tragen die Betrachtungen der Sowsetblätter über diese Moskaus Interessen doch so nahe berührenden .Fragen bisher einen durchaus akademischen Cha- rcckter.