Ausgabe 
(31.5.1933) Nr. 142
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

M. 142. IshWiMS ES

D«rlag, Schriftleitung und Geschäftsstelle: Papenstraße 15. Sprech­stunde« der Schriftleitung: Montag bis Freitag 18 bis 18 Uhr. Fernsprecher: Domsheide 26V 51. — Die BNZ erscheint wöchentlich siebenmal als Morgenzeitung und kostet monatlich Kl 2.30 frei Haus. durch die Post zuzüglich 42 Bestellgeld.

Bremen. Mittwoch, den 31. Mai 1833 EmZewrers 18 Bis.

Anzeigen: hiesige die 13 gespaltene mm-Zeile 0.10, auswärts 0.12; im Textteil Kk 0.50, auswärts UÄF 0.70; Stellengesuche und Familienanzeigen O.06; sonstige kleine Anzeigen «L4! 00.8. Platz- vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Betriebsstörung, Streik, Ver­bot usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahlung d. Bezugspr.

vre«rkM»gllsriMMMe Zei

DtrsBrnMoke Praan dss Serr«r1» dev ^reieL ^antes1<rd1 BssMLsrr.

MM

Vs. Habicht Wer Verhandlungen mtt der österreichische» Regierung

EaONKmZml Wer die Mgieernm VMM

Wien, M. Mai.

Veleaenflich ein« Pressekonferenz im Wiene. Mols Hitler-Haus setzte d« Landesinspektor b« östttreichischen NSDAP-, Reichstagsab- rreter Theo Habicht, eingehend die Gründe «füreinander, die oie Neichsregierung zur

nSreisesperre gegen Oesterreich veranlaßte-^.

trat dabei den vielfach in Oesterreich «äußerten Behauptungen entgegen, die Reichsregierung habe die von ihr angegebenen Gründe nur etwa vorgeschützt, während sie in Wahrheit einen politischen Druck auf Oester­reich ausüben wollte usw. Besonders wichtig erschien die Erklärung des Vertrauensmannes des Führers Adolf Hitler in Oesterreich, er könn« versichern, daß, wenn die österreichische Regmvnng eine Lösung finde,

die Sperre sofort aufgehoben

Werden Enne, Voraussetzung sei, daß Siche­rungen gegen die Gefahr geboten würden, die die Reichsregierung zu ihren Verfügungen Veranlaßt hätten.

Aufsehen erregten die Ausführungen des Abgeordneten Habicht über die Verhandlun­gen, die zwischen Bundeskanzler Dr. Dollfutz und ihm über die Frage einer

Neubildung der österreichischen Regierung geführt wurden.

Diese Verhandlungen waren vertrau­lich. Da aber die Vertraulichkeit von der Regierung nicht eingehalten wurde, hat Ab­geordneter Habicht den Bundeskanzler in einem Schreiben verständigt, daß er die wüch­se Gelegenheit wahrnehmen werde, um seincr- eits eine richtige Darstellung dieser Be- prechungen zu geben. Sie gingen davon aus, !>aß die von den Christlich-Sozialen geführ- niederöfterreichische Landesregierung wegen der Bewilligung des Haushalts in Schwierig­keiten war und sich an die nationalsozialisti- sthe Landesfraktion um Unterstützung wandte Spät«, als sich

Schwierigkeiten innerhalb der Bundesre­gierung

«gaben, wnrden von Mittelspersonen auch hier Fäden zur NSDAP. zu knüpfen versucht- Bei diesen von den Mittelspersonen als un­verbindlich erklärten Besprechungen wurde be­reits vorn Abgeordneten Habicht als Bedingung für eine Mitwirkung in der Regierung gestellt, daß ein Wahlkabinett zu biDen wäre, für das bei der selbstverständlichen Ausschaltung der Socialdemokraten auf Grund der Machtverhält­nisse nur Christlich-Soziale und Na - tronalsoziali sten in Betracht kommen könnten. Praktisch hätten also bei dieser Forde­rung der Nationalsozialisten die Landbund- und die Heimwehrvertreter aus der Regierung aus­scheiden müssen und wären von Nationalsoziali­sten ersetzt worden. Wahlen wären dann sofort zu dem nächsten gesetzlich möglichen Termin aus­zuschreiben gewesen. Nach der Wahl hätte die Bildung des endgültigen Kabinetts auf Grund des Wahlergebnisses zu erfolgen gehabt. Es zeigte sich bei diesen Besprechungen, daß' weder Christlich-Soziale, noch Landbündler, noch

Heimwehr gegen eine solche Regierungsbildung etwas einzuwenden gehabt hätten, vorausgesetzt allerdings, daß sie selbst darin vertreten wären. Da Abgeordneter Habicht nicht die Absicht hatte, über seine Forderungen handeln zu lasten und sich ferner zeigte, daß diese Besprechungen mit Persönlichkeiten, die ausdrücklich betonten, keine Verhandlungsbefugnis zu haben, nicht zum Ziele führen konnten, brach Hab'cht die Besprechungen ab, erklärte aber, daß er je­derzeit dem Bundeskanzler selbst zur Verfügung stehen werde, wenn dieser es wünsche.

Abgeordneter Habicht wurde dann vom Bundeskanzler zu einer Besprechung ein­geladen, die unter vier Augen stattfand. Der Bundeskanzler erklärte hierbei, er sei über- zeugt,

daß mit den Nationalsozialisten als Machtsaktor zu rechnen sei, und daß ste nicht mehr zum Verschwinden ge­bracht werden könnten,

weshalb — je eher, desto bester — eine Ver­ständigung über die Form der Zusammen­arbeit herbeizuführen wäre. In einer zwei­ten Besprechung einige Tage später hat der Bundeskanzler ebenfalls der vom Abgeordne­ten Habicht dargelegten Auffassung bei­gestimmt und lediglich einen Zeitaufschub zur Vorbereitung der Verfassungsreform und für Vorbereitungen innerhalb feiner Partei verlangt, obwohl Abgeordneter Habicht auf das Ungünstige eines solchen Aufschubs auf­merksam machte. Der Bundeskanzler ver­sicherte dann noch, daß die Besprechungen, die^ ihn sehr interessiert hätten, baldigst fortgesetzt werden sollten. Kurz darnach gelang eS je­doch jenen Gruppen in der Regierung, die nach den Bedingungen der Nationalsozia­listen weiterhin ausgeschaltet sein sollten, eine

Fortsetzung solcher Verhandlungen zu hintertreiben

un unmittelbar darauf setzte die Zeit der Ber- solgung ein.

Die letzte Besprechung fand vor etwa zehn Tagen statt, die erste etwa acht Tage vorher. Die Lage lasse sich also, so meinte der Ab­geordnete Habicht, etwa auf die Formel brin­gen, daß die Nationalsozialisten, wenn ste nur zwei Ministerposten verlangen, als hoffähig betrachtet werden, wenn ste aber vier oder fünf verlangen, die braune Pest seien.

Täglich beschlagnahmt!

Wien, 29. Mai. Am Montag ist das national­sozialistische Abendblatt „Die Nachtpost" beschlag­nahmt worden. Damit ist das Blatt seit 14 Tagen, obwohl es unter Vorzensur steht, täglich beschlag. nahmt worden.

ReueeMe Matzregelrmgerr

natronMoZiaMMchsr Beamte in Oesterreich

Linz, 29. Mai. Konnte«: wir erst vor wenigen Tagen melden, daß einige Offiziere der Bregenzer

„Dsutschtmsd wird Dich nie vergessen!"

A»ö dem Logbuch ei«« deutsche» Fliegerin

Von Marga von Etzdsrs l'

Go wurde ich Fliegerin!

„Der Höhepunkt in meinem Leben? — Ich habe in den letzten Jahren manche Höhepunkte erlebt, allerdings — die schönsten Minuten waren doch die, als ich zum ersten Male allein fliegen durfte!

Wie das gekommen ist? Wie so immer im Leben: Kleine Ursachen — große Wirkungen! Ein Freiflugschein, den ich geschenkt bekom­men hatte, war eigentlich die Ursache meiner fliegerischen Laufbahn! Ich war damals ge­rade achtzehn, da meldete ich mich als Flug­schülerin. Und war von Anfang an mit Feu­ereifer bei der Sache.

Endlich kam der große Tag, wo ich zum ersten Mal allein fliegen sollte. Ich war ganz ruhig, obwohl mir das Herz bis in den Hais klopfte. Ich stieg in die Maschine — so un­bekümmert, als ob der Fluglehrer neben mir Platz nähme. Hand ans Steuer, der Propeller ratterte: „Glück ab!", riefen die Kameraden

— und schon gings los!

Blitzschnell schraubte sich die Maschine in die Höhe . . . Keine Spur mehr von Angst

— nur ein ungeheueres Gefühl von Glück! Es war wie ein Rausch, ich glaube, — nie im Leben bin ich wieder so glücklich gewesen! Ich durste fliegen . .

Von diesen ersten zehn Minuten, die ich allein flog, datiert auch meine Leidenschaft. Jetzt habe ich ja mit meinem „Kiek in die Welt" schon allerhand erlebt, — aber immer tzrieder erfaßt mich ein Gefühl des Glücks, AWK-iM MpMer jausen, wenn die Erde

hinter mir zurückbleibt . . ."

„Das hast du fein gemacht, Magda . .

Es war nach Marga von Etzdorfs großem Ostastenflug, — am Stammtich der Flieger in Berlin.

Rauschendes Gelächter: „So eine Gemein­heit! — Marga hat uns allen aus Japan faule Eier mitgebracht!:

Der Ober erscheint mit einer großen Roh­kostplatte: „Na, Margachen, det haste piekfein jemacht!" Der Stammtisch verstummt. Ein junger, eleganter Herr, der neben der ange­redeten Dame sitzt, reicht ihr wortlos die Hand.

„Donnerwetter, Marga, das war ein Lob!" Nur ein Eingeweihter kann ermessen, was das Lob des Obers bedeutet, der diesen Stamm­tisch in einem Jahrzehnt hat wachsen sehen: War er es nicht, der Hünefeld und Köhl da­mals, als sie — umgeben von brausendem Jubxl — aus Amerika nach Deutschland zu­rückkehrten, nach den offiziellen Festdiners hier am Stammtisch väterlich erklärte: „Na Jungens, das Malheur auf Neufundland hättet Ihr Euch doch schenken können!" Ist er es nicht, der alle Flugneuigkeiten direkt von der Funkzentrale des Hauses als Erster in das Restaurant und in die Welt posaunt?

Jetzt strahlt Marga von Etzdorf über sein Lob. Es herrscht immer ein wundervolles kameradschaftliches Verhältnis an diesem Stammtisch der Wcltflieger. Auf allen Gesich­tern ein wetterharter Zug der Strenge und Disziplin, ein Ausdruck von Wikingertum, von Kampf und Gefahr ... Auch bet den

Garnison des österreichischen BundeSheerr» in den Ruhestand bzw. an anderen Dienstorten versetzt wur­den, nur deshalb, weil fie aus Anlaß des Besuches reichsdcutscher Offiziere aus Lindau, zu Ehren dieser Gäste das Horst-Wessel-Lied sangen, so können wir heute neuerlich ganz unberechtigte Maßregelungen von Beamten melden, die nur deshalb vorgenom­men wurden, weil diese deutschbewußten Beamten als Nationalsozialisten bekannt find-

Der EtaatSanwalt der Kremser KreiSgericht», Dr, Stich, wurde gezwungen auf „Krankenurlaub" zu gehen.

Der gewesene nationalsozialistische Bürgermeister von Krems, Karl Rohrhoser, der Beamter bei der Steuerbehörde ist, wurde wegen seiner Gesinnung strafweise von Krems nach Horn-N.-Oe. versetzt.

Der Gendarmerie-BezirkSkommandant ScheibI wurde seiner Dienstes enthoben und gezwungen, einen ,Krankenurlaub" anzutreten, von dem er nicht mehr zurückkehren wird.

Sein Stellvertreter Hirschmann wurde nach Blu- mau, einem Ort an der niederösterreichischsn Süd­bahnstrecke, versetzt.

Bemerkenswert ist, daß diese Maßregelungen vor einigen Tagen bereits der christlich-soziale Partei­führer und HeereSminister Baugoin in einer Ver­sammlung der christltch-sozialen Partei angekündigt hat.

Auch mit solchen Terrormaßnahmen wird die gierung Dollfutz den Sieg der Nationalsozialismus in Oesterreich nicht verhindern können.

Mine Entente lehnt KevttionderVeeteöge ab

Kommunique über die Besprechungen des Ständigen Rates

der Kleinen Entente

Prag, 30. Juni. Der Ständige Rat der Kleinen Entente ist am Dienstag hier zu der für drei Tage berechneten Besprechung zusammengetreten. Ueber die erste Sitzung wurde ein Kommunique ausgege­ben, in dem u. a. zu dem Biermächtepakt und den Problemen der Abrüstungskonferenz Stellung ge> nommen wird.

Zum Biermächtepakt wird darauf hingewiesen, daß der neue den Außenministern der Staate« der Kleinen Entente mitgeteilte Vertragstext mit dem Memorandum der französischen Regierung vom 1V. April diese- Jahre- übereinstimmt, in dem der Grundsatz ausgestellt worden ist, daß der Pakt sich nur auf Fragen beziehen könne, die auSsch ließ.

Doch Selbstmord Marga oon EtzdorssS

London, 3V. Mai« Wie Reuter aus Alep» po meldet, hat die Obduktion der Leiche Marga von Etzdorfss ergeben, daß tatsächlich Selbst, mord vorliegt. Die Ursache für den Selbst- mord konnte nicht ermittelt werden. Die Leiche der deutschen Fliegerin wird nach Berlin über­führt werden«

lich die Signatarmächt« betreffen. Die Außenminister der Kleine» Entente, so heißt es «ei. ter, nähme» die Versicherung der Vertreter der Westmächte zur Kenntnis, daß die Kompetenz der Völkerbundes durch Aktionen der Signatare nicht berührt werde. Den Staaten der Kleinen Entente seien von der französischen Regierung sorm eile Garantie« gegeben worden, daß

alle Versuche einer Revision der Friedens- Verträge Hintangehalten würden.

Deshalb könne der Biererpakt nicht auf eine Revi- sion der Grenzen der Staaten der Kleinen Entente hinauslaufen.

Die drei Außenminister seien überzeugt, daß die Genfer Verhandlungen zu positiven Ergebnissen führen dürsten. Sie nähmen den Plan der briti­schen Regierung als Grundlage für die Verhand­lungen an. Mit Genugtuung verzeichneten sie den Beitrag Präsident Roosevelts zur Idee der Sicher­heit. Dadurch, daß die Vertreter der Kleinen En­tente den Grundsatz der Vereinheitlichung der kon­tinentalen Armeen und en Grundsatz der Herab­setzung des RnstungSmaterialS anerkennen, sei ihre Zustimmung zum Prinzip der Gleichberechtigung ge­geben, die etappenweise und im Rahmen der Sicher­heit für alle Nationen verwirklicht werden müsse.

Rücktritt des Vanziger Senats

Lxmzig, 30. Mai.

Der Senat ist honte znrückgetreten Sr führt bis zur Bildung einer neuen Regie» rnng gemäß Artikel 33 der Verfassung die Geschäft« weiter. Um die möglichst baldige Bildung einer neuen Regierung zu ermög- lichen, hat der M«nat den Wahlkommissar er­sucht, die endgültig« Feststellung des Wahl- ergebnisse- z-u beschleunigen. Mit der Fest­stellung des Wahlergebnisses ist frühestens Anfang nächster Woche zu rechnen.

Tue RSDAV übergetreten

Reichstagsabgeordneter Dr. Studier aus der DNBP. ausgetreten

Berlin, 30. Juni. Wie wir erfahren, hat der deutschnationale RcichStagsabgeordnete Dr. Stadler mit dem heutigen Tage seinen Austritt aus der beutschnationale« Reichstagssraktion und aus der Deutschnationalen Bolkspartei erklärt und in einem Schreiben an den Vorsitzenden der nationalsozialisti­schen Reichstagssraktion um Ausnahme in die nati­onalsozialistische Fraktion gebeten.

Mädels, gleich, ob ste Liesel Bach, Thea Rasche oder Marga von Etzdorf heißen . .

Ueber die Fliegerei wird nicht viel gespro­chen. Gefahr ist selbstverständlich, Mut ebenso! — Marga von Etzdorf hat ihren ersten Hun­ger gestillt.

„Nun erzähl' aber mal was, Margachen, was hast du denn so erlebt?"

Aber, das erste, was sie sagt, ist: „Kinder, wo bleibt denn die Elli Beinhorn?" — Man tröstet sie. Elli läßt noch kurze Zeit auf sich warten und schickt bald jeden Tag em Tele­gramm an den Stammtisch.

„Na, wer von Euch beiden hat denn nun aus seinem Flug in die Welt den „schwersten Bruch" gemacht?"

Marga blinzelt träumerisch vor sich hin: „Na, in Bangkok, da bin ich ganz anständig auf den Kopf gefallen! Herunter wie ein Brummtriesel! Nückgratverletzung, aber Deut- sche haben mich rührend gesund gepflegt, und ein Kostüm aus richtiger Schlangenhaul war der Lohn. Aber auf dem Rückslug über chi- nesisches Kampfgebiet, — da bin ich ein paar Mal richtig in einen Luftkampf mit Flakfeuer, Bombenabwürfen und ähnlichen Scherzen hineingeraten . . ."

Der bekannte deutsche Kampfflieger, der ein paar Plätze weiter seine Suppe löffelt, lächelt ein bißchen boshaft: „Margachen, wie bist du denn da bloß durchgekommen?"

Das große, schlanke Mädel lächelt zurück: „Die Chinesen sind eben galant zu Damen- flugzeugen!"

Alles lacht, — die Marga ist doch immer dieselbe, genau so hat sie erzählt, als ste da- mals mit „Kiek in die Welt" über den Baikal- See nach Jrkufl flog . . .

So war sie, diese deutsche Weltfliegyrin: ka- riseradschaftlich burschikos, nicht redselig, männlich verschwieg ste das große Spiel um

Leben und Tod, die unsagbaren Anstrengun­gen, erzählte nur das Ermunternde, über das sich am Stammtisch gemütlich plaudern läßt. Die Frau als Berufsslicgerin.

„Ob die Frau in der Fliegerei als Beruf ihren Mann stehen kann? Zwei Vorbedin­gungen sind unerläßlich: Starke Nerven und ein gut Teil Muskelkraft, um beispielsweise bei schlechtem Wetter eine schwere Maschine zu steuern.

Aber das Wesentliche ist, daß es vorläufig in Deutschland für mich und meine paar Kol­leginnen noch viel zu wenig Gelegenheit gibt, wirklich — „unseren Mann zu stehen". Als selbständige Verkehrsfliegerinnen, wie >n Amerika, werden bei uns keine Frauen an­gestellt. Wir können also vorläufig nur an Kunst- und Schauflügen, an Wettbewerben aller Art, teilnehmen. Dazu gehört eine eigene Maschine! Aber diese eigene Maschine und die Start- und Landegebühren — das kostet alles sehr, sehr viel Geld!

„Ja", sagte sie — es war damals noch vor ihren großen Weltflügen — „jetzt gilt es für mich, aus der großen Begeisterung für Sport und Fliegen eine Existenz zu schaffen. Ver­lassen ste sich drauf: ich habe meine Pläne! Ich kann sie Ihnen heute noch nicht verraten, aber — Sie werden von mir hören!"

Sie hat ihr Wort gehalten ...

Deutschland wird Marga von Etzdorf nie vergessen!

MM und WUen

Die swebische Landnahme.

Pros. Dr. Gustav Schwantez (Universität Kiel) weist im lausenden Jahrgang der „Forschungen und Fortschritte" Nr. 14, auf die auffallende Tatsache hin, daß sich etwa seit dem b, vorchristlichen Jahrhundert zu Seiten der Elbe bis nach Sachjen-Thürln-

Skasereak

„ . . und wo im Winde rauscht das Meer,

Da gaben ste freudig ihr Leben her

Für uns!"

Skagerrak! Dieser Name ruft im deutschen Volke die Erinnerung Wach an den größten Kampf unserer Flotte im Weltkriege.

Am 31. Mai jährt sich der Tag, an dem es der deutschen Flotte gelang, die britische „grand fleet" — die „Große Flotte" — wie der Engländer seine Seestreitmacht nannte, ^nd die als unbesiegbar galt, zwischen dem Ska­gerrak und Hornsriff zum Kampfe zu stellen und so zu schlagen, daß der Führer der briti­schen Schlachtkreuzer, Admiral Beatty, später zugeben mußte: „Die Skagerrakschlacht hat England an den Rand des Verderbens ge­bracht!"

Der Führer der deutschen Hochseeflotte, der unvergessene Admiral Scheer, der heute nicht mehr unter uns weilt, unternahm an dem denkwürdigen Tage des Jahres 1916 einen Vorstoß gegen die Ostküste Englands, Der übermächtige Feind, der sich bis dahin nicht in den Bereich der deutschen Geschütze gewagt hatte, sollte diesmal gefaßt und zum Kampfe gezwungen werden. Die Schiffe durchfurchten in hoher Fahrt die Nordsee. Weit voraus die Schlachtkreuzer unter dem Kommando des Admirals von Hipper.

Da auf dem Wege nach England feindliche Seestreitkräfte nicht angetroffen wurden, gab der deutsche Flottenchef den Vorstoß auf und entschloß sich zu einer Unternehmung gegen den Skagerrak. Fast schien es, als sollte auch dieser Vorstoß wieder erfolglos sein, wie schon so viele gleichartige vorher.

Doch kurz nach drei Uhr nachmittags mel­det die deutsche Vorhut das Zusammentreffen mit feindlichen Streikräften, deren Zahl sich ständig vergrößert. Nun wird es jedem klar, daß der so lang ersehnte Augenblick gekom­men ist, an dem die beiden größten Flotten der Welt ihre Kräfte messen werden. Dies­mal wird es dem Engländer nicht mehr ge­lingen, dem Kampfe auszuweichen.

Kaum haben unsere Schlachtkreuzer den Feind gesichtet, als auf dem Flaggschiff des Admirals Hipper am Mast das Signal em­porsteigt: „Dem Führer folgen!" Mit äußer­ster Kraft voraus geht es: „Ran an den Feind!" Trotzdem den fünf deutschen Schlacht­kreuzern zehn britische Kampfschiffe — sechs Schlachtkreuzer und vier der modernsten Li­nienschiffe — gegenüberstehen, wird von deut­scher Seite das Feuer eröffnet. Gewaltiger Geschützdonner dröhnt über die. durch ein­schlagende Granaten aufgepeitschte See. Die Ueberlegenheit der Artillerie unserer Kreuzer „Lützow", „Derflinger", „Seydlitz", „Von der Tann" und „Moltke" bringt dem Engländer schweren Schaden und Verluste. Admiral Be­atty verliert innerhalb einer Viertelstunde zwei seiner besten Schiffe „Jndifatigable" und „Queen Mary". Drei weitere Kreuzer „Lion", „Tiger" und „Prinzeß Royal" wer­den schwer beschädigt, während die deutschen Schiffe kaum in Mitleidenschaft gezogen sind.

Herbeieilende Kräfte des Feindes machen unsere Lage schwierig, da erscheint das deut­sche Gros auf dem Kampfplatz und weiter tobt die Schlacht. Die englische Hauptflotte, die unter dem Kommando des Admirals Jellicoe ebenfalls in den Kampf eingegriffen hatte, versucht, unsere Schiffe zu umklammern, aber ein geschicktes Manöver des Admirals

gen eine archäologische Gruppe germanischer Gräber zeigt, die von den östlich und westlich davon befind­lichen erheblich abweicht. Es ist die Gruppe der Elb- germanen, die uns später in römischer Zeit unter dem Namen der Sweben entgegentritt. Die Gräber beginnen überall annähernd in derselben Zeit. Wäh­rend die östlich und westlich davon befindlichen eisen- zeitlichen germanischen Gruppen deutlich ihre Her­kunft aus norddeutschen bronzezeitlichen Zivilisatio- neu erkennen lassen, so die Gesichtsurnengruppe in Ostdeutschland, die Gruppen des Nienburger und Harpstedter Stils im Westen, stellt, die elbgermanische sogenannte Jastorf-Gruppe etwas be­sonderes dar. Sie erscheint wie ein Keil, der vom Norden längs der Elbe in eine frühere ansässige Be­völkerung hineingetrieben wurde. Ueber die Her­kunft dieser aktivsten Gruppe der Germanen ist bis­her noch nie gesprochen worden. Da alle jene nor­dischen Landstriche, in denen vorher die germanische Bronzezeit ihre höchste Blüte entfaltete, Jütland, die dänischen Inseln und Südschweden, mtt dem Beginn der Eisenzeit diese überragende Stellung vollkommen verlieren und nahezu fundleer werden, dürste die Einwanderung der Sweben aus jenen Ländern über die jütische Halbinsel erfolgt sein. Da­mit stimmt tresslich übcrein, daß wir die Jastors« Gruppe bis über die Königsau hinaus verfolgen kön­nen; die südjütischen Teile der elbgermanische» Gruppe weisen deutlich den Weg, über den die Wan­derung gegangen ist. Es wären demnach die Sweben die Träger der glanzvollen nordischen Bronzezeit ge­wesen. Es dürste kaum angehen, die Fundarmut je­ner vorher so stark hervortretenden Gebiete dadurch zu erklären, daß die Gräber vielleicht mehr arm an Beigaben seien, da man heutigcntdgs auch solche bei- gabenarmen Gaststätten durch die modernen Unter- suchungsmcthoden erkennen würde, wie das z. B. in Norwegen und anderen skandinavischen Gebieten auch geschehen ist. Die swebische Nordgrenz« jenseit- der Königsau wurde um 300 v. Chr., als bedeute»-? Umsiedlungen im elbgermanischen Gebiet vor M gingen, beträchtlich nach Süden verschob» «Ni reichte nunmehr etwa bjS Kiel, , .