-lr. 140. Iahrgarrg 1933
Memerr. Msmag, den 29. Mai 1933
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Schlageter-Denkmal wie- liationalheiliMm
Sie Schlagetee-GedLÄLnisfeier auf der Golzheimer Seide
Düsseldorf, 28. Mai. Die Schlageter-Gedächtnis- seiern in Düsseldorf erreichten am Sonntag mit der Hauptgedächtnisfeier am Schlageter-Denkmal auf der Golzheimer Heide ihren Höhepunkt. Endlose Züge der SA. und SS-, des Stahlhelms, der NSBO-, der vaterländischen Verbände und Vereine befanden sich gegen 6.30 Uhr auf dem Marsch zum Denkmalsgelände.
Nach kalten regnerischen Tagen grüßte Heller Sonnenschein die unübersehbare Menschenmenge auf der Golzheimer Heide. Um 10 Uhr war die Aufstellung beendet. Vor dem Denkmal standen Ehrenwachen der SA. und SS. und eine Fahnen- abordnung des C- V. ,Salkenstein", dem Schlage- ter angehörte. Vor der Krypta des Denkmals türmen sich Kränze aus lichtem Grün und frischen Blumert. In dem Kreis, der das eigentliche Ehrenmal umschließt, hatten die Ehrengäste Platz gefun- den. Auch der Vater und der Bruder Albert Leo Schlageters sowie einige Verwandte sind zugegen. Auf dem weiten Feld standen bis zu einer Tiefe von einem Kilometer die Kolonnen der SA-, der SS-, des Stahlhelms, der NSBO., der vaterländischen Verbände und Vereine und viele Tausende sonstige Festteilnehmer.
Gegen 10,45 Uhr trafen die Führer am Denkmal ein. An der Spitze Ministerpräsident Goering in blaugrauer Fliegeruniform, in seiner Begleitung Staatssekretär Grauert und Prinz August Wilhelm. Des weiteren sah man Vertreter sämtlicher Reichs- und preußischer Ministerien, Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden. Bei dem Kommando „SS-, SA. und Stahlhelm stillgestanden", trat feierliche Stille ein.
Der junge evangelische Geistliche Berg aus Burscheid, der das Wort nahm, führte u. a. aus:
Wie Schlageter für Deutschlands Ehre und Freiheit lebte, so starb er auch dafür. So wie Schlageter sein Leben opferte, so wollen auch wir opsern und dienen. Wir kämpfen für echte heilige Volksgemeinschaft. Schlageters Sieg über den Tod ist der Sieg Deutschlands geworden über alle Mächte, die uns verderben wollten.
Goerings Gedenkrede
Anschließend hielt Ministerpräsident Goering die Gedenkrede. Er führte u. a. aus:
Kameraden! Deutsche Männer und Frauen! Als vor zehn Jahren im Morgengrauen die Schüsse aufblitzten, da fuhr von dieser Stelle ein einziger Blitz durch Deutschlands Nacht und weckte Deutschland aus Ohnmacht und Schlaf. Damals, in der Bitterkeit der Nacht, pilgerten einige Wenige hier heraus, zu dieser Stelle, und diese Stelle ward vergessen und verschüttet, so wie das Andenken und das Opfer an Schlageter vergessen und scheinbar verschüttet war. Diese wenigen Männer, alte bewährte, durch Kampf erprobte SA.-Leute, schaufelten dem deutschen Volk das Gedenken und das Bekenntnis zu diesem Sterben und zu diesem Toten.
Und wieder Jahre später, als dieses Kreuz er- richtet wurde, da waren aus wenigen Hunderten schon Hunderttausende geworden, bei denen der Blitz die Herzen entzündet hatte. Damals, als wir hier draußen standen, da gab es zwei Feiern in der Sonnenglut des Nachmittags, da bekannte sich jene weiche, ewig schwankende Masse aus einer gewissen Modeeinstellung vielleicht zu dieser Stelle. Als aber die Nacht kam, als die Blitze am Gewitterhimmel zuckten, da standen nur wir hier, und ich unter euch, und da sprachen wir von ihm und seinem Opfer. So wollten wir selber Blitz und Donner werden, um Deutschland auszupeitschen, um Deutschland auszuwecken zu einem Bekenntnis zu sich selbst, zu seinem Volk und seiner Geschichte. Da- 'mals war das Gedenken an Schlageter Ansporn und Hoffnung für uns. Wir konnten und wollten nicht glauben, daß das Opfer eines solchen Deutschen umsonst gewesen sein sollte. Seinem Opser find Hunderte von weitere» Opfern gefolgt. Es war etwas eigenes um das Sterben Schlageters. Es zeigte dieses Sterben der Welt, daß deutscher Geist nicht zu töten, nicht zu schlagen ist.
Heute, Kameraden, da stehen wir wieder hier. Nicht Hunderttausende, sondern
dieser Platz umschließt das ganze Reich, das braune Heer der Freiheitskolonnen.
Heute bekennen wir uns zu Schlageter, so wie wir uns durch ein Jahrzehnt hindurch zu ihm und seinem Opfer bekannt haben. Es gibt bei einem befreundeten Volk eine schöne Sitte: Wenn die Führer der faschistischen Abteilungen die Namen ihrer Toten aufrufen, dann antwortet die Truppe: ,Hieri", und wenn wir heute den Namen Schlageters aus- rufen, dann antwortet heute ganz Deutschland: 'Hier, zur Stelle!" Ein einziger Appell, ein Appell zur Erinnerung Schlageters, um ihm zu beweisen: Ja, wir sind hier, wir stehen für
»ich, wie du für uns am Pfahl standest, als du dein Leben geben mußtest.
Und wenn heute der alte Vater unter uns weilt und seines Sohnes gedenkt und des bitteren Per- lusteS der ihn traf, dann soll auch er wissen: Zwar
Das ganze Vokk wählte
Danzig, 28. Mai. Der Danziger Wahltag ist bei schönstem Sonnenwetter vollkommen ruhig verlaufen.
Die Stadt Danzig und ihre Vororte pranl- ten bereits seit Tagen in Flaggenschmuck, und zwar in einem Ausmaß wie noch nie. Auf den Straßen herrschte zwar lebhafter Wahlverkehr, jedoch war lauter Wahlrummel nicht mehr zu bemerken. Ueberdies war Propa ganda durch Lastkraftwagen, Lautsprecher usw. verboten. Der Andrang zu den Wahllokalen war überaus groß. In den meisten Lokale» standen die Wähler Schlange.
Die aus dem Reich kommenden Danziger durften nicht wählen.
Aus dem Reich waren mehrere Hundert dort wohnende Danziger Staatsangehörige über Marienburg im Freistaat eingetroffen, in der Annahme, daß sie ihre Stimme in Danzig abgeben durften. Nach der Danziger Wahlordnung, die von der Regierung Ziehm nicht geändert worden ist, ist jedoch eine solche Wahlbeteiligung von im Reich lebenden Staatsangehörigen unmöglich. Der zahlreichen reichsdeutschen Danziger bemächtigte sich infolgedessen ein großer Unmut.
Im Dorfe Schöneberg im Kreise Grotzwer der wurde ein SA.-Mann in der Nacht zum Sonntag von einem Sozialdemvkraten niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt.
Das Eegk'hKis
Nach dem bisher vorliegenden nicht amtlichen Ergebnis sind insgesamt 215135 Stimmen abgegeben worden. Davon erhielten:
NSDAP.
107 619
(32 457)
37
(12)
SPD.
38 210
(49 965)
13
(19)
KPD.
14 800
(20 194)
5
( ?)
Zentrum
31 507
(30 230)
11
(11)
DNVP.
16 601
(25 938)
4
(1'P
Hausbes.
989
( - )
—
—
Jungdo
1677
( 6 708)
—
( 3)
Polen
6 726
( 6 377)
2
( 2)
hat er seinen Sohn verloren, einen Sohn — dafür hat er heute Hunderttausende von Söhnen bekommen, die in ihm den Vater jenes Mannes ehren, der uns allen Vorbild war. Kameraden! Vorleben ist schwer, vorsterben ist gewaltig. So stehen wir heute: Das Gedenken an ihn ist heute nicht Hoffnung, nicht Ansporn, sondern ist heute Erfüllung und Zuversicht. Erfüllung dafür, daß sein Opfer so wunderbare Früchte getragen hat, Zuversicht dafür, daß dieses Opfer nicht umsonst gewesen war. Schlageter, du magst ruhig sein!
Wir haben verhindert, daß dein Blut gestohlen wurde, so wie das Blut deiner zwei Millionen Kameraden.
Wir haben verhindert, daß du um deine Opfer betrogen wurdest, so wie zwei Millionen deiner Kameraden einst betrogen wurden. Du bist heute das Vorbild für eine deutsche Jugend, die wieder an Deutschland glaubt.
Wir grüßen in dir Vergangenheit und Zukunft, ruhmreiche Vergangenheit und schwere, arbcitsharte Zukunst, aber wieder eine deutsche Zukunft und eine Zukunft der Ehre.
Heute dankt und grüßt Albert Leo Schlageter das neue Deutschland, und an seiner Spitze grüßt ihn unser Führer, der Volkskanzler Adolf Hitler. Er grüßt ihn nicht ini üblichen Sinne, nein, der Führer Deutschlands und seine Gefolgschaft, das deutsche Volk dankt heute für seine Opser durch Taten dadurch, daß dein Opfer eingemauert ist in das Fundament dieses Reiches. Der Deutsche glaubt wieder an sich selbst und an sein Volk. Das eine sollt ihr wissen, solange es noch in Deutschland Schlageters geben wird, solange wird Deutschland leben müssen, Dieses Kreuz: Einst das Fanal des Kampfes in
dunkler Nacht, heute das Zeichen, daß Gott das Opfer angenommen und gut befunden und Deutschland gesegnet hat.
Nach der Gedenkrede Goerings verharrten die Hunderttausende zwei Minuten in völligem Schweigen, während sich Ministerpräsident Goering zur Kranzniederlegung in die Gruft des Denkmals begab. Darauf wurde das Lied vom guten Kameraden gespielt, und die Fahnen senkten sich.
Nach dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes übergab der Düsseldorfer kommissarische Oberbürgermeister, Dr. Wagensühr, dem Ministerpräsidenten Goering das Denkmal als nationales Heiligtum.
Ministerpräsident Goering übernahm im Namen der Reichsregierung, der Preußischen Staatsregie- rung und des deutschen Volkes das Schlageter- Kreuz.
Mit dem Schlageter-Nationalmarsch „Treu bis zur letzten Stunde" schloß die erhebende ernste Feier. Mehrere Flugzeuge kreisten um das Denkmal.
Danach haben die Nationalsozialisten etwas mehr als die Hälfte aller abgegebenen Stimmen erhalten.
Die oben angegebene Mandatserrechnnng ist allerdings , auf Grund der bisherigen nichtamtlichen Schlußziffern erfolgt. Es ist möglich, daß bei den amtlichen Endziffern noch eine kleine Aenderung eintritt, so daß unter Umständen die NSDAP 38 und das Zentrum nur 10 Mandate erhält, jedoch hängt dies von der endgültigen Gestaltung der Endziffern ab. '
Dr Bekanntgabe des national! -stischen
Wahlsieges durch Lautsprecher w in ver
schiedenen Stellen der Stadt von . .äsenden von Menschen mit begeisterten Kundgebungen aufgenommen. Die Menge brachte Heilrufe auf Adolf Hitler aus und sang das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied.
Die Neubildung der Danziger Regierung
cnb. Danzig, 29. Mai. (Eigene Meldung.) Durch das eindeutige Ergebnis der gestrigen Wahl ist der gegenwärtigen Danziger Regierung, die sich auf eine Koalition von Deutfchnationalen, Zentrum und liberaler Mitte stützte, der Boden entzogen worden.
In unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß die Regierung Ziehm nunmehr ihren Rücktritt erklären und bis zur Wahl des neuen Senats durch den Volkstag nur noch geschäfts- führend amtieren nuvd. Nach der Lanzrger Verfassung muß der neue Volkstag innerhalb von 30 Tagen einberufen werden. Die Nationalsozialisten sind, da sie über die absolute Mehrheit verfügen, ohne weiteres in der Lage, die neue Regierung ohne Mitwirkung anderer Parteien zn bilden, allerdings nur unter der Voraussetzung, daß sie auf die Einbringung eines verfassnngsändernden Ermächtigungsgesetzes verzichten zur Verabschiedung eines solchen Gesetzes wäre eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, Wer die die NSDAP allein nicht verfügt. In diesem Falle würde die NSDAP Wohl mit dem Zentrum und den Deutfchnationalen Verhandlungen aufnehmen.
Der künftige Danziger Senatspräsident Rauschning in Berlin
Danzig, 28. Mai. Der von der NSDAP zum künftigen Danziger Senatspräsidenten auser- sehene Landbundführer Dr. Rauschning hat sich nach Beendigung der Wahl noch in der Nacht nach Berlin begeben. Am Montag vormittag um 11 Uhr wird Dr. Rauschning im Herrenhaus vor den Vertretern der Presse Erklärungen über die künftige Danziger Politik abgeben.
Wahlfte« der NSSAV. im Saargebiet
Nationalsozialisten erzielen bei G<m.eindevertretungsmahl die absolute Mehrheit
Saarbrücken, 28. Mai. Am Sonntag wurde in dem Orte Nalbach im Kreise Saarlouis die Wahl für die Gemeindevertretung durchgeführt, nachdem das Ergebnis der Kommunalwahl vom 13. November 1932 wegen Wahlschwindels für ungültig erklärt worden war. Das Ergebnis der heutigen Wahl bot insofern eine Ueberraschung, als die Nationalsozialisten die absolute Mehrheit erzielen konnten. Damit ist der Beweis erbracht, daß auch heute schon im Saargebiet der nationalsozialistische Gedanke selbst in der breiten Masse weitgehend Fuß gefaßt hat. Das E ^"'s
lautet folgendermaßen:
Stimmen
NSDAP.
692
11 Sitze
Zentrum 1
236
4 »
Zentrum 2
153
2 „
SAP.
74
1 »
KPD
58
1 ,,
SPD
62
1 „
Der Landesverrat der SPD.
PL Millionen RM. Arbeitergelder ins Saargrbiet verschoben
Essen, 28. Mai. Bei der Duisburger Zentrale des Christlichen Metallarbeiterverbandes sind finanzielle Verfehlungen schwerster Art aufgedeckt worden, u. a. wurde eine halbe Million ins Saargebiet verschoben.
Weihestunde am Grabe
Schönau, 23. Mai. Im schönen Schwarzwaldstädtchen Schönau im Wiesenthal fand m der Nacht zum Sonntag an Albert Leo Schlageters Grab eine Weihestunde statt, bei der Kultusminister Ruft und der badische Kultusminister Dr. Wacker Ansprachen hielten. An der Feier nahmen Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, die SA und SS, die Hitlerjugend und zahlreiche andere Verbände teil.
Die SA-Schlageter-Kundgebung in Düsseldorf Düsseldorf, 28. Mai. Sonntag nachmittag fand im Düsseldorfer Stadion eine Schlageter-Feier der SA statt. An der Oberpräsident Lutze - Hannover, Kultusminister Ruft, Gauleiter Florian-
Düsseldorf, Prinz August Wilhelm und eine Reihe weiterer hoher SA-Führer teilnahmen. SA- Oberführer Lutze überbrachte die Grütze des Reichskanzlers, des obersten SA-Führers und des Stabschefs Röhm. Prinz August Wilhelm würdigte in seiner Ansprache das Leben und Sterben Schlageters.
Kultusminister Ruft, stellte in den Mittelpunkt seiner Ansprache die beispiellose Bedeutung des Opjertodes Schlageters, der sein ganzes Leben unter den Leitsatz gestellt habe: „Ich opfere mein persönliches Dasein, auf daß mein Volk lebe!" Wenn in Männern wie Schlageter der unerschütterliche Glauben an das Wiedererwachen des deutschen Volkes nicht. gelebt hätte, dann würde man auch heute noch nicht sagen können: „Deutschland ist erwacht, Deutschland ist auferstanden."
Die eindrucksvolle Kundgebung beendete das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied.
Französische Pläne zne Besetzung -es Mhrgebieles?
Anweisung an französische Offiziere zur Zerstörung deutscher Fabriken und Maschinen
TU. London, 29 Mai. Der diplomatische Mitarbeiter der „Sunday Expreß" teilt mit, daß die französische Regierung eingehende Pläne zur
sofortigen Besetzung der Ruhr
und Zerstörungvon dort gelegenen Fabriken für den FaN fertiggestellt hat, daß Sanktionen gegen Deutschland zur Anwendung gebracht werden sollten. Die Pläne seien bereits vor etwa fünf Monaten fertiggestellt gewesen. Die Franzosen seien in dem Augenblick, als Hitler seine persönliche Rede im Reichstag gehalten und versprochen habe, von einer Wiederaufrüstung während der nächsten fünf Jahre Abstand zu nehmen, im begriff gewesen, diesen Plan zur Durchführung zu bringen. Französische Offiziere hätten bereits genaue Anweisungen für die Zerstörung von Fabriken und Maschinen erhalten, um auf ein Menschenaltcr hinaus jede industrielle Tätigkeit im Ruhrgebiet unmöglich zu machen. Diese
Anweisungen seien noch nicht aufgehoben,
sondern könnten jederzeit, wenn Frankreich den Augenblick für angebracht halte, durchgeführt werden. England werde voraussichtlich aus Frankreich einen Druck ausüben, dies
keit von Sanktionen damit zu begründen, daß
1. ) D eutschland seine Zinsvcrpflichtungcn gemäß dem Young-Plan nicht erfüllt habe, und
2. ) militärische Formationen innerhalb der entmilitarisierten Zone nahe der französischen Grenze erschienen seien.
Seimwehe - Feueeübersal! aus Nationalsozialisten
Innsbruck, 28 Mai. Am Sonntag kam er in dem Dorfe Aldrana bei Innsbruck, wr eine nationalsozialistische Versammlung statt finden sollte, zu schweren Zusammenstöße; mit Heimatwehr. Aus Innsbruck war Hei matwehr auf Lastkraftwagen nach Aldrana abgefahren und hatte den Ort besetzt.
Als die Nationalsozialisten ankamen,
wurden sie von den Heimatwehrleuten überfallen.
Es kam zu einer regelrechten Schlacht, bei der mehrere Personen schwer, und zahlreiche leicht verletzt wurden. Drei Personen mutzten tnS Krankenhaus nach Innsbruck gebracht werden. Auch Gendarmeriebeamte erlitten schwell Kopfverletzungen.
In später Abendstunde wurde aus das Auto des Gauleiters der NSDAP. für Tirol und Vorarlberg, das vor dem Gebäude der „Jnnsbruckcr Nachrichten" stand und in dem sich zur Bewachung drei junge Nationalsozialisten befanden, von Heimatwehrleuten weh- rere Schüsse abgegeben. Verletzt wurde niemand.
Kommunistische Teeror- eeuppe ausgehe«
Die- Mörder des Scharführers Kehrer verhaftet—Ein Zentner Dynamit beschlagnahmt.
Burgscheidt, 28. Mai. Umfangreiche polizeiliche Ermittlungen führten hier in Burgscheid zur Aufdeckung eines größeren Sprengstosslagers. Es wurde festgestellt, daß hier eine seit Jahren bestehende Terrorgruppe, die sich aus neun der radikalsten Elemente zusammensetzt, ihr Unwesen trieb. Gleichzeitig wurde das Vorhandensein einer nach russischem Muster eingerichteten Tscheka von vier Personen festgestellt. Von Mitgliedern dieser Gruppe ist auch der SA.-Scharsiihrer Kehrcr erschossen worden.
Für ihre geheimen Versammlungen baute sich diese Terrorgruppe in einem Tannenwald einen gut ausgerüsteten Unterstand, der nebenbei zur Aufnahme politischer Flüchtlinge diente. Ein Zufall brachte die Polizei auf die Spur des Aufbewahrungsortes von Sprengstoff, der gut versteckt in einem Walde lag.
Es konnte fast ein Zentner Dynamit, das aus einem Eisenbahnraub aus dem Jahre 1931 herrührte, beschlagnahmt und sichergestellt werden.
Die Täter und Helfershelfer sind ermittelt und be finden sich zum Teil in Schutzhast. Der RädelsiiU > de'- ""-nde, namens Pullem, ist flüchtig.
..Deutsche Christen" gegen Vodelschwingh
Berlin, 28. Mai. In einer Rundfunkrede am Sonnabend abend führte Wehrkreispfarrer Müller u. a. folgendes aus: Die Kir- chenregierungen haben den Ruf der Stunde nicht gehört. Sie haben nicht die Stimme Gottes vernönmmen, die durch die L eguag in unserem Volke uns ruft zv wage r Tal, zur Erneuerung unseres Volkstume ns den Tiefen des Evangeliums. In uns rutschen Christen hat der Glaube an das reun lautere Evangelium von Jesus Christus eine neue heiße Liebe zu unserem Volk und unserer Kirche geweckt und eben darum lagen wir Nein zu dieser Lösung und Nein erst recht zu dem Wege, aus dem sie gefunden worden ist. Nur vom Vertrauen des Kirchenvolkes, das sich in eigener Entscheidung zu ihm bekennt, kann der evangelische Reichsbischof auf seinen Platz erhoben werden. Aus dem gewaltigen Recht der geschichtlichen Stunde heraus weigern wir uns, die Entscheidung mit den Kirchenregierungen anzunehmen Vorwärts mit Gott für eine neue evangelische Kirche, die frei und bereit und Nichtig ist zum Dienst am gegenwärtigen deutschen Volk.
Marga von Etz-oess tödlich verunglückt
. Mai. Sonntag abend nach 6 Uhr landete, von Stambul kommend, die bekannte
^ vollerm Marga von Etzdors aus dem Flugplatz von Mouslimieh. Die Landung ver- ungluckte und Marga von Etzdors trug hierbei so schwere Verletzungen davon, daß sie kurze Zeit spater im Krankenhaus starb. Die in anderen Zeitungen veröffentlichte Meldung, wonach die Fliegerin urz nach ihrer Landung Selbstmord begangen habe, bestätigt sich nach den letzten Nachrichten nicht.
Marga von Etzdors, eine der bekanntesten deutschen Fliegerinnen, war am Sonnabend früh um 3 Uhr mit einer Klemm-Maschine in Berlin gestartet und wollte nachAustralienfliegen. In Siam war ein längerer Aufenthalt vorgesehen, da die Route nach Australien noch nicht festlag. Die Fliegerin ist durch mehrere Allein-Flüge nach dem Ausland - es sei nur an den Asien-Flug und an den Mittel- meer-Rundflug erinnert — in aller Welt bekannt geworden. In Anerkennung ihrer Verdienste wurde ihr das Sportflieger-Abzeichen in Gold sowie die
nicht zu tun. Frankreich such« die Notwendig-goldene Junkers-Nadel verliehen
Marga von Etzdors war 26 Jahre alt und widmete sich bereits im Dezember 1926 der Fliegerei.
Ihrem tragischen Schicksal bringt man in aller Welt größte Anteilnahme entgegen.
Flugzeugabsturz bei Hildesheim Hildesheim, 28. Mai. In der Nähe von Hildesheim stürzte am Sonntag vormittag ein Sportflugzeug aus etwa 40 Meter Höhe ab. Der Führer, Segelfluglehrer Student Ewald Harmann aus Göttingen, ein gebürtiger Hildesheimer, wurde lebensgefährlich verletzt, sein Bruder, Ge- rtchtsassessor Harmann, wurde getötet,