Ausgabe 
(22.6.1933) Nr. 163
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M. 1 SS. Jahrgang 1S3S

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Vremen, Dormeesrag. den 22. Juni 1933 Einzelpreis 15 Vig.

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_ Orcrarr des Gonsis der

Sie zweite Welle -er Revolution

9er Stahlhelm wir- nationallozialWch - Die -eutschnationalen kmupfftaffeln

aufgelöst und verdaten

Die Eingliederung -es Stahlhelms in -ie NS9AV

Die Reichspressestelle der NSDAP teilt mit:

In einer heute stattgefunden«» Besprechung zwischen dem Herrn Reichskanzler, dem Herrn Reichs­arbeitsminister Seldte, dem Herrn Reichswehrminister und dem Herrn Vizekanzler von Papen wurde folgende» vereinbart:

Zur Sicherung der Schlagkraft der nationalsozialistischen Revolution gliedert sich der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, in die nationalsozialistische Bewegung in folgende Weise ein:

a) Der Kernstahlhelm bleibt wie zuvor der Führung des Bnndesführer» unterstellt.

b) Der Dundesführer verbietet von jetzt ab den Mitgliedern des Kernpahlhelms jede andere Parteizugehörigkeit als die zur NSDAP.

c) Der Führer der NSDAP Adolf Hitler gibt so die Mitgliedschaft des Stahlhelm, zur NSDAP frei.

d) Der Iungstahlhelm tritt neben SA und SS und wird dem Obersten SA-Führer unterstellt. Der „Scharnhorst" wird in die Hitlerjugend eingegliedert.

e) Der Iungstahlhelmführer von Morozowicz tritt zum Stab des Obersten SA-Führers.

Berlin, den 21. Juni 1S33

Adolf Hitler, Franz Seldte.

Lin uuZerlieui'es Material:

7« Prozent -er Sanwfftaffelmttgüe-ee fin- Konununisten «n-Sorial-emakraten

Verdrechee. Diebe und guhMee nehmen führende Stellungen ein

Eine großangelegte Attion

end. Berlin, 21. Juni. In verschiedenen Ländern begann heute morgen auf Grund schwerwie­genden Materials, das der politischen Po­lizei in die Hände gefallen war, eine große Aktoin gegen die deutschnationalen Kampfstaffeln, da sich ergeben hat, daß sich in den Reihen dieser Verbände, die hier und da bereits örtlich ausgelöst sind, über­wiegend Kommunisten eingenistet haben. Diese Kommunisten, die bisher keinerlei organisatorischen Zusammenhang haben dursten, die weder uniformiert sein konnten, noch Waffen tragen durften, haben die Gelegenheit benutzt, in diesen Kampfstaffeln Uniformen und Waffen zu erlangen und diese Kampfstaffeln zu einer Art Oppo­sitionselement gegen die Regierung der nationalen Revolution auszubauen. Die ört­lichen Aktionen begannen mit Haussuchungen und Beschlagnahme der Waffen und Uniformen.

Matznahmen in Preußen

Berlin, L1. Juni. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Auf Grund des ß 1 der Ver­ordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933, in Verbindung mit 814 des Polizeiverwaltungsgesetzes hat der preu­ßische Minister des Innern die Kampfringe der Deutschnationalen Front (früher Deutschnationale Kampsftafsel») einschließlich sämtlicher Formationen ftmi« die im Bismarck-Bund zusammengeschlossenen yugendgruppen im ganzen Gebiet des Freistaates Preußen ausgelöst und verboten.

Der beutschnationale Reichstagsabgeordnete Timm festgenommen

°ud. Berlin, 21. Juni. Im Verlauf der Aktion gegen die deutschnationalen Kampfstaffeln ist der beutschnationale Reichstagsabgeordnete Timm fest­genommen worden.

Die Polizeiabteilung z. b. V. Wecke erschien heute vormittag unvermutet in den Räumen der Geschäfts­stelle der DNVP gegenüber dem Reichstagsgebände und nahm eine Haussuchung vor.

Eine Abteilung der Hundertschaft z. b. V. besetzte heute vormittag das Staffelheim VI des Kampfringes der Deutschnationalen. Schriftstücke wurden beschlag­nahmt, sieben Angehörige des Kampfringes in Schutz- haft genommen und verschiedene Schußwaffen be­schlagnahmt. Das Heim wurde polizeilich geschloffen.

Das Kampfstaffelheim I, das älteste Groß-Berlins, wurde von SA.-Leuten besetzt und polizeilich ge­schloffen. Bei der Durchsuchung fand man drei Ge­wehre (Modell W).

Im Laufe der Aktion sind in Berlin weit über M beutschnationale Kampfstasselsührer festgenommen worden. Ferner wurden mehrere hundert Kommu­nisten, die sich in Kampfstasselunisormen gesteckt hatten, ebenfalls der Staatspolizei zugeführt. Unter den festgenommenen Führern befindet sich u. a. der deutschnationale Kampfstasselsührer Sedlaczek, der Redakteur bei der „Deutschen Zeitung" ist. Auch der bei der gleichen Zeitung tätige Redaktionsvolon­tär Hugenberg, ein Neffe des Reichsministers Hu- genberg, wurde festgenommen. Ein weiterer Neffe Hugenbergs gehört ebenfalls zu den Festgenommenen.

Seldte sieh« m Silier

Eine Erklärung des Bundessührers

vttd. Berlin, 21. Juni. Der erste Bundes- sährer des Stahlhelms und Reichsarbeitsminister Franz Seldte hat solgenden Aufruf erlassen:

Die nach dem siegreichen Durchbruch der national­sozialistischen Revolution nachträglich betriebene Ausbreitung und das Verhalten des Kampfringes junger Deutschnationaler, besten Vorhandensein und Zweck auch dem Stahlhelm stets unverständlich war, hat heute eine Aktion ausgelöst, deren Notwendig­keit im Sinne der nationalsozialistischen Staatsidee Segen jede Reaktion anerkannt werden mutz. Daher befehle ich entsprechend meinen Fehrbelliner Aus- siihrungen gegen jede Reaktion: Der Stahlhelm steht heute und zukünftig zu Adolf Hitler und in der Front der nationalsozialistischen Revolution.

gez.: Franz Seldte.

Verbot auch in den übrigen Ländern

Aus Württemberg, Sachsen, Braunschweig, Baden, Mecklenburg, Anhalt usw. laufen gleichlautende Ver- botsmeldungen ein. Ueberall sind die Kampfstasfeln ohne besondere Awischenfälle aufgelöst worden. Ueber Auflösung der Kampfstasfeln in Bremen siehe im lokalen Teil.

Zu Braunschweig ist auch Jungdo, Werwols und

cnb. Berlin, 21. Juni. Zum Verbot der Kampf­ringe der Deutschnationalen Front (Kampfstasfeln) und der Bismarck-Jugend erfahren wir noch fol­gendes:

Das Verbot ist durch das Geheime EtaatSPolizei- amt in Verbindung mit besonderen Bereitschaften der Schutzpolizei bis zum Abend in ganz Preußen restlos durchgeführt worden. Der Preußische Mini­sterpräsident sah sich umso mehr zu dieser Maß­nahme veranlaßt, als die Führung der Kampfstaffein eine unglaubliche Rücksichtslosigkeit angesichts des ihr in loyaler Weise bekannt gegebenen Materials an den Tag gelegt und eine Ab­stellung der unerträglichen Zustände .richt in Angriff genommen hat.

Aus dem vom Geheimen Staatspolizeiamt beschlag­nahmten Material wird in immer stärkerem Maße erhärtet, daß

die Kampfstasfeln bis zu 76 Pzt. kommunistisch und marxistisch durchsetzt sind. Die Durchsicht der Mitgliederlisten hat ergeben, daß nicht nur die ein­fachen Mitglieder der marxistischen Organisationen sondern auch

die Funktionäre in die Kampfstasfeln übergetreten sind

und dort ihre staatsfeindliche und zersetzende Tätig­keit vollauf weiter durchgeführt haben. Auch Ele­mente, die aus der SA. und anderen nationalen Wehrverbänden wegen verdächtiger Gesinnung und anderer Umstände ausgeschlossen wurden, sind in die Kampfstasfeln an sührender Stelle aufgenommen worden.

Schon seit einiger Zeit wurden die Deutschnatio- nalen Kampfstasfeln, wie sie früh-r hießen, aufmerk­sam von der Polizei beobachtet. Dabei wurde in ver­schiedenen Orten immer wieder festgestellt, daß namentlich

Sozialdemokraten offen erklären,

sie müßten in eine nationale Organisation gehen, um dort zersetzend zu wirken, um Einblick zu bekom­men in die Polizei- und Parteimaßnahmen. Bei der politischen Polizei waren diese Tatsachen in der Mehrzahl der Fälle bereits aus Grund bestellender Akten bekannt. Besonders erwähnenswert ist ein Vorfall bei der Skagerrrk-Feier in Berlin. Damals wurden die Deutschnationaien Kampfftasseln, die in der für sie immerhin erheblichen Zahl von über 200 Teilnehmern ausmarschiert waren, beim Abmarsch durchsucht, wobei festgestellt wurde, Laß 14V von ihnen bis zum 5. März aktiv in der Kommunistischen bezw. Sozialdemokratischen Partei oder einem der diesen Pane-en nahestehenden Ver­bände tätig waren. Diese Feststellungen sind erst ge- tlSM yorden, nM^N die Namen der Zwangs-

gestellten an Hand der Kartei der politischen Polizei nachgeprüft worden waren. Besonder! interessant ist eine mitbeschlagnahmte Liste einer Kampsstasfel aus dem 82. Berliner Polizeirevier. Sie enthielt SS Namen von Mttgliehern LeS Deutschnationaien Kampfringes. Von diesen sind bei 18 belastende Akte» bei der Geheimen Staatspolizei

vorhanden. Bezeichnend beioadcrS ist es, daß bei den Leuten, die früher im Reichsbanner, bei der KPD. usw. organisiert waren, erhebliche Vorstrafen festgestellt wurden, u. a.

wegen Betruges, ZuhMerei, Kuppelei usw. Einige der Mitglieder deS Kampfringes hatten auch den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte zu bekla­gen, der gegenwärtig noch besteht.

Wie wir erfahren, ist dak Tragen der grünen Uni­form der Kampfringe und dar Tragen der Abzeichen der Kampfstasfeln selbstverständlich verboten worden.

Ein ganz besonderer Typ innerhalb der Kamps- stafseln ist der sogenannte KS.-Mann Bridau aus Berlin. Dieser Führer ist 20 mal in den letzten 10 Jahren vorbestraft, darunter wegen Dicbstahls, 2 mal wegen Sitt» lichkcitsverbrechens, wegen Erregung öffentlichen Aergernisses usw.,

ferner sind ihm die bürgcrl'chen Ehrenrechte auf 5 Jahre abgesprochen. Im Bezirk des Polizeireviers 89 sind

von 13 KS.-Leuten 8 als marxistische kriminelle Verbrecher

festgestellt worden. In zahlreichen Kampfstasseln wurden

prominente Mitglieder der Berliner Ringvereine ermittelt.

Weitere Ermittelungen haben ergeben, daß diese ganzen Verbrecher nicht nur den kampfstasfeln, sondern darüber hinaus auch organisatorisch der deutschnationaien Front angehörten. Das er­schwert die Lage außerordentlich, denn auch die deutschnationale Front müßte also nach den von zuständiger Stelle gemachten Angaben von diesen Leuten gereinigt werben.

Die Gesamtstärke der Kampfstasfeln betrug in Berlin etwa 3000, Davon find 2000 bis zum Fe­bruar aktiv im marxistischen Lager tätig gewesen. Sie sind nur nach eigener Aussage aus dem Grunde in die Kampffront eingetreten/ um ihre staatsfeind­lichen Pläne durchzuführen. Die kommunistischen Elemente haben es verstanden, sich bis in die obersten Führerstellen der Kampfstasfeln hineinzumanövrieren. Der Führer der Stabkampf- stassel Schuster ist ein bekannter Rotarmist, er ist früher Führer ber roten DolkSmarine gewisen. Ein

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gehört« der Fremdenlegion an, ein Merkmal, das man sehr viel bei Kampfstasfelleuten hat feststellen

können.

Vlei-t Hugenberg?

(Drahtbericht unserer Berliner Schristleitung.)

Berlin, 21. Juni. In der Reichskanzlei hat am Mittwoch abend im Zusammenhang mit den be- beutvngSvollen Ereignissen der Tages eine Aus­sprache zwischen dem Reichskanzler und dem ReichS- «rnährungSminister Dr. Hugenberg stattgefunden. Die vorliegende Mitteilung besagt lediglich, daß bei dieser Gelegenheit sowohl die Vorfälle in London als auch die Polizeiaktion gegen die deutschnationaien Kampfstasfeln zur Sprache gekommen sind. Zwischen den Zeilen kann man darüber hinaus lesen, daß eine Klärung beider Fragen nicht erreicht worden ist. Die Krise um Hugenberg dauert also an.

Wenn auch von den beteiligten Stellen betont wird, daß sich.die Polizeiaktion gegen die Kämpf- staffeln nicht gegen die Deutschnationale Front als solche richt«, so bleibt doch immerhin die Tatsache bestehen, daß es mit dem gestrigen Verbot, über dessen Berechtigung natürlich kein Zweifel bestehen kann, die Partei ihrer Jugendorganisation und da­mit ihres gesamten Nachwuchses beraubt worden ist. Zudem hatte sich Dr. Hugenberg, der mehr als ein­dringlich gewarnt wurde, bescheinigen lassen müssen, daß diese Jugendgruppen der Deutschnationalen sich im Laufe der letzten Zeit zu einem vollendeten Sam­melpunkt marxistischen Verbrechergesindels entwickelt hatten. Was eine solche Feststellung für einen na­tionalen Politiker und Parteiführer unter normalen Umständen bedeuten müßte, liegt auf der Hand. Bis zur Stunde hat Dr. Hugenberg, der von derartigen Ressentiments wenig berührt ist, noch keine Folge­rungen aus der mehr als eindeutigen Lage gezogen.

Mit besonderer Spannung sieht man deshalb in politischen Kreisen der Ankunft des Reichsaußen- ministers Neurath in Berlin entgegen. Herr von Neurath war bekanntlich in erster Linie durch die Disziplinlosigkeit betroffen, die sich der Reichs- ernährungsminister durch seine eigenmächtige Ver­öffentlichung deS bekannten Memorandums zuschul­den kommen ließ. Man kann sich in Berlin dem Eindruck nicht entziehen, daß schon im Laufe der nächsten Tage der augenblicklich noch zur Schau ge­tragene parteioffizielle Optimismus der Deutsch­nationalen Volkspartei eine wesentliche Einschrän­kung erfahren wird, da durch die Ereignisse des Mitt­woch die innerpolitische Lage des deutschnationaien Parteichefs wie auch seiner Anhängerschaft wesentlich verschlechtert worden ist, während sie für uns be­wiesen haben, daß sich der Ablauf der deutschen Re­volution'nicht' mehr aufhalten läßt.

Ver Giri« im Rollen

Ungeheuerliches ist geschehen. Die politische Polizei hat in ganz Deutschland die deutschnatio­nalen Kampfstasfeln auflösen und ihre Führer festsetzen müssen, weil sich in ihre Reihen die noch vorhandenen aktivistischen Elemente der Kommunisten ofsen oder heimlich eingeschlichen hatten, um unter den Farben schwarzweißrot und im Grünhemd gegen den Staat und gegen Adolf Hitler zu kämpfen. Wir sind vieles ge- wohnt und uns überrascht so leicht nichts, aber sich in diesem Umfang der deutschnationaien Jugendgruppen bedienen zu können, um neue Terrorpläne gegen das junge Deutschland vor­zubereiten, daS ist nicht nur ein Ereignis mit allergrößten politischen Folgen, sondern das ist zugleich ein erschütternder Beweis dafür, wie weit gewisse Führer in ihrer feindseligen Hal­tung gegen den Nationalsozialismus zu gehen vermögen. Wir erinnern uns eines Wahlplaka- teS der Deutschnationaien Volkspartei, aus dem mau einen SA.-Mann zusammen mit Marxisten und Kommunisten abbildete in enger Verbrü­derung und mit dem man die deutsche Freiheits«

SA.-Mann von Marxisten erschossen

(Eigener Drahtbericht)

Berlin, 22. Juni. AIS am Mittwoch- abend SA^Leute in der Alten Dahlwitzer. strafte in Eöpenick eine Durchsuchung vor­nehmen wollten, schotz der 23jährige SPD- Angehörige Anton Schmaus von der Wob« mmgstür aus auf die SA.-Leute. Ein SA.« Mann und eine Zivilperson wurden getötet, zwei SA.-Leute schwer verletzt. Der Täte« konnte festgenommen werden.

bewegung vor der Wählerschaft diffamieren wollte. Heute stellt sich heraus, daß bis zu ?0 Prozent der deutschnationaien Kampsstaffeln noch im Februar und März aktive Kommunisten waren, die heute selbst in die Reihen der deutsch­nationalen Volkspartei ausgenommen worden sind, und zwar aufgenommen, ohne daß sie ein Hehl daraus machten, welche trüben Ziele ste verfolgten. Es sind Kommunisten zu führenden Stellen in den Kampfstaffeln gekommen, die bis zu zehn Mal wegen krimineller Verbrechen vor- bestraft und ledig ihrer bürgerlichen Ehrenrechte waren. Es sind Gruppen festgestellt worden, bei denen weit mehr als die Hälfte sich aus rein kommunistischen Elementen zusammensetzte. — Wir vermögen nicht zu glauben, daß diese Vor­gänge den verantwortlichen Führern verborgen geblieben sind. Wir können uns dieses ungeheu­erliche Verhalten nur so erklären, daß man mit allen Mitteln versuchte, gegenüber der deutschen Freiheitsbewegung eine Menschenmasse, ganz gleich, welcher Qualitäten, zu organisieren, um das eigene kümmerliche politische Dasein zu retten. Diese Hoffnung ist zerschlagen worden und die deutschnationalen Jugenbgruppen aller Art haben mit dem gestrigen Tage aufgehört, zu existieren. Hier und da hat man protestiert, aber im ganzen ist diese Aktion so reibungslos vonstatten gegangen, wie es bei der Macht­stellung der NSDAP. im netten Staat als selbstverständlich zu erwarten war.

Durch dieses rücksichtslose Vorgehen wird wie­der einmal nach außen hin dokumentiert, daß die NSDAP von ihrem Totalttätsanspruch nicht im geringsten abzugehen bereit ist. Jahre hin­durch hat man uns verlacht, wenn wir immer wieder feststellten, daß eine einheitliche welt­anschauliche Grundlage die Voraussetzung für alle aktive Politik ist, und wir werden heute diese Grunderkenntnis, die uns von Sieg zu Sieg geführt hat, nicht aufgeben, nachdem uns die staatlichen Machtmittel in die Hand gegeben sind, für die Verbreitung und Erfassung dieser einen, allein - möglichen nationalsozialistischen Weltanschauung die Wege zu ebnen. Im neuen Staat wird nur der leben, wirken, schaffen und gestalten können, der auf nationalsozialistischem Boden steht, ganz gleich, ob er Parteimitglied ist oder nicht.

Von diesen Ueberlegungen hat man sich auch bei der nun vollzogenen Eingliederung des Stahlhelms in die Bewegung leiten lassen. Diese Organisation war in den letzten Wahlkämpsen vor der Machtübernahme so manches Mal miß­braucht worden und hatte sich immer weiter von ihren eigentlichen Ausgaben entfernt. Heute wird die Pflege der alten Front-Kameradschaft

und Ue Arhastung sosdajischer Gesinnung VMssr