Ausgabe 
(19.6.1933) Nr. 160
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ire.iso. Jahrgang 1833

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Bremen, Msmag. -en rs. Iurrr iSLs Emzeweers l5 pfg.

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Das AnMotur Braarr dos Ssrrsls dsr 5rereir Bvenren.

Silier und

vor der Milteldeuk

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Erwrt ehrt den Führer als den hervorragendsten Man« des Deutschen Volkes

Erfurt, 18. Juni. Schon am frühen Sonntag­morgen gaben die aus allen Teilen Mitteldeutsch- lands nach Erfurt gekommenen Braunhemden der Etadt das Gepräge. Zu dem großen SA-Appell auf dem Erfurter Flughafen waren

Aber 60 000 Braunhemden ausmarschiert.

kleben einer großen Anzahl von Vertretern der Behörden bemerkte man u. a. den Stahlhelmführer Jüttner, den Reichsstatthalter Sauckel, den thü­ringischen Landtagspräsidenten Hille und den thüringischen Minister Wächtler, außerdem Prinz August Wilhelm in schlichter SA- Uniform. Nachdem Stabschef Rohm mit seinem Wagen die endlose Reihe der Braunhemden abge­fahren hatte, weihte er etwa 200 neue Hakenkreuz­sahnen und führte dabei u. a. aus: „Die gewaltige krhebung des deutschen Volke? ist der Lohn Eurer tzpfer und Eurer Pflichttreue. Ihr seid Soldaten gewesen, schlichte und einfache und stille Kämpfer unseres Führers und des Reiches Kanzlers. Als Chef des Stabes verlange ich, daß Ihr weiter so bleibt, damit das erhalten wird, was Ihr erkämpft habt und was Hunderte Eurer Kameraden mit Ihrem Blute bezahlt haben. Die neuen Fahnen sollen Euch vorangehen in den Kämpfen, die noch bevorstehen; denn noch ist Eure Aufgabe nicht zu Ende, noch harren neue Kämpfe den braunen Bataillonen,

das Endziel dieser Kämpfe ist die Einigung aller deutschen Volksgenossen,

der Dienst am Volk und Vaterland im Sinne des Führers Adolf Hitler. Gerade die nächsten Monate werden hohe und schwere Aufgaben bringen, aber Ihr werdet sie lösen, wenn Ihr bleibt, was Ihr immer ward und seid: Echte, treue einfache Sol­daten." Danach übergab Gruppenführer Zunkel dm Fahnenträgern die wehenden Symbole.

Nach kurzer Zeit traf Adolf Hitler mit dem Flug­zeug auf dem Erfurter Flughafen ein.. Auf der. Fahrt zur Stadt wurden ihm begeisterte Ovationen dargebracht. In seiner Begleitung befanden sich u. a.

Reichsminister Dr. Frick, Alfred Rosenberg und der ungarische Ministerpräsident GömbLS- Im Festsaal des Erfurter Rathauses fand sich dann . eine kleine Versammlung von geladenen Gästen zu­sammen. Oberbürgermeister Tichier dankte dem Kanzler, daß er trotz der riesigen Arbeit der letzten Zeit mach Erfurt gekommen sei. Erfurt habe in den 12 Jahrhunderten seiner Geschichte viele große Männer beherbergen können.

In Adolf Hitler aber ehre es den größten deutschen Mann, der sein ganzes Leben geopfert habe für seine große Idee im Dienste des Volkes. Die Stadt verpflichte sich, im Sinne des Führers rückhaltlos zu arbeiten, und erflehe für ihn den Segen Gottes.

Adolf Hitler erwiderte, es sei das erste Mal, daß er als Reichskanzler einer Stadt einen offiziellen Besuch abstatte. Der Besuch sei ihm diesmal von besonderer Bedeutung, denn in Erfurt sei das Pro­gramm einer Partei entstanden, die Deutschland ins Unglück gestürzt habe.

„So wie wir heute Besitz von dieser Stadt ergriffe» haben, so haben wir die sozialdemo- kratische Bewegung, die in Erfurt manifestiert wurde, überwunden.

Die Urkunde dieser schönen Stadt nehme ich be­sonders freudig und mit ganz besonderem Dank an." Darauf trug sich der Kanzler in das Goldene Buch ein, ebenso Reichsminister Dr. Frick und der un­garische Ministerpräsident. Inzwischen hatten sich Zehntausende auf dem gewaltigen Friedrich-Wilhelm- Platz, zu Füßen deS Doms, eingesunken, wo Adolf Hitler den Vorbeimarsch seiner braunen Soldaten abnahm, für den vier Stunden vorgesehen sind. Als er den Platz betrat, kannte der Jubel der Mosten, die teilweise seit den frühesten Morgenstunden trotz des zeitweise niedergehenden Regens ausgeharrt hatten, keine Grenzen.

Die Rede des FöhreeS

Nach dem Vorbeimarsch der Braunhemden auf dem Domplatz begab sich Reichskanzler Adolf Hitler in das Stadion, in dessen Oval allein sich 120 000 Men­schen eingefunden hatten. Unter den Ehrengästen be­merkte man den Oberpräsidenten der Provinz Sach­sen, Welcher.

Reichsstatthalter Sauckel begrüßte den Kanzler. Er betonte dann, daß er außerdem die hohe Ehre habe, einen hohen Gast, den Ministerpräsidenten der ungarischen Nation, Exellenz Gömbös, in Mittel- deutschland zu begrüßen." Möge der hohe Gast die Ueberzeugung gewinnen, daß die heilige Begeisterung, die unser Volk und uns durchglüht, nur deshalb so gewaltig ist, weil das deutsche Volk in Adolf Hitler geeint worden ist. Wir danken dem Gast die große Waffenbrüderschaft, die die ungarische Nation in schwerem Ringen mit unserem Volke verbunden hat. Wgs die ungarische Nation auch in Zukunft stolz sein können auf die Freundschaft mit Deutschland und mögen außerdem die befreundeten Völker der Welt das neue Deutschland erkennen und an­erkennen."

Tann betrat Adolf Hitler, minutenlang stürmisch das Rednerpult. Er führte u. a. aus: Ais - . -!new Jahr auf diesem Platz s'r-rach,

-' ... ag --g keine fünf Monat: mehr öauern : .>dd... in: '. dar rdchn'ach cn §si> ' wu.d.'. 2aL ist :'rgetreten. Das ... rfche Vo.k !sr erwacht aus der Erkenntnis, daß, wenn der Staat ie Verbundenheit zum Volke verloren hat, es Pflicht Isi wieder in das Volk hineinzugehen. Wir haben vs getan, weil wir erkannten, daß des Staates 'hnmacht nur die Folge der Zerrissenheit des Volkes dar.

Wenn man das Reich wieder erheben wollte, mußte man das Volk erheben und zusammen­schweißen zu einer unzerreißbaren Einheit. Nicht durch Phrasen, sondern durch eine unermüdliche Erziehungsarbeit am lebendigen Organismus konnte das geschehen. Wenn uns die Gegner vorwerfen, daß wir nur reden könnten, so zeige ich ihnen das, was heute vor mir steht.

Das ist keine Redensart, sondern eine Realität aus Fleisch und Blut

Wir haben bewiesen, daß man ein Volk durch nbeudige Erziehung zur Einheit formen kann, daß Man die Menschen, denen man eingehämmert hatte, wß es keine Brücke der Versöhnung geben könne, ^rsöhnen kann.

Was wir bisher erreicht haben, ist noch nicht U>g. Aber wir werden es vollenden, denn wir aben unsere Jugend, die schon heute uns allein i^rrt und die wir uns nie nehmen lasten. Wir ku'en, daß die, die sich dem Rythmus des natio- n°isn Lebens nicht fügen, diese Entwicklung nicht iu hemmen vermögen. Auch wir werden nicht ver- mn^ern können, daß die ewigen wirtschaftlichen prägen die Grenzen zerreißen, aber wir werden Mki?r auseinanderreißenden Tendenz ein große?

'l iögmüberstellen, das die Menschen doch zu- Imumernübn und wir wissen, daß wir damit die Aussetzung schassen für die deutsche Zukunft.

Als ich das erste Mal vor 14 Jahren diesen Gedanken aussprach, wurde ich verspottet. Aber heute ist das Symbol des Sonnenrades die Staatsflagge des Deutschen Reiches ge­worden und ist für alle eine Quelle des Stolzes, der Freude und einer unerhörten Zu­versicht. Unser Volk erträgt nicht die Führung durch eine fremde Raste. Es mutz Führer haben, die ihm würdig sind. Wir haben dem deutschen Volke deutsche Führer gegeben.

In 14 Jahren haben wir ein großes Wunder voll­bracht und das zweite Wunder wird kommen, wenn

LMZUg Mit EA VSLlMgWÄS

Ei» Toter zehn Schwerverletzte

Senftenberg, 18. Juni. In den Abend­stunden, des Sonnabend ereignete sich aus der Chaussee von Senftenberg nach Calau ein schweres Autounglück. SA.-Männer des Llur-nrS 13 I. 3 aus Senftenberg und Um- gel-ung wa -eu auf einen' großen Lastwagen- >!>, auf dem Wege ia>; Frankfurt a. d- Oder zur» r-A.-Aus !, - ich 'Srnige: Kilometer hin­ter Senftenberg, kurz vor der Grube Ilse, löste sich plötzlich der Anhänger vorn Motorwagen und stürzte um, zahlreiche SA.-Männer unter sich begrabend. Der SA.-Mann Erich Schnei­der aus Reppist bei Senftenberg war sofort tot, während zehn Nationalsozialisten mit mehr oder minder schweren Verletzungen in das Knappschastskrankenhaus eingeliefert werden mußten. Nach den bisherigen Unter- suchungen ist dem Kraftwagenführer keine Schuld an dem Unglück beizumefsen.

Bremer MorsrrMühres bei Hsys löWch vsrzmMÄ

Der Motorradfahrer Die! mann aus Bremen, geriet auf der Heerstraße bei Hoya in einer Kurve mit seinem Motorrad ins Schleu­dern und stürzte mit seiner Maschine. Der ihm folgende Motorradfahrer konnte seine Ma- schine nicht mehr abbremsen und überfuhr ihn. Tiekmann erlitt einen doppelten Schädelbruch, an dessen Folgen er kurze Zeit nach seiner Ein- lieferung ins Krankenhaus starb.

Ihr, Kameraden, dieser Idee treu bleibt. Es kann nicht die Absicht der Vorsehung sein, das Volk ewig zu Parias der Welt zu machen.

Es kommt der Tag, wo wir die Sklavensesteln auch nach außen zerreißen.

Wir haben ein großes Programm der Arbeit im Innern vor uns, besten Durchführung nicht von heute auf morgen gelingt.

Trotzdem haben wir nach viermonatlicher Re­gierung

schon fetzt 1,2 Millionen Arbeitslose weniger, und wir werden nicht rasten, bis auch die übrigen Millionen Arbeit und Brot gesunden haben. Ich möchte den allmächtigen Gott darum bitten, uns niemals wankend werden zu lasten, dann werden wir alle Widrigkeiten des Lebens beseitigen.

Ich möchte Ihnen, Volksgenosten, für das Ber- trauen der letzten Jahre besonders danken. Was die Gegenwart von mir denkt ist mir gleichgültig. Was die Zukunft von mir» von uns, von Euch erhofft, das wollen wir erfüllen. Dann wird die Stund« kommen, in der das deutsche Volk wieder aufleben wird in einem freie» Deutschen Reich.

Reichskanzler Hitler schloß zu den SS-, SA- unb HJ-Leuten gewendet mit den Worten: „Und wart Ihr auch oft hart, ja rücksichtslos

und scharf, Ihr wart immer nur gurr »Bur­sche. Brausender Jubel dankte dem Kanzler, wo er nach Berlin zurückflog.

Sie Besprechungen mit GömböS

Berlin, 19. Juni. Zu den Besprechungen mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös veröffentlicht das außenpolitische Amt der NSDAP. eine.Mitteilung, in der es u. a. heißt:

Der Besuch des Ministerpräsidenten Göm­bös wurde, eingeleitet durch die Ende des vorigen Monats unter Führung des Ge- sandten Daitz vom Außenpolitischen Amt der NSDAP. nach Ungarn entsandten Dele­gation. Diese Delegation hatte bekanntlich die Ausgabe, die vollständig verfahrenen Handelsbeziehungen zu Ungarn möglichst schnell wieder zu ordnen, was auch über­raschend schnell gelungen ist. -

Durch diesen, mit großer Initiative und gutem Willen von beiden Seiten vorgetra­genen Vorstoß gegen das wirtschatliche Durcheinander ist, wie es scheint, die ganze Frage der Neugestaltung des SüdostraumeS in Fluß geraten und hat, wie der Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös lehrt, die ersten weittragenden politischen Folgen gezeigt. Daß hiervon auch die Konstellation der Verhältnisse in Oestereich nicht unberührt bleiben kann, steht am Rande. Die wirtschaft­liche Vernunft, die bei der Regelung der deutsch-ungarischen Verhältnisse zutage tritt, scheint auch bereits beim Abschluß des ungarisch-rumänischen Abkommens vorzu- herrschen, was zu weiteren günstigen Prog­nosen Anlaß geben darf.

Es ist außerordentlich erfreulich, daß die außenpolitischen Aemter der NSDAP. in Berlin und Wien sich soweit in den Dienst einer guten Sache gestellt haben daß man geradezu von einer Pioniertätigkeit im Sinne einer organischen, alle Teile befriedigenden Neuordnung in einem der verwickeltsten und schwierigsten Teile. Zentraleuropas reden kann.

OsUeeekck ?sü -er KeSrrerr EMZMs SeiteeLm

Prag, 18. Juni. Der Vertreter des Präger Tagblattes hatte in London eine Unterredung mit dem Außenminister Dr. Benesch- Dr. Benesch hat dabei Oesterreich offen eingeladen» der Kleinen Entente beizutreten. Er erklärte u. a., Oesterreich habe nun die Politik ein­geschlagen, die seiner wahrhaften Mission im im Donauraum entspreche- Die wirtschaftlichen Interessen der Donaustaaten seien einander nicht entgegengesetzt. Die alte Monarchie sei wirtschaftlich ein sehr gesundes und fest fun­diertes Gebilde gewesen. (Die Denkschriften der Tschechen im Weltkrieg und während der Friedensverhandlungen an die Großmächte behaupteten das Gegenteil! D. Red.) Er, Dr. Benesch, sei überzeugt, daß man über kur» oder lang wirtschaftlich auf diese Verbunden­heit werde zurückgreifen müssen, wenn man wieder in die Höhe kommen wolle. Die Kleine, Entente sei jederzeit bereit, ihren Bund durch neue Freunde zu vergrößern. Oesterreich habe die Gelegenheit in einem wirtchaftlichen Gebilde mitzuarbeiten, das in seiner Art auch eine Großmacht sei, ohne es eigentlich zu sein. Dadurch würde Oesterreich die Lösung der mitteleuropäischen Frage überhaupt anregen und Vertrauen und polt- tische Freundschaft wieder herstellen.

Das amerikanische WirMMsyrogramm

Das amerikanische Wirtschaftsprogramm.

Die Bedeutung der Noten an die Schuldnerstaaten.

Washington, 18. 6. Die amerikanische Regierung verfolgt, wie ihr Verhalten tu der StabilifierungS-,

und KrlegSschnldenfrage erneut gezeigt hat, ganz konsequent seine Politik.

1. der Bereitwilligkeit zu internationaler Zu­sammenarbeit auf Grundlage der Gegenseitig­keit,

2. der Ablehnung einseitiger Konzessionen,

3. der Verweigerung einseitigen Bruches zwei­seitiger Verträge,

4. der Dollarstabilisierung um den früheren freien Wettbewerb zwischen Dollar und Pfund wieder­herzustellen.

Berlin, 18. Juni. Falls England das Pfund nicht in annähernd gleichem Verhältnis zum Dollar wie vor dem Verlosten der Goldparität stabilisieren will, wird Amerika sich auf keinen festen Dollarkurs fest­legen.

In der Krtegsschuldenfrage überrascht und befrie- digt der sehr scharfe Ton, den Unterstaatssekretär Philipps in Roosevelts persönlichem Auftrag Frank­reich gegenüber anschlug. Die amerikanischen Noten an Frankreich, Belgien und Polen stellen mit pein­licher Deutlichkeit fest, daß diese Schuldner ihre ver­traglichen Pflichten nicht erfüllten und zwar zum zweiten Male nicht. Klar ersichtlich ist Roosevelts fester Entschluß, mit den Staaten, die ihre Dezember­rate nicht zahlen, keinerlei Revision anzulasten, während er England und Italien eine Revision in Aussicht stellt. Nach Auffassung Washingtons haben die alliierten Schuldner durch einseitige Kürzung ihrer Zahlungen die Frage keineswegs einer bal­digen Lösung nahegebracht, sondern Kongresse und öffentliche Meinung erneut stark verstimmt und den Befürwortern strengster Isolierung Master auf die Mühlen geliefert.

Notwendige Reise der deutschen VeSigierle«

London, 18. Juni. In den Kreisen der deuschten Abordnung rechnet man damit, daß Minister von Krosigk Änfang dieser Woche nach London komme, und daß nach seiner Ankunft Reichsaußenminister von Neurath sich für eine gewisse Zeit nach Berlin begeben würd, um dort seinen laufenden.Regierungs­geschäften obzuliegen. Der genaue Zeitpunkt seiner Abreise steht noch nicht fest. Nachdem nun die ersten einleitenden Konferenztage vorüber sind, kann erwartet werden, daß eine gegenseitige Ablösung der Hauptdelegierten von dem Gesichtspunkte aus stattfinden, daß einerseits stets genügend Delegierte für die Zwecke der Konferenz anwesend sind, anderer­seits aber auch eine sachgemäße Leitung der taufenden Ministerialgeschäfte in der Heimat sichergestellt ist- Die Reisen der Hauptdel»- gierten werden also eine durch die lan,< Dauer der Konferenz bedingte, laufende Er­scheinung werden, denen im Einzelfall kein? besondere politische Bedeutung beizumefsen ist.

K«aMelmf»rmationen in SkkKeeube« anSselM

Königsberg, 19. Juni. Die „Treuburger Zeitung" meldet:

„Wie der stellvertretende Landrat des Kreises Trenburg mitteilt, sind aus seine Anordnung im Ein­vernehmen mit der Staatspolizeiftelle Tilsit Freitag die Ortsgruppen des Stahlhelm in Schareyken sowie die Formationen des Stahlhelm in den Ort­schaften Wiesenhöhe, Lehnartsn, Bill- stein, Grünheide, Salleschen und Wronken aufgelöst worden, da durch die immer mehr anwachsend« Ausnahme kommunistischer und marxistischer Elemente in die Reihen des Stahlhelm die unmittelbare Gefahr einer Störungder öffent­liche« Ruhe und Ordnung bestand. Sämtliche Vc>- ; mögensgegenftmrde der Formationen verfallen Beschlagnahme. Die Ortsgruppen führcr des Sta-l- helm in Schareyken, Mailonka und Kelch sind wegen dringenden. Verdachts eines Vergehens geqen dir Verordnung des Reichspräsidenten zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der na­tionalen Erhebung vom 21. März 1933 verhaftet worden."

SUMM von HaSerrSreuMhuen §n SW-erMSMeN

Kattowitz, 19. Juni. In der Nacht zum Sonntag wurden in Rybnik an drei verschiedenen Stellen der Stadt, darunter auch dem Magistrats- gebände, Hakenkreuzsahnen gehißt. Drei junge Deutsche, die im Verdacht stehen, die Fahnen gehißt zu haben, wurden am Sonntag vormittag von der Polizei verhafte?.

Rsch immer keine MOrichk öder -en Vermeid von MatkeenS

Moskau, 18. Juni. Die Gerüchte, wonach Müttern zwischen Alaska und Rußland gelandet sei, haben sich bis jetzt noch nicht bestätigt. Keine russische Funkstation hat bisher eine Spur von Mattern entdeckt.

Militärflugzeug in die Zuschauermenge gestürzt. Ein Toter, sechzehn Verletzte.

Paris, 19. Juni. Bei einer Flugveranstaltung des 33. Flieger-Regiments und der 21. Bombenstaffel in Ranch, stürzte ein Militärflugzeug auf einen Schup- p-n ab und brannte sofort aus. Der Flugzeug­führer wurde auf der Stelle getötet. Von den Zu. schauern wurden etwa 16 Personen mehr oder we- Wger schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich wäh. rend eines akrobatischen Kunststückes, das der Flieger in 200 Meter Höhe ausführte.

See IN. Frmi

Ein Gedenktag in der deutsch- amerikanischen Schiffahrtsgeschichte Bon Wilhelm L. Ehlcrs

Es fällt auf, ist aber sicher nur ein Zufall, daß in der Geschichte der deutsch-amerikanischen Seeschiff- fahrt der neunzehnte Junr ein Tag ist, an dem die Chronik in einer Reihe von Jahren bemer­kenswerte Ereignisse verzeichnet, die im Laufe der Zeiten sowohl für das deutsche wie auch das ameri­kanische Wirtschaftsleben bedeutungsvoll geworden sind. Wenn wir den diesjährigen 19. Juni zum Anlaß nehmen, das nunmehr 7Sjährige Bestehen des Nordamerikadicnstes des Norddeutschen Lloyt in Erinnerung zu bringen, so ist es vielleicht nicht ohne Interesse, gleichzeitig auch einiger anderer Vorgänge zu gedenken, die ebenfalls an das Da­tum eines 19. Juni gebunden sind und mit der Entwicklung der deutsch-amerikanrschen Schiffahrts­beziehungen in engem Zusammenhang stehen.

Greifen wir zunächst zurück auf die Vorver­handlungen, die im Jahre 1825 zwischen der Freien Hansestadt Bremen und der Krone Han­nover geführt werden mußten, um den großzügigen Plan des Bremer Bürgermeisters Dr. Johann Smidt, an der Mündung der Gerste in der Unter­weser einen großen leistungsfähigen Seehafer zu schaffen, in die Tat umzusetzen und dadurch die infolge zunehmender Versandung der Unter­weser drohende Ausschaltung Bremens als See­hafen zu verhindern. Smidt wußte genau, was er wollte. Und so hütete er sich wohlweislich, seine Hafenpläne vorzeitig öffentlich bekannt zu geben Nur ganz wenige Personen aus Senats- und

Freundeskreisen weihte er in sein Geheimnis ein. Um aber unauffällig mit der Regierung in Han­nover in Kontakt zu kommen, erwirkte er sich unter Verschleierung des eigentlichen Zwecks Mitte Juni 1825 vom Senat eine „vertrauliche Sendung an das hannovrische Ministerium", um mit ihm wegen engerer Zusammenarbeit beider Staaten auf wirt­schaftlichem Gebiet Rücksprache zu halten. Der

Bremer Senat glaubte keinen besseren Unterhändler in dieser wichtigen Angelegenheit finden zu können, als Smidt selbst. Am 19. Juni 1825 in aller

Frühe trat Smidt seine Reise nach Hannover an,

um dort, wie öffentlich mitgeteilt wurde, mit sei­nen in Göttingen studierenden Söhnen zusammen­zutreffen. Nach Inständiger Eilstahrt kam er am 19. Juni abends in Hannover an und benutzte am folgenden Tage die Gelegenheit ohne vorherige Anmeldung den Minister von Bremer aufzu­suchen. Seinen Besuch kennzeichnete er als einen reinen Höflichkeitsbesuch gelegentlich seiner zufäl­ligen Anwesenheit in Hannover, die durch ein be­absichtigtes Zusammentreffen mit seinen Söhnen in Göttingen bedingt sei. Vorsichtig lenkte Smidt all­mählich die Unterhaltung auf die Zusammenarbeit Bremens und Hannovers und spielte dabei mit der ihm eigenen diplomatischen Geschicklichkeit auf die Dinge an, deren Verwirklichung ihm am Herzen lag. Aus der ursprünglich rein privaten Unter­haltung wurde bald eine Staatsaktion von höch­ster Bedeutung. Smidt verstand es den hannovri­schen Minister derart für seine Pläne zu inter­essieren, daß dieser ihn in dem Augenblick, als er Miene machte, sich zu verabschieden, bat, noch zu bleiben und ihm Näheres über seine Absichten mit­zuteilen. Smidt entwickelte dann m klarem Vor­trage in großen Zügen seine Ideen. Dieser Ver­trag bildete den Ausgangspunkt für die später fol­genden langwierigen Verhandlungen zwischen Bre­men und Hannover wegen Abtretung des zum Ha- senban an der Nntermeser erforderlichen Gebiets. Ani 11. Januar fanden diese Verhandlungen ihren Niederschlag in dem bekannten die Materie re­gelnden Staatsvertrage. Nach der Uebereignung des fraglichen Areals an der Geeste wurde im Sommer 1827 mit der Anlage des neuen bremi­schen Seehafens denonne . . . n.

eröffnn würd? nnn an -irn- . n

lichkeir gab, durch S - . ,--ö.n - mnin - n- aer '. -.lai.on nm n' fchn I ruft kcr Schonung und ch-'uuiNinq eine; e-n,, fähigen Handelsflotte sich seinen Anteil am Ueber- sseverkehr dauernd zu sichern.

Kaum ein Jahrzehnt verging, da setzte allmählig der Ueber gang der Segelschiffahrt znr Dampfschiffahrt ein. Nachdem die englische Cunardlinie durch ihre im Jahre 1840 in Dienst gestellten Dampfer sich in der überseeischen Post­beförderung eine Art Monopolstellung geschaffen hatte,- wurde sowohl diesseits wie jenf'its des Weltmeeres der Wunsch laut, durch Gründung ähn­licher Unternehmungen der englischen Vorzugs­stellung zu begegnen. In Bremen im Jahre 1841 aufgetauchte Bestrebungen dieser Art scheiterten zu­nächst an der Finanzierung. Dagegen kam -fünf. Jahre später nach Ueberwindung erheblicher Schwie­rigkeiten, — die zu einem Teil durch den Weitblick des Bremischen Senats, durch die energische Mit­arbeit angesehener Bremer Kaufleute, sowie des ehemaligen amerikanischen Konsuls Dudley A. Mann und des preußischen Gesandten in Washington von Gerolt und nicht zuletzt durch die bemerkens­werte Einmütigkeit und finanzielle Opferwilligkeit einer Reihe deutscher Staaten beseitigt wurden, — in Amerika ein Unternehmen zustande, das sich den Betrieb einer

regelmäßigen Dampsschifsslime zwischen New- Dork und Bremen

zum Ziel gesetzt hatte. Auch für die Gründung und Eröffnung dieses von dem amerikanischen Fondsmakler Edward Mills in Angriff genomme­nen Unternehmens, das ursprünglich privaten Cha­rakter trug, aber schon, bevor es seinen Betrieb aufnahm, wegen Mangels ausreichender Mittel seines Urhebers in die Form einer Aktiengesellschaft unter dem Namen

«Oremi Ltesm Nnvitzalioo Eowpnnf* gekleidet wurde, gewann der 19. Juni Bedeutung.