Ausgabe 
(18.6.1933) Nr. 159
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M. 15 S. Jahrgang 1 S 3 S

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vuemerkMomlsoMMfelio Zeitung

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der ^rei

Ardeitsbeichasiung sür SA. und SS.

Vereinbarung »wische« KSVAV. und den ArbettgeberverbSnde«

fsih ftmgi Achtung!

An Met

Bon Pg. »utt Thiele, Mb».

Präfideui der vürgerschaft

Die wir erfahre», ist Pg. Thiel« von der «rriSleituag der NSDAP. i» Bremen als Lei. ter der PrüfungSauSschuffr- für die Partei-Or- g-misation eingesetzt worden. Darum haben sol. Sende «n-sührungen besonder« Bedeutung.

Die Redaktion.

gch halte er nicht für ausgeschlossen, ja sogar für wahrscheinlich, Latz unter den IN Millionen, dte poch vor der Mitgliedersperre sich zur Aufnahme jn die NSDAP. angemeldet haben, Volksgenossen find, die dereinst führende Stellen in der Partei bekleiden und damit Fahnenträger der National. sozialiSmur sein werden. Andererseits weiß ich — und nicht nur ich — daß unter den 1^ Millionen noch mehr solch« find, deren Anfnahmegesuch abge« lehnt werden muß, bezw. solche, die die Partei je »her desto besser wieder ausscheiden muß.

Nationalsozialist ist niemand deshalb, weil er mo. aatlich den lächerlich niedrigen MitgltedSbeitrag be-

Nationalsozialist ist noch lang« nicht jeder, der heute auf dem Rock das Parteiabzeichen trägt.

Nationalsozialist wird auch niemand dadurch, daß er selbst möglichst oft behauptet, er zu sein.

Wir wissen aus Erfahrung, daß mit Mitgliedern, die eine haushohe MitgliedSmimmer haben und die gleichzeitig mit dem Munde so tun, als ob sie eigentlich die Wegbereiter und Vorkämpfer der na­tionalsozialistischen Revolution gewesen sein. (Der. artiger behaupten jetzt viele; manche find sogar instinktlos genug, dar in Zeitungen zu schreiben, deren politisches Symbol die Wetterfahne ist) be- wegungSmäßig betrachtet, meistens nicht viel los ist. Diese Art von Mitgliedern machen häufig deshalb so viel Aufhebens von ihren vermeintlichen Der- bimsten, weil sie glauben, ihr« Mitmenschen auf diese Weise davon überzeugen zu können, daß sie doch eigentlich die berufenen Vollender der Revo­lution seien. Nein, so Ist das nicht. Nationalsozialist sein heißt rümpfender Revolutionär sein. Sie aber find vorerst nur Werkzeuge der wirklichen Revolu- tionärr und haben ihre Arbeitskraft und ihr sonsti­ger bürgerliches Können der Nation jur Verfügung zu stellen und zwar unter unserer Führung. Nur wer bewiesen hat, daß er dienen kann, kann führen. Die NEDAP. ist die Führer^Organisation des gleich zu richtenden deutschen Volkes. St« hat dem Führer die Mitarbeiter auf allen Gebieten der StaatS-, Kultur- and Wirtschaftslebens, kurz des gesamten Volkslebens, zu stellen. Noch manch einer wird durch «inen rechten Nationalsozialisten, einen kämpfenden Revolutionär, ersetzt werden müssen. Wer in Deutsch, land führen will, dem muß der Nationalsozialismus s» Fleisch und Blut übergegangen sein. DaS gilt sür den Senator und den Etaatsrat genau so wie sür den Generaldirektor, Direktor und Prokuristen; baS gilt nicht minder für den Schulrat, den Stu- dienrat und alle anderen Erziehergruppen, als für den selbständigen Unternehmer und den Handwerks« Meister. Wer in die NSDAP. eintritt, bekundet

sofern er eS ehrlich meint — den Willen, Na. ttonalsozialist zu werden. Wir wollen ihm helfen »nd ihm Kamerad sein. Zu unserer Kameradschaft gehört jeder, der Parteigenoffe ist und damit öffent­lich bekundet, daß er Gesinnungsgenosse ist. Darum reden wir Nationalsozialisten uns mit dem Bekennt. «iSwort „Parteigenoffe" an. Was ist uns heute noch die Anrede ,Lerr"?l ,Lerr" muß man auch zu jedem Verbrecher sagen, der sich gegen seine Volks- genossen auf daS Schwerste vergangen hat, sei es Politisch durch den Dolchstoß von ISIS oder durch «in« sonstig« Schurkerei, sei eS kulturell durch gei­zige und sittliche Lumperei, sei es wirtschaftlich durch hemmungslose AuSbeuterei. ,Herr" sagt man Such zu Juden.

Dir wissen, daß sich in unsere Partei auch Volks- genossen eingeschlichen haben, die eS nicht ehrlich weinen. Wir müssen uns darum vollständig klar darüber sein, daß der gefährlichste Feind heute in Unseren Reihen selbst steht. Wtr wissen genau, daß Reaktion, Dreipfeilchenrttter und Kommune ihre Leute in die NSDAP. geschickt haben. Heute tragen ^e dar Parteiabzeichen zur Schau, innerlich find sie aber dir Alten geblieben und wollen auch nicht andere werden, vor allem wollen sie nicht Nazis Werden. Sie Höften im stillen aus die Stunde, da s« uns den Genickstoß geben können.

Vie «den viel von ihrem Nationalsozialismus, ?nd aber nach wie vor Freimaurer (getarnt hinter kftdeu u. dergl. m.);

sse reden noch mehr von ihren Verdiensten um den endlichen Sieg der nationalen Revolution, find aber nach wi« vor die treuesten und besorgtesten freunde ihrer alten marxistischen Kampfgenossen ge­gen NSDAP. und NSBO-;

st« reden laut von ihrem Idealismus und von Gemeinnutz vor Eigennutz, streichen aber nach wie bar ihre unsittlich hohen Einkünfte ein;

ste halten fabelhafte Reden über Ehre, Disziplin und gvttbegnadete Größe des Führers, wenn sie annehmen, daß ihre Rede der Partei bekannt wird ^ wenn sie aber in ihren Zirkeln fitzen, dann neh« uun sie die Maske ab und zeigen, was sie wirklich stud: Feinde der NSDAP. und der NSBO-, Tod­sünde der nationalen SozialiSmuS.

Wieder andere arbeiten im kleinen, betreiben Mundpropaganda von Mann zu Mann;

ste markieren den besorgten Parteigenossen, dem ba- Herz blutet, weil angeblich alles viel zu lang­sam gehe, weil dieses falsch gemacht sei und jener versage;

ihre Stimme bebt v»r (scheinbarer) inner« Er-

Berlin, 17. Junt. Wie dar VDZ.-Büro meldet, haben zahlreiche vorgebrachte Wünsch« einzelner Formationen der nationalen Verbände auf Ein­stellung ihrer Erwerbslosen in die Betriebe dazu ge­führt, daß diese Angelegenheit zum Gegenstand einer Aussprache zwischen den Leitungen der NSDAP-, dem Präsidenten der RetchSanstalt für Arbeitsver­mittlung und Arbeitslosenversicherung und der Ber­einigung Deutscher Arbeitgeberverbände gemacht wurde.

DaS Ergebnis dieser Verhandlungen war der Wille, diese Frag« durch einheitlich« zentral« Anweisung zwischen den Beteiligten zu regeln. Es wurden daher Richtlinien vereinbart, die zunächst zum Ausdruck bringen, baß die Unternehmer sich grundsätzlich bereit erklären, an einer Sonderaktion zwecks Einstellung von arbeitslosen Angehörigen der nationalen Ver­bände mitzuwirken.

Eine positive Verpflichtung, unabhängig vom Ar- beitSbedarf und fachlicher Eignung eine bestimmte Anzahl dieser Arbeitslosen einzustellen, kann, so er­klären die Richtlinien weiter, von der Wirtschaft nicht übernommen werden, Arbeitsbedarf und sach­liche und persönlich« Eignung müßten vielmehr ent­scheidend bleiben. Andererseits müsse von den Ver­bänden die Sicherheit gegeben werden, daß der Kreis der für eine solche Aktion in Frage kommenden Per-

vü>. Braunschweig, 17. Juni.

Das braunschweigische Staatsministerium hat dir Ort-gruppen dez Stahlhelm, Bund der Frontsol­daten, Helmstedt, Königslutter, Schoeningeu und Wolsenbüttel und ihre Nebenorganisafiionen aus Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat mit sofortiger Wir­kung aufgelöst.

Das braunschweigische Staatsministerium teilt u. a. mit: Veranlaßt durch die bekannten Vorfälle rm Gebäude der hiesigen Allgemeinen Ortskranken­kasse ist am 1. April dieses Jahres gegen den Stahl. Helm BdF. und seine Nebenorganisationen im Lande Braunschweig eme Aufnahmesperre für neue Mitglieder bis zum 81. März 1934 verhängt wor. den. Das StaatSministerium hat diese Angelegen­heit durch die inzwischen verkündete Amnestie an­der Welt geschasst. Leider hat der Stahlhelm im Lande Braunschweig (wie hervorgehoben werden muß, unter dem Einfluß der hiesigen Landeslei­tung) den Ernst der Lage in verschiedenen Orts­gruppen verkannt. ES ist einwandfrei festgestellt, daß in den Ortsgruppen Helmstedt, KönigÄuther, Schöningen und Wolsenbüttel das Verbot der Neu­aufnahme von Mitgliedern in den Bund und seine Nebenorganisationen offen in großem Umfange in verschiedenen Fällen übertreten ist, oder das Ver­bot durch VsrschleierungSmaßnahmen zu umgehen versucht wurde. In Helmstedt find 53, in Schönin­gen 33, in Königslutter 40 und Wolsenbüttel 90 Personen festgestellt, die verbotswidrig dem Stahl­helm zugeführt worden find.

Sodann verweist die amtliche Darstellung auf ein Schreiben des Landesverbandes Brannschweig vom 27. April 1933 an die Bezirks- und Orts­gruppen des Stahlhelm des Landesverbandes, daS für die Beurteilung der Sachlage bezeichnend sei. Dieser Schreiben beweist, so heißt es in der Dar­stellung weiter, daß die verbotswidrigen Aktionen der Stahlhelm-Ortsgruppen beeinflußt find durch das Bestreben der hiesigen Landesleitung, den Stahlhelm gegen die NSDAP., die SA und SS stark zu machen. Bet dieser Sachlage ist eS uner­läßlich, soll nicht die StaatSautorität Gefahr lau- fen, mit Nachdruck und Entschiedenheit gegen die verbotswidrigen Stahlhelmaktionen einzuschreiten. Es find daher die Ortsgruppen des Stahlhelm Helmstedt, Königslutter. Schöningen und Wolfen- büttel und ihre Nebenorganisationen auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zuin Schutze von Volk und Staat mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Die Wiedererstehung ist verboten worden.

Eine wett rr Matznahme

TU. Braunschweig, 17. Juni. Das braun, schwrigische StaatSministerium hat am Sonnabend mittag eine für den 28. Juni vorgesehene Veranstal­tung des Stahlhelms in Brannschweig, an der auch

regung, wenn sie ihrem Nachbar zuflüstern, daß sie bestimmt wüßten, daß eigentlich schon jetzt alles verloren sei, weil dieser oder jener marxistische Par­tei. oder Gewerkschaftsbonze nicht am Laternenpsahl aufgeknüpft sei;

sie säen Zweifel und schwächen dadurch die Reihen;

sie suchen Einfluß zu gewinnen und unterwühlen gleichzeitig:

sie gebärden sich als wandelndes Gewissen der Be- wegung und find doch Mephistos allesamt.

sonengruppen zahlenmäßig umgrenzt bleibt. E»

müsse in irgendeiner Form, z. B. durch Festsetzung einer Stichtages für dte Mitgliedschaft, für den der 30. Januar 193S vereinbart wurde, sichergestellt werden, daß die für die Aktion in Frage kommenden Formationen, vor allem SA-, SS- und Stahlhelm, nicht unter dem Gesichtspunkt bevorzugter Behand. lnng in der Arbeitsvermittlung ständig neuen Zuzug erhalten, der damit der Durchführung einer solchen Maßnahme von vornherein Möglichkeit und Wirk­samkeit nehmen würde.

In den Richtlinien wird Wetter zum Ausdruck ge- bracht, daß den so eingestellten Arbeitnehmern ein bchimmter unbezahlter Jahresurlaub aus Anlaß ihrer Zugehörigkeit zu dem betreffenden Verband ge­währt wird. Sofern bei arbeitslosen Angehörigen der Verbände dte Voraussetzung fachlicher Eignung noch fehlt, konnte an die Schaffung von Schnlungs- nud AuSbildungSkursen bei den betreffend«: ArbeitS- Smteru gedacht werden.

Auch für daS Verfahren zur Durchführung der Einstellung enthalten die Richtlinien nähere Bestim­mungen. Darnach sollen die einzelnen Verbände dir Zahl ihrer zurzeit arbeitslosen AngehSrigen als zahlenmäßige Grundlage für die Durchführung der Aktion vermitteln.

Träger der Arbeitsvermittlung soll der Apparat

der Erste Bmldessührtt d«S Stahlhelms, Reichs- arbeitSmimster Franz Selbt «, sein« Teilnahm« »u. gesagt hatte, verboten.

Dar braunschweigische StaatSministerium leitete der Presse eine längere Verlautbarung zu, tn der aus die Vorgänge innerhalb des Landesverbandes Braunschweig des Stahlhelm eingegangen wird. Zum Schluß der Verlautbarung heißt eS: „Bet dieser Sachlage erscheint eS untragbar, daß die für den 2ö. dS. MiS. angekündigte Veranstaltung des Stahl­helm in Braunschweig stattfindet. DaS Etaatsmini« sterium ist mit maßgebenden Stellen in Fühlung getreten, daß diese Veranstaltung unterbleibt und daß der Stahlhelm auch darüber hinaus zurzeit öffentliche Veranstaltungen tm Lande Braunschweig unterläßt."

Eine Keransksrdemng

Natkonaksozlalistischer Widerspruch zur Wieberbe» trauung des StahlhelmsührerS Schröder

Brannschweig, 17. Juni. Zu der Erklärung de» Bundesamts des Stahlhelms, in der Reichsarbeits« minister Seldte mitteilt, daß er den früheren Lan- deSverbandSführer Braunschweig der Stahlhelm, Schrader, gebeten habe, den Landesverband Braun­schweig wieder zu übernehmen, schreibt der „Braun- schweiger Allgemeine Anzeiger", daß dte Nachricht, daß Schrader wieder Führer der Landesverbandes deS Stahlhelm werden solle, in allen nationalsozia­listischen Kreisen der SS, SA und auch in den po- Mischen Kreisen stärkstes Befremde» hervorgerufen habe. Auch in maßgebenden Braunschwetger Kreisen werde diese Handlungsweise kaum anders beurteilt. Es sei zu befürchten, daß durch diesen Schritt ganz und gar nicht «ine Beruhigung der Bevölkerung

Berlin, 17. Juni. Der Reichskanzler hat mit sofortiger Wirkung verfügt:

Es wird eine Dienststelle des Reiches errichtet, die die amtliche Bezeichnung „Jugendführer des Deutschen Striches" tragt. Zum Jugendführer des Deutschen Reiches wird der ReichSjugend- führer der NSDAP., Baldur von Schlrach, ernannt.

Der Jugendführer des Deutschen Reiches steht an der Spitze aller Verband« der männlichen und weiblichen Jugend, auch der Jugendorga­nisationen von erwachsene» Verbänden. Grün­dungen von Jugendorganisationen bedürfen sei-

Alle diese eingeschlichen«» Feinde müsse« hinauSgefenstert «erden!

Wir lassen uns nicht betrügen! Der Glaub« an unser Volk, unser Will« zur Nation, die Kraft drs reinen Herzen», sie werben stärker sein als dies« Spitzel, Saboteure und Provokateure, wenn wir »ach sind.

Als« Auge« auf und Ohren aus!

der Reichsanfialt sein. Die Vereinigung Deutscher Arbettgeber-Berbände erklärt sich bereit, ihre Mit- glteder, soweit dte Mitglieder der ihr angeschlossenen Kartellverbände, also die Banken, Versicherungen, Handel, Landwirtschaft, zu veranlassen, die Ein- ftellun^möglichkeit von AngehSrigen der Brrbänd« umgehend ernsthaft zu prüfen. Dabei soll jedoch eine angemessene Berücksichtigung früher Entlassener, dem Werk und dem Arbeitgeber durch lange Mitarbeit verbundener arbeitsloser Arbeitnehmer nicht autzer- acht gelassen werden.

Der hiernach für die Einstellung von Mitgliedern der Verbände in Frage kommende Arbeitsbedarf wird von den Betrieben den Arbeitsämtern gemeldet, die wiederum aus den bei ihnen vorhandenen Listen die geeigneten Persönlichkeiten nachweisen. Dte so ein­gestellten Mitglieder der Verbände sollen den für die übrigen Arbeitnehmer geltenden Arbeitsbedingungen unterworfen sein und ebenso den gesetzlichen Vor­schriften über Inhalt und etwaige Beendigung d«S ArbeitsverhältnisseS. Schließlich besagen die Richt­linien, daß mit dem Moment de» Inkrafttretens einer derartigen Regelung im Interesse einer mög­lichst einheitlichen und wirkungsvollen Durchführung dieser Aktion jegliche Sonderaktionen von einzelnen Verbänden oder deren Unterstellen aufzuhören haben.

eintrete, da Schrader als der geistige Urheber der damaligen Vorgänge zu bezeichnen sei. Wenn auch eine formelle Amnestie ausgesprochen worden wäre, um nicht auch nationale Leute inS Gefängnis zu bringen, so sei dieser doch keine Antwort auf die national« Handlung der Regierung, die von nieman- dem, der mit den Braunschweiger Dinger vertraut sei, »erstanden werde."

Am l chee Schritt zur Klärung der KHchsbttchoMage

v. Dodelschwingh kein anerkannter ReichSbischos

Berlin, 17. Juni. Der Bevollmächtigte des Reichs­kanzlers, Wehrkreispfarrer Müller, hat am 15. Junt an die Bevollmächtigten der Kirchen folgende» Schrei­ben gerichtet: ,Jn Ergänzung meines Schreibens vom 2. dS. MtS. teile ich ergebenst folgende» mit:

Der Herr ReichSkanzlerhat mir sein außer­ordentliches Bedauern darüber ausgedrückt, daß die Arbeiten sür de» Neubau der deutschen evangelische« Kirche «ine schwierige und durchaus unliebsame Ent­wicklung genommen haben. Er hat meine Bitte, die Herren Bevollmächtigteu zu empfange«, abgelehnt. Er lehnte auch den Empfang des Herrn Pastors D. v. Bodelschwingh ab. Ein Empfang beim Herrn Reichspräsidenten ist zurzeit ebenfalls nicht möglich.

Meines Trachtens ist die Lage die, daß Herr Pastor D. o. Bodelschwingh von den Beauftragten der im Kircheubund zusammengeschlossenen evangelischen Landeskirchen als ReichSbischos zwar in Aussicht ge­nommen ist, daß aber ein anerkanntes ReichSbischosSamt noch nicht besteht, so lang« nicht die Verfassung der deutschen evangelischen Kirche in Kraft ist. Diese Verfassung bedarf der Zu- stimmuag deS KirchrnvolkeS wie der Zustimmung deS Reiches.

SS sollt« deshalb zur Klärung und Entspannung der Lage vorstehende Tatsache bekanntgegeben und dabei betont werden, daß ein allgemein anerkanntes ReichSbischosSamt zurzeit noch nicht besteht.

ES wird dankbar begrüßt, wenn die neuen Ver­handlungen zwischen dem Dreier-AuSschuß und dem Bevollmächtigten der Kanzlers dar Ziel verfolgen, tn allen Landeskirchen Neuwahlen vorzubereiten oder einen anderen Ausweg aus den bestehenden Schwierigkeiten zu finden.

ner Genehmigung. Die von ihm eingesetzten Dienststellen übernehmen die Obliegenheiten der staatlichen und gemeindlichen Ausschüsse, die ihre Ausgaben unter unmittelbarer Mitwirkung der Jugendorganisationen vollziehen.

GeschSftssteNedeö GrotzderrtsOen Bundes besetzt

Berlin, 17. Juni. Wie von der neu eingerichteten Pressestelle des Jugendführer- deS Deutschen Rei- ches mitgeteilt wird, wurde am Sonnabend vor- mittag die Geschäftsstelle deS von Admiral von Trotha geführten Großdeutschen Bundes besetzt. Er wurde Material beschlagnahmt. Die Geschäftsstelle wurde geschloffen.

Die Maßnahme wird damit begründet, daß der Großdeutsche Bund verschiedentlich «ine unmittel- bar gegen die Hitlerjugend gerichtet» feindselige Haltung an de» Tag gelegt hab«.

Admiral von Trotha richtete gegen diese Maß- »ahme an den Reichskanzler und an den preußi- fitzeu Ministerpräsidenten Protesttelegramm«.

Siineseld

Zur Einweihung einer Gedenktafel am Rathaus zu Bremen

Bon Dr. Lnthard Freiherr v. Hobenberg

AIS eines Morgens der Flieger Lindbergh nach Ueberquerung de« Atlantischen Ozeans seine Kreist über der französischen Hauptstadt zog und auf den Flugplatz von Parts landete, hielt dte Welt fü Augenblicke in verhaltenem Atem und Bewundern» ihre Gedanken zusammen. Augenzeugen berichte» daß die sonst nicht so leicht zur Rührung geneigt« Franzosen mit Tränen der Ergriffenheit in de» Augen aus den Straßen und Plätzen der Stadt zw sammenkamen, um die Ankunft deS Flugzeuges z» verfolgen. Etwas Unglaublicher war geschehen« Mitten hinein in die Träume und Irrungen einer demokratischen Welt, der die Geisteskraft der Advoka­ten mehr bedeutete als der Geist, der von der mutigen ManneStat eine! einzelnen ausgeht, schleuderte dieser Amerikaner schwedischer Abstammung den Gedanken, daß nur die Tat des Mannes, der edler Absicht ist, der frei ist von selbstischen Motiven, der weder Vor­teil noch Rekord sucht, sondern in dem Einsatz per­sönlichen Mutes Sinn und Erfüllung der Aufgabe des Mannes steht — daß nur die Tat des mutigen Menschen den Geist in der Welt bestimmt. Lindbergh gehörte für wenige Augenblicke nicht nur Amerika, sondern der ganzen Welt.

Bon dieser Stunde hat auch der Flug der ,Bre­men" seinen Ausgang genommen. Hüneseld, dessen Blick sich in den Geschäftszimmern des Bremer Lloyd und in den Mauern der alten Hansestadt erweitert hatte, der in der täglichen Arbeit der Schiffahrts­gesellschaft den Zusammenhang des Geschehens tn der Welt leichter zu erfassen gelernt hatte, als dies manchen anderen fern von der Küste unseres Lander möglich ist, ließ der Geist, der von Lindbergh's Fluge ausging, nicht ruhen. Schon bei dem unselig verlaufenen Kapp-Putsch traf man ihn in den AmtS- räumen der Reichskanzlei am Wilhelmsplatz: seine Freunde erinnern sich, wie er am Tage des über­raschenden Hitler-Aufstandes tn München unruhig, mit nie rastendem Temperament in seiner Wohnung in Bremen neben seinem Telephon saß und den Moment erwartete, sich irgendwie helfend und die­nend einzuschalten in die Ereignisse, deren Erfolg er so sehnlich erwartete; in Bremen erinnert man sich,

AM den KampMätten der Bremer BegimeMerr

Wir veröffentlichen heute und in den folgen­den Tagen eine lebendig geschriebene Schilde­rung des früheren Leutnants Gerhard Schütte, jetzigen Truppführers der SA., der im Auftrag der BNZ an einer Kriegsgräber­fahrt des Jnf.-Regt. 75 nach Frankreich teil­genommen hat.

wie er in einer von ihm mitbegründeten schars rechts gerichteten Zeitung, die mangels Bedarf an un- liberalistischer, geistiger Nahrung später wieder ein­gehen mußte, Sonnabend für Sonnabend mit feuriger Schrift seine Kampsgesänge hinausgehen ließ gegen das damals herrschend« System, seinen scharfen Degen kreuzte mit den Verfechtern der Demokratie, tn der sich Marxisten und Bostrgeoisis mit verschiede­nen Zielen, aber geeinten Kräften zusammengefunden hatten. So stand er als einer der frühen, von tiefer Ueberzeugung getriebenen Streiter im Kamps gegen den Ungeist des Liberalismus, angefeindet und oft genaug auch verlacht, außerhalb der Bewegung des Führers und doch von gleichgerichtetem Geist be­seelt, geschieden von der Bewegung durch die von ihm verfochten? Forderung auf eine sofortige Wieder­herstellung der Hohenzollern-Monarchie.

Man wird fragen, was dies alles mit Lindbergh und dem Flug der „Bremen" zu tun habe. Es ist kein Zufall, daß der Geist von Lindberghs Flug gerade einen Mann in seinen Bann zog, der in dem Bekenntnis zur männlichen Tat und in der Be­kämpfung der die Grenzen der Tat und Verant­wortung verwischender Demokratie sein politischer Glaubensbekenntnis gefunden hatte. Hier klang gleiches an und gewann tn Hüneseld schöpferische Kraft, wobei es ihm in stillen Stunden oft schwere Kämpfe verursachte, dies sür ein Deutschland tun zu müssen, daS sein Deutschland nicht war. Es ist daher auch bezeichnend, daß er den ihm so häufig gebrach­ten Gedanken, die deutsche Regierung um materielle Förderung seiner Flugpläne anzugehen, auf das Er­bittertste zurückwich. In seinem Flugzeug befanden sich die deutsche Handelsflagge, tn der die alten Reichsfarben erhalten geblieben waren, die Flagge des Norddeutschen Lloyd, seiner Reederei, und die Bremens, d. h. der Stadt, aus deren traditionellen Milieu heraus seine Pläne Gestalt angenommen hatten. Das Opfer der äußeren Anerkenntnis der Flagge des vergangenen Regimes hat er während seiner Fluges nur dort gebracht, wo er — im Aus- land — befürchten mußte, Laß seine Ablehnung dem Sinn und Zweck seines Fluges, seinem Lande Ehre und Anerkennung einzutragen, abträglich sein könne. Als einen inneren persönlichen Ausgleich mag er eS betrachtet haben, daß er, der überzeugte Monarchist, schon wenige Tage nach seiner Rückkehr in die Heimat noch Doorn flog, um dem Kaiser durch Abwerfen eines Blumenstraußes seine Reverenz zu erweisen. Dies brachte ihm ein, baß der damalige Kölner Oberbürgermeister Adenauer den Kölner Empfang der Flieger absagte und die Regierung die Existenz Hünefelds überhaupt nicht mehr registrierte. AlsHüneseld nachRückkehr von seinem zweiten großen Flug, den Flug Berlin — Tokio, an dem er zusam­men mit seinem schwedischen Fluglameraben schon

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Valdvr vsn Schwach IugendMeer des deutschen Reiches