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1933
Sn»MGN, Sonnskvnil, Äsn 27. ^Lsi 1933
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Enteignung des KVd.-BermögenS
WiOirge mstzen- mch wWMMsWWsche VeWlüsse des AeichskabinettS — Gesetz Wer ASwmng -er KraMhrreuMemr - SS MMsKM Mr Wr-errms der SeeMMsdri
Wer wir- evangelischer ReichSdischoi?
Bodclschwiugl) oder Wehrkveispfarrer Müller?
vöK. Berlin, 26. Mai. Wie dos Vdz.-Büvo Meldet, find die Laubeskirchensührer der evangelischen Kirchen heute in Berlin versammelt, um das Ergebnis der Verhandlungen der Bevollmächtigten über die bevorstehende Ernennung eines Reichsbifchofs sür die evangelische Kirche entgegenKuueh-- men. In gutuuterrichtet-en Kreisen wird erklärt, daß zur Stunde eine Entscheidung darüber noch nicht gefallen sei, ob Pfarrer G-oüelschwingh oder Wehrkveispsarrer Müller oder welche andere Persönlichkeit zum evangelischen Reichsbischof ernannt werden wird. Die B evollMächtigten der Kirche haben sich zwar aus Pfarrer BoLelschwingh geeinigt. Wegen der inzwischen aufgetretenen Schwierigkeiten kam ein vereinbarter Empfang beim Reichskanzler nicht zustande.
Die Glaubensbewegnng Deutsche Christen veröffentlicht eine Erklärung ihrer Reichsleitung. Darin heißt es, daß über die Ernennung des neuen Reichsbischofs der evangelischen Kirchen die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen sei, wie es n-ach Zeitungsmeldungen habe scheinen können. Der Reichsbischof bedürfe -es Der- tramens des ganzen deutschen evangelischen Krrchenvokkes. Der Mann, dem der Führer und Kanzler Adolf Hitler fein Vertrauen ge- gegeben hat, sei Wehrkreispfarrer Müller'. Die Stunde der Neugeburt unserer Kirche sei da. Der Führer Adolf Hitler habe den kirchenfeindlichen Marxismus zerschlagen. Die deutschen Menschen, die die Fesseln des Marxismus abgeschüttelt haben, warteten jetzt auf den Ruf der Kirche. Das Kirchen- volk sehe in Wehrkreispfarver Müller den Mann, der diesen Ruf so erheben kann, daß er gehört wird.
Die Deutschen Christen wollten Wehrkreispfarrer Müller als Reichsbischof haben,
-er zugleich ein Seelsorger sei, der zu schlichten, deutschen Menschen zu sprechen vermöge. Die Führer der Glaub ensbewegnng aus allen deutschen Gauen hätten sich einmütig zu diesem Manne bekannt. „Wehrkreispfarrer Müller", so schließt die Erklä- mmg, „wird der erste deutsche Reichsbischof sein."
Ergänzend hört das Bdz.-Büro, daß wohl im Hinblick aus die aufgetauchten Schwierigkeiten Pfarrer Bodelschwingh bisher sein Einverständnis zu seiner Ernennung zum Reichsbischof nicht bekundet habe.
Nreudffcher Staatsrat edrbe- rase«
Berlin, 26. Mai. Der Preußische Staatsrat ist umrmehr für den 8. Juni endgültig einberufen worden. Ausschutzsitzungen finden bereits am 7. Juni statt. Die Tagesordnung wird erst am Morgen des 8. Juni Fvm Aellesienrat festgesetzt worden. ^
Berlin, 26. Mai. In der heutigen Sitzung des ReichÄkabinetts erstattete Rerchsbankpräfident Dr. Schacht einen Bericht über seine Reffe nach Amerika und England und über die mit dem Präsidenten Roosevelt sowie mit amerikanischen und englischen Bamkkreffen gepfolgenen Verhandlungen.
Das Reichskabinett beschäftigte sich dann m einer fast sstimdigen Sitzung mit außen- und wirtschafts- polrtrschen Fragen. Verabschiedet wurde ein Gesetz zur Gleichschaltung der Aussichtsräte von Körperschaften des öffentlichen Rechts, sowie ein
Gesetz über die Einziehung des kommunistischen Vermögens.
Bei diesem Enttigmrngsgefttz regen die Kommunisten ist man von dem 8 40 des Strafgesetzbuches ausgegangen, wonach Gegenstände eingezogen werden können, die durch Verbrechen oder Vergehen hervorgebracht oder zur Begehung eines Verbrechens oder Vergehens gebraucht ödere bestimmt sind. Diese Bestimmungen gelten für jedes Verbrechen, also auch für den Hochverrat. Da die kommunistische Tätigkeit generell als Hochverrat zu betrachten ist, erfolgt anch die Generalkonfiskation des gesamten kommunistischen Vermögens.
Verabschiedet wurde ferner ein zweites Gesetz zur
Aenderung des Reichsstatthaltergesetzes, durch das das Beamtenernsnnungs- und Ent- lassnngsgesetz, sowie das Begnadigungsrecht in bestimmten Fällen zur Entlastung des Reichsstatthalters auf die Landesregierungen übertrage« werden kann.
Schließlich wurde ein Gesetz über Ablösung der Krastfahrzeugsteuer verabsthiedet und beschlossen, der Seeschiffahrt einen Betrag bis zu 20 Millionen NM. aus Reichsmitteln zur Verfügung zu stellen.
Der vom Reichsernährungsnünisterium vorgelegte Entwurf zur Regelung der landwirkschaft- , lichen Schuldverhältniffe macht noch weitere Vorbesprechungen erforderlich und soll in der nächsten Kabinettssitzung behandelt werden.
Das Gesetz über die
Ablösung der Krastfahrzeugsteuer
ist insbesondere dazu bestimmt, der Wertminderung der alten Wagen in gewisser Weise Einhalt zu gebieten, da durch den § 2a des Kraftfahrzeugsteuergesetzes vom 11. April ds. Js. alle nach dem
wtb. Gras, 26. Mai. Der Hauptausschutz der Abrüstungskonferenz hat heute den ganzen Seeabrüstungsteil des englischen Konventronsentwurfes in erster Lesung erledigt. Aus die sehr komplizierten und detaillierten Einzelbestimmungen des Entwurfes ist dabei überhaupt nicht eingegangen worden und Henderson hat sogar entgegen dem bisherigen Verfahren davon abgesehen, den Entwurf Artikel für Artikel zu besprechen. Bei diesem merkwürdigen summarischen Verfahren, das sich nur aus dem unbedingten Bestreben Hendersons, weiterzukommen, erklären läßt, ist es selbstverständlich, daß das Ergebnis dieser ersten Lesung, in der nicht ein einziger Beschlnß gefaßt wurde, für die endgültige Gestaltung des Konventtonsentwurfes prak- tichj bedeutungslos ist. Es lagen verschiedene Ab-
25. März zugelassenen Personenkraftwagen und Personenmotorräder von der Steuer befreit sind. Der Altwageuhandel ist dadurch naturgemäß beeinträchtigt worden, da niemand mehr einen alten steuerpflichtigen Wagen kaufen wollte. Das Gesetz über die Ablösung der Kraftfahrzeugsteuer sieht vor, daß auch Altwagen gegen Zahlung einer Ablösungssumme von der Krastfahrzeugsteuer befreit werden kömren. Das würde praktisch dazu führen, daß die Altwagenhändler die Ablösungssumme selbst bezahlen und die Wagen dann steuerfrei verkaufen.
Nach dem Gesetz kann jeder am 1. April in Betrieb gewesene Personenkraftwagen bezw. jedes Per so neu kro stand dergestalt befreit werden, daß vor dem 1. April 1933 zugelassene Fahrzeuge das Dreifache der Jahressteuer als Ablösung bezahlen, in der Zeit vom 1. April 1931 bis zum 1. April 1936 zugelassene Fahrzeuge das 2^bsache, in der Zeit vom 1. April 1930 bis zum 1. April 1931 zugelassene Fahrzeuge das Doppelte und in der Zeit vom 1. April 1929 bis zum 1. April 1930 zugelassene Fahrzeuge das Nbfache des Jahresbetrages der Krastfahrzeugsteuer entrichten. Die Anträge müssen bis zum 1. Oktober 1933 beim zuständigen Finanzamt gestellt fein. Der Betrag kann in zwei Hälften entrichtet werden, und zwar die Hälfte bei Antragstellung, die zweite Hälfte ein Vierteljahr später.
Der Beschluß,
20 Millionen AM. zur Fsedesuug der Seeschiffahrt
zur Verfügung z« stellen, ist in erster Linie als Arbeitsbeschaffungsaktton gedacht. Die Beträge sollen zur Belebung der Seeschiffahrt und zur Beschaffung von Arbeitsmöglichkeiten in der Zeit bis zum 1. November verwendet werden. Die. Voraussetzungen und Formen, unter denen das zu geschehen hat, werden noch im Benehmen mit den zuständigen Reichsminrsterien und Landesregierungen festgelegt werden. Die Aktion ist durch den starken Rückgang der Seeschiffahrt im vorigen Jahre und durch die Schwierigkeiten im Warenverkehr infolge der Pfundabwertung notwendig geworden. Die Abwertung des englischen Pfundes hat bekanntlich die deutschen Reedereien, die teilweise in englischer Wahrung abgeschlossen hatten, in Mitleidenschaft gezogen.
änderungsanträge zum englischen Entwurf vor, die der englische Vertreter, Unterstaatssekretär Eden hartnäckig bekämpfte, wodurch er zunächst erreicht hat, daß diese Abänderungsanträge größtenteils wieder bis zur zweiten Lesung zurückgestellt wurden. Inzwischen soll auf dem Wege privater Besprechungen geklärt werden, in welcher Weise den Wünschen, die insbesondere von feiten der kleineren Seemächte vorgebracht worden sind, in dem englischen Plane Rechnung getragen werden kann.
Sie Antröge DeMchrondS.
das sich in einer Sonderstellung befinde, wurden heute voul Botschafter NadolnY noch einmal kurz dargelegt. Gegenüber der Einladung Edens, die einen ostentativ unfreundlichen Charakter trug, den
deutschen Antrag bezüglich des Ersatzbanes eineH Linienschiffes zurückzustellen, hat Botschafter Na- dolny nicht nachgegeben, sondern sich die Auf» rechterhaltung seines Antrages für die zweite Leo sung, ebenso wie es Japan tat, vorbehalten. Dep deutsche Delegierte begründete noch einmal kurz den deutschen Antrag und wies daraus hin, daß es sich dabei einzig und allein um einen Ersatz», bau handele. Indem Deutschland sich jetzt bereis erkläre, ein Linienschiff bis zum 31. Dezember 1936 aus Stapel zu legen, bleibe es in vollern Einklang mit den Grundideen des englischen Planes und fordere Er das, was für die Sicherheit der Schiffsbesatzung und die Aufrechterhaltung des regulären Ersatzturnus in der auf ein Minimum abgerüsteten deutschen Flotte notwendig sei. Zum Schluß brachte NadolnY die alten Vorschläge bezüglich der qualitativen Abrüstung in Erinnerung» die Deutschland am Anfang der Konferenz im letzten Jahre vorgeschlagen hatte. Deutschland hatte an diesen Vorschlägen heute noch fest, die im Falle der Annahme einen großen Schritt vorwärts m der Abrüstung bedeuten würden. Er glaube weiter, erklären zu können, daß, wenn die Konferenz in der qualitativen Seeabrüstung noch weitergehen würde, Deutschland dies mit Begeisterung aufnehmen würde.
Morgen 10.30 Uhr wird der Hauptausschuß in weiteren Beratungen zu den Luftrüstungen übergeben. Gleichzeitig wird eine Sitzung des Völkerbundrates stattfinden.
Abeiiftmg ansstchiskos
TU. Washington, 26. Mai. In amerikanischen Regierungskrisen hat man angesichts der japanischen Forderung nach Flottengleichheit, Frankreichs ablehnender Haltung gegenüber dem Mussolini-Pakt und gegenüber einer Flottengleichheit mit Italien sowie Deutschlands Forderung nach dem Bau weiterer Schlachtkreuzer schon fast alle Hoffnungen aufgegeben, daß die Genfer Abrüstungskonferenz vor Beginn der Londoner Weltwirtschaftskonferenz noch irgendwelche greifbaren Erfolge erzielt.
Die amerikanische Regierung lehnt nach wie vor die japanische Forderung nach Flottengleichheit schroff ab, da sie dem Geiste der Roß-Doktrin widerspricht.
Stabtrat MLorenzen Sder- bsrsssmeistrrsoKVrsMeehaven
Bremerhaven,27. Mai. Die StadLvcrord- netenversammtturg von Breurerhaven wählte Freitag abend den nationalsozialistischen Stadtrat und bisherigen kommissarischen Oberbürgermeister, Lorenzen, zum Oberbürgermeister. Für die Wahl stimmten die Nationalsozialisten und die Deutschnationale Front, die Sozialdemokraten enthielten sich der Stimme.
Verbot -er SVV. in Sssterrsich
Wien, 26. Mai. Der Miursterrat hat am Freitag mit Rücksicht auf die in der letzten Zeit vielfach festgestellte staatsgefährliche und illegale Tätigkeit der kommunistischen Partei das Verbot dieser Partei in Oesterreich ausgesprochen. Ferner wurde beschlossen, eine Verordnung zum Schutze der Sittlichkeit und der Bolksgesundheit zu erlassen.
Rene H-msliw in Sech
Sie SeeMtMNskrsMK irr erster Leims beendet