Ausgabe 
(18.5.1933) Nr. 129
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

12S

^skngsng 1S33

0onn»n«1»g, ri«n 1V. I^sr 1S2S

Liarelpreis 13

Verlag, Schristlmtungu. Geschäftsstelle: Papenstraße 15. Sprech- fkmde der Schriftleitung: Montag bis Freitag 18 bis 19 Uhr.

Domsheide 26031.- Die BNI erscheint wöchent. Üch stebemmrl als Morgenzeitung und kostet monatlich ^ 8.30 frei Haus. durch die Post zuzüglich 42 ^ Bestellgeld.

Das Amtliche Sega« des Senats -er Freien Hansestadt Meinen

Anzeigen: hiesige die 10 gespaltene mm--Zeile K/ 0.10, auswärts 0.12; im Textteil 0.50, auswärts 0.70; Stellengesuche u. Familienanzeigen 0.06; sonstige kleine Anzeigen 008 Platzvorschr.».Verbindlichkeit. Bei Betriebsstörung, Streik, Ver­bot usw. hat der Bezieher keinen Anspruch am Rückz. d. Vezugspr

SS

Das -eatsthe Voll S-rdert

LrdrasrmM M- Frirdra

Der Kamler kämpft ftie den Wettftirde« gegen die Wett

Die West hört denFMeer Ver -euMe Reichstag geschloffen hinter

Adolf Hitler

Nachdem der Kanzler mit seiner großen Rede geendet hat, erheben fich die Mitglieder der nationalsozialistischen Fraktion von ihren Plätzen und bringen immer wieder stürmische Heil-Rufe auf den Kanzler aus.

Darauf wird folgender Antrag, der von den Fraktionen der Nationalsozialisten, der Deutsch­nationalen Volkspartei, des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei eingebracht wurde, ein­stimmig angenommen:

„Der Deutsche Reichstag als die Vertretung des deutschen Volkes billigt die Erklärung der Neichsregierung und stellt sich in dieser, für das Leben der Nation entscheidenden Schicksalsfrage, der Gleichberechtigung des deutschen Volkes, geschlossen hinter die Reichsregierung." (Stürmischer Beifall.)

Auch die Sozialdemokraten stimmten für den Antrag. Die nationalsozialistische Fraktion stimmt dann das Deutschlandlied an, das von allen Fraktionen und von allen in dem überfüllten Saal Anwesenden begeistert mitgesungen wird. Im Anschluß daran erklärt Reichstagspräsident Goering, er habe dem, was sich im Reichstag soeben ereignete, nichts mehr hinzuzusetzen. Die Welt, so rief der Reichstagspräsident, hat gesehen, daß das deutsche Volk einig ist, wenn es sein Schicksal gilt.

Der Präsident schließt damit die Reichstagssitzung. Die Nationalsozialisten sangen noch das Horst-Wessel-Lied, ehe sie den Sitzungssaal verließen.

Adolf Hitler hat Mr ganzen Wett ge­sprochen und wir sagen nicht zuviel, wenn behaupten, die politische Lage und die Wirtschaft der in Frage kommenden Groß­mächte wären sorgenfrei, wenn dieser, Staatsmann seit 15 Jahren zur Welt ge­brochen und diese Wett auf ihn gehört Hätte. Denn das war das Großartige, auch Uns Ueberwaltigende an dieser Rede, daß nicht allein der deutsche Standpunkt in zwingender Folgerichtigkeit vertreten wurde, sondern auch alle weltpolitischen Probleme >ihre richtungwessende Klärung empfingen. Während man bislang auf Kongressen und Völkerbundstagungen sich in internationalen Redensarten erging, an die niemand mehr hu glauben vermöchte, hat der Nationalso­zialist Adolf Hitler in ehrlicher Sprache die nationalen, völkischen Belange jeder Nation in den Vordergrund.seiner weltpolitischen Rede gestellt, aus der von uns immer ver­tretenen weltanschaulichen Auffassung her­aus, daß ein Verstehen, eine Verständi­gung nur zwischen Nationalisten mvLlich ist, die nicht wie Roßtäuscher ihre eigenen Be­lange hinter Phrasen verstecken, sondern, sie ehrlich aushandeln, bis eine gemeinsame Linie gesunden ist. Nur von diesem Stand­punkt aus läßt sich die großzügige, wirk­lich staatsmännische und schöpferische Hal­tung gewinnen, von der die Rede unseres Führers in allen ihren Teilen getragen war.

Noch von keinem deutschen Politiker ist der Schandvertrag von Versailles in seinem Bestände so angegriffen und erschüttert wor­den wie jetzt von Adolf Hitler. 14 Jahre hat man das deutsche Volk mit ihm gekne­belt und hat bis in die letzten Tage hinein geglaubt, auch die nationalsozialistische Re­gierung mit ihm zu fangen. Adolf Hitler aber schafft in einer Stunde aus ihm eine scharfe Waffe für Deutschland, mit der er erbarmungslos zuschlägt, zur Sicherung des Friedens, zur Wohlfahrt aller Völker.

Zum ersten Mal können wir Deutschen wieder stolz auf unser Vaterland sein, denn Adolf Hitler ist heute vom Führer unseres Volkes zu einem weltpolitischen Machtfaktor geworden, dessen Wirksamkeit man sich viel­leicht noch heute und morgen, aber nicht mehr auf die Dauer entziehen kann. Gestern haben wir der Welt bewiesen, daß nicht Maschinengewehr und Flugzeug, sondern Wille und schöpferische Kraft eines Mannes die Geschicke der Nationen zu meistern vermag. Darum bleibt für die Welt nur die eine rfrage, die wir gestern stellten: will man weiter dem französischen Kriegsgeist fol­gen, oder dem Geist des Friedens, der Ar­beit und des Schaffens, wie er jetzt wieder m Deutschland durch den Nationalsozialis­mus auferstanden ist? Die Beantwortung dieser Frage wird den Großmächten nicht geschenkt werden, denn so groß auch die Bereitwilligkeit Adolf Hitlers ist, selbst mit Polen und Frankreich eine Verständigung hu finden, so unerbitterlich Hart hat sich

die neue Regierung zu den Grundsätzen völ­kischer Ehre und nationalen Widerstand- willens bekannt. Die deutsche Regierung! wird sich zu keiner Unterschrift nötigen lassen, die eine Verewigung, der Disquali- fizierung Deutschlands bedeuten würde. Drohungen werden keinen Eindruck zu ma­chen" vermögen. Als dauernd diffamiertes Volk würde es uns amK schwer fallen, noch weiterhin dem Völkerbund anzuge­hören. Das sind Sätze, inhaltsschwer/zu denen heute das ganze deutsche Volk steht und die im Ausland begriffen werden.

In den Wahlkämpfen vor einem Jahr flog der Führer von Stadt zu Stadt und zerbrach jeden Tag eine der Lügen, mit de­nen man gegen uns auftritt. Mit der glei­chen Folgerichtigkeit und Schärfe ging Adolf Hitler in seiner Rede alle den Unwahrheiten zu Leibe, die aus gleicher Engherzigkeit, aus ähnlichem Haß diesmal gegen das ganze deutsche Volk erhoben werden. Und wenn heute noch jemand in Genf der SA und, SS einen größeren Rüstungswert bei messen will, als den bis an die Zähne bewaffneten und ausgebildeten Reservisten der franzö­sischen Armee, dann wird sicher jeder an­dre „Feuerwehr und den Turnverein" den­ken, die dann auch aufgerechnet werden müß­ten. Auch die Lächerlichkeit bringt eine Lüge um.

Die ganze Welt hat Adolf Hitler gehört und Adolf Hitler ist vielleicht der einzige Redner, der auch rednerisch die Fähigkeiten besitzt, um zu diesem in Zahlen unfaßbaren Hörerkveis zu sprechen. Die Wirkung und- den Erfolg der Rede können wir in Ruhe abwarten. . —art.

Sie S Sitzung des deutschen Reichstages

Berlin, 17. Mai. Präsident Goering eröffnet sofort die dritte Sitzung des Reichstages mit fol­

gender an die Abgeordneten gerichteten Erklärung: Sie sind in einer ernsten Stunde zusammenge­rufen worden. Es gilt eine Schicksalsfrage unserer Nation. Wohl kaum jemals vorher war der Reichstag zu einer so ernsten Frage, zu einer so ernsten Stunde, einberufen worden. Die deutsche Reichsregierung wünscht ihre Absichten und ihre Ziele in dieser schwierigen Frage dem ganzen deut­schen Volke klarzulegeir. Das Wort hat nunmehr unser Führer, des deutschen Volkes Kanzler. Unter lautloser Stille bhgab sich dann

Reichskanzler Hitler

zum Rednerpult. Er führte aus:

„Abgeordnete! Männer und Frauen des Deutschen Reichstages!

Namens der Reichsregierung habe ich den Reichspräsidenten Goering gebeten, den Deutschen Reichstag einzuberufen, um vor diesem Forum zu den Fragen Stellung zu nehmen, die heute nicht nur unser Volk, sondern die ganze Welt bewegen.

Die Ihnen bekannten Probleme sind von so großer Bedeutung, daß von ihrer glücklichen Lö­sung nicht nur die politische Befriedung, sondern auch die wirtschaftliche Rettung aller abhängt. Wenn ich dabei für die deutsche Regierung dem Wunsche Ausdruck gebe, ihre Behandlung der Sphäre jeder Leidenschaftlichkeit zu entziehen, dann geschieht es nicht zum geringsten in der uns alle beherrschenden Erkenntnis, daß die Krise der heutigen Zeit ihren tiefsten Ursprung selbst nur jener Leidenschaft zu verdanken hat, die am Ende des Krieges Klugheit, Einsicht und Gerechtigkeit der Völker verdüsterten.

Denn alle jene die Krisis verursachenden Probleme liegen in den Mängeln des Friedens­vertrages begründet, der es nicht vermochte, die wichtigsten und entscheidendsten Fragen für alle Zukunft überlegen, klar und vernünftig zu lösen.

Weder die nationalen, noch die wirtschaftlichen

oder gar die rechtlichen Angelegenheiten und For­derungen der Böller sind durch diesen Vertrag in einer Weise gelöst worden, daß sie vor der Kritik der Vernunft für alle Zeiten bestehen könnten« Es ist daher verständlich, daß

der Gedanke einer Revision

nicht nur zu den dauernden Begleiterscheinungen und Auswirkungen dieses Vertrages gehört, son­dern daß eine Revision sogar von seinen Verfassern als notwendig vorgesehen wurde und daher im Vertrage selbst ihre rechtliche Verankerung fand. Wenn ich kurz auf die Probleme, die dieser Vertrag hätte lösen sollen, eingehe, dann geschieht es des­halb, weil durch das Versagen aus diesem Gebiete sich zwangsläufig die späteren Situationen er­geben haben, unter denen die politischen und wirt­schaftlichen Beziehungen der Völker seitdem leiden. Die Politisch nationalen Probleme sind folgende:

Durch viele Jahrhunderte entwickelten sich die europäischen Staaten und ihre Grenzziehung aus Auffassungen, die nur ausschließlich in einem staat­lichen Denken lagen. Mit dem siegreichen

Durchbruch des Nationalitätenprinzips

im Laufe des vorigen Jahrhunderts wurden in­folge der Nichtberücksichtigung dieser neuen Ideale durch die aus anderen Voraussetzungen entstande­nen Staaten die Keime zu zahlreichen Konflikten gelegt. Es konnte nach Beendigung des großen Krieges keine höhere Ausgabe für eine wirkliche Friedenskonferenz geben, als in klarer Erkennt­nis dieser Tatsache eine Neugliederung der euro­päischen Staaten vorzunehmen, die diesem Prinzip irr größtmöglichen Umfange gerecht wurden. Je klarer durch eine solche Regelung die Vollsgrenzen fich mit den Staatsgrenzen deckten, umso mehr konnte dadurch eine Reihe künftiger Konsliktmög- lichkeiten aus der Welt geschasst werden.

Ja, diese territoriale Neugestaltung Europas unter Berücksichtigung der wirklichen Bolksgrenzen wäre geschichtlich jene Lösung gewesen, die mit dem Blick auf die Zukunft für Sieger und Besiegte viel­leicht die Blutopftr des großen Krieges nicht ganz vergeblich hätte erscheinen lasten, weil durch sie der Welt die Grundlage für einen wirklichen dau­ernden Frieden gegeben worden wäre.

Tatsächlich entschloß man sich aber, teils aus Unkenntnis, teils aus Leidenschaft und Haß, zu Lösungen, die den Keim neuer Konflikte schon in ihrer Unlogik und Unbilligkeit in sich trugen.

Folgendes waren die wirtschaftlichen Probleme, die dieser Konferenz zur Lösung vorlagen: Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation Europas ist gekennzeichnet durch die Uebersüllung des europä­ischen Westens und durch die Armut des Bodens dieser Gebiete an gewissen Rohstoffen, die gerade in jenen Gebieten mit alter Kultur dem dort ge­wohnten Lebensstandard unentbehrlich find. Wollte man eine gewisse Befriedung Europas für menschlich absehbare Zeit herbeiführen, dann müßte man Patt der unsruchtbaren und -esätzr-